Geocaching und Sightseeing in Usbekistan: Samarkand – die Perle des Orients (2/2)

Heute geht’s weiter der Fortsetzung des Reiseberichtes über unseren Besuch in Samarkand. Wir schauen uns im ehemaligen Afrasiyab um, besuchen das Museum, ein Observatorium und die Gräberstrasse. Anschließend suchen wir an einem Lostplace einen Geocache, statten dem russischen Viertel einen Besuch ab und schauen uns in der Nacht den beleuchteten Registan-Platz an.

Kommt mit auf die Fortsetzung unseres virtuellen Stadtrundgangs durch Samarkand!

 

 

Hinweis

Dies ist die Fortsetzung unseres Reiseberichtes über unseren mehrtägigen Besuch in Samarkand. Den ersten Teil dieses Artikels findet Ihr im Beitrag „Geocaching und Sightseeing in Usbekistan: Samarkand – die Perle des Orients (1/2)“ .

 

Das Afrasiyab Museum

Wir beginnen den Tag mit einem Besuch im Museum von Afrasiyab. Es liegt am Rande eines riesigen Grabungsfeldes nahe der historischen Altstadt von Samarkand. Dort werden die Überreste der Vorläuferstadt von Samarkand mit dem Namen Afrasiyab oder auch Afrasiab ausgegraben, untersucht und wieder mit Erde bedeckt um sie zu konservieren. Die besonderen Funde werden im Museum aufbewahrt.

Zuerst machen wir einen Rundgang durch das Museum, wo die Geschichte von Afrasiyab dargestellt wird. Anschließend gehen wir in den Raum im Zentrum. An dessen Wänden sind die Überreste einer großen Wandmalerei ausgestellt. Diese wurde in einem Palast auf dem Grabungsgelände gefunden und zeigt eine Szene von einem Empfang eines Botschafters am Hofe.

Zum Abschluss unseres Besuches schauen wir uns einen Film in englischer Sprache an, der die Ausgrabungen in der ehemaligen Stadt Afrasiyab zeigen und die Funde erklären.

Anschließend bekommen wir eine halbe Stunde Zeit uns das Grabungsgelände anzuschauen. Dort gibt es außer ein paar Gräben jedoch kaum noch etwas zu sehen. Da dieses Gelände und das Museum etwas außerhalb liegen, sollte man sie den Besuch gut überlegen. Meiner Meinung nach lohnt er sich nicht wirklich.

 

Das Observatorium des Ulug Beg

Wir steigen wieder in unseren Reisebus und fahren weiter zum nächsten Sigtseeing-Spot, dem Observatorium des Ulug Beg. Von diesem Wissenschaftler habe ich Euch schon im ersten Teil dieses Artikels berichtet. Er hat am Registan-Platz eine Medrese errichten lassen. Wir steigen an der Treppen zum Observatorium aus dem Bus und kommen zunächst am Denkmal von Mirzo Ulug Beg vorbei.

 

Anschließend steigen wir weitere Treppen hinauf bis wir das Kassenhäuschen erreichen. Dort bezahle ich wieder meine Fotogebühr und darf mich dann endlich mit meiner Kamera umschauen. Am Rande eines großen runden Platzes steht das Museum.

Im gegenüber befindet sich der Eingang zum unterirdischen Teil des Sextanten, der als einziges vom Observatorium übrig geblieben ist. Er wurde am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von russischen Archäologen ausgegraben.

Drinnen sieht man eine große gebogene gemauerte Struktur, die im Museum genau erklärt wird. Man geht heute davon aus, dass dies ein Teil eines sehr großen Sextanten ist, mit dem Ulug Bek die Sterne vermessen hat. Seine Ergebnisse kommen wirklich sehr sehr nahe an die heutigen Berechnungen heran.

Um Berechnungs- und Ablesefehler so klein als möglich zu halten, wurde dieses Sextant so gigantisch gebaut. In der „schwarzen Röhre“ befindet sich der ausgegrabene und noch erhaltene Teil des Sextanten. Das Licht, das Ihr am Ende des Tunnels seht, fällt durch das Fenster, welches Ihr auf dem folgenden Bild seht.

Das Observatorium hatte einen Durchmesser von 45 Metern bei einer Höhe von 30 Metern. Die Grundmauern werden heute und um den ausgegrabenen Sextanten angedeutet.

Vom Observatorium bis zur Gräberstrasse ist es Luftlinie nur zwei Kilometer – trotzdem nehmen wir wieder den Reisebus, der uns zum Eingang der Nekropole bringt.

 

Die Nekropole Shah-i-Sinda

Der Bus lässt uns in der Nähe des Eingangs der Nekropole aussteigen. Wir stellen uns auf die Wiese davor, da von dort der komplette Eingang mit den Mausoleen dahinter gut zu fotografieren ist.

Wie gehabt stelle ich mich am Kassenhäuschen an um meine Fotogebühr zu bezahlen. Dieses Mal sind es nur 6000 Som, was umgerechnet etwas 60 Eurocent entspricht. Zum Glück habe will ich nicht filmen. Die Videogebühr beträgt hier umgerechnet 10€, was ich persönlich als unverschämt teuer empfinde!

Es ist um die Mittagszeit. Scheinbar ein schlechter Zeitpunkt zum Fotografieren: zum einen knallt die Sonne und zum anderen ist die Gräberstraße von Touristen überlaufen.

Hier in Shah-i-Sinda reihen sich auf beiden Seiten der Straße die Mausoleen auf. Die Mausoleen sind zwischen dem neunten und dem neunzehnten Jahrhundert errichtet worden, von denen heute noch mehr als zwanzig Gebäude erhalten sind. Die meisten sind sehr prunkvoll gestaltet.

Das erste, welches wir betreten, ist mit weißer und blauer Keramik ausgestattet.

Das nächste, in das wir hinein gehen, ist mit blauen und türkisfarbenen Keramiken geschmückt. Wir gehen in so ziemlich jedes Mausoleum hinein. Zum einen sind sie schön anzusehen und sie bieten Schatten vor der heute doch recht stark scheinenden Sonne.

Langsam nähern wir uns dem oberen Ende der Nekropole. Zunächst öffnet sich die Gräberstraße zu einem größeren Platz mit einem Torbogen am hinteren Ende.

Gerade aus durch den Torbogen geht die Gräberstraße noch etwas weiter: Es kommen noch weitere Mausoleen. Nach der Führung durch die Gräberstrasse Shah-i-Sinda gibt uns unsere Reiseführerin Freizeit bis zum Abendessen. Wir erkunden nun diesen tollen historischen Ort noch etwas auf eigene Faust.

Im Torbogen befindet sich rechts ein Eingang zu einer Moschee. Die wollen wir uns anschauen. Wie gehabt, ist der Innenraum mit Teppichen ausgelegt. Da auf der Gräberstrasse sehr viele Touristen unterwegs sind, ist der Innenraum abgesperrt. Durch die Eingänge können wir jedoch einen Blick hinein werfen.

Wir folgend dem Gang einmal um den Gebetsraum und gelangen in einen kleinen Raum mit einer Kuppel. Die Schuhe dürfen wir dort anbehalten. Der ganze Raum ist mit türkisfarbenen Majolika geschmückt. Besonders beeindruckend finde ich die die achteckige Kuppel die auf einen quadratischen Grundriss aufgesetzt wurde. Der Übergang vom Viereck zum Achteck ist mit Keramik in Wabenform verziert.

Der Gebetsraum hat auf der einen Seite Fenster, die gerade geöffnet sind. Von meinem Platz aus kann ich durch den Gebetsraum und eines der Fenster nach draußen fotografieren. Ich habe so einen schönen Blick auf die Mausoleen.

Wir machen uns auf den Rückweg und laufen die Gräberstraße entlang Richtung Ausgang. Kurz bevor es die letzte steile und lange Treppe zum Ausgang hinunter geht, biege ich rechts ab zwischen zwei Mausoleen hindurch. Dort gelange ich auf eine kleine Plattform mit einer tollen Aussicht über Samarkand.

Auch die beiden Kuppeln eines Mausoleums, die sich auf einem unserer Reiseführer befinden, kann ich so fotografieren. Wir verlassen die Gräberstaße und spazieren durch einen Park in Richtung des historischen Zentrums.

 

Das Mausoleum des ehemaligen Präsidenten

Unterwegs kommen wir an einer Gebäude vorbei, dass wie eine Moschee ausschaut. Leider schauen wir es uns nicht näher an.

Später erfahren wir, dass es sich dabei um die Chidr-Moschee handelt. In ihrem Innenhof befindet sich ein Mausoleum mit der letzten Ruhestätte des verstorbenen ersten Präsidenten von Usbekistan, Islom Karimov.

 

Einmal quer durch das historische Zentrum

Von der Moschee aus sehen wir auf der anderen Straßenseite die Überreste der Bibi-Khanum-Moschee, die schon gewaltig sind.

Wir laufen über die Fußgängerbrücke und am Siyob Bazaar vorbei. In der Fußgängerzone kaufen wir uns ein paar Samsa (usbekische Teigtaschen), die mit Hackfleisch gefüllt sind. Dann geht’s weiter bis zum Registan-Platz. Dort bewundern wir im Park gegenüber die Statue für Islom Karimov.

Anschließend spazieren wir durch den Park an der Seite der Ulugʻbek-Madrasa vorbei bis wir unten an der Hauptstraße ankommen.

Dort müssen wir warten, bis sich eine Gelegenheit ergibt um die vielbefahrene Straße zu überqueren. Während der Wartezeit bewundern wir schräg gegenüber die beiden goldenen Tiger, an denen sich gerade ein kleiner Junge für ein Foto platziert hat.

Dann hat endlich ein Autofahrer erbarmen und lässt uns über die Straße.

 

Der Geocache am verlassenen Hotel

Wir laufen nun an der Hauptstraße entlang. Etwa in der Höhe vom Gur-Emir-Mausoleum haben wir unser Ziel erreicht: in der Nähe befindet sich der Tradi „Abandoned Hotel„.

Das Hotel hat seine besten Tage hinter sich. Trotz wirklich sehr zentraler Lage in der Nähe vom Registan-Platz ist seit ein paar Jahren geschlossen. Warum es nicht renoviert wird, erschließt sich mir nicht wirklich.

Aber gut für uns – so dürfen wir im Vorgarten einen Geocache suchen. Die Spoilerbilder passen noch und die Dose ist schnell gefunden. So macht Geocaching Spaß. Da hier viele Leute unterwegs sind, zügeln wir unsere Neugier und verzichten auf eine Innenbesichtigung!

 

Beim Timor-Denkmal

Wir folgen weiter der Hauptstrasse und gelangen zu einem großen Kreisverkehr. In dessen Mitte ist ein großes Denkmal für Amir Timor aufgestellt. Er liegt nicht weit entfernt im Gur-Emir-Mausoleum.

Auf der Seite vom Mausoleum fällt mir dieser Schriftzug ins Auge.

Die sind natürlich immer sehr beliebt um ein Selfie zu machen um zu beweisen, dass man hier war. Daher muss ich etwas warten, bis ich endlich ein Foto ohne Leute machen kann. Die Kuppen im Hintergrund gehört zum Mausoleum von Amir Timur.

 

Durch das russische Viertel

Wir folgen weiter der Hauptstraße, bis wir rechts in einen verkehrsberuhigten Bereich abbiegen. Wir haben den Anfang des russischen Viertels erreicht.

Die Häuser sind leider zum Teil schon etwas heruntergekommen. Die Zeit des Sozialismus ist inzwischen vorbei und es kann sich hier in der ehemaligen Sozialistischen Soviet Republik nicht jeder leisten sein Haus zu renovieren?

Beim Spazieren durch das Viertel fällt mir dieser Laden ins Auge – in russischer Schrift werden hier Apple-Produkte und -Service angeboten. Das vermute ich zumindest, da ich des russischen nicht mächtig bin.

Wir laufen weiter durch die verkehrsberuhigte Zone, dann an einem Park entlang, und zwischen Läden hindurch bis wir zu einer Hauptstraße kommen. Dort biegen wir in Richtung des Regierungsviertels ab.

An der Hauptstraße sind die Häuser besser in Schuss – hier scheint noch investiert zu werde!

 

Der Registan-Platz bei Nacht

Zum Abschluss unseres virtuellen Rundganges durch Samarkand möchte ich Euch den Registan-Platz bei Nacht zeigen. Er ist sehr stimmungsvoll beleuchtet. Der Aussichtspunkt an der Straße ist auch Abends gut mit Touristen gefüllt.

Von dort oben haben wir einen tollen Blick über den ganzen Platz.

Leider ist auch Abends die Kontrolle noch aktiv und wir dürfen diesen Bereich mangels Ticket nicht betreten. So bemühe ich mich von den Seiten ein paar schöne Fotos der nun beleuchteten Medresen zumachen. Hier ein paar Impressionen.

Eine gute halbe Stunde dürfen wir die Stimmung hier erleben, bevor uns unser Reisebus zurück zum Hotel fährt.

 

Hotelempfehlung für Samarkand

Das Orient Star Hotel (Provisionslink) liegt leider etwas außerhalb der Altstadt. Vom Hotel bis zum Registan-Platz sind es ungefähr zweieinhalb Kilometer zu Fuß. Da in Usbekistan die Taxis sehr günstig  sind, bieten sich diese für eine Fahrt in historische Zentrum an.

Uns hat dieses Hotel recht gut gefallen – die Zimmer sind recht geräumig und modern eingerichtet. Unser Badezimmer hatte sogar einen Regendusche.

Die Zimmer liegen verteilt auf zwei Gebäude, die jeweils mehrere Stockwerke haben. Die Gebäude sind keine Hochhäuser und passen recht gut in das Stadtviertel. Im Innenhof gibt es einen Swimmingpool.

Das Frühstück gibt es in Buffetform. Die Auswahl ist riesig und lecker. Vor der Rezeption ist eine Wechselstube, die Euro oder Dollar in Som tauschen.

Wir würden nochmal in diesem Hotel übernachten.

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße durch vier Länder: Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geocaching und Sightseeing an der großen Seidenstraße“ .

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Wie hat Euch unser Reisebericht über unseren Besuch in Samarkand gefallen? Seid Ihr schon dort gewesen? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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