Die neuen Adventure Labs – Fluch oder Segen?

Vor kurzem hat Groundspeak die Lab Caches in Adventure Lab umbenannt, den Webplayer abgeschaltet, die Webseite überarbeitet und eine eigene exklusive App zum Spielen der Adventure Lab eingeführt.

Die Änderungen an der Webseite und die Adventure-Lab-App stelle ich Euch im Detail vor und zum Ende des Artikels ziehe ich mein Fazit, ob ich die „Neuerungen“ eher als Fluch oder als Segen betrachte!

 

 

Es war einmal

Früher konnte ich die Labcaches auf der Webseite labs.geocaching.com spielen. Dazu benötigte ich nur eine Einladung zur der jeweiligen Labcache-Serie, die üblicherweise über eine Mega-Veranstaltung  bekannt gemacht wurde. Wurden die Labs rechtzeitig vor dem Mega veröffentlicht, konnte ich mir schon zuhause eine .gpx-Datei mit den Standorten aller angebotenen Labs von der Webseite herunterladen und in der Geocaching-App meiner Wahl (bei mir war das c:geo oder Looking4Cache) speichern. So konnte ich die Labs sogar ohne Internetverbindung spielen, mir die Codes notieren und später zuhause über die Webseite loggen. Jeder gefundene und geloggt Lab zählt dabei auch als Fund für meine Found-Statistik.

 

Das Problem

Bedingt durch die Möglichkeit, nachdem man eine Einladung bekommen hat, einen Lab nur mittels Code zu loggen, bildeten sich schnell Gruppen auf den gängigen Social-Media-Plattformen, in denen die Einladungen und zugehörigen Codes zur Verfügung gestellt wurden. So konnte sich das „Schwarze Schaf“ unter den Geocachern leicht von der Couch aus einen Gummipunkt verdienen verschaffen.

 

Die Antwort des HQ

Offenbar hat sich das Geocaching-Hauptquartier Gedanken gemacht, wie dieses Lab-Cache-Loggen von der Couch aus unterbunden werden könnte. Die erste Änderung betrifft die Webseite. Ruf man aktuell labs.geocaching.com auf, so sieht man nur noch die folgende Webseite:

Statt der Anzeige, wo und wann die nächsten Lab Caches zu finden sind, wird nur nur noch auf eine App namens „Adventure Lab“ verwiesen, die für iPhone und Android-Smartphones in den jeweiligen App-Stores verfügbar ist.

Für diejenigen unter uns, die schon erfolgreich Lab-Caches geloggt haben, befindet sich, wenn man das Menü hinter dem eigenen Geocaching-Namen aufklappt, ein Menüpunkt zum Anzeigen der eigenen Statistik. Die daraufhin dargestellte Webseite schaut auf den ersten Blick genauso aus, wie ich es gewohnt bin.

Ein Klick auf eine Lab-Cache-Serie oder einen einzelnen Lab-Cache zeigt jedoch nicht mehr die Detailbeschreibung die jeweiligen Codes an. Die Links führen nur noch zu einem Hinweis auf die Adventure-Lab-App.

Sollte die Statistik so bleiben, ist sie natürlich recht sinnbefreit!

 

Die Adventure Lab App

Für meinen Besuch auf dem Mega in Hoorn habe ich mir die App auf meinem iPhone installiert. Dazu habe ich den App Store aufgerufen.

In Hoorn hatte ich nach dem Start das Problem, dass nach jeder Falscheingabe eines Codes die App eingefroren ist, weshalb ich schnell auf den Webplayer (Webseite) umgestiegen bin. Dieser Ausweg ist durch die Änderungen an der Webseite nicht mehr möglich.

Um die App im Detail zu testen, fahre ich mit saarzwerg in den Deutsch-Französischen-Garten. Dort hat das Team „exilsaarländer“ einen der 250 neuen Adventure Labs ausgelegt. Auf der Startseite der App sind die verfügbaren nach der Entfernung zum aktuellen Standort sortiert.

Ich klicke das oberste Adventure Lab an und gelange zur Beschreibung dieser Lab-Serie.

Über dem Namen des Adventure Lab sehe ich die Entfernung zum Start. Rechts daneben befindet sich ein Start-Knopf, mit dem ich dieses Adventure Lab starten kann. Im unteren Bereich wird eine Karte angezeigt, auf der alle Standorte der Labs, die zu diesem Adventure gehören, markiert sind. Ein Klick auf die Karte öffnet die Kartenansicht der Serie. Ein weiterer Klick auf eine der Markierungen zeigt im unteren Bereich den Namen des ausgewählten Lab an.

Ein Klick auf diese untere Anzeige öffnet die Detailbeschreibung des ausgewählten Labs.

Falls Ihr eher der Kompass-Typ seid, bringt Euch ein Klick auf die Kompassrose oben rechts zur Anzeige derselben. Ihr seht so die Richtung und Entfernung zu Eurem Zielpunkt.

Ich bin ja eher der Kartentyp und gehe daher in der App nochmal zur Ansicht der Karte zurück. Dort kann ich am oberen blauen Balken erkennen, wieviele Labs von dieser Serie ich schon „fertiggestellt“ (abgeschlossen) habe. Der blaue Punkt zeigt meinen eigenen Standort an. Die lässt sich mit dem weißen Icon auf der linken Seite „Norden“ und auf den aktuellen Standort zentrieren. Mit den Fingern kann ich die Karte drehen. Ein automatisches Drehen in Blickrichtung ist mir in der App nicht gelungen.

Ein Klick auf das blaue Icon auf der linken Seite zeigt eine Konfigurationsseite für die Karte an. Hier kann ich auf die Satelliten- oder Hybrid-Anzeige umschalten.

Ich schalte auf Hybrid um und erhalte die folgende Anzeige.

Habe ich die korrekte Stelle gefunden, so kann ich in der App die Frage beantworten und den gefundenen oder ermittelten Code eingeben. Bei der Aufgabe „Wasserorgel“ muss ich dazu eine bestimmte Information auf einer Hinweistafel finden und eingeben. Bei einer Falscheingabe ist mir die App wieder eingefroren, was den Spielfluss ziemlich gestört hat.

Nach einem Neustart und der Eingabe der richtigen Antwort bekomme ich eine Glückwunsch-Anzeige.

Habe ich alle Labs der Serie beendet, wird mir zusätzlich ein spezieller Glückwunsch angezeigt.

Und das war es dann auch schon. Geh ich nun auf die Webseite und schaue mir meine Statistik an, so werden diese fünf neu gefundenen Labs ohne jegliche weitere Information dort angezeigt.

 

Mein Fazit

Mir gefallen diese Änderungen überhaupt nicht. Auch wenn das HQ in einem deutschen Blogbeitrag die Änderungen als Vorteil anpreist, so glaube ich, dass sie nicht wirklich durchdacht sind! Ich reise viel und habe nicht immer eine Internetverbindung im Ausland. Zukünftig werde ich ohne diese nicht mehr an den Adventure Labs teilnehmen können. Ich fühle mich als zahlender Kunde ignoriert und ausgesperrt!

Und es geht nicht nur um ferne Länder. Erinnert Ihr Euch noch an das Giga in Xanten. Xanten liegt in Deutschland, welches ich durchaus als Hochtechnologie-Land bezeichnen möchte. Dennoch war das Mobilfunknetz in Xanten dem Ansturm der Geocacher nicht gewachsen. Und gestern hatten die Server im HQ ebenfalls technische Probleme.

Wohl dem, der dann den Offline-Modus seiner App nutzen kann. Mit der Adventure-Lab-App von Groundspeak ist das derzeit nicht möglich! Ich denke die diesjährigen Gigas in Hamburg und Berlin werden zeigen, in wie weit das reine Online-Konzept bei den Adventure Labs tragen wird.

Allgemein missfällt mir auf die App von Groundspeak angewiesen zu sein. Sowohl die Adventure Lab App als auch die für Geocaching sind absolut nicht mein Fall. Ich finde es besser, wenn ich mehrere Apps zu Auswahl habe und ich mir diejenige auswählen kann, die am besten zu mir passt. Hier fehlt eindeutig eine API um auch Drittanbieter zuzulassen.

Was mich ebenfalls gewaltig stört, ist dass es keine gpx-Datei mehr gibt. Diese habe ich auch genutzt um die gefundenen Labs in GSAK zu ergänzen um so eine vernünftige Statistik zu erzeugen. Nun muss ich wieder von Hand für jeden gefundenen Lab einen Eintrag in GSAK anlegen. Spaß sieht für mich echt anders aus!

Die Motivation von Groundspeak verstehe ich – man möchte die Couchlogger (oder heißt das jetzt Kreativlogger?) aussperren! Leider scheint aber die technische Expertise bei der Umsetzung der App gefehlt zu haben. Als Konzept gibt es derzeit nur den „Geofence“, bei dem eine Box über Koordinaten definiert wird und in der muss sich der Geocacher beim Loggen befinden. Mann muss also vor Ort sein!

Standortüberprüfung ? Lab Caches können nur von Suchern innerhalb einer vom Ersteller festgelegten Entfernung geloggt werden.

Also ernsthaft? Spätestens seit Pokemon sollte doch jedem FakeGPS und ähnliche Tools bekannt sein. Einen gut verständlichen Artikel zu diesem Thema findet Ihr hier. OK, ich gebe zu, die Besitzer der Android-Handys sind eindeutig im Vorteil.

Ich bin mal gespannt zu sehen, wie sich die Lab-Gruppen in den sozialen Netzwerken verändern werden und wann die ersten Codes für die aktuellen Adventure Labs auftauchen. Für die aktuellen Adventure Labs tauchen gerade die ersten Lösungen in den einschlägigen Gruppen auf!

Meine Zusammenfassung der aktuellen Änderung lautet wie folgt: Die ehrlichen (und meist auch zahlenden) Kunden werden ausgesperrt und den Schwarzen Schafen wird es in Zukunft noch leichter gemacht – auch ohne Einladung – die Gummipunkte zu ergattern! Also für mich sind die aktuellen Änderungen eher ein Fluch als ein Segen!

Schade – das wäre doch sicher auch besser gegangen?!

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Wie denkt Ihr über die aktuellen Änderungen bei den Lab Caches? Fluch oder Segen? Tut Groundspeak endlich das Richtige oder schon wieder das Falsche? Wie immer freue ich mir über Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

9 Kommentare:

  1. Viel lustiger ist es, wenn man schlechtes Netz hat und lösen will. Falsche Antworten kommen sofort abgelehnt zurück. Wenn man richtig antwortet muss die App nachladen und nicht immer schafft sie das auch rechtzeitig vor dem Timeout. Also wenn es mal wieder länger dauert, weißt es darauf hin, dass die Antwort stimmen könnte….

  2. Nächste Woche bin ich in Kapstadt, wo es 14 „Labcaches“ gibt. Leider kann ich sie nicht machen, denn ich habe dort kein Internet. Offline geht nicht.
    Bei so unterschiedlicher Netzabdeckung auf der Erde und Horror-Roamingpreisen sollte man entweder das Prinzip ändern oder die Dinger abschaffen.

  3. Hallo, nachdem ich meine ersten Adventure Labs absolviert hab, hier mein Kommentar und mein Fazit:
    Persönlich find ich den Ansatz interessant, aber die Durchführung dann doch zu langweilig: Fragen vor Ort beantworten für einen virtuellen Punkt, naja, da find ich „handfeste“ Dosen spannender. Aber wer’s mag …
    Von demher sind die AL für mich kein Segen, die Kritik an sich hier find ich dennoch überzogen:
    1. Nicht jeder nutzt GSAK, und ich verstehe voll, dass GS sich nicht bei jeder Neuerung daran orientiert, was irgendwelche Drittanbieter-Programme können oder nicht. Wer seinen Spaß an GSAK hat, hat für diesen Cachetyp, der geschätzt < 1% aller Founds ausmacht halt ein bisschen mehr Aufwand.
    2. Zahlende Kunden werden ausgesperrt … für diese Mini-Cacheart braucht man eine App und mobile Datenverbindung, ja. Wer das hat (vermutlich prozentual mehr Cacher als es Cacher gibt, die nur mit GPS/ganz ohne Mobiltelefon cachen und mehr Cacher als GSAK benutzen ;-) ) kann doch diese Dinger spielen, wer nicht schnappt sich einen der 5000 physischen Caches, die um den Lab herum zu finden sind.

    Also zusammengefasst: persönlich find ich die Labs nicht so den Bringer, wer sie mag soll sie machen, wer nicht nicht. Wenn aber GS rumexperimentiert und frischen Wind reinbringen will find ich das erstmal zu begrüßen. 99% der Caches sind davon nicht betroffen. Und für die verschwindend kleinen Anzahl an Lab-Caches GS vorzuwerfen, sie sperren Kunden aus oder es funktioniert damit nicht alles so "wie es schon immer war", finde ich überzogen.
    Ebenso Kommentare, die aufgrund von 250 neuer, experimenteller Caches, mal wieder den Untergang des Cachens prophezeien.

  4. Thema GSAK
    Wenn man sich die Mühe macht, die Labs nun manuell anzulegen, um sie in der GSAK Statistik zu haben… wie genau funktioniert das?
    Welchen GC-Code nimmt man da zum Beispiel?

  5. So wie ich das hier lese wird erstmal gemotzt
    Brechen wir hier schon den Stab über etwas von dem wir nicht wissen wie Adventure Caches zu erstellen sind, oder hat einer von den Kommentatoren von Groundspeak die Genehmigung zum erstellen von Adventure Lab Caches bekommen und kennt die Bedingungen die zu erfüllen sind.
    Ich weiß nicht welche Bedingungen zum erstellen der Caches zu erfüllen sind und wie das ganze abläuft, daher warte ich erstmal ab.
    Den Aufwand in GSAK als Grund der Verneinung aufzuführen finde ich persönlich als nicht in Ordnung, denn es sollte möglich sein auch für die Labcaches ein Makro zu schreiben, oder schreiben zu lassen.
    Bei mir läuft nebenher zum Geocaching Waymarking und dieses auch in GSAK zum weiteren und habe ich keine Probleme damit etwas neues auszuprobieren
    Mir stellt zuletzt auch die Frage , wenn das der letzte Sch.. ist oder lieber Motorrad fährt warum löscht man seinen Account nicht.

  6. Pingback:CF153 - DerLetzteDonnerstag - CacHeFreQueNz

  7. gebe ich dem Bloger vom Artikel recht, so eine angefangen Schrott wieder von Groundspak, leider, mache ich schon seit langem nicht mehr mit…, sie meine Labcaches la Carte Wherigo von mir ;), kannste mal die zwei die ich mal für Spontan mal für meine Events mal gedacht waren mal machen, einfach in mein Profil und da mal rein schauen….
    Natürlich darfste mal auch ein Testbericht schreiben…
    Gelegentlich wenn was sein sollte werde ich die Cartrige auch Support machen.
    Dies ist auch ein kleiner Boykott gegen Groundspeak la Carte Wherigo, da sie nicht ein mal was Veränderungen haben wollen, Verweist das Projekt, was mich ärgert. Daher habe ich mich der Fountddation Wheeigo angeschlossen, da werden die Wherigo gepflegt und gefördert, leider vielen sehr unbekannt noch dieses Projekt. Schau mal rein, besser als die Grpundspeak mist!

    würde mich freuen, wenn Kommentare kommen, ob ihr es auch so seht!

    gruss zarkier

  8. Das ist doch alles noch Beta-Test-Phase (seit 2013)… ;-)
    Am 26.02.2019 hat man erstmals eindeutig erklärt, dass für die AdventureLabs ein Besuchen der Location notwendig ist. Dies gab es zu Labcache-Zeiten noch nicht, im Gegenteil. Die Standards für normale, klassische Geocaches kann man ohnehin nicht anwenden. Es ist auch derzeit nur ein parallel, zusätzlich existierendes Spiel.
    Ich denke aber auch bevor Groundspeak morgen noch bessere Fehler macht, sollten sie lieber anfangen und alte Fehler korrigieren.
    An den AdventureLabs ist auch interessant, dass diese quasi nicht mehr automatisch zeitlich ablaufen. Desweiteren stellt GS in Aussicht, dass nach der Testphase mit den 250 in dieser Richtung noch weitere Dinge folgen sollen.
    Ich bin gespannt oder irgendwie auch nicht.

  9. In meinen Augen der letzte Sch…
    Und zwar genau aus den von Dir genannten Gründen wie Netzabdeckung, Aufwand in GSAK etc.
    Egal… Man muss nicht jeden Cache machen.
    In meinen Augen tut Ground$peak alles dafür, das Geicaching denjenigen, die wirklich unterwegs sind, das cachen zu erschweren.
    Sollen sie ihr eigenes Grab graben… Ich kann auch Motorrad fahren statt zu cachen.

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