Jul 152012
 

In der Vergangenheit wurde ich des Öfteren gefragt, was ich denn für ein GPS-Gerät für Geocaching empfehlen könnte. Da ich bisher nur Erfahrung mit der Garmin eTrex und Oregon-Serie hatte, war die Antwort einfach…

Aber so einfach wollte ich mir die Sache dann doch nicht machen – also habe ich einfach Magellan angeschrieben, ob sie mir nicht mal einen Exploristen für ein paar Wochen ausleihen könnten. Die Antwort war positiv! Hier nun meine rein subjektive Einschätzung der beiden Geräte.

Zunächst mal ein kleiner Blick auf die Daten:

Magellan Explorist 610Garmin Oregon 550
Bildschirm / Touchscreen3 Zoll / ja3 Zoll / ja
Auflösung240 x 400 Pixel240 x 400 Pixel
Gewicht195g192,7g
WasserdichtIPX-7ja (IPX7)
interner Speicher500 MB bis 2GB (siehe Kommentare unten)850 MB
microSD-Schachtjaja
Kameraja (3.2MP)ja (3.2MP)
Mikrofonjanein
Lautsprecherjaja
Elektronischer Kompassja (3-Achsen)ja (3-Achsen)
Barometrischer Höhenmesserjaja
Wherigo-Playerneinja
Amazon-Preis384,99€318,13€

 

Wenn man einen Blick auf die Daten wirft, so sind beide Geräte fast identisch. Der Explorist hat noch ein Mikrofon, dafür hat der Oregon einen Wherigo-Player.

Im Amazon-Preis ist der Explorist jedoch fast 67€ teurer.

Wenn ich die Haptik der beiden Geräte vergleiche, so liegt meiner Meinung nach der Oregon besser in der Hand. Obwohl er nur minimal kleiner ist, wirkt er auf mich nicht so klobig. Beim Exploristen finde ich den unteren Gehäusebogen ganz nett, da er eine Vielzahl von Befestigungsmöglichkeiten zuläßt. Der Karabiner beim Oregon sitzt leider für eine Befestigung am Rucksack verkehrt herum, weshalb man den Oregon vom Rucksack abmachen werden muss um ihn abzulesen oder zu bedienen.

Beim Exporisten gefällt mir das Display um Längen besser als das vom Oregon, es ist scharf und sehr hell. Der Explorist lässt sich auch noch unter direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen.

Für den Exploristen und für den Oregon kann man kostenlose Software von der Herstellerseite herunterladen. Beim Exploristen heißt die Anwendung VantagePoint und beim Oregon BaseCamp. Mit diesen Applikationen kann man die Daten auf den GPS-Geräten verwalten, also Wegpunkte, Geocaches und Tracks übertragen. Ein Vorteil der Magellan-Software ist die Anbindung an die Geocaching.com-Webseite, ohne weitere Software kann hier eine PocketQuery mit den Geocache-Daten auf das GPS heruntergeladen werden oder auf der Karte über das Live-API in der Nähe befindliche Geocaches angezeigt werden.

Beide Geräte sind kartenfähig und können mit eigenen Karten betrieben werden. Für den Oregon sind kostenlose OSM-Karten verfügbar. Für den Magellan habe ich keine kostenlose Karten gefunden – hier gibt es jedoch das maps4me-Projekt, wo Karten für eine jährliche Mitgliedsgebühr von 8,90€ heruntergeladen werden können. Leider war es mir angesichts der kurzen Testzeit nicht möglich, diese Karten auf dem Magellan zu testen.

Beim Geocaching ist die Genauigkeit des GPS-Empfangs entscheidend. Daher habe ich beide Geräte bei zwei Touren mitgenommen.

Hier eine kurze Wanderung in Frankreich durch den Wald. Die Sicht zum Himmel war wegen des dichten Blätterdaches kaum gegeben. Die rote Linie auf der Karte ist der Magellan und die grüne der Oregon.

 

 

Meiner Einschätzung nach sind hier beide Geräte absolut gleichwertig. Trotz schlechtem Empfang bleiben beide Geräte in der Nähe des Weges und es gibt kaum Ausreißer.

Ich habe noch einen zweiten Vergleich durchgeführt. Dieses Mal auf Teneriffa in knapp 2000m Höhe mit freier Sicht zum Himmel.


*

 

Hier sieht man noch besser, dass der Empfang beider Geräte gleichwertig ist.

Als letzten Vergleichspunkt habe ich mir noch das Bedienkonzept beider Geräte angeschaut, bei den folgenden Vergleichen ist links jeweils der Magellan Explorist und rechts der Garmin Oregon.

Generell finde ich den Magellan beim Hochfahren etwas langsamer und auch bei der Eingabe von Koordinaten muss dieser zunächst eine App starten (?), was ebenfalls zu einer für mich nervigen Verzögerung führt.

Hier nun die Screenshots:

Die zentralen Menüs
 
Die Kartenansicht (links nur Basiskarte)
 
Trackübersicht oder Dashboard
 
Die Geocache-Auswahl
 
Die Geocache-Ansicht beim Magellan
  
und beim Garmin
  
Die Fieldnotes-Eingabe
 
Zum Abschluss der Screenshots noch zwei Features, die ich bisher so leider nur beim Magellan Explorist gefunden habe. Links die Möglichkeit in die Karte einen Kompass einzublenden und rechts die Anzeige von zwei Koordinatenformaten gleichzeitig, was bei Mysteries mitunter hilfreich sein könnte…

 

 

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Mein Fazit

Generell hat mir das Magellan Explorist 610 auch gut gefallen. Gegenüber dem Garmin Oregon 550 hat es seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Gut gefallen haben mir beim Exploristen das Display, die Ton- und Videofähigkeit, die gleichzeitige Anzeige von zwei Koordinatensystemen sowie die VantagePoint-Software. Seine Schwächen sehe ich bei den kostenlos verfügbaren Topo-Karten und bei den verschiedenen “Wartezeiten”, die während der Nutzung aufgetreten sind.

Im Allgemeinen würde ich die beiden Geräte als gleichwertig für Geocaching einschätzen. Jedoch finde ich die 67€ Mehrpreis bei Amazon gegenüber dem Oregon 550 dafür dann doch zu teuer…

Müsste ich mir aktuell ein neues GPS kaufen, würde ich in dieser Gerätekategorie wohl zu einem Oregon 450 tendieren, da ich die Kamera kaum nutze und ich mit dem Oregon 450 sonst Alles, was ich benötige, für 292,61€ bekomme.

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  6 Antworten zu “Vergleich Garmin Oregon 550 und Magellan Explorist 610”

  1.  

    Ein sehr schöner Artikel, wie ich finde.

    Allerdings kann ich sowohl auf meinem Garmin eTrex 10, als auch auf meinem Garmin GPSMap 62s in der Kartenansicht einen Kompass anzeigen. Unter "Karte einrichten" – "Anzeige" einfach "Geocaching" auswählen. Mit angezeigt wird dann die Entfernung zum nächsten Cache und die Anzahl der gefundenen Dosen (über den Sinn der gefundenen Dosen kann man sicher streiten, wie mans abschaltet hab ich aber noch nicht rausgefunden…)

    Gruß,

    Helge

  2.  

    Hallo Christoph,

    vielen Dank für deine Anmerkungen.

    In der Tabelle habe ich nun den freien Speicher mit einem Verweis auf die Kommentare hier ergänzt.

    Die VantagePoint Software hatte ich im Bericht schon hervorgehoben, sie bietet meines Erachtens einen echten Vorteil gegenüber Basecamp.

    Leider hatte ich nicht genug Zeit, diese Software bis ins kleinste Detail zu testen, obwohl ich die PQs über VantagePoint geladen hatte, wurden bei mir keine Bilder angezeigt?

    Bei dem Preis der Geräte setze ich die Möglichkeit kostenlose Karten wie OSM zu benutzen voraus. Daher möchte ich auch GPS-Geräte ohne vorinstallierte Karten vergleichen…

    Viele Grüße aus dem Saarland,
    Joerg

  3.  

    Magellan Deutschland sponsort die OSM-Karten von Maps4me.net mittlerweile nicht bloss für die Geräte der Modellreihe eXplorist 310, sondern auch für die Touchscreen-Varianten 510, 610 und 710.
    Unter der Angabe der Seriennummer bekommt man also vollkommen kostenlos Zugriff auf eine aktuelle OSM-Karte.

    Da der Jahresbeitrag von unter 9 Euro lediglich die Download-Kosten abdecken sollen, sind die monetären Aufwendungen hierfür aber auch minimal.
    Für die Zukunft sind sogar autoroutingfähige OSM-Karten angekündigt (neues Kartentool von Magellan direkt).
    Der Webserver will bezahlt werden und präsentiert keinerlei Werbung, erzielt also keine sonstigen Einnahmen.

    Allerdings ist man bei Magellan nicht ganz ohne Karte. Zumindest das Straßennetz ist enthalten und zwar komplett.
    Bei der Ansicht einer Ortschaft sieht man davon natürlich mehr, als beim Blick auf ein Waldgebiet.

    Damit müsste man übrigens auch beim Garmin Oregon bereits den Oregon 550T zum Vergleich hernehmen, denn dadurch passend die mitgelieferten Karten bereits zusammen. Das wirkt sich zwar direkt auf den Vergleichspreis aus, allerdings bietet Magellan im Gegenzug auch kein einfacher ausgestattetes Modell wie es Garmin tut.

    Kleine Anmerkung noch zu der Darstellung der Geocaches.
    Wenn man GPX-Dateien (von Groundspeak z.B.) direkt aufs Gerät kopiert, wie man es auch bei Garmin üblicherweise tut, zeigt auch ein Magellan eXplorist 610 eine ähnliche Darstellung (Textbrei).

    Legt man die Pocket Query normal an, läd sie aber nicht direkt runter sondern startet das Magellan Planungstool "Vantage Point", kann man aus dem Programm heraus die Geocache-Dateien herunter laden.
    Dann werden auch Bilder, Grafiken und Schriftformatierungen auf dem Display des GPS angezeigt und zwar genau so wie die Geocache-Beschreibung auch bei Geocaching.com ausschaut.

    Dann noch ein kleiner Fehler:
    Der Magellan eXplorist 610 EU-Version verfügt insgesamt über 4GB Speicher und davon bleiben volle 2GB frei zur eigenen Verwendung.
    Die von Magellan USA angegebenen 500MB freier Speicher beziehen sich ausschliesslich auf das US-Modell, da diesem eine umfangreichere USA-Karte beiliegt, die mehr Platz benötigt.

    Viele Grüße aus Bremen
    Christoph

  4.  

    So, nun habe ich es auch ganz gelesen ;)

    In der Tat ist nur die Tablle falsch, der Text ist richtig. Das Oregon kostet 318€ und das 385€.

    Ich würde auch das Oregon 450 empfehlen, weil es eigentlich bei 280€ liegt und bis auf die Kamera analog zum Oregon 550 ist. Ich muss aber sagen, dass jedes Handy bessere Fotos liefert als die Navis und somit kann man hier deutlich Geld sparen.

    Immerhin kostet das Oregon 450 aktuell bei amazon wieder 292€, letzte Woche schoss es plötzlich auf 350€ hoch!

    Ich selbst habe übrigens das Oregon 300, das es ja nicht mehr gibt, würde mir sonst aber auch das Oregon 450 gönnen.

    Durch die kostenpflichtigen Topos fliegt Magellan in meiner Auswahl leider eh raus (man kann es sicherlich umgehen, aber das widerstrebt meiner persönlichen Definition einer kostenlosen OSM).

    Viele Grüße :)

  5.  

    Ich danke dir, da hat wohl meine QA versagt! Natürlich ist das Garmin Oregon 550 um 67€ billiger als das Magellan – hab die Tabelle nun korrigiert!

  6.  

    Moin!

    Korrivier mal kurz den Tippfehler:

    "Im Amazon-Preis ist der Explorist jedoch fast 67€ teurer."

    Wenn die Tabelle stimmt, ist das Oregon teurer ;)

    Viele Grüße!

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