Geocaching & Sightseeing auf Yucatán – Tikal & Yaxhá

Inzwischen sind wir auf unser großen Yucatán-Rundreise in Guatemala angekommen, wo wir die beiden Mayastädte Tikal und Yaxhá besuchen. Beide liegen im Dschungel. In Tikal suchen wir einen Geocache, der noch aus 2001 stammt.

Kommt mit auf diese abenteuerliche virtuelle Reise zu den alten Mayastädten Guatemalas …

 

 

Tikal

Wir verlassen Mexiko am Grenzübergang von El Ceibo, wo wir unseren Reisebus und lokalen Reiseführer tauschen. Auf der mexikanischen Seite gibt es eine große und moderne Grenzstation, wo wir die Ausreiseformalitäten einzeln über uns ergehen lassen müssen. Die Einreise nach Guatemala ist dagegen ein Kinderspiel: unser neuer guatemaltekischer Reiseführer sammelt unsere Reisepässe ein und bringt sie ein wenig später, mit dem Einreisestempel darin, wieder zurück … am Abend erreichen wir unsere idyllisch an einem See gelegene Hotellodge bei Flores. Dort werden wir die nächsten beiden Nächte verbringen.

 

Einfahrt in die archäologische Zone von Tikal

Am nächsten Morgen fahren wir nach Tikal. Die letzte halbe Stunde führt die Straße durch einen dichten Regenwald. Die Straßenschilder warnen vor dem Jaguar, aber auch vor Schlangen und Nasenbären. Tikal liegt in einem Nationalpark.

Dann öffnet sich der Dschungel und wir erreichen den großen Busparkplatz am Touristenzentrum von Tikal. Während unser lokaler Reiseführer die Eintrittskarten für uns besorgt, erklärt uns unser deutscher Reiseführer an einem Modell den Aufbau und die Geschichte von Tikal. Rund um das Modell versuchen die vielen Händler ihre Souvenirs an den Touristen zu bringen.

Dann ist es soweit, wir laufen zum Eingang der archäologischen Zone von Tikal, wo unsere Eintrittskarten kontrolliert werden.

Und auch in dieser Mayastadt ist der Betrieb von Drohnen verboten.  Ein zweites Schild weist dezent darauf hin, dass auch Schusswaffen in der archäologischen Zone nicht erlaubt seien!

 

Auf dem Weg zum Tempel V

Selfie-Time! Am ersten Übersichtsplan von Tikal nutze ich die Gelegenheit für ein kleines Selfie um zu dokumentieren, dass ich es nach Tikal geschaft habe. Für mich ist diese Mayastadt die bekannteste.

1979 wurde Tikal zum UNESCO-Welterbe ernannt. Unser Reiseführer erklärt uns an der Übersichtstafel, dass unser erstes Ziel in dieser weitläufigen Anlage der Tempel V sei. Unterwegs komme ich an diesem Baum vorbei. Ich bin beeindruckt von seinen riesigen Brettwurzeln.

Er führt uns zunächst über gut ausgebaute Wege durch den Dschungel.

Als der Wald sich etwas lichtet, entdecken wir diesen putzigen Nasenbären, der sich bei seiner Futtersuche überhaupt nicht von uns stören lässt. Essen geht vor! Diese Gelegenheit nutzen die meisten aus unserer Gruppe für ein paar Fotos von dem kleinen Kerl.

Dann wird der Weg etwas „rauer“ – ein schmaler Pfad führt uns um einen kleinen See. Anschließend geht’s etwas aufwärts um eine Kurve und wir erreichen einen kleine freien Platz vor einem riesigen hohen Maya-Tempel, auf den eine breite (für uns jedoch gesperrte) Treppe hinaufführt.

Wir sind am Tempel V angekommen!

 

Die verlorene Welt

Das Wetter ist heute recht bescheiden: es ist stark bewölkt und regnet ab und zu etwas. Das verleiht dem Regenwald eine besondere Stimmung. Unsere Gruppe spaziert weiter an einer Reihe kleinerer Tempel vorbei.

Wir kommen zu einem freien Platz, um den sich mehrere Gebäude anordnen. Unser Reiseleiter erklärt uns, dass dieser Bereich von Tikal die Bezeichnung „Mundo Perdito“, also „verlorene Welt“ genannt wird.

Als wir anschließend die Gelegenheit zum Besteigen einer ersten Pyramide bekommen, nutze ich diese Zeit um mich von der Gruppe abzusetzen, schließlich habe ich noch etwas vor …

 

„Hot Jungle“, ein Geocache aus 2001

Am Vortag habe ich in den Logs des Tradis „Hot Jungle“ gelesen, dass die Dose mal wieder weggekommen sein und der Owner um einen Ersatz bittet. Zum Glück habe ich auf dieser Reise fünf Ersatz-Petlinge dabei. Gerne opfere ich dafür einen.

Ich spreche mich mit unserem Reiseleiter ab, dass ich nun die Gruppe verlasse und diese am der größten Pyramide vom Tikal wiedertreffen möchte. Von meinem aktuellen Standort bis zum Geocache ist es ein knapper Kilometer. Er liegt etwas abseits der wichtigsten Sightseeing-Punkte von Tikal an einem breiten Fußweg im Außenbereich der archäologischen Zone. Eine gute viertel Stunde später komme ich am „Gound Zero“ an. Dank des Spoilerfotos ist der richtige Baum schnell lokalisiert. An diesem Morgen war schon ein anderer Geocacher da und hat ein Ersatzlogbuch in einer kleinen Plastiktüte dort platziert. Die würde im Regenwald sicher nicht lange den Witterungseinflüssen standhalten.

Ich tausche sie gegen einen Petling aus und packe das „alte“ Ersatzlogbuch ebenfalls in den Petling.

Nun noch der Stein davor und die Cachewartung ist perfekt!

Der Tradi Hot Jungle ist der älteste Geocache in Guatemala und gleichzeitig auch der, mit den meisten Favoritenpunkten. Naja, als ich diesen Beitrag schreibe, gibt es in ganz Guatemala nur 32 aktive Geocaches.

 

Der Aussichtspunkt auf Tempel IV

Mein Weg zurück zur Gruppe geht schneller: vom Geocache bis zum Tempel IV sind es nur 500 Meter. Die große Treppe auf der Vorderseite ist für die Touristen gesperrt. Ich laufe links um den Tempel herum.

Ich habe Glück – ich war wohl schnell genug! Einige aus der Gruppe sind gerade erst dabei die vielen Treppen zur Tempelspitze hinaufzusteigen. Da schließe ich mich an.

Wow – von hier oben hat es wirklich einen grandiosen Ausblick. Die Szene erinnert mich an einen Star Wars Film, an dessen Ende diese Tempel, die aus dem Regenwald herausragen, gezeigt wurden.

Später recherchiere ich im Internet und wirklich, die Folge „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ wurde in Tikal gedreht. Gegen Ende fliegen die Rebellen zum Mond Yavin IV, der mit  Ruinen antiker Tempel des alten Sith-Imperiums übersät ist. Dafür eignet sich Tikal natürlich besonders!

Inzwischen hat auch saarzwerg die Treppen erklommen. Es ist Zeit für ein gemeinsames Selfie vor dieser Kulisse.

Leider können wir uns hier oben nicht viel Zeit lassen. Es beginnt zu regnen und auf der Spitze der Pyramide gibt es keine Stelle um sich unterzustellen. Also steigen wir schnell die inzwischen recht rutschig gewordenen Treppen hinunter.

 

Unterwegs zur Akropolis

Nachdem der Regen etwas nachgelassen hat, machen wir uns auf in Richtung der zentralen Akropolis. Dabei fällt mir dieser toll behauene Stein ins Auge. Die Maya waren wahre Meister im Behauen von Stein.

Unser Weg führt uns wieder durch die dichte Vegetation. Plötzlich sagt unser Reiseleiter, wir sollen uns alle umdrehen: Zwischen den Bäumen schaut die Spitze von Tempel IV heraus. Das war der Tempel, den wir bestiegen hatten.

Ein wenig weiter kommen wir zu einer Stufenpyramide. Mittlerweile dürfen nur noch wenige Tempel von Touristen bestiegen werden. In Tikal wurden dazu eigens Holztreppen an die Pyramiden angebaut um die „alten Steine“ von den vielen Touristenfüßen zu schützen.

Das Wetter bessert sich – erste blaue Stellen sind am Himmel zu entdecken.

 

Die zentrale Akropolis

… und wieder kommen wir zu einer großen und langen Holztreppe. Während der Großteil der Gruppe unten den Ausführungen des Reiseleiters lauscht, packt mich mal wieder die Neugier und ich stiefele hinauf.

Es hat sich gelohnt. Über die Treppe erreiche ich die oberste Plattform des Tempels und kann auf dieser zur Vorderseite laufen. Dort habe ich diesen schönen Blick über den Platz zur gegenüberliegenden Pyramide.

Links und rechts vom Platz befinden sich einige große Gebäude. Unter den Strohdächern sind behauene Steine aufgestellt und so vor der Witterung geschützt.

Wir steigen die Treppen wieder hinunter und nehmen Kurs auf eine dieser Strohüberdachungen. Es zieht sich zu – die dunklen Wolken werden immer mehr.

Gerade als wir das Strohdach erreichen, geht ein mächtiger Regenschutt nieder. Leider schützt das Dach nur diesen tollen Mayakopf …

Wir werden trotz Schirm ziemlich nass. Weiter oben finden wir zum Glück einen kleinen trockenen Raum zum unterstellen und warten dort bis der Regen nachlässt. Als die Sonne kurz durch die Wolken blinzelt, kann ich diese Gewitterstimmung fotografieren. Ist doch ein tolles Licht, oder?

Wir laufen zum Maler’s Palace hinüber. Von dort habe ich einen leicht erhöhten Blick auf den zentralen Platz.

Rechts neben der Pyramide entdecke ich einen kleinen Ballspielplatz: Einer von vielen in Tikal. Damit geht unser Besuch in Tikal zu Ende. Zum Abschluss wurde für uns ein kleines Buffet in einer der Dschungel-Lodges im Eingangsbereich gebucht: Einfach, aber lecker!

 

Yaxhá

Am nächsten Morgen verlassen wir unser Hotel und fahren in Richtung der Grenze zu Belize. Unterwegs halten wir an einem kleinen Restaurant um unseren großen Reisebus gegen einen kleinen zu tauschen. Die Anfahrt nach Yaxhá führt über eine Schotterpiste, die unser großer Bus nicht fahren kann. Am Eingang zur archäologischen Zone befindet sich wie üblich ein Besucherzentrum, wo wir die Eintrittskarten lösen.

Dort hängt an der Wand ein großer Plan von der Mayastadt Yaxhá.

Sie ist recht kompakt und überschaubar. Vom Zentrum geht es weiter mit dem kleinen Bus bis zur archäologischen Zone.

 

Unterwegs in Yaxhá

Kaum sind wir losgelaufen, da spitzt schon die erste Pyramide zwischen den Bäumen hervor. Ein kleiner Fuchs läuft gerade über die Stufen auf der Suche nach etwas essbarem.

Yaxhá liegt mitten im Urwald. Rechts und links des Weges gibt es viel zu sehen. Gerade die großen Bäume laden mich zu fotografieren ein.

Zwischendurch kommen kommen wir immer mal wieder an einem kleinen Gebäude vorbei.

Die archäologische Zone von Yaxhá ist im Vergleich zu Tikal recht klein. Trotzdem gibt es auch hier einiges zu sehen.

 

Hinauf zum ersten Aussichtspunkt

Zwei der Pyramiden in der Zone dürfen über lange Holztreppen bestiegen werden. Am Einstieg findet sich jeweils ein Schild, welches informiert, wie viele Personen oben Platz haben. Leider kann ich von dort nicht sehen, wie viele schon oben sind. Echt clever gemacht!

Yaxhá liegt an einem See, der von der Spitze der Pyramiden gut zu sehen ist.

 

Die nördliche Akropolis

Wir spazieren weiter und kommen von der Seite zu einem großen Platz mit mehreren Pyramiden. Der Reiseführer läuft mit der Gruppe zunächst um die Bauwerke herum. Mir fehlt mal wieder die Geduld und ich erkunde auf eigene Faust diese Akropolis.

Der große Vorteil dabei: da ich zur Zeit der einzige hier bin, läuft mir auch keiner ins Bild. Es macht mir großen Spaß mich hier umzuschauen.

Über mein Headset höre ich, die Erklärungen unseres Guides und kann so sicher sein, dass meine Gruppe noch in der Nähe ist. Ist steige auf die größte Pyramide hinauf, um die Akropolis auch von oben sehen zu können.

Nachdem ich die Bilder gemacht habe, taucht zwischen den Pyramiden meine Gruppe auf. Als sie mich auf der Spitze der Pyramide sehen, sind sie wenig begeistert, denn wer will schon einen Touristen im Bild haben? Ich gehe auf der Plattform nach hinten aus dem Bild und alle sind zufrieden.

 

Die östliche Akropolis

Wir laufen wieder Richtung Eingang zurück und kommen wieder zu einer großen Holztreppe. saarzwerg und ich steigen hinauf. Diese Pyramide ist noch höher als die andere. Oben auf der Plattform können wir einmal um den Tempel laufen und haben dabei tolle Blick auf den Regenwald und den großen See.

Wir steigen wieder hinunter. Ich möchte diese Pyramide noch von der Vorderseite fotografieren. Leider ist gerade eine Gruppe mexikanischer Frauen dort zugegen. Sie sind laut und anstrengend. Die Bitte aus dem Bild zu gehen interpretieren Sie als dass wir sie fotografieren wollen, was bei ihnen Begeisterungsstürme auslöst. Naja, mit viel Geduld und Warten wird das Motiv dann endlich irgendwann „frei“ und ich kann mein Bild machen …

Kurz vor dem Ausgang entdecke ich diese Stele und bin wieder beeindruckt, was „damals“ schon geschaffen werden konnte.

Mit diesem Eindruck geht unser Besuch in der archäologischen Zonen von Yaxhá zu ende und wir fahren zurück zu unserem „großen“ Reisebus, der uns über die Grenze nach Belize bringt. Aber das ist eine andere Geschichte …

 

Hotelempfehlung in Guatemala

Falls Ihr mal nach Guatemala kommt um Tikal oder Yaxhá zu besichtigen, so möchte ich Euch die Hotelanlage Villa Maya (Provisionslink) empfehlen, welche 4 Sterne hat. Die Zimmer sind in kleinen gemütlichen Häusern, die im Park an einem kleinen Rundgang stehen. Es gibt einen kleinen Pool und einen großen See. An letztem wird jedoch vor Krokodilen gewarnt. Die Anlage hat ein großes Restaurant, in dem wir unser Frühstück und Abendessen in Buffetform genossen haben.

Mit hat dieses Hotel sehr gut gefallen, weil es an einem See mitten im Urwald liegt und auf dem Gelände freilebende Papageien unterwegs sind, die tolle Fotomotive bieten.

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Die Übersicht über alle Tourempfehlungen in Yucatán findet Ihr im Artikel „Geocaching & Sightseeing auf Yucatán – meine Tourempfehlungen“ .

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Seid Ihr selbst schon in Tikal oder in Yaxhá gewesen? Wie hat es Euch dort gefallen? Wäre das etwas für Euch? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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