Jan 082015
 

Heute möchte ich Euch den Geocaching-Blog “geosperling.de” vorstellen. Lars hat sich hier besonders viel Mühe bei der Beantwortung meiner Fragen gegeben und seine Geschichte und seine Einstellung zum Geocaching waren für mich sehr kurzweilig zu lesen!

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Ich wünsche Euch viel Spaß mit dieser Blogvorstellung…

Wie heißt Dein Blog und wo findet man ihn im Internet?

Mein Auftritt heißt “geosperling.de“. Der Name Sperling ist entstanden aufgrund eines Buches, welches ich vor Urzeiten mal las, in dem Sperlinge eine besondere Rolle spielten. Ich glaube, es hieß „STARK“. Ich brauchte seinerzeit einen Funknamen und auch ein Pseudo im Netz….so fing das alles an. Ich mag diesen Vogel: Unscheinbar, lautlos. Er kann aber auch Krach machen und wenn er weg ist, bleibt manchmal einfach nur ein kleiner „Klecks“ übrig :-D

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Seit wann bist Du Geocacher und wann hast Du angefangen zu bloggen?

Diese Frage macht mich sauer! Keine Angst, nicht auf Dich.

Ich bin sauer auf mich, auf die Gesamtsituation, dass ich dem Begriff Geocachen nicht schon viel eher meine Aufmerksamkeit geschenkt habe. In all den Jahren kam mir der Begriff immer mal wieder sporadisch unter, grob wußte ich auch worum es geht, habe dem aber nie solch eine Bedeutung zugemessen, als daß ich dem mal intensiver nachgegangen wäre.
Heute muss ich sagen: sehr sehr schade. Wo ich nicht überall gewesen bin seit dem Jahr 2000. Was wäre das für eine Statistik!

Naja, so habe ich 2012, im September, den ersten Cache gefunden.

Und das nur, weil ich “lediglich” eine Android App namens Oruxmaps zum Biken testete, nämlich um meine gefahrenen Routen während der Fahrt aufzuzeichnen oder auch vordefinierte Routen aus dem Internet nachfahren wollte. Als Gimmik dieser App ist es möglich, eben jene Geocaches in eine Route einzubinden und anzufahren. Und genau das wollte ich als Möglichkeit aus reiner Neugierde einfach mal ausprobieren. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich wusste, was mir dabei begegnen würde und es auch nicht gleich beim ersten Mal geklappt hat, machte mich das Ganze dann doch ziemlich neugierig, was denn nun wirklich hinter diesem ganzen Thema steckte. Und so ging eigentlich alles ziemlich schnell.
Das Bloggen bzw. meine Internetpräsenz als solches machte die ersten Gehversuche ungefähr ein halbes Jahr später.

Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Blog gekommen?

Mir ging es eigentlich nie um das Bloggen. Meine Seite hat eine ganz andere Intention. Auch wenn das heute mehr und mehr verschwimmt. Wer geosperling.de aber mal durchklickt, merkt schnell, dass es dort etwas anders zugeht als auf den Seiten der Kollegen. Da mich von Anfang an die Trackables bzw. die Missionen dahinter faszinierten und ich auch den einen oder anderen TB nach und nach auf Reise schicken wollte, suchte ich nach einer Möglichkeit, eben diese Reisen irgendwie zentral darzustellen, idealerweise auf einer oder mehreren Karten. Nur damit ich „mal eben“ nachschauen kann, wo sie sich befinden. Das Hin- und Hergeklicke auf der Mutterseite ist da schon ein wenig nervig. Das war dann die Geburtsstunde von geosperling.de. Diese Seite ist eigentlich der Grundstein auf und um dem alles Andere im Nachhinein entstanden ist. Ich fasse eigentlich dort alles zusammen, was mir im Cacheralltag so begegnet: Erlebnisse besonderer Art, aber auch das Zusammenführen aller sonstigen Informationen rund um diesen “Extremsport” ;-) , wie zum Beispiel die Visualisierung meiner Fundorte auf Landkarten oder wie gesagt die Reisen von sog. Trackables im Rahmen von Missionen oder Wettrennen. Hier wird alles thematisch und zentral sortiert und gibt somit eine schöne Übersicht wider. Gerade auch für diejenigen, denen ich von meinen Aktivitäten erzähle und für jene, die in meinem engeren Kreis auch diesen Sport betreiben. Aber auch für alle anderen Interessierten soll diese Seite ein wenig als Inspiration dienen. Somit waren also auch Bilder oder Alben ein weiterer Meilenstein…

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Gab es von der Idee bis zur Umsetzung irgendwelche Schwierigkeiten und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

Nein gar nicht !! :-D

Sagen wir es mal so: Das, was Du da siehst, ist quasi mit „Try  and Error“ entstanden. Kein Witz. HTML und Co waren für mich größtenteils immer Böhmische Dörfer. Ich bin auch heute kein Coder. Mein Vorteil war aber, dass ich damals einige Programmiersprachen gelernt habe, von denen ich die Logik ein wenig ableiten  und so das Zusammenspiel der Scripte zumindest erahnen konnte. Trotzdem hat es einige Versuche gebraucht bis klar war, wie die Basis der Seite aussehen sollte und wo die Reise hingeht. Ich habe mich letztlich für WordPress entschieden. Das war für meine Zwecke seinerzeit die schnellste Möglichkeit, mit wenig Wissen was Brauchbares zusammenzufriemeln. Wenn‘s dann mal spezieller wurde, also D4 oder D5 ;-), dann mussten mir Onkel Google und der Kleine Junge aus Flake weiterhelfen – um es mal in unserem Fachjargon auszudrücken. Foren, die sich mit Scripten auseinandersetzen und wo man spezielle Fragen platzieren kann, gibt es ja wie Sand am Meer.

Auf jeden Fall hat jedes neue Medium oder jeder neue Baustein auf der Seite sein eigenes Problem mitgebracht. Aber wie heißt es so schön: Es gibt keine Probleme, nur neue Aufgaben…also, gestolpert ja, auch gefallen, aber: es läuft.

Blogs über Geocaching gibt es ja inzwischen viele. Wie unterscheidet sich Dein Blog von den anderen?

Stimmt, davon gibt es mehr als genug, aber auch wirklich sehr sehr gute. Deiner zum Beispiel. Da lese ich auch gerne immer mal wieder mit. Aber wie gesagt: Ich habe zwar auch einen Blog mit an Board, aber dieser spielt bei mir eher eine untergeordnete Rolle. Wenn ich auch noch DAMIT anfangen würde, wäre das wohl eher wie Copy/Paste. Wem nützt das? Klar, Dinge in eigener Sache haue ich auch mal raus, oder wenn mich irgendwas sehr beeindruckt hat….das war es aber auch schon. Es geht nicht darum, mir eine Lobby aufzubauen oder eine Klickstatistik in die Höhe zu treiben. Den Job machen Andere schon ganz gut. Wo einige andere Blogs sagen wir mal die großen Rockstars sind, bin ich eher die kleine Sauerländer Dorfkapelle. Die hat aber auch einige gute Songs drauf ! ;-)

Geosperling.de hat da eher den persönlich-privaten Charakter. Neben meinen schon erwähnten TB Reisen wollte ich auch „ergoogelte“ Links zum Lösen von Mysteries nicht in Vergessenheit geraten lassen – ich bin nämlich vergesslich – so hat meine Seite auch so einen Hauch von Wiki oder Post-it. Da aber die Darstellung auf Karten für mich immer ein zentrales Thema ist, experimentiere ich gerne auch mit weitergehenden nützlichen Informationen, die man gebrauchen kann, wenn man mal irgendwohin will: Wie ist die Verkehrslage dorthin, wie ist das Wetter dort und wie hoch der Zeckenalarm? Wenn man es braucht…. ;-) Man kann sich gpx Dateien direkt temporär hochladen und anschauen oder den Sperling live bei seinem Beutezug verfolgen, wenn er ein Signal sendet… Eine Nachtcachekarte von Nachtcaches.de ist implementiert sowie eine Karte mit live Koordinatenraster (per „mouseover“) . Ganz nette Spielereien also.

Was kostet Dich Dein Blog im Jahr? Wie finanzierst Du den Blog? Wie stehst Du zu Werbung auf Deinem Blog? Hast Du Partner oder Sponsoren?

Kein Partner, kein Sponsor. Und ich muss auch nicht tief in die Tasche greifen. Mein Paket beinhaltet 2 Domains mit 5 GB Webspace und möglichen 200 Emailadressen und 200 Subdomains. Für meine kleine Ecke im Netz reicht das bisher vollkommen. Im Monat komme ich da gerade mal auf 3 Euro. Das Ganze ist grundsätzlich werbefrei. Davon wollte ich mich auch nicht abhängig machen, vor allem will ich das Niemanden zumuten.

Lediglich zwei dezente Buttons habe ich in der Sitebar. Diese verweisen auf zwei Cachershops, weil es einfach passt und die Sache abrundet. Der eine, weil er mein Shop der ersten Stunde ist und der andere, weil mich mal Jemand ganz lieb gefragt hat, ob ich seinen Shop bei mir platzieren würde, woraufhin er sich mit kleinen Geschenken auch erkenntlich zeigte. Ich fand das ganz nett. Einen lieben Gruss an dieser Stelle an Tobias Lorenz.

Ich bin mal gefragt worden, ob ich nicht auf einer anderen Plattform einsteigen wolle…ein wenig bloggen, ein wenig Design, ein wenig Hintergrundarbeiten. Da fühlte ich mich natürlich bestätigt und geehrt. Aber mir fehlt da einfach die Zeit für. Diese würde ich dann schon eher in mein eigenes Baby stecken. Aber sag niemals nie….

Wie schaut das Team hinter Deinem Blog aus? Bist Du ein Einzelkämpfer oder hast Du Unterstützung?

Es haben insgesamt vier Leute Zugang zu den Innereien der Seite. Davon haben zwei bereits mehr oder weniger aufgehört zu cachen oder „machen mal sporadisch ´ne Dose“ , insofern ist auch die Beteiligung bei geosperling.de eher bescheiden… Der Dritte ist ab und an mit mir unterwegs, er nennt sich übrigens Follhorstder1te, dabei ist er gar nicht so bescheuert, wie man jetzt vielleicht vermuten könnte, aber auch er hat eher nur Beiträge geschrieben und Bilder veröffentlicht. Mit fünf Kindern, Hund und Frau hat er dort schon genug zu texten und dementsprechend wenig Zeit.
Geosperling.de ist also letztlich eine One-Man-Show.

Wieviel Zeit investierst Du/Ihr in den Blog?

Reden wir eher davon, wieviel Zeit ich in den Aufbau der Seite mit ihren Komponenten gesteckt habe… Der Aufbau, bis es so war, wie es jetzt ist, war natürlich sehr intensiv. Da habe ich einige Monate in jeder freien Minute an irgendeinem Script gefummelt und herum probiert. Meist abends am Rechner. Aber auch in den Pausen auf der Arbeit mit dem Smartphone, im Warteraum beim Doc oder im Bus und am Bahnhof….Apps sei dank…. Da bin ich dann auch sehr ehrgeizig und gebe erst Ruhe, wenn es passt. Nur ein Script habe ich in seiner Urform von einem Kollegen schreiben lassen. Ich nenne es das „böse Script“, eben jenes, welches sich die Daten von der Mutterseite holt, die ich zum Visualisieren meiner TB’s nutze. Sog. spidern brauche ich bestimmt hier nicht zu thematisieren. Ich stehe in diesem Fall aber dazu und nutze dabei meine eigenen Daten für persönliche Zwecke, insofern für mich eine Grauzone, mit der ich gut leben kann.

Im  Moment arbeite ich allerdings wirklich ganz sporadisch an der Seite. Sie macht ja aus besagten Gründen jetzt allein was sie soll.

Wie findest Du Deine Themen für Deine Artikel?

Alles nach Lust und Laune oder wenn ich mal über etwas stolpere, wovon ich der Meinung bin, dass es sich lohnt, dem Ganzen einen eigenen Beitrag zu spendieren. Humor und auch eine gewisse Portion Eigenironie darf dabei natürlich nicht fehlen.  Ich mag es zudem kurz und knapp, es sei denn, ein Thema ist wirklich komplexer. Für die größeren Sachen hatte ich eigens ein ganzes Forum implementiert. Mittlerweile ist es aber wieder abgeschaltet. Die Pflege und Wartung war dabei größer als der eigentliche Benefit. Und auch dafür gibt es ja bereits genug Plattform im Netz. So viele Themen gibt es meiner Meinung aber auch gar nicht, umso mehr bin ich erstaunt, wenn ich dann doch woanders irgendwo hängen bleibe, was mich dann doch wieder interessiert.

Wann schreibst Du deine Artikel? Hast Du einen bestimmten Rhythmus oder schreibst Du nur, wenn Dir gerade danach ist?

Eher Letzteres. Z.B. hier: Was wir alle denken, was geocaching ist. Ich musste über dieses Bild so herzhaft lachen und konnte mich und mein Umfeld darin so herrlich ehrlich wiederfinden, daß ich das promt auf meine Seite gehoben habe. Jedes Mal wenn ich das sehe, muss ich schmunzeln.

Eine bestimmte Roadmap verfolge ich aber nicht.  Deshalb habe ich da auch keinen besonderen Anspruch. Im Prinzip muss ich bei der wenigen Zeit, die ich für meine Hobbies ausgeben kann, immer gut überlegen, ob ich nach draußen gehe oder an der Seite schraube und Texte schreibe. Ich weiß aber, dass es ähnlich wie beim Cachen selber ist: Wenn man einmal Blut geleckt hat, dann ist ein gewisser Suchtfaktor nicht mehr weit. Eine weitere Abhängigkeit will ich mir erst mal noch bewusst ersparen.

Hast Du bestimmte Schwerpunktthemen? Wenn ja, warum liegen Dir gerade diese Themen am Herzen?

Nö! Reicht das?

Wie gehst Du beim Schreiben Deiner Artikel vor? Alles „frei Schnauze“ oder verfolgst Du ein bestimmtes Konzept?

Was raus muss, muss raus. Unverblümt, ehrlich und direkt. Mit der entsprechenden Resonanz kann ich gut leben und provoziere sie manchmal auch. Nicht bösartig, aber schon so, dass ich das Zielpublikum doch aus der Reserve locken kann. Wahrscheinlich macht das die jahrelange Forumserfahrung. Anders formuliert: Vergangenheit prägt. Ich glaube aber schon, dass ich mich gewählt ausdrücken kann. Ziel ist es dabei nie, irgendwo anzuecken, es sei denn, ich beziehe eine klare andere Haltung bei delikaten Themen. Dann darf auch diskutiert werden. Worauf ich aber auch immer achte ist, dass ein Text am Ende nicht steril wirken soll. Das ist nicht immer leicht. Auf geosperling.de gibt es aber, glaube ich, Nichts, woran man sich stoßen könnte.

Welche Medien nutzt Du in Deinem Blog? Bevorzugst Du kurze oder lange Texte? Machst Du Deine eigenen Bilder oder gar Videos?

Von allem etwas. Ich habe aus dem ersten Jahr draußen im Feld einen Teaser gebastelt, auf youtube gestellt und entsprechend verlinkt. Da sind natürlich nicht alle erlebten Highlights drin, denn es ging nur darum, uns und das, was wir machen, den Ahnungslosen vorzustellen. Damit wollte ich z.B. nie einen Contest gewinnen.
Und ja: Eigene Bilder gibt es so einige. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht anfange, zu viel zu spoilern. Das ist dann manchmal ein ganz schöner Spagat…

Wie ist das bisherige Feedback Deiner Nutzer? Gibt es viele Kommentare zu Deinen Artikeln? Gibt es Wünsche oder Verbesserungsvorschläge?

Hauptsächlich positiv. Ganz ehrlich. Wahrscheinlich, weil die Seite nichts Neues bringt, aber eben ihren eigenen Style hat und bestimmte Elemente miteinander verbindet. Sie wirkt dabei nicht überladen, eher schlicht. Das wissen so Einige zu schätzen. Es gab Verbesserungsvorschläge, wie, warum ist dein Menü nicht durchweg Deutsch oder Englisch sondern ein Mix aus Beidem? Naja, zum Einen ist es historisch gewachsen (ursprünglich war geosperling.de nämlich ludiswelt.de, aber nicht der Rede wert, also Kacke) und zum Anderen will ich nicht international ansprechen. Dass ich aber Gästebuch lieber „Guestbook“ nenne, hat damit zu tun, dass jemand aus Amerika damit eher was anfangen könnte, der natürlich auch dazu eingeladen ist, sich dort zu verewigen. Ist aber noch nicht passiert?! Was Einige interessant und schön finden, ist der Kartenstyle, der sich bei mir farblich prima in das übrige Layout integriert. Ich mag es gerne ein wenig dunkler…. Ansonsten wünscht Mann oder Frau sich ein paar aktuelle Themen. In dieser Hinsicht ist der Sperling bestimmt noch ausbaufähig. Ich habe den Blog aber nicht ohne Grund in die zweite Reihe verfrachtet. Allein damit sage ich schon: Bei mir gibt’s keine „Alte Suppe Aus Neuen Dosen“.

Schaust Du auch nach den anderen Geocaching-Blogs und -Podcasts? Wenn ja, welche liest Du? Wie hältst Du Dich im Thema Geocaching auf dem Laufenden?

Ganz ehrlich? Es gibt einige Tage, da surfe ich im wahrsten Sinne des Wortes von einer Seite zur nächsten. Meist folgt daraus dann auch ein eigener Bogbeitrag. Komisch, oder?
Jedenfalls habe ich kein Abo irgendwo. Wenn ich was Neues wissen will, dann schaue ich bewusst nach. Ich muss nicht „up to date“ sein. Wenn ich dann aber schaue, dann sind es doch eher die Gleichen, denen ich mein Vertrauen schenke.

Seitdem ich geocache und auch weiß, wie es geht, mache ich eher mein eigenes Ding. Ich genieße dabei die Ruhe, das Allein sein. Abschalten. Sich auf nichts Anderes zu konzentrieren oder zu denken. Das ist auch genau das, worauf es mir ankommt und warum ich das mache. Im Grunde draußen sein und die Nerven massieren und nicht ins Neonlicht schauen.

Wie gefällt Dir die aktuelle Geocaching-Blogger-Szene?

Einige sollten es lieber lassen. Man sollte schon vernünftig schreiben können. Ausserdem habe ich nichts davon, wenn man bei anderen abschreibt, nur um den eigenen Blog zu füllen. Diejenigen, die ausschließlich ihre persönlichen Berichte posten mal davon ausgenommen. Gut, es gibt Themen, die will man auch auf der eigenen Seite haben, keine Frage. Manche übertreiben das allerdings. Mir persönlich würden im Prinzip eine Hand voll Blogs reichen.

Bei Berichten und Kommentaren zu kritischen Themen ließt man oft das Killer-Argument „Hört auf zu diskutieren und geht lieber raus Dosen suchen.“ Wie ist Deine Antwort darauf?

Die Tage habe ich das sogar als ersten Blickfang auf einem Blog gesehen… Ich denke, das kommt aufs Thema an. Wenn die Mehrheit etwas anders sieht als die Mutter, dann sollte sie das auch erfahren. Das geht am Besten über die üblichen Kanäle. „Die da oben“ bekommen es dann schon mit, wenn etwas übel aufstößt. Das muss nicht jeder Blog intensiv thematisieren. Die Intention des Geocachens ist doch viel mehr das friedliche Miteinander, was im Großen und Ganzen ja auch sehr gut funktioniert. Insofern: Jedem ruhig seine Meinung zugestehen und den Frieden wahren. Man kann als Kollektiv ja auch bewußt etwas ignorieren – selbst das hat manchmal schon eine Wirkung. Manchmal zeugt das sogar eher von Größe.

Gibt es bei Dir eine Netiquette für Kommentare oder darf jeder alles schreiben? Wie gehst Du damit um, wenn sich jemand daneben benehmen sollte?

Wenn jemand schreibt „scheiße“, dann sagt mir das mehr als „oh, welch lieblicher Kot!“

Grundsätzlich: Ich begrüße es, wenn sich jemand frei äußert. Dann bekunde ich meinen Respekt. Bei den Logs z.B. auf gc.com finde ich eher befremdlich, wenn alle schreiben „toll gemacht“, wenn die Dose schlichtweg Müll ist. Wenn die Erkenntnis kommt, da hat jemand scheinbar lieblos Dosen in den Wald geschmissen, dann sage ich auch, dass mir das nicht gefallen hat und dass ich da schon etwas mehr erwartet hätte. Natürlich auch in Abhängigkeit davon, WER die Dose platziert hat. Aber das war nur mal ein Beispiel.

Unter daneben Benehmen zähle ich mal Beleidigungen oder Äußerungen rassistischer oder auch sexistischer Art. Derartiges wird von mir kommentarlos gelöscht und derjenige entsprechend angeschrieben, um seine Intention und meine Toleranz dazu zu klären. Ggf. wird derjenige auch verwarnt oder ausgeschlossen, je nach Fall. Da rede ich aber jetzt aus der Vergangenheit als Forumsadmin. Auf meiner Seite geht es eigentlich eher ruhig zu. Es gibt dort ja eher weniger Aufrufe zum Posten. Gleichzeitig muss man aber auch zugestehen, dass Jugendliche und Kinder mitlesen können. Das stellt zu manchen Themen dann sicherlich einen Spagat da, dem man Abhilfe schaffen muss. Beispiel: Wenn ich 1Live höre und zur Tageszeit die Begriffe „Arschloch“ und „fic**n“ kommen, dann finde ich das schon sehr mutig und grenzwertig. Trotzdem schätze ich die Freiheit, die der Sender manchmal ausnutzt.

Was glaubst Du, wie sich Geocaching in den nächsten fünf Jahren verändern wird? Welche Auswirkungen wird das auf die Geocaching-Blogs haben?

Schwer zu sagen. Ist das nicht sogar regionsabhängig?

Ich habe aber das Gefühl, dass im Moment eine Art Boom im Gange ist. Nicht zuletzt wegen der medialen Ausschlachtung und auch, weil in der letzten Zeit sogar, leider muss man ja sagen, tödliche Unfälle passiert sind. Viele probieren „es“ aus, aber viele lassen „es“ auch wieder sein. Darunter leidet auch so manche Dosenqualität. Manche Bereiche werden ohne jegliche Rücksicht überrannt. Hier und da poppen deswegen auch immer mehr „Premium Member only – Caches“ auf. Da sind wir dann aber auch endlich bei der Diskussion, die ich so mag und bei der es manchmal  auch heiß hergeht. Trotzdem plädiere ich darauf: Schafft diese Premiums ab! Auch wenn ich selber einen solche Account habe, meine Dosen sind für alle da. Und die sind auch aufwändig gebaut worden….

Zurück zum Thema… die Natur leidet auch! Insofern wird wohl auch die Toleranz in Zukunft immer mehr leiden. Der Cacher wird hier und da schon jetzt zurückgedrängt. Da können wir auch jede Woche ein CITO starten, das wird das Image nicht entscheidend aufpolieren. Wahrscheinlich wird Cachen bald auch teurer, so wie es mit fast allen Dingen im Leben ist, die man gerne macht.

Und wie sich das auf die Blogs auswirken wird? Naja, auch da haben wir ja bereits ein Kommen und Gehen festgestellt. Die Blogs schossen aus dem Boden wie Pilze, viele gingen aber auch schnell wieder ein. Das ist auch gut so!

Nun noch zu Dir – ganz kurz, wie bist Du zum Geocaching gekommen und was machst Du so, wenn Du nicht gerade eine Dose suchst?

Die traurige Geschichte habe ich ja eben bereits schon geschrieben. :-D

Ich bin absoluter Familienmensch, habe Frau und zwei Kinder. Sie sind für mich immer Priorität oder Hobby Nummer 1 und das nimmt aus gutem Grund natürlich die meiste Zeit ein. Insofern freut es mich, dass die Kleinen auch so langsam Freude am Suchen finden. Da fällt mir gerade ein: Da muss ich doch noch von den Erlebnissen aus der Urlaubswoche berichten…… Wer den Sperling aus dem Internet kennt, also “der_Sperling”, “Sperling” oder auch “Sperling77?, weiß, dass er auch sonst immer schon in der technischen Sparte unterwegs gewesen ist. Sei es in handytechnischen Foren, Navigation oder auch Funk- und Satellitentechnik. Aber auch auf Seiten, die sich mit tiefergehender Technik und ihren Möglichkeiten jenseits der normalen Anwendungen befassen. Vom Prinzip her geht es dem Sperling immer um die Erweiterung, Tuning und Manipulation von technischen Geräten, in welcher Form auch immer. Auf der anderen Seite bin ich sehr naturverbunden. Wir wandern gern. Im Urlaub bin ich gern auch absolut „unplugged“. Seit dem Cachen ist das aber teilweise wieder schwieriger geworden…. ;-)

Aber diese Hobbies lassen sich alle wunderbar miteinander kombinieren….

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Lars, ich danke Dir für dieses Interview. Möchtest Du noch einen Gruß loswerden?

Hey, hat mich auch sehr gefreut. War interessant, die letzte Zeit mal auf diese Art Revue passieren zu lassen…. Und wer tatsächlich dieses Interview bis zu Ende gelesen haben sollte, dem sollte gesagt sein: Schaut draußen nicht immer nur nach unten. Haltet auch mal inne und genießt den Moment, die Aussicht. Auch mal ein wenig zu verweilen und auf sich wirken zu lassen ist Teil des Spiels. Insofern wünsche ich Allen weiterhin viel Spaß da draußen. Also „diskutiert nicht rum, sondern geht lieber raus Dosen suchen!“ :-D :-D

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Dir, mein lieber Jörg, besten Dank und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Seite.

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  Eine Antwort zu “geosperling.de (Blogvorstellung)”

  1.  

    Vielen Dank für die interessanten Einblicke in “das Leben und Wirken” anderer Blogger. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, trotz angesagtem Sturm und Regen…

    Viele Grüße aus Limburg, Jörg

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