Vergleich der Trackaufzeichnung von Montana 700 und iPhone 12 Pro

Heute möchte ich die Trackaufzeichnung eines Garmin Montana 700 mit der Aufzeichnung eines Apple iPhones 12 Pro vergleichen und schauen, wie präzise diese beiden Geräte den gewanderten Weg aufzeichnen.

Dazu vergleiche ich die beiden Tracks und schaue mir an, wie „nah“ die jeweilige Aufzeichnung an die vorhandenen Wege der OpenStreetMap-Karte herankommt. Schaut mal rein!

 

 

Einleitung

Ich bin dieses Jahr sehr viel gewandert und zeichne meine Tracks mit dem GPS oder machmal auch mit dem iPhone auf. Bei einigen wenigen Touren habe ich die Strecke mit verschiedenen Geräten aufgezeichnet, um die Qualität der Aufzeichnungen vergleichen zu können. Bei der Wanderung „Geocaching & Wandern: Die Traumschleife Steinhauerweg“ hatte ich das recht neue Garmin Montana und mein neues iPhone 12 Pro dabei. Zur Trackaufzeichnung mit dem iPhone nutze ich die kostenlose iOS-App „GPS Tracker Pro“ . Beim Montana 700 habe ich die Einstellungen „am häufigsten“ bei der Trackaufzeichung und „GPS“ mit „WAAS/EGNOS“ bei Satellit gewählt.

Die so gewonnenen GPS-Tracks importiere ich nach Garmin Basecamp und stelle sie auf einer selbstgebauten OpenStreetMap-Karte dar. Dort kann ich dann gut sehen, wie nahe sich die einzelnen Aufzeichnungen an den auf der Karte befindlichen Wegen befinden.

 

Was ist mir dabei aufgefallen?

Ein Blick auf die Informationen, die Basecamp aus den beiden Tracks ermittelt, zeigt schon einen ersten deutlichen Unterschied: Die Aufzeichnung des Montana 700 hat eine Länge von 11,6 Kilometern und die gleiche Aufzeichnung des iPhone eine Länge von 14,1 Kilometern. Die offizielle Angabe der Länge dieses Wanderweges beträgt 10,5 Kilometer. Daraus schließe ich, dass sich das Apple iPhone wesentlich mehr „Ausreißer“ bei den Messungen geleistet hat. Auch die Anzahl der aufgezeichneten Trackpunkte ist unterschiedlich: Das Montana hat 959 Punkte aufgezeichnet und das iPhone 1234.

 

Wie schauen die aufgezeichneten Tracks auf der Karte aus?

Die folgenden Kartendarstellungen basieren alle auf Daten aus dem OpenStreetMap-Projekt. Als Erstes schaue ich mir den kompletten Verlauf der Aufzeichnung auf der Karte an. Dabei ist der Track des Montana 700 die grüne Linie und der Track des iPhone 12 Pro die gelbe Linie. (Wenn Ihr auf das Bild klickt, bekommt Ihr eine größere Darstellung.)

In dieser Darstellung sind kaum Unterschiede zwischen den beiden Tracks zu erkennen. Der Track des Montana liegt obenauf und an einigen wenigen Stellen gibt es größere gelbe Abweichungen. Diese schauen wir uns nun etwas genauer an.

In der Vergrößerung ist nun am Anfang der Wanderung zu sehen, dass die gelbe Linie (iPhone 12 Pro)  wesentlich mehr und öfter von den Wegen der OpenStreetMap-Karte abweicht. Auch ist der Verlauf des iPhones „zackiger“.

Generell scheint das Garmin Montana 700 (grün) mehr den Track zu glätten oder auch weniger Punkte aufzuzeichen. Das ist aber leider nicht in jedem Fall von Vorteil. Auf der Karte oben seht Ihr ein ein Kreuz, welches für ein Steinkreuz steht. Dieses habe ich mir genauer angeschaut und ein paar Fotos von dem Kreuz und dem umliegenden Wald gemacht. Das iPhone (gelb) hat mein Umherlaufen aufgezeicht, während das Montana diese Bewegungen einfach „unterschlagen“ hat.

Der Wanderweg verläuft einige Kilometer durch das Bachtal des Saarhölzbach. Zu Beginn geht es steil nach unten durch dichten Wald und anschließend entlang des Baches. Hier scheinen beide Aufzeichnungen so ihre Probleme zu haben. Der Track des iPhones ist aber deutlich schlechter als der des Montana, welcher sich wenigstens noch in der Nähe des eingezeichneten Weges befindet und mehr „geglättet“ ist.

Interessant finde ich diese Stelle – hier haben saarzwerg und ich eine kleine Pause gemacht und unsere Thermoskanne mit Tee ausgepackt. Das Montana hat das halbwegs vernünftig aufgezeichnet, im Gegensatz zum iPhone, welches an dieser Stelle wohl ziemlich schlechten Empfang hatte und auch danach noch eine Zeitlang größere Abweichungen produziert hat.

Auffällig ist auch die Strecke durch die beiden ehemaligen Steinbrüche, wo scheinbar der GPS-Empfang etwas schlechter ist. Hier hat das iPhone (gelb) wieder deutlich mehr Probleme als das Montana. Die gelbe Linie ist wesentlich „zackiger“ und hat mehr „Ausreißer“ als die grüne. Durch die vielen Abweichungen kommt wohl auch die längere gemessene Strecke beim iPhone zustande.

 

Mein Fazit

Positiv überrascht hat mich beim iPhone, dass die Aufzeichnung im Hintergrund kaum mehr Akku verbraucht hat als ohne. Leider ist diese Aufzeichnung nicht so genau wie die des Garmin GPS-Gerätes. Um sich zu Hause die gelaufene Strecke anzuschauen, die ich gewandert bin, ist das vollkommen ausreichend. Da ich diese Tracks jedoch auch gerne nutze, um fehlende Wege auf der OpenStreetMap-Karte zu ergänzen, ist mir „nur“ das iPhone dafür aber zu wenig. Also werde ich auch weiterhin mein Garmin GPS-Gerät auf Wanderungen nutzen.

Für mich heißt das auch, dass ich für meine eigenen Geocaches ein GPS-Gerät verwende, um möglichst gute Koordinaten für mein Listing zu bekommen. Wobei ich inzwischen auch Apps gesehen habe, die auf dem Smartphone in der Lage sind  mittels Mittlung zwischen vielen aufgenommenen Messungen ziemlich genaue Koordinaten aufzunehmen. Es bleibt spannend, wie sich das Rennen zwischen den GPS-Geräten und den Smartphones in Zukunft noch entwickeln wird …

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Wie sind Eure Erfahrungen mit Trackaufzeichnungen? Nutzt Ihr ein GPS oder ein Smartphone? Zeichnet Ihr überhaupt Eure Tracks auf? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Also bei meinem Garmin kann ich die „Genauigkeit“ = Zahl der Wegpunkte einstellen. Das wird bei dem Montana 700 auch nicht anders sein.

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