Jan 062015
 

Aus Neugier habe ich mir mal die Anzahl der Besucher (Attended-Logs) der deutschen Megaevents von 2007 bis 2014 zusammengestellt und meine eigene Analyse der Daten durchgeführt. Danach habe ich die komplette Statistik in eine Infografik einfließen lassen und zum Ende des Artikels tue ich meine eigene Sicht auf die Megaevents kund und gebe einen Ausblick auf 2015.

Illustration der Statistik der deutschen Megaevents


 

Die Analyse der Daten

Soweit ich herausfinden konnte, hat 2007 im Ruhrpott das erste Megaevent auf deutschem Boden stattgefunden. Es gab damals 455 Attended-Logs. In 2008 gab es in Deutschland kein Megaevent.

Ab 2009 sind die Zahl der Megaevents und die Zahl der Besucher dieser Events kontinuierlich gestiegen. In diesem Jahr wurde auch das erste Mal die 1000-Attended-Grenze vom Project G*A*M*E erreicht, was gleichzeitig auch das erste Project-Megaevent war. In der Infografik habe ich das jeweilige Projekt-Megaevent mit einem roten Rahmen markiert.

In 2010 war diese 1000er-Grenze schon nichts Besonderes mehr – zwei der drei Megaevents jenes Jahres konnten schon mehr als 1000 Besucher verbuchen.

Die nächste Grenze 2000 Attended-Logs wurde dann schon vom Geocoinfest in Köln erreicht: mehr als 2500 Besucher! Das war auch das einzige Mal, wo das Project-Megaevent nicht die meisten Besucher des betreffenden Jahres hatte.

Ab dem Jahr 2012 “explodiert” die Zahl der Mega-Events auf deutschem Boden: Sieben bis acht Events sind nichts Besonderes mehr. Auch die Besucherzahlen schießen in die Höhe: In 2012 und 2013 schaffen es jeweils drei Events über die 1000-Besucher-Marke, während in 2014 alle Events bis auf das “Megaphone III” die 1000er Marke bei den Attended-Logs schaffen.

Das erste Gigaevent der Welt findet in 2014 in München statt. Das neue Icon für den Eventbesuch treibt die Besucherzahlen noch einmal in die Höhe: Erstmals gibt es mehr als 7000 Besucher bei einem Mega- oder Gigaevent!

Bei den vielen Events sind mir nur zwei Mega-Event-Serien aufgefallen: das Mega-phone, welches in diesem Jahr zum vierten Mal stattfinden wird und das Geburtstagsevent am See vom Geocaching-Magazin, welches in 2015 zum dritten Mal ein Mega sein wird.

Hier nochmal ein Überblick über die Anzahl der Megaevents und die Summe aller Attended-Logs aller Megaevents im entsprechenden Jahr:

Jahresübersicht Attended-Logs der deutschen Megaevents

 

Die Infografik

Auf der folgenden Grafik sind die Besucherzahler der Megaevents in Deutschland von 2007 bis 2014 dargestellt. Das Project-Megaevent ist jeweils mit einen roten Rahmen versehen. Rechts neben dem Balken findet Ihr die Anzahl der Attended-Logs zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Grafik. Durch Anklicken könnt Ihr die Grafik in der kompletten Größe anschauen.

Diagramm der Entwicklung der deutschen Megaevents 2007-2014

Update 7. Januar 2014

Ich wurde von mehreren Geocachern darauf hingewiesen, dass ich 2013 ein Megaevent in meiner Auflistung vergessen hätte: der 7. Dönerstag in Dresden 2013. Das stimmt und war keine Absicht – ich hatte dieses Event in den Listen und Mails von Groundspeak schlicht nicht gefunden. Damit ist das Jahr 2013 das Jahr mit den meisten Megaevents in Deutschland bisher: es waren damit neun Events. Die Gesamtzahl der Besucher für 2013 erhöht sich auf ca. 11.000. Trotzdem bleibt 2014 weiterhin das Jahr mit den meisten Attended-Logs:  fast 17.000 im ganzen Jahr!

 

Meine Sicht auf die Megaevents

Wie ich schon in einigen meiner letzten Tourberichte geschrieben habe, verlieren die Megaevents langsam aber sicher Ihren besonderen Reiz für mich! Der Mega-Status macht noch lange kein gutes Event aus.

Wenn ich in meine Geocaching-Anfangszeit zurückblicke, so war ein Megaevent noch was Besonderes: Es gab ein sehr seltenes Icon und eine spannende Veranstaltung als Rahmen. Auch waren die Geocaching-Shops noch nicht so präsent im Internet und es gab nur ein paar wenige. Das Megaevent war eine einfache und schnelle Möglichkeit die angebotenen Geocaching-Ausrüstungsgegenstände und Trackables zu testen und zu kaufen.

Mittlerweile erinnern mich die großen Megaevents immer mehr an große Verkaufsmessen, für die der Geocacher auch noch (gerne) Eintritt zahlt. Eine interessante Location wird zur Mangelware. Unter den Massen an Besuchern leider meiner Meinung nach die Atmosphäre. Renovierte Werkhallen werden als Lost Place angepriesen. Fußballstadien mit nur wenig eigenem Program als Highlight verkauft.

Irgendwie fehlt mir die Lostplace-Atmosphäre vom Vulkan-Mega in der Eifel oder dem Berlin-Mega im Spreepark.

Auch scheinen mittlerweile die wartungsarmen Lab Caches schön gemachte “echte” Event-Caches zu verdrängen?

Für mich ist die Frage, wo die Reise der Mega-Events in Deutschland hingeht? Immer größer? Immer mehr Besucher? Giga wird zum Standard? Das Event wird zur reinen Verkaufsmesse?

 

Der Ausblick auf 2o15

Auch in diesem Jahr stehen wieder Megaevents an. Auf meiner Übersichtseite mit den europäischen Megaevents habe ich derzeit schon fünfzehn Events eingetragen – Deutschland steuert zur Zeit sechs Megaevents bei.

Natürlich werde ich mir auch das Gutenberg-Mega in Mainz anschauen. Ich schätze, es wird – nicht zuletzt wegen des ersten deutschen GPS Maze Event – die größe Veranstaltung in Europa werden.

Als zweiten festen Termin haben saarzwerg und ich beschlossen das geoXantike in Xanten zu besuchen. Hier liegen meine Hoffnungen auf einer gemütlichen Atmosphäre in einer tollen Location – wir freuen uns schon sehr darauf!

Was habt Ihr in 2015 vor? Wisst Ihr schon, welche Events Ihr besuchen wollt? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare…

 

Facebooktwittergoogle_pluspinterest

  9 Antworten zu “Die Entwicklung der deutschen Megaevents von 2007 bis 2014”

  1.  

    Zu den Labcaches: bei den deutschen Megas sind die Labcaches in der Regel in meinen Augen keine wirklichen Caches, da man keine Dose mit Logbuch sucht, sondern irgendwo eine Zahlenkombination oder ein Lösungswort abschreiben muss. Eine kleine Ausnahme war das Megaphone, da sind die Codes wirklich extra für das Event ausgelegt worden und man musste nicht nur an einer Infotafel das 18. Wort in Zeile 0815 abschreiben. Wer wirklich gute Labcaches besuche will, dem empfehle ich die Mega-Events in Tschechien wie zum Beispiel Prag oder Terezin! Hier werden wirklich extra Dosen mit Logbüchern bzw. Logbücher ausgelegt, in die man sich eintragen kann, um die Labcaches loggen zu können, gibt es außerdem wie bei allen Labcaches ein Passwort zu finden. Insbesondere bei dem Prager Mega zu Weihnachten haben die Labcaches wirklich den Charakter schön gemachter Event-Caches – kann ich nur empfehlen, auch das Event selbst, hier werden Nussschalen mit Teelichtern zu Wasser gelassen, das sieht einfach toll aus!

  2.  

    Ich weiß auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Die Location scheint mehr und mehr in den Hintergrund zu treten, Hauptsache man kriegt viele Leute unter und hat Platz für die Stände. War prinzipiell in Leipzig auch schon so, interessanterweise fand ich es da noch nicht so störend, vielleicht weils mit das erste, richtig große Event gewesen ist.
    Für 2015 haben wir uns für Bremen entschieden und werden das gleich mit einem Urlaub verbinden, da wir dort noch nicht gewesen sind. Erfurt ist auch recht sicher, da wir dorthin bequem einen Tagesausflug machen können.
    Xanten hat sicher seinen Reiz, allerdings ist uns das von der Fahrerei zu weit, Bremen ist ja nur zwei Wochen später.

  3.  

    Mega- und Gigaevents werden durch Massen von Geocachern geprägt sein. So gesehen schließe ich mich der Meinung von Mtn an – die Labcaches können eine echte alternative zu ausgelegten Dosen sein. Das “Event am See” hat es in 2014 meiner Meinung nach Eindrucksvoll bewiesen…

    Mit dem Rahmenprogramm tun sich die Events meiner Meinung nach oftmals schwer: Es reicht nicht mehr nur eine Location, die den Massen gewachsen ist, anzubieten. Ich würde mir bei den Großveranstaltungen mehr einen Messecharakter wünschen:
    * Vorstellung neuer Ideen und Konzepte
    * Vorträge
    * Podiumsdiskussionen
    * Reiseberichte und Vorstellung interessanter Reiseziele
    * Themenräume mit Launchcharakter, die Geocacher zu Gesprächen untereinander einladen
    * Software-Workshops der gängigen Tools

    Wie denkt Ihr darüber?

  4.  

    2013 fehlt ein Mega-Event, der Dönerstag Dresden mit >500 attended Logs, http://coord.info/GC44BAQ

  5.  

    Ich war bisher bei 3 Megas (Dönerstag 2013, Terezin 2014 und Megadvent 2014). Ersters Mega wurde eher zufällig Mega, die anderen beiden, naja… in Terezin war alles nur auf Tschechisch und kaum Englische Infos, was alles schwer machte und Megadvent war im Prinzip nur eine Messe gewesen…
    Die Labcaches logge ich nicht, so halbherzig wie die derzeit implementiert sind, finde ich die etwas sinnfrei.

  6.  

    Also uns interessieren alle Megas, die weiter als 30min weit weg sind, überhaupt nicht. Von daher wird unser nächstes Mega wohl das Koblenzer im Jahr 2016.
    Wir gehen 20mal lieber auf die lokalen Events mit ein paar Dutzend Cachern, mit denen wir auch so “zu tun” / Kontakt haben als uns in der Annonymität von X tausend Cachers eines Megas zu bewegen.

  7.  

    da ich letztes Jahr “nur” bei zwei Mega-Events (http://geocachingbw.de/blog/2014/05/18/eindruecke-vom-mega-switzerland/ und http://geocachingbw.de/blog/2014/12/03/besuch-des-megaberlin-2014-1/ war, und damit insgesamt überhaupt erst drei (mein erstes war die Geokur 2010), kann ich mir kein wirkliches Urteil zur Entwicklung der Events als solcher bilden.

    Ich stimme Mtn zu was die Labcaches angeht, das halte ich für eine gute Sache. Meiner Beobachtung nach, gehen viele Owner mit Caches im Umfeld von Mega-Events dazu über ihre Listings zu deaktivieren und sogar die Dosen einzusammeln. Der Grund ist einfach zu verstehen: bei den großen Events pilgern tagelang Heerscharen von Cachern über die Dosen, Logbücher gehen von Hand zu Hand und wenn sie voll sind wird gleich noch gemeckert.

    Groundspeak sollte sich endlich dazu durchringen den LabCaches einen anständigen Status zu geben und sie als echten, temporär verfügbaren, Cachetyp etablieren.

    Wer als Eventbesucher cachen will, findet in der jeweiligen Stadt oder Region sichern genügend Dosen, die müssen ja nicht direkt um die Eventlocation herum liegen.

    Die Präsenz der GC-Shops finde ich persönlich gut. Zum Einen braucht es auch Sponsoring und zum anderen kann man sich auch mal mit Kleinigkeiten eindecken und dabei Versandkosten sparen. Außerdem ist es interessant zu sehen wer hinter einen Shop steht.

    Dieses Jahr werde ich mit der Familie zur GeoXantike fahren, einfach weil ich die Idee und Location am besten finde. Das Ganze kombiniert mit ein paar tagen Urlaub, denn ich möchte auch die Region erkunden, da war ich nämlich noch nie ;)

    Viele Grüße,
    webmicha

  8.  

    Fest eingeplant sind geoXantike, das Gutenberg-Mega sowie das für uns in 2014 schönste Mega, das Mega am See. Eventuell kommt noch Bremerhaven hinzu.

    Dieses Jahr waren wir in Ulm, München, am See und in Frankfurt. Generell stimme ich dir schon zu: Megas sind nicht in allen Bereichen echte Highlights. Die Entwicklung hin zu Lab-Caches sehe ich jedoch als positiv an. Mega-Events sorgen auch dafür, dass Locations innerhalb kürzester Zeit verbrannt und Logbücher voll sind. Diese Entwicklung können (zahlreiche) Lab-Caches abfedern.

 Antworten

(notwendig)

(notwendig)

Translate »