Feb 022017
 

Heute stelle ich Euch den Norden der Insel Malta vor: saarzwerg und ich haben eine Tagestour in die Umgebung von Buggiba unternommen und neben der Suche nach einigen sehr interessanten Geocaches auch ein wenig Sightseeing betrieben.

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Kommt mit auf die virtuelle Reise in die ehemaligen Luftschutzstollen, eine verlassene Höhlenwohnung, ein abenteuerliches Treppenhaus und zu einem ehemaligen Palast!

 

 

Treasure Island

Nach dem Frühstück sind saarzwerg und ich in den Norden von Malta aufgebrochen. Dort ist mir bei der Vorbereitung dieses Geocaching-Urlaubs ein Tradi aufgefallen, der zu denjenigen Geocaches auf Malta gehört, die die meisten Favoritenpunkte besitzen. Es ist der T4-Tradi  “L’Île au trésor (Treasure Island)” in Buggiba.

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Die Dose liegt auf einer kleinen Insel, die über einen kleinen Steinwall mit dem Strand verbunden ist. Im Listing warnt der Owner davor, diesen Geocache bei Wind und Wellengang anzugehen.

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Leider müssen saarzwerg und ich vor Ort feststellen, dass genau dieses bei unserem Besuch der Fall ist. Der Steinwall wird von heftigen “Brechern” überspült und der Wind bläst auch ziemlich stark. Wir haken an diesem Morgen unseren ersten Geocache als unversucht ab.

 

Der Kennedy Grove Park

Ich schaue auf mein Smartphone nach anderen Caches in der Nähe und werde in einem Park fündig  – Kennedy Grove liegt südlich vom Ortskern von Buggiba und ist sogar ausgeschildert. Wir parken an der Straße und betreten eine mittlerweile doch recht ungepflegte Grünanlage.

Unser erstes Ziel im Park ist der Tradi “island of stones“, der laut Listing in der Nähe einer Bank liegen soll.

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Naja, eine Bank haben wir nicht gefunden. Eine Dose auch nicht. Aber unter einem auffälligen Steinhaufen war eine Tüte mit Logbuch versteckt. Die Dose wurde wohl gemuggelt?!

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Wir tragen uns ein und suchen noch einen weiteren Geocache im Park, den “Kennedy’s Cache“. An einem sehr stinkenden Fluss werden wir fündig. Nur schnell unsere Namen ins Logbuch schreiben und schnell weg von diesem Ort. Keine Ahnung, was uns der Owner mit dieser Dose sagen wollte?!

Auf dem Weg zurück zum Auto kommen wir am Denkmal für John F. Kennedy vorbei, das die Malteser zu seinem Gedenken hier errichtet haben.

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Rückblickend möchte ich erwähnen, dass es der Park nicht wirklich wert war besucht zu werden …

 

Ein Event von Bekannten

Nun wird es langsam Zeit in den Ortskern von Buggiba zu fahren – dort wollen wir ein Event besuchen, welches an diesem Morgen von britischen Geocachern veranstaltet wird. Im Zentrum einen Parkplatz zu finden, ist eine Herausforderung. Als es uns endlich gelungen ist, zeigt sich, dass der Weg vom Parkplatz zum Event am Tradi “Welcome to Bugibba” vorbeiführt. saarzwerg hat mal wieder schnell den richtigen Riecher und loggt die Dose für uns beide …

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Anschließend spazieren wir weiter zum Event “The Christmas Log Event” welches von Lynne & Malcolm, die beide aus England kommen und hier Urlaub machen, veranstaltet wird. Schnell stellt sich heraus, dass wir uns zuvor schon mal bei einem Event getroffen haben – es war vor drei Jahren bei einer Neujahrswanderung auf Mallorca. Die Welt ist doch klein.

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Das Logbuch für dieses Event ist etwas Besonderes: ein Weihnachtsstollen. Das Ganze ist im Englischen dann eine schöne Wortspielerei, da dieser Kuchen – laut Verpackung – auf englisch “Christmas Log” heißt!

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Stilecht loggen wir mit Lebensmittelfarbe auf dem Stollen.

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Danach nutzen saarzwerg und ich Gelegenheit für ein nettes Gespräch mit Lynne.

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Sie erzählt uns von einem Mega in Yorkshire, welches 2018 stattfinden soll. Sie macht gerne Werbung für die Veranstaltung und präsentiert stolz ihr T-Shirt! Natürlich werden auch wir gefragt, ob wir nicht kommen wollen?!

 

Die Dose in der Grube

Auf dem Event werden uns zwei Geocaches empfohlen, von denen ich bisher nur einen auf dem Radar hatte. Übersehen hatte ich den Tradi “Mistra Sinkhole“, der an einer interessanten Location versteckt sein soll.

Wir suchen uns mit dem Mietwagen einen Weg zur Mistra Bay und parken ihn dort. Ein kleiner Pfad führt über einige in den Fels gehauene Stufen zur einer großen Grube, die wohl durch eine Gesteinssenkung oder einen -einbruch entstanden ist.

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Laut Listing müssen wir einen Weg in die Grube finden. Am rechten Rand werden wir fündig: Ein kleiner Pfad mit einer Kletterstelle führt uns nach unten zum Grund der Grube. Dort müssen wir nach einem Loch im Fels Ausschau halten.

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Dank der Cacherautobahn zu den Koordinaten der Dose werden wir schnell fündig – aber sehen heißt nicht immer auch gleich loggen: Das Loch befindet sich etwa 3-4 Meter über dem Boden. Ich muss etwas klettern, um an den Petling zu gelangen.

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Da ich eine Hand zum Festhalten benötige, muss ich den Kletterweg zwei Mal absolvieren, um auf dem Boden das Logbuch sicher signieren zu können. Eine schöne Idee für einen Geocache.

 

Das verlassene Treppenhaus

Wieder zurück am Rand der Grube folgen wir wieiter unserem ursprünglichen Pfad. Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich der Tradi “Steps and Ladders“, der ebenfalls zu den Geocaches mit den meisten Favoritenpunkten auf Malta gehört.

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Die Koordinaten liegen unmittelbar am Meer – wegen der Klippen sind wir aber noch viel zu hoch. Einen Pfad nach unten gibt es hier auch nicht. Das Besondere an diesem Geocache ist das verlassene Treppenhaus, das der einzige Weg nach unten zur Dose ist. In einem kleinen gemauerten Raum mit toller Ausssicht über das Meer liegt am Boden eine Europalette.

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Wir ziehen die Palette zur Seite: darunter eine etwas angerostete Eisenkonstruktion. Der Weg zur Dose führt über drei Leitern.

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Ich beginne meinen Abstieg. Die erste Leiter ist problemlos. Danach kommt die Schlüsselstelle: Warum auch immer, ist die zweite Leiter so eingebaut worden, dass sie keine Verbindung zum Podest hat. Trotz meiner 1,80m Körpergröße bedarf es eines extrem weiten Schrittes von mir, um die zweite Leiter zu erreichen. Der Rest ist dann ein Kinderspiel.

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Unten geht’s dann aus dem Treppenhaus heraus und über weitere Treppenstufen bis ganz hinunter zum Meer. Dort muss ich lange suchen bis ich endlich den Petling in den Händen halten kann. Anschließend muss ich den gleichen Weg wieder zurück nehmen. Dieser Geocache lebt von seinem Treppenhaus: trotz noch stabiler Konstruktion ein echter Nervenkitzel.

 

Die World War II Shelters

Nun ist wieder etwas Sightseeing angesagt – wir wollen uns die ehemaligen Luftschutzstollen in Mellieħa anschauen. Wir parken unser Auto in der Nähe der Kirche – da gibt es genügend Parkplätze. Eine kleine Gasse führt von dort zum Eingang des Stollens.

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Der Stollen ist geöffnet und wir sind angenehm überrascht, wie günstig der Eintrittspreis ist: 2,40€ pro Person. Wir dürfen uns in den Gängen frei bewegen – es gibt keine Führung. An den Wänden hängt ab und an eine Tafel, die auf englisch erklärt, was es an dieser Stelle zu sehen gibt.

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Wie groß die Anlage wirklich ist, können wir auf einem Plan sehen, der an der Wand hängt. Die Stollen sind gut ausgeleuchtet und so kann ich ein paar Bilder ohne Stativ machen, dass ich auf dieser Reise eh nicht dabei habe.

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Die Stollen wurden mühsam mit dem Pickel aus dem Fels gehauen. An einer Stelle gibt es eine größere Kaverne.

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Rechts und links vom Gang gibt es einige kleine Räume, die zum Teil mit historischen Dingen ausgestattet sind, um den Besuchern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es im Zweiten Weltkrieg hier wohl ausgesehen hat.

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Es gab damals sogar ein kleines Krankenzimmer und ein Zimmer für junge Mütter oder Frauen, die kurz vor der Entbindung standen.

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Auch ein Geistlicher hatte hier unten seinen eigenen Raum. Wir sind eine gute Stunde in dem Stollen unterwegs bis wir alles gesehen haben.

 

Im Ortskern von Mellieħa

Der Ort ist klein, aber durchaus sehenswert. Wir machen einen kleinen Spaziergang und kommen durch ein kleines Kloster.

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Im Innenhof haben wir einen tollen Ausblick auf die Bucht, an der Mellieħa liegt.

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Vom Kloster ist es nicht weit bis zu einem weiteren Aussichtspunkt – dort liegt der Tradi “Jensen’s Lookout“, dann wir uns mal anschauen wollen.

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Vor Ort angekommen ist die Dose auch schnell gefunden. Dieses Mal darf der saarzwerg etwas klettern und unsere Namen ins Logbuch schreiben.

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Vom diesem Aussichtspunkt kann ich gut unser nächstes Ziel sehen: eine verlassene Wohnung, welche in die Felsen gehauen wurde …

 

Die verlassene Höhlenwohnung

Wir parken um und suchen uns einen Parkplatz weiter unten im Ort, ganz in der Nähe des Tradis “Caveman’s Cache“, der uns zu einem Platz führt, der den Namen Lostplace verdient. Aber der Reihe nach. Zunächst geht es über eine breite Treppe von der Strasse nach oben. Am Ende zweigt ein kleiner Pfad in die Wildnis ab, der schon recht zugewachsen ist.

Einige Zeit später erreichen wir ein kleines Tor.

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Hier beginnt das ehemalige Anwesen des “Caveman’s”. Wir stehen unmittelbar vor einer Felswand. Ich nehme an, dass dort ein Hohlraum war, der mit einer Mauer verschlossen wurde, um eine Wohnung zu schaffen. Darin befinden sich die Haustür, ein paar Fenster und ein kleiner Balkon.

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Die Tür ist offen, wir treten ein. Es gibt mehrere Räume. Der größte war wohl das Wohnzimmer mit einem Platz für eine Heiligenfigur an der Rückseite.

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Wow – das “Haus” ist innen recht geräumig. Leider schwanken die Koordinaten hier ziemlich. Aber es gibt einen Hint. Es dauert etwas bis wir ihn verstehen. Danach ist der Petling schnell gefunden und das Logbuch signiert.

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Vor dem Haus befindet sich ein kleiner Felsen und darauf eine große Heiligenfigur.

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Dieser Lostplace war für uns etwas Besonderes. Eine echte Höhlenwohnung haben wir bis dahin noch nicht besucht.

 

Der Selmun Palast

Langsam geht die Sonne unter und es wird Zeit an die Rückfahrt zum Hotel zu denken. Unterwegs kommen wir am Wegweiser zum Selmun Palast vorbei und ich erinnere mich, dass ich in der Vorbereitung dort noch einen Tradi gesehen habe. Also machen wir noch einen kleinen Umweg über den Palast.

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Dort schauen wir uns den Palast, der herrlich von der warmen Abendsonne angestrahlt wird, von außen an. An der Vorderseite suchen wir den Tradi “Selmun Palace” und werden schnell fündig. Zu gerne würde ich mir dieses Bauwerk mal von Innen anschauen – aber leider ist die Tür fest verschlossen und in der Nähe habe ich einen Hausmeister gesehen …

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So genießen wir noch einen letzten Blick auf das Meer und treten dann endgültig den Rückweg an.

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Falls Ihr mehr Bilder von dieser Tour sehen möchtet, so werft doch bitte einen Blick in mein Webalbum.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie von Reiseberichten über unseren Geocaching- und Sightseeing-Urlaub auf Malta. Eine Auflistung aller unserer Touren samt praktischen Tipps und Empfehlungen zu einer Maltareise findet Ihr in meinem Blogbeitrag “Geocaching auf Malta: Praktische Tipps und Tourempfehlungen“.

Wie hat Euch diese virtuelle Reise gefallen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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  3 Antworten zu “Geocaching auf Malta: Der Norden”

  1.  

    Danke für die Tipps, wir sind gerade eine Woche auf Gozo und waren zwei Tage auf der Hauptinsel. Den Caveman’s Cache hätte ich sonst nicht gemacht.
    Auf Gozo haben wir auch fast alle erwähnten Caches schon gefunden.
    Danke nochmal.

    •  

      Hi Sebastian,

      vielen Dank für dein positives Feedback – ich freue mich immer, wenn meine Artikel anderen Geocachern etwas helfen können …

      Viele Grüße aus dem Saarland
      Jörg

  2.  

    Das macht richtig Lust auf Sommer und Urlaub. Vielen Dank für die tollen Bilder.

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