Sep 032018
 

Für unsere Tour um den Mývatn (isländisch für Mückensee) nehmen wir uns anderthalb Tage Zeit. Zuerst besuchen wir den Dettifoss. Am nächsten Tag dann die Pseudokrater, Dimmuborgir, Grjótagjá und das Hochtemeraturgebiet Námaskjað. Nach einem Stadtbummel in Húsavík lassen wir den Abend bei einem guten Essen ausklingen.

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Kommt mit auf die reich bebilderte virtuelle Reise rund um den Mývatn!

 

 

Am Dettifoss

Nach der langen Fahrstrecke von Seyðisfjörður an den Mývatn wollen wir uns etwas die Beine vertreten. Dazu eignet sich ein Besuch am Dettifoss. Um den Wasserfall zu sehen, müssen wir frühzeitig eine Entscheidung treffen: Möchten wir das rechte oder das linke Ufer besuchen? Von der Ringstraße sind es etwa 30 Kilometer bis zum Dettifoss und die einzige Brücke über den Fluss befindet sich an der Ringstraße.

Ich entscheide mich für die rechte (östliche) Seite, da ich hier zum Fotografieren näher an den Wasserfall heran komme. Der Nachteil ist jedoch, dass diese Seite des Flusses nur eine Schotterpiste bietet. Nach einer guten halben Stunde über den Schotter erreichen wir endlich den Parkplatz. Von dort spazieren wir die vielen Treppenstufen ins Flusstal hinunter.

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Beim Abstieg kann ich in der Ferne schon den Dettifoss mit seinen Gischtwolken sehen.

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Obwohl es schon später Nachmittag ist, sind noch einige Touristen unterwegs. Alle gehen zu einer bestimmten Stelle.

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Unmittelbar an die Stelle, wo der Fluß in die Tiefe stürzt, kann man sich hinstellen.

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Das ist übrigens die Stelle, die auch in der Eröffnungsszene von „Prometeus – Dunkle Zeichen“ auftaucht. Um den Virtual „Prometheus: a souvenir of Iceland“ loggen zu dürfen, müsst Ihr Euch genau dorthin stellen und ein Beweisfoto von Euch machen. Meins schaut so aus:

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Auf dieser Seite des Wasserfalls gibt es noch weitere Geocaches: die beiden Tradis „Nordurland 4 – between the falls“ und „Prometheus – IFL GeoTrail #7„. Letzter ist wirklich passend zum Thema gemacht: die Dose ist in einem Gipskopf versteckt …

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… welcher den Köpfen der Erbauer aus dem Kinofilm „Prometeus“ nachempfunden ist.

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Für mich eine der wenigen besonderen „Dosen“ in Island! Um den „BAGS OF BASALT EARTHCACHE“ haben wir uns nicht gekümmert – er erschien uns schon beim Durchlesen zu kompliziert!

Anschließend geht es wieder über die Schotterpiste zurück auf die Ringstraße, von wo wir zu unserer Unterkunft fahren. Im Fljótsbakki Farm Hotel werden wir zwei Nächte verbringen , davon werde ich aber später noch etwas mehr erzählen.

 

Pseudokrater am Mývatn

Am nächsten Morgen beginnen wir unsere Rundtour um den Mückensee. Zum Glück sind in dieser Jahreszeit nicht viele zu sehen. Von unserem Parkplatz laufen wir auf eine kleine Anhöhe hinauf.

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Von dort oben haben wir einen tollen Blick über den See. Da uns die Landschaft so gut gefällt, entscheiden wir uns spontan dafür dem Rundwanderweg rund um den kleinen See zu folgen.

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Dabei kommen wir an dieses niedlichen kleinen Enten vorbei. Sie scheinen noch nicht lange auf der Welt zu sein. Das ganze Gebiet um den kleinen See ist Naturschutzgebiet. Auf unserer kurzen Wanderung treffen wir auf viele verschiedene Vogelarten.

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Rund um den Mývatn ist es flach. In der Ferne sehen wir einige Berge.

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Für die Rundwanderung um den kleinen See benötigen wir eine knappe Stunde. Das letzte Stück zurück zum Parkplatz geht leider an der Straße lang.

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Von dort aus kann ich diese besonders schönen Pseudokrater fotografieren.

 

Der Geocache im Lavafeld

Nach unserer kleinen Wanderung fahren wir weiter um den Mývatn. Kurz vor der Abzweigung zu unserem nächsten Sightseeingziel fällt mir ein Tradi in der Nähe auf. Wir parken am Straßenrand. Zusammen mit tower27 mache ich mich auf den kurzen Weg nach oben.

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Am höchsten Punkt auf einer Lavastruktur finden und loggen wir den Tradi „Dimmuborgir„, …

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… der uns auf unser nächstes Sightseeing-Ziel einstimmt.

 

Rundweg durch Dimmuborgir

Am Informationszentrum gibt es einen großen Parkplatz. Von dort beginnen die verschiedenen Rundwege durch die Lavafelder. Natürlich gibt es auch hier einen Earthcache, den wir auf unserer kleinen Wanderung gut lösen können: „Dimmuborgir – realm of elves and trolls„.

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Das Schild am Eingang erklärt uns die Bedeutung des Namens „Dimmuborgir“ – es heißt soviel wie „dunkle Burg“. Rund herum sind hier viele verschiedene Lavastrukturen zu sehen. Manche von ihnen erinnern an Burgen. Eine Station des Earthcaches führt uns zu einer kleinen Höhle, wo wir eine Frage beantworten müssen.

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Die Lava in diesem Gebiet hat verschiedene Farben – je nach Alter ist sie schwarz oder braun.

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Es gibt sogar einen großen Bogen auf unserem Rundweg. Leider ist der sehr beliebt bei den Touristen, um ein Selfie darin zu machen. Es kostet mich echt viel Geduld und Nerven einen Zeitpunkt abzupassen, an dem kaum Leute auf dem Bild sichtbar sind.

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Im hinteren Teil unseres Rundweges kommen wir zu einer besonderen Lavastruktur.

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Ein Schild weist uns den Weg.

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Die Lavaröhre trägt den Namen Kirkjan, was übersetzt soviel wie Kirche heißt. Die Form der Lavaröhre erinnert an ein Kirchenschiff.

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Von der Kirkjan zurück zum Parkplatz gibt es zwei Möglichkeiten: weiterhin dem breiten Rundwanderweg oder dem ausgeschilderten „schwierigen“ Bergpfad folgen – wir entscheiden uns für Letzteres!

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Und es lohnt sich – wir kommen auf dem Pfad an vielen schönen Lavastrukturen vorbei – und das Beste dabei, das Schild scheint die anderen Touristen abzuschrecken, wir haben diese Ecke fast für uns alleine.

 

Grjótagjá

Auf dem Weg zur den unterirdischen heißen Quellen müssen wir wieder eine Piste befahren. Unmittelbar nach der Abweigung ist eine Schranke, die sich öffnen läßt. Da wir keine Verbotsschilder sehen, fahren wir rein. Zehn Minuten später erreichen wir den Parkplatz mit den Hinweisschildern, die auf den Privatbesitz hinweisen. Die Besichtigung der Quellen ist erlaubt.

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Die beiden Höhlen haben sich aus einer großen Verwerfung gebildet. Draußen zieht sich ein großer Riss durch die Landschaft.

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Die erste Höhle, die wir uns anschauen, hat zwei Öffnungen, durch die es über Blockwerk etwa 2-3 Meter nach unten geht. Beim Heruntersteigen kommt mir eine warme Feuchtigkeit entgegen.

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Wow – was für ein Anblick. In der Höhle scheint das Wasser besonders blau. Ich fasse vorsichtig mit der Hand ins Wasser: Es ist heiß, aber zum Glück nicht so, dass ich mir die Finger verbrenne. Es ist auszuhalten, aber schwimmen möchte ich darin nicht – übrigens wäre das auch hier verboten.

Ein paar Meter weiter gibt es noch eine zweite Höhle mit nur einem Eingang. Auch darin gibt es einen See mit einer heißen Quelle. Zum Abschluss suchen wir den Tradi „Nordurland 1 – The hot lava cave„, den wir recht schnell finden können.

 

Am Aussichtspunkt

Wir fahren weiter Richtung Námaskjað. Auf dem Weg den Berg hinauf halten wir am Aussichtspunkt. Von hier oben habe ich eine schönen Blick auf das Termalkraftwerk, welches Energie aus der vulkanischen Erdwärme erzeugt.

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Besonders interessant finde ich die kleinen Kuppeln auf der linken Seite …

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… ich vermute, dass sie ebenfalls zum Kraftwerk gehören?!

 

Námaskjað Hochtemperaturgebiet

Auf der anderen Seite des Berges liegt das Hochtemperaturgebiet Námaskjað, welches für seine brodelnden Schlammtöpfe bekannt ist. In der Nähe der Besucherplattform suchen wir den Tradi „Námaskarð„. Natürlich gibt es auch einen Earthcache hier, dessen Fragen wir gut beantworten können: „Hverir Iceland„.

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Von der Plattform führen verschiedene Wege durch dieses Gebiet. Die Schlammlöcher sind abgesperrt, so dass keine Gefahr besteht ihnen zu nahe zu kommen.

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Im Schlamm bilden sich Blasen, die irgendwann platzen. Dabei spritzt heißer Schlamm aus den Löchern.

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Hier riecht es überall kräftig nach Schwefel. Rund um die Schlammtöpfe gibt es Öffnungen im Boden, aus denen Dampf ausströmt. Dabei wird Schwefel abgeschieden, der sich an den Felsen und am Boden um die Löcher ablagert und so für die „Farbe“ in der Landschaft sorgt.

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Über einem Loch wurden Steine aufgeschichtet. Zwischen ihnen strömt der heiße Dampf aus.

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Auch hier versuche ich mit den Fingern die Temperatur zu erfühlen – muss aber schnell abbrechen – der Dampf ist sehr heiß!

 

Bummel durch Húsavík

Gegen Abend fahren wir nach Norden nach Húsavík. Vom nördlichen Rand des Sees sind es etwa 50 Kilometer. Der letzte Teil der Strecke führt am Meer vorbei.

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Unser erstes Ziel in Húsavík ist die Kirche. Dort liegt der Tradi „Norway in Iceland„.

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Anschließend spazieren wir zum Hafen.

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Am Abend ist hier nicht mehr viel los. In Húsavík starten die Walbeobachtungstouren. Laut Reiseführer gibt es dort eine Wahrscheinlichkeit von über 99% Wale sehen zu können.

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Am Hafen gibt es einige schöne Holzhäuser, die erahnen lassen, wie es früher hier wohl mal ausgesehen haben mag.

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In einigen sind heute Restaurants untergebracht.

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Wenn Ihr gerne Fisch esst, so möchte ich Euch weiter unten in diesem Beitrag ein anderes Restaurant empfehlen, in dem wir sehr gut gegessen haben.

 

Übernachtungstipp

Am Mývatn gibt es viel zu sehen – daher haben wir uns bei der Vorbereitung ein Hotel für zwei Nächte gesucht und etwas Besonderes gefunden. Das Fljótsbakki Farm Hotel (Provisionslink) hat zwölf Zimmer in einem ehemaligen Kuhstall. Aber keine Angst, der Stall wurde erst im letzten Jahr renoviert und hat nun  geräumige und topmoderne Zimmer mit einem luxuriösen Bad.

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Das Ganze hat seinen Bauernhof-Charme behalten. Das Frühstücksbuffet bietet eine große Auswahl und findet im Farmhaus statt, wo heute noch die Besitzer leben. Uns hat es hier sehr gut gefallen.

 

Restaurantempfehlung Húsavík

Falls Ihr nach Húsavík kommt, solltet Ihr unbedingt einen Blick in das Restaurant „Naustið“ werfen. Es hat einige kleine und gemütliche Gasträume. Wir haben im ersten Stock einen Platz gefunden.

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Als Vorspeise möchte ich Euch die Fischsuppe empfehlen, die saarzwerg und mir super geschmeckt hat. Als Hauptspeise gönnen wir uns den Lachs. Dieses Seafood Restaurant hat keine Webseite – ist dafür aber bei Facebook zu finden. Bei TripAdvisor ist es auf Platz 1 in Húsavík.

 

Interaktive Tour-Karte

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Fahrt rund um den Mývatn sehen. Die Karte ist interaktiv – Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

 

Falls Euch dieser Tourabschnitt interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Mein Fazit

Rund um den Mývatn  gibt es viel zu sehen. Auch wenn Ihr nur wenig Zeit für Eure Islandreise habt, so solltet Ihr doch mindestens zwei Übernachtungen in dieser Region einplanen. Es gibt rund um den See einige schöne kürzere Wanderungen, bei denen Ihr die Natur erleben könnt. Bitte versäumt nicht den brodelnden Schlammtöpfen von Námaskjað einen Besuch abzustatten – hier könnt Ihr die vulkanische Aktivität live erleben.

Falls Ihr Wale sehen möchtet, so bietet sich eine Bootstour in Húsavík an.

Uns haben die anderthalb Tage am Mückensee gut gefallen und saarzwerg möchte auf jeden Fall wieder an den Mývatn zurückkommen, da dort noch Einiges mehr zu besichtigen ist.

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere 10-tägige Rundtour in Island. Eine Übersicht mit allgemeinen Informationen über Island und den Links zu allen detaillierten Tourbeschreibungen findet Ihr in meinem Beitrag: „Geocaching auf Island: 10 Tage mit dem Mietwagen„.

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Mehr Bilder dieser Tour findet Ihr im Webalbum.

Wie hat Euch diese virtuelle Reise rund um den Mývatn in Islands gefallen? Wäre das auch etwas für Euch? Was hat Euch an Infos noch gefehlt? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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