Spirkelbacher Rauhberg-Tour: Wandern, Geocaching und ein Lostplace

Am letzten Sonntag wanderten saarzwerg und ich die Spirkelbacher Rauhberg-Tour. Obwohl sie mit 5,1 Kilometern auf knapp 200 Höhenmetern recht kurz ist, gab es viel zu erleben und anzuschauen. Der kleine Rauhberg bietet beeindruckende Felsformationen, mehrere grandiose Aussichtspunkte und sogar ein recht großer Lostplace liegt an der Strecke.

Unterwegs konnten wir zwei Traditional Caches einsammeln. Kommt mit auf diese virtuelle und kurzweilige Wanderung im Pfälzerwald …

 

 

Die Spirkelbacher Rauhberg-Tour

Im Pfälzerwald, in der Nähe von Hauenstein, liegt das kleine Dorf Spirkelbach. Am Friedhof gibt es einen großen Wanderparkplatz mit einer Informationstafel. Dort starten der Premiumwanderweg Spirkelbacher Höllenberg-Tour und die beiden „normalen“ Wanderwege Spirkelbacher Höhenweg und die Spirkelbacher Rauhberg-Tour, die wir heute wandern wollen.

Laut Informationstafel hat die Rauhberg-Tour eine Länge von 5,1 Kilometern. Als wir gegen halb zwölf Uhr dort ankommen, ist der Parkplatz fast leer. Naja, heute ist ja auch das Wetter nicht so toll: Der Wetterbericht hat leichte Regenschauer vorhergesagt. Wir queren die Straße und laufen in Richtung des großen Holzportals …

… als wir von links junge Ziegen hören. Die schauen wir uns natürlich mal genauer an.

Obwohl sie in unseren Augen noch recht jung ausschauen, haben sie schon kleine Hörner. Sie sind neugierig und zutraulich.

Nach einigen Fotos setzen wir unsere Wanderung fort und passieren das große Holzportal. Dahinter steht ein Wegweiser mit vielen Schildern.

An dieser Stelle startet die Spirkelbacher Rauhberg-Tour. Die beiden anderen Wanderwege, die ich oben erwähnt habe, führen ebenfalls hier und an unserem Parkplatz vorbei. Wir laufen die Tourgegen den Uhrzeigersinn. Allerdings würde ich Euch empfehlen, die Tour in anderer Richtung zu laufen, da dann die Highlights am Ende liegen.

Nach unserer Wanderung hatte ich 6,2 Kilometer und 195 Höhenmeter auf meinem GPS. Mit einer großzügigen Mittagspause, mehreren Regenpausen, der Besichtigung des Wehrmachtstunnels, Fotografieren und Geocaching waren wir insgesamt dreieinhalb Stunden unterwegs.

 

Durch Spirkelbach hindurch

Vom großen Wegweiser laufen wir geradeaus in Richtung der Kirche von Spirkelbach. Euch empfehle ich jedoch, vom Parkplatz kommend, am Wegweiser nach links einzubiegen und der Beschilderung zu folgen.

Kurze Zeit später queren wir die Hauptstraße und folgen der Beschilderung nach rechts. Ich blicke zurück und mache noch schnell ein Foto von der Kirche.

An der nächsten Kreuzung biegen wir nach links ein. Spirkelbach ist ein schönes kleines Dörfchen mit vielen Fachwerkhäusern.

Wir folgen der Straße einige Zeit, bis auf der linken Seite ein kleiner Pfad hinunter zum Bach führt.

Wir folgen dem Pfad entlang des Baches, bis wir wieder die Straße erreichen.

 

Hinauf auf den kleinen Rauhberg

Der Wanderweg verläuft nun ein kleines Stück ortsauswärts parallel zur Straße bis zu einem Holzpfosten mit unserer Wandermarkierung. Dort biegen wir links in den Wald und wandern unsere erste kleine Steigung für heute, welche jedoch recht schnell bezwungen ist. Danach geht es fast flach durch den Wald bis zu ein paar Häusern. Dort queren wir wieder eine Straße und laufen dann einen steilen Hohlweg hinauf, der uns zu einer großen Wiese mit Wochenendhäusern führt. An deren Gärten laufen wir entlang.

Dahinter verschwindet unser Weg wieder im Wald. Nach ein paar Abzweigungen beginnen dann die kleinen Serpentinen hinauf auf den Rauhberg. Gerade als wir uns in diesen Serpentinen befinden, geht ein starker Regenschauer nieder. In der letzten Serpentine piepst mein GPS … wir nähern uns dem Lostplace, den ich mir auf der Karte markiert hatte.

 

Der alte Wehrmachtstunnel (LP)

Wir verlassen den Wanderweg und folgen einem breiten Weg, der in eine kleine Mulde führt. Wir stehen vor einem gemauerten Eingang.

In der Vorbereitung dieser Wanderung habe ich im Internet etwas von einem ehemaligen Wehrmachtstunnel in dieser Gegend gelesen. Bei meinen Recherchen bin ich dann auf diese Informationen über den Rauhbergtunnel gestoßen. Das hat natürlich meine Neugier geweckt und so sind wir heute gut vorbereitet und haben einige starke Taschenlampen dabei, um uns diesen Tunnel mal etwas näher anzuschauen. Die Eingangstür steht weit offen. An der Tür finde ich einen Hinweis, dass der Tunnel zwischen November und März nicht betreten werden darf, um die im Tunnel überwinternden Fledermäuse nicht zu stören.

Wir schalten unsere Taschenlampen ein und folgen dem gemauerten Tunnel. Am Anfang ist er gut zu laufen, da er einen gegossenen Betonboden hat. Nach der ersten Kurve endet die gemauerte Wand abrupt.

An den Wänden ist nun der blanke Fels zu sehen. Kurze Zeit später endet auch der betonierte Boden. Wir stehen jetzt vor einer recht großen Kaverne.

Am anderen Ende dieses großen Hohlraums biegt rechts ein weiterer Gang ab. Es folgt eine Felsstufe von wenigen Metern und oben ist ein weiterer gemauerter Tunnel zu sehen. Ich beschließe die Felsstufe hinaufzuklettern. Es gelingt mir überraschend einfach.

Allerdings hat es sich nicht wirklich gelohnt: Der gemauerte Tunnel endet mit einer Eisentür, die sorgsam verschlossen wurde. Dieser Ausgang ist derzeit nicht zu benutzen.

Also drehen wir um und laufen durch die Gänge wieder zurück bis zum Eingang.

Als wir den Tunnel wieder verlassen, hat der Regenschauer aufgehört und wir setzen unsere Wanderung fort.

 

Vor zum Krappenfels

An der nächsten Kreuzung zeigt uns ein Wegweiser, dass die Rauhberg-Tour nach links weitergeht. Geradeaus geht’s zum Rauhberg Felsen und nach rechts zum Krappenfels. Wir entscheiden uns zunächst für den kleinen Umweg zum Krappenfels und wandern rechts weiter über einen kleinen Bergrücken.

Gerade, als ein weiterer Regenschauer niedergeht, kommen wir an einem großen Felsüberhang vorbei. Darunter ist es trocken und damit ist diese Stelle der ideale Platz für unsere Mittagspause.

Wir packen unser Pickick mit Rotwein und belegten Broten aus und warten gemütlich das Ende des Schauers ab.

Als es aufgehört hat zu regnen, packen wir die Rucksäcke und wollen gerade weiter, als mir auffällt, dass wir beobachtet werden.

Hier scheint eine kleine Herde wilder Ziegen unterwegs zu sein? Falls jemand von meinen Lesern dazu etwas Genaueres weiß, würde ich mich über eine kleine Info freuen … Als wir uns ihnen nähern, ergreifen sie die Flucht und laufen den Hang hinunter. Wir folgen weiter den Weg und kommen zum Krappenfels.

Dort ragt ein großer Felsturm in die Höhe.

An seiner Seite können wir etwas in die Ferne schauen.

Wenn ich meine Karte richtig verstehe, sollte der große Brocken der Bavaria-Fels sein. Danach laufen wir wieder den gleichen Weg bis zu den Wegweisern zurück.

 

Hinauf auf den kleinen Rauhberg

Als Nächstes wollen wir nun zum Gipfelplateau des kleinen Rauhbergs. Vom Wegweiser mit der Aufschrift „Rauhberg Felsen“ ist es nicht mehr weit bis nach oben. Schnell erreichen wir eine kleine Felswand, an der unser Wanderpfad entlang läuft.

Hier ist etwas Aufmerksamkeit gefragt, da es rechts ziemlich nach unten geht. An manchen Stellen muss sich selbst der saarzwerg etwas ducken. Dann erreichen wir eine Felsplatte. Von dort haben wir nach links eine schöne Aussicht auf die Hügel des Pfälzerwaldes.

Nach vorne ist die Aussicht aber viel besser – um nicht zu sagen grandios! Der Felsgrat, auf dem wir gerade stehen, setzt sich nach vorne in bizarren Felsformationen fort. In der Ferne im Talkessel ist Hauenstein zu sehen.

Nachdem wir ausgiebig fotografiert und die Aussicht genossen haben, wollen wir noch den Tradi Keep on rockin‘ – Rauhbergfels – suchen. Dank des Hinweises ist das kein Problem. Nachdem wir uns in Logbuch geschrieben haben, laufen wir den gleichen Weg bis zum Anfang der kleinen Felswand zurück. Auf meiner Karte ist noch ein weiterer Aussichtspunkt eingezeichnet, den wir nun anlaufen. Leider ist dort die Aussicht recht enttäuschend.

Anschließend laufen wir wieder das kurze Stück zu den Wegweisern hinunter.

 

Weiter zum Rauhbergpfeiler

Nachdem wir uns den Gipfelbereich des kleinen Rauhbergs genau angeschaut haben, folgen wir weiter der Beschilderung der Spirkelbacher Rauhberg-Tour. Über einen kleinen Steig wandern wir quer zum recht abschüssigen Band. Nach nur wenigen Hundert Metern erreichen wir den Aussichtspunkt am Rauhbergpfeiler. Er befindet sich unmittelbar unterhalb unseres letzten Aussichtspunkts, von dem wir ja etwas enttäuscht waren.

Um nach vorne auf die Felsplatte zu kommen, muss ich dieses Mal meine Hände zu Hilfe nehmen. Ich klettere auf die Plattform und laufe nach vorne. Wow – also das hat sich auf jeden Fall gelohnt! Hier habe ich einen 270° Rundblick. Auf der rechten Seite sehe ich die Felsen des kleinen Rauhbergs und dahinter Hauenstein.

Nach vorne habe ich einen schönen Blick auf den Höllenberg und auf der linken Seite kann ich Spirkelbach sehen.

Das regnerische Wetter verleiht den Hügeln eine besondere Atmosphäre … an vielen Stellen steigen kleine Wolken auf.

 

Unter der mächtigen Felswand vorbei

Ich klettere wieder von der Felsplatte herunter und wir setzen unsere Wanderung fort. Wir laufen weiter über einen kleinen Pfad quer zum Hang direkt auf eine mächtige Felswand zu.

Mist – irgendwie ist uns der Wettergott heute nicht gewogen – es geht schon wieder ein Schauer nieder, der allmählich zu einem Starkregen mutiert. Doch wir haben Glück, nach wenigen Minuten im Regen kommen wir zu einer großen Felsplatte, die an der Wand anliegt. Unser Wanderweg führt darunter hindurch.

… und im Innenraum ist es trocken!

Und besser noch – auf der anderen Seite steht im Trockenen unter einem kleinen Überhang eine Sitzbank.

Wir machen eine Pause und warten bis der Starkregen vorüber ist. Dann setzen wir unseren Abstieg fort. Durch den vielen Regen ist unser Wanderpfad rutschig geworden – wir kommen nur langsam voran. Würde ich diese Wanderung noch einmal wiederholen, so würde ich sie im Uhrzeigersinn wandern wollen. Dann hätte ich diesen Abstieg im Aufstieg, was einfacher wäre.

Am Ende der Felswand steht eine bizarre Felsnadel. Leider finde ich keine Stelle, an der ich sie mit meinem Objektiv vernünftig fotografieren kann. Entweder bin ich zu nah oder es ist ein Baum davor.

Danach verlässt unser Wanderpfad die Felswand. Wenige Minuten später biegen wir nach links in einen breiten Forstweg ein.

 

Über Wiesen und Felder

Der letzte Teil unserer Wanderung verläuft nun über Wiesen und Felder und leider auch zu einem großen Teil über einen Teerweg.

Nachdem wir ein gutes Stück gewandert sind, zeigt uns eine Markierung, dass wir nun die Teerstraße nach links verlassen müssen. Wir wandern über eine Wiese, die nach den letzten Regenschauern richtig nass ist. Ich bin echt froh, dass meine Trekking-Schuhe eine gute Goretex-Membrane haben und meine Füße trocken bleiben.

Dann erreichen wir eine kleine eingefasste Quelle. Dort suchen wir den zweiten Geocache des Tages: den Tradi Pirmansborn. Trotz Hinweis müssen wir etwas suchen. Schließlich können wir ihn finden und stehen nun im Logbuch.

Nach der Quelle wandern wir in Richtung Spirkelbach. Wir laufen parallel zum Bach. Unterwegs laufen wir durch zwei große Holzportale. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz.

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Wanderung entlang der Spirkelbacher Rauhberg-Tour sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Die beiden Eingänge des Lostplace habe ich Euch ebenfalls in der Karte eingezeichnet. Bitte beachtet, dass zum Zeitpunkt unseres Besuches nur der östliche Eingang offen war.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Pfälzerwald unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

2 Kommentare:

  1. Hallo Jörg,
    vielen Dank für den Bericht und fürs virtuelle Mitwandernlassen. Vor allem der Tunnel und die Felstürme waren besonders schön.
    Viele Grüße,

    Tobias

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