Meine Meinung zur Expertenanleitung für Pocket-Queries

Letzte Woche hat das HQ im eigenen Blog den Beitrag „Eine Expertenanleitung für Pocket Queries“ veröffentlicht. Eine Pocket Query ist eine Möglichkeit bis zu 1000 Geocaches nach bestimmten Kriterien auszuwählen und in eine gpx-Datei zu packen.

Der HQ-Artikel beschreibt mögliche Anwendungsfälle für Pocket Queries. Hier meine Gedanken zu dieser Thematik …

 

 

Die Pocket Query

Eine Pocket Query („PQ“) ist eine Datei im gpx-Format, in der bis zu 1000 Geocaches gespeichert werden könnten. Über die geocaching.com-Webseite keine eine solche PQ erzeugt werden. Diese Funktionalität ist den zahlenden Mitgliedern („Premium-Member“) vorbehalten. Bei dem Anlegen einer neuen PQ muss deren Mittelpunkt angegeben werden. Dies kann der GC-Code eines Geocaches oder eine Koordinate sein. Es ist möglich über verschiedene Kriterien, wie Typ, Größe, D- und T-Werte, Datum der Platzierung und vieles mehr, die, für diese PQ ausgewählten Geocaches, einzuschränken. Die PQ kann anschließend abgespeichert und mehrfach ausgeführt werden. Auch eine automatische Ausführung zu bestimmten Zeiten kann eingestellt werden. Nachdem die PQ erzeugt wurde, wird diese entweder per Mail zugeschickt oder kann heruntergeladen werden.

 

Die Technik dahinter

Eine PQ wird auf den Servern des HQ erzeugt. Möchten viele Geocacher zum gleichen Zeitpunkt eine PQ erzeugen, so kann es etwas dauern, bis die eigene an der Reihe ist und erzeugt wird. Um die Server nicht zu überlasten gibt es eine Beschränkung auf 10 PQs pro Tag. Eine PQ kann maximal 1000 Geocaches enthalten. Der maximal einstellbare Radius für eine PQ ist 750 Kilometer oder 500 Meilen. Wenn Ihr den Radius maximieren wollt, so solltet Ihr die 500 Meilen wählen, da dies knapp 805 Kilometern entspricht. Klingt komisch – ist aber so!

Nachdem die PQ vom Server erstellt wurde, wird sie per Mail versendet. Dies erfolgt jedoch nur für PQs, die maximal 500 Geocaches enthalten. Größere können nur von der geocaching.com Webseite heruntergeladen werden.

Wie schon erwähnt, sind PQs gpx-Dateien. Eine gpx-Datei ist wiederum eine XML-Datei. XML ist eine Beschreibungssprache, mit der Daten strukturiert werden können. Bei der Entwicklung von XML wurde darauf geachtet, dass dessen Format (Struktur und Schlüsselwörter) einfach erweiterbar ist und Anwendungen und Apps auch mit unbekannten Erweiterungen zurecht kommen.

Alle Geocaches, die eine PQ beinhaltet, sind in diesem XML-Format gespeichert. Mögliche Wegpunkte der enthaltenen Geocaches werden in einer zweiten XML-Datei gespeichert. Um das Herunterladen zu vereinfachen sind diese beiden Dateien in ein zip-Archiv verpackt. Bilder, die zu den Listings der Geocaches gehören, sind nicht in den XML-Datein und auch nicht im Zip-Archiv enthalten.

 

Die Anwendungsfälle

In dem HQ-Beitrag werden fünf Anwendungsfälle aufgelistet:

  • Urlaub
  • Reiseroute
  • Jasmer Challenge
  • Challenge-Caches
  • Mega- und Giga Events

Meiner Meinung nach lassen sich alle diese Fälle auf drei Punkte (inklusive Kombinationen aus ihnen) reduzieren:

  • Filtern von Geocaches
  • Geocaches um einen Mittelpunkt
  • Geocaches entlang eines vorgegebenen Pfades

Leider vermisse ich im Beitrag eine genaue Anleitung, wie die entsprechenden PQs angelegt werden können. Das Setzen des Filters und das Finden der Geocaches um einen Mittelpunkt sind über die Oberfläche noch relativ einfach und intuitiv zu bewerkstelligen. Das Kreieren einer PQ entlang eines Pfads, z.B. einer Reiseroute, erfordert, dass zunächst der Pfad als gpx- oder kml-Datei erzeugt und hochgeladen wird, bevor eine PQ daraus erstellt werden kann. Das Ganze ist leider nicht so ganz benutzerfreundlich implementiert.

 

Die verschwiegenen Probleme

Leider geht der HQ-Artikel überhaupt nicht auf die kleinen „Unzulänglichkeiten“ der Pocket Queries ein. Meiner Meinung ist es wichtig zu wissen, in welcher „Form“ die Geocaches in die PQs geschrieben werden.

Favoritenpunkte

Die gpx-Dateien der PQs enthalten derzeit keine Informationen über die Favoritenpunkte, die der jeweilige Geocache schon bekommen hat. Beim Erstellen einer PQ ist es nicht möglich, die Geocaches über ihre jeweiligen Favoritenpunkte zu filtern. Bei der Suche auf geocaching.com ist diese Funktionalität jedoch implementiert.

Korrigierte Koordinaten

Zunächst die gute Nachricht: habt Ihr einen Mystery gelöst und seine Koordinaten auf der geocaching.com-Webseite geändert, so sind diese korrigierten Koordinaten in der gpx-Datei der PQ enthalten. Nun aber noch die schlechte Nachricht: diesen Daten ist nicht mehr anzusehen, ob die Koordinaten schon geändert wurden, was dazu führt, dass, wenn Ihr gelöste und noch nicht gelöste Mysteries in einer PQ findet, ihr nicht mehr sehen könnt – welche davon Ihr nun suchen könnt. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine Möglichkeit gibt, diejenigen Mysteries, die noch keine korrigierten Koordinaten haben, aus der PQ zu entfernen/filtern. Bei der Suche ist eine Filterung nach korrigierten Koordinaten schon möglich.

Bilder

Wie schon oben erwähnt, werden selbst diejenigen Bilder eines Geocaches, die auf den geocaching.com-Servern gespeichert wurden, nicht in das zip-Archiv der PQ gepackt.

 

Wie kann ich mir helfen?

Die gängigen Geocaching-Apps bieten eine Funktionalität um über die Live-API-Schnittstelle die Datenbank zu aktualisieren. Dabei werden Favoritenpunkte und koorigierte Koordinaten gelesen und richtig verwaltet. In den Apps werden nach einer solchen Aktualisierung schon gelöste Mysteries meist mit einem besonderen Symbol angezeigt.

 

Mein Fazit

Auf mich macht dieser HQ-Artikel den Eindruck, als wäre er von einem Geocacher geschrieben worden, der nur wenige bis gar keine Mysteries sucht und keinen Wert auf Favoritenpunkte legt. Mit den „Unzulänglichkeiten“ der PQs scheint er nicht in Berührung gekommen zu sein. Und wenn ich die Geocaches nach dem Laden einer PQ zunächst aktualisiere, stellt sich natürlich die berechtigte Frage, warum ich dann überhaupt zuerst die PQ lade?

Wenn ich mich recht erinnere, so wurde in den letzten Jahren keinerlei Erweiterungen oder gar Verbesserungen an dem Erstellen der Pocket Queries oder den PQs selbst durchgeführt. Dagegen wurde die Suche auf der geocaching.com-Webseite schon mehrfach überarbeitet.

Für mich hat es eher den Anschein, als wären die PQs „out“ und damit eine veraltete Technologie, an der vom HQ nichts mehr verbessert oder erweitert wird.

Um so mehr habe ich mich über diesen Artikel zum Thema „Pocket Queries“ gewundert. Ich würde mich freuen, wenn die PQs weiterentwickelt würden. Gerade weil das XML-Format das ideale Medium für Erweiterungen ist, könnten diese so eingebaut werden, dass bestehende Apps und Anwendungen ohne Probleme weiter funktionieren.

Folgendes würde ich mir wünschen:

  • Favoritenpunkte und -quote in die PQs aufnehmen
  • Korrigierte Koordinaten über ein Flag(Schalter) in den PQs markieren
  • Filtermöglichkeiten beim Erstellen der PQ den Möglichkeiten der Suche angleichen
  • Maximaler Radius von 500 Meilen oder 750 Kilometer entfernen (in der PQ sind ja sowieso nur maximal 1000 Geocaches enthalten)
  • Maximalzahl der Geocaches pro PQ erhöhen (denkbar wäre auch, dass eine PQ mit 3000 Caches wie drei PQs gezählt wird)
  • Auf HQ-Servern gespeicherte Bilder des Listings optional in das zip-Archiv der PQ aufnehmen
  • Labcaches (Adventure Labs) sollten in der PQ enthalten sein

Naja – ich glaube zwar nicht wirklich, dass die PQs noch weiterentwickelt werden, aber die Hoffnung der zahlenden Kunden stirbt ja bekanntlich zuletzt!

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Wie denkt Ihr über die Pocket Queries? Nutzt Ihr diese? Was fehlt Euch an den PQs und den Möglichkeiten diese zu erstellen? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

4 Kommentare:

  1. Pingback:CF159 - Edler Spender - CacHeFreQueNz

  2. Da ich am liebsten mit meinen Garmin cache, sind PQs für mich einfach unerlässlich. Ich erstelle mir eine Query um den Mittelpunkt meiner Zielregion und schließe, wie M7880, die Mysteries aus. Die gelösten Myteries werden über eine Query aus meiner „Solved Mysteries“-Liste auf das Garmin gebracht. Nachteil dieser „Technik“ ist, dass z.B. Bonus-Caches, die als Mystery gelistet sind, nicht auf dem Garmin landen.
    Mit den PQs bin ich eigentlich sehr zufrieden … am meisten stört mich, dass die „Personal Cache Note“ nicht in GPX-Datei geschieben wird (oder habe ich da etwas übersehen?).

    General denke ich, dass PQs in Zeiten von Smartphones und mobilem Internet nicht mehr diese Rolle spielen, die sie hatten, als man unterwegs in der Regel offline war. Wahrscheinlich haben sie deshalb bei Groundspeak nicht die höchste Priorität.
    Der Autor hat übrigens über 1500 Mystery-Founds, was aber deutlich weniger als 10% seiner Gesamtfunde darstellt. Mysteries sind in den USA nicht so „beliebt“, wie bei uns …

    — Matthias

    • Für die Bonus-Caches oder sonstiges fehlendes nutze ich dann die offizielle App zum loggen. Die kann ja direkt Fieldnotes online erzeugen.
      Oder Ich live-lade es mit dem Garmin, das geht ja mit dem O750 und GPSmap66 auch ganz gut.

      Die Personal Cache Note landet leider nicht im GPX.
      Genauso wie die Info über geänderte Koords fehlt.
      Beides doch eigentlich Funktionen, die es ’schon immer‘ und vor dem Smartphone-Cachen gab. Also auch mal für mehr Leute wichtiger waren?
      Oder war es ‚damals‘ bzw in den USA bei geringerer Cachedichte und begrenzteren Speichermöglichkeiten egal? Wusste man da einfach noch, was man sich aufs Gerät lädt, was gelöst ist und was man sich dazu notiert hat?

  3. Ich nutze fast nur PQs, bei inzwischen über 5K Funden.
    – (Filtern nach) Favoritenpunkte und Quote sind mir dabei egal. Wäre evtl ‚ganz nett‘, das dann auf dem Garmin zu sehen, vermisst habe ich es aber bis heute nicht.
    – Mysterys schließe ich aus allen PQs aus. Gelöste und ungefundene haben eine eigene Bookmarkliste, daraus eine eigene PQ. Nachteil: Bookmaarklisten-PQs enthalten auch deaktiviert/archivierte Caches.

    Durch ein eigenes PHP-Script habe ich folgende ‚Probleme‘ gelöst: PQs enthalten Attribute, Garmin zeigt die aber nicht an. GSAK-Ähnlich setze ich die in Textform an den Listing-Anfang. Den Hint genauso, dann hat man den direkt ohne Umweg. Und inaktive/archivierte Caches werden rausgefiltert.

    Zu Wünschen wäre jedoch, wie du geschrieben hast:
    Mehr als 1000. Aktuell geht 10 x 1000 je Tag. Man könnte es auch einfach auf egal wie mit insgesamt 10000 machen.
    Workarround hierfür: Aufteilen nach T1 und T1.5+höher, passt fast überall. Alternative oder zusätzlich nach Tradis (und die nach T-Wert) und Nicht-Tradis splitten. Ergibt 3 PQs.
    Dann gibts noch ne extra PQ für ‚gefunden und aktiv‘. Unterwegs (mit anderen) interessieren nur Caches, die auch aktuell noch vorhanden sind.

    Bilder:
    Dürfte vermutlich ne riesige Datenmenge werden. Wäre aber Cool. Und das Garmin kann das auch. Bilder müssen dafür nur in einer bestimmten Ordner-Struktur gespeichert werden.

    Labs:
    Definitiv dafür. Zumidnest der bisherige einzelne GPX-Download. Per Handy navigieren ist schon recht umständlich. Dazu muss man dann auch noch je nach Situation zwischen bis zu 3 Lab-Serien umschalten.
    Nachdem es aber jetzt auch dauerhafte Labs gibt, wäre es generell schön, diese mehr zu integrieren. Wenigstens in Form von Name und Koordinaten in PQs und auf der Karte.

    Filtermöglichkeiten:
    Irgendwie ist bei der Suche das Filtern nach ‚Personal Cache Note‘ vorhanden wieder verloren gegangen?
    Jedenfalls wäre es schon Hilfreich, einheitlich alle Möglichkeiten verwenden zu können. Würde u.a. den Umweg mit der ‚Gelöste Mysterys‘ Bookmarkliste ersparen…

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