Zehn Rätselstationen in einem Berliner Festungsfort, knapp 40 Grad – und trotzdem hat es sich gelohnt.
Wer wissen will, was Geocaching auf Wettkampfniveau wirklich bedeutet, findet hier einen ehrlichen Bericht ohne Schönfärberei.
Inhaltsverzeichnis
- Das Vorevent mit dem Briefing
- Die 20. Deutsche Geocaching-Meisterschaft
- Die Regeln
- Station 10 – Eine Frage der Sichtweise
- Station 1 – Das Flüstern der Kisten
- Station 2 – Die Wächter der Stille
- Station 3 – Kammern der Geheimnisse
- Station 4 – Fledermaus FLUCHTgebiet
- Station 5 – Blind im Fort
- Station 6 – Das Hier und Jetzt
- Mittagspause
- Station 7 – Die Elster vom Fort Hahneberg
- Station 8 – Frühlingserwachen
- Station 9 – Fridolins Schätze
- Das Abendevent mit der Siegerehrung
- Die Endergebnisse
- Die 21. Deutsche Geocaching-Meisterschaft
- Mein Fazit
Das Vorevent mit dem Briefing
Nach vielen Staus rund um Berlin und dem anschließenden Einchecken in unserem Hotel fahren wir kurz nach 18 Uhr zum Vorevent in die Gaststätte G7. Auf dem Parkplatz finden wir mühelos einen freien Platz vor. Im angeschlossenen Biergarten ist ein Bereich für die Geocacher abgesperrt. Als wir dort ankommen, sind bereits alle Sitzplätze draußen vollständig belegt, obwohl zu diesem Zeitpunkt erst ein Teil der Teams anwesend ist.
Bei den verschiedenen Bedienungen, die an mir vorbeilaufen, versuche ich zumindest meine Getränkebestellung aufzugeben, was mir jedoch nicht gelingt. Ich trage mich daraufhin in das ausliegende Logbuch ein und gehe direkt hinein zum Tresen. Dort muss ich harte Überzeugungsarbeit leisten, um für den schon anwesenden Teil unseres Teams Getränke zu bekommen. Während des Wartens bekomme ich mit, dass das Personal davon ausgegangen ist, dass die Cacher über den Abend verteilt nach und nach eintreffen. Das Service-Team vor Ort ist mit dem gleichzeitigen Ansturm absolut überfordert.
Irgendwann erhalten wir die Erlaubnis, Stühle und Tische von drinnen nach draußen in den Schatten zu stellen. So hat zumindest unser Team, das inzwischen vollständig da ist, einen Sitzplatz im Schatten. Leider gelingt es uns im weiteren Verlauf nicht, eine weitere Getränkebestellung aufzugeben. Zwischendurch höre ich, dass inzwischen sogar bestimmte Gläser ausgegangen sind.
Daher bin ich froh, als schließlich das Briefing beginnt. Zunächst erzählt die Fledermaus die Geschichte um die verschollene Kiste.
Dabei darf sie auf einer erhöhten Position sitzen, um für alle Anwesenden besser sichtbar zu sein.
Gegen zwanzig vor Acht habe ich alle Informationen zusammen, die unser Team benötigt, um am Folgetag starten zu können. Wir verlassen schnell den Biergarten und ziehen zu einem italienischen Restaurant in der Nähe um, wo uns die Getränke und Speisen in kürzester Zeit gebracht werden.
Die 20. Deutsche Geocaching-Meisterschaft
Ursprünglich sieht der Plan für die Deutsche Geocaching-Meisterschaft vor, dass der Wettkampf vollständig im Fort Hahneberg ausgetragen wird. Das Fort Hahneberg ist die letzte im preußischen Stil errichtete Festungsanlage in Berlin-Spandau, die zwischen 1882 und 1888 erbaut wurde, heute unter Denkmalschutz steht und als wichtiges Fledermausquartier dient.
Einige Wochen vor dem Event erhalten wir jedoch die Information, dass notwendige behördliche Genehmigungen fehlen, weshalb ein Teil der Stationen sowie die spätere Siegerehrung in ein nahegelegenes Jugendzentrum verlegt werden müssen. Aufgrund der Wettervorhersage, die Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke ankündigt, passen die Organisatoren den Ablauf der Meisterschaft glücklicherweise kurzfristig an die extreme Hitze an. Es werden deutlich mehr als die ursprünglich geplanten zwei Verpflegungsstationen eingerichtet, um die Teams durchgehend mit Flüssigkeit zu versorgen. Zudem wird die Gesamtzahl der Wertungsstationen auf zehn reduziert, komplett auf die geplante Kletteraufgabe verzichtet, sämtliche Stationen ausschließlich im Schatten platziert und eine zusätzliche Mittagspause in den Zeitplan integriert.
Die Regeln
Beim offiziellen Briefing erhalte ich den detaillierten Ablaufplan für unser Team, welcher die genaue Reihenfolge der Stationen sowie unsere jeweiligen Startzeiten an den einzelnen Punkten festlegt. Wir gehören zu der Hälfte der Teams, die erst um kurz nach 9 Uhr in den Wettkampf starten. Aufgrund dieses späteren Starts schließen wir unsere letzte Wertungsstation auch erst am Abend um 18:35 Uhr ab.
Von unserer ersten Station liegen uns vorab bereits die Koordinaten sowie das zugehörige Listing vor. Das Listing selbst führt uns jedoch lediglich in die Hintergrundgeschichte des Caches ein und listet die benötigte Ausrüstung auf. Die im Listing gesetzten Attribute vermitteln uns vorab einen ersten Eindruck davon, welche Herausforderungen auf unser Team zukommen werden.
Die angegebenen Startkoordinaten entsprechen dem eingerichteten Wartebereich vor Ort. An diesem Sammelpunkt werden wir von den Helfern abgeholt und direkt zum eigentlichen Beginn des Geocaches geführt.
Unmittelbar vor dem eigentlichen Start an einer Station bekommen wir meist einen oder mehrere zusätzliche Zettel mit der genauen Aufgabenbeschreibung ausgehändigt.
Direkt im Anschluss beginnt die vorgegebene Zeit für die Lösung der Aufgabe zu laufen. Nach dem erfolgreichen oder zeitlichen Ende der jeweiligen Station erhalten wir vom Stationspersonal das nächste Listing mit den Koordinaten der darauffolgenden Station.
Station 10 – Eine Frage der Sichtweise
Pünktlich um 9:05 Uhr erreicht unser Team den vorgegebenen Wartebereich und wir dürfen ohne Verzögerung sofort in die erste Station starten. Als erste Aufgabe gilt es, eine mit einem Zahlenschloss gesicherte Holzkiste zu öffnen. Uns fällt auf, dass an der Seite der Kiste verschiedene Schrauben angebracht sind, deren genaue Betrachtung den benötigten Zahlencode ergeben soll.
Zunächst fehlt uns jedoch der entscheidende Ansatz für die richtige Kombination. Nach einiger Zeit erhalten wir vom Stationspersonal einen dezenten Hinweis, dass es auf die jeweilige Länge der einzelnen Schrauben ankommt. Da wir zu diesem Zeitpunkt immer noch etwas planlos agieren, entscheidet sich Markus kurzerhand dazu, das Schloss zu knacken, was ihm auch recht zügig gelingt. Im Inneren der Kiste finden wir ein komplexes Labyrinth vor.
In der geöffneten Tür der Kiste hängen verschiedene Fragen zur Biologie und zum Schutz von Fledermäusen, deren korrekte Beantwortung jeweils zu einer bestimmten Zahl auf dem Spielfeld führt. Zu dieser Zahl muss anschließend eine Eisenmutter mithilfe eines Magneten navigiert werden. Markus geht dafür mit einem Magneten auf die Rückseite der Platte, während wir anderen ihn von vorne dirigieren und den Weg durch das Labyrinth ansagen. Bei der Beantwortung der dritten Frage unterläuft uns jedoch ein Fehler, weshalb wir das Magnetspiel komplett von vorne beginnen müssen. Trotz dieses Rückschlags können wir die gesamte Aufgabe innerhalb der vorgegebenen Stationszeit erfolgreich abschließen. Als wir beim Personal vor Ort nachfragen, wie die erbrachte Leistung genau gewertet wird, erhalten wir lediglich den Hinweis, dass dazu im Vorfeld keine detaillierten Informationen an die Teams herausgegeben werden.
Station 1 – Das Flüstern der Kisten
Wir laufen einen knappen Kilometer weit zum historischen Fort Hahneberg, in dem sich unsere nächste Wertungsstation befindet. Der Weg dorthin führt uns ohne jeglichen Schutz durch die pralle Sonne, was sich bei den extremen Temperaturen als eine echte Tortur erweist. Am Fort angekommen, nutzen wir die Zeit vor dem Start intensiv, um uns im Schatten der alten Festungsmauern ein wenig auszuruhen.
Der nächste Cache ist als Multi-Cache konzipiert, der aus zwei Zwischenstationen und einem Final besteht. An jeder dieser Stationen erwartet uns jeweils eine präparierte Kiste. Bei der ersten Box müssen wir an verschiedenen Rädern drehen: Nach einigem Probieren hören wir ein deutliches Klicken, woraufhin wir das nächste Rad drehen, bis es wieder klickt, und nach dem Drehen des letzten Rades und einem weiteren Klicken öffnet sich die Kiste schließlich.
An der darauffolgenden Kiste der zweiten Zwischenstation müssen wir mathematische Zahlenwerte ausrechnen und diese korrekt am Schloss einstellen, was unserem Team ebenfalls ohne größere Probleme gelingt.
An der letzten Kiste gilt es, kleine Kugeln durch ein transparentes Rohrsystem zu schieben, wobei einige der Kugeln wichtige Informationen für uns bereithalten. Aus diesen Daten leitet sich der Schlosscode für das finale Logbuch ab. Auch diese Station schließen wir komplett innerhalb der vorgegebenen Zeit ab, sodass die Meisterschaft unter diesen Bedingungen richtig Spaß macht.
Station 2 – Die Wächter der Stille
Der nächste Cache erweist sich als eine handwerklich hervorragende Bastelarbeit, die ebenfalls vom Owner „Fichte68“ der letzten Station stammt. Für diese Aufgabe müssen wir uns in einen der Seitengänge des Forts Hahneberg begeben, um dort nach versteckten Fledermäusen aus Kunststoff zu suchen. Diese Nachbildungen sind mit präparierten NFC-Chips ausgestattet, deren Informationen wir direkt mit dem Smartphone auslesen können.
Sobald wir alle NFC-Daten vollständig zusammengetragen haben, lassen sich die installierten Zahlenschlösser an einer Box entfernen.
Im Inneren der Box kommt ein Koffer zum Vorschein, der uns vor das nächste technische Rätsel stellt.
Wir müssen verschiedene Scheckkarten in die dafür vorgesehenen Schlitze stecken, den anschließend aufleuchtenden Binärcode präzise ablesen und die zugehörigen Kippschalter entsprechend einstellen. Danach ertönt ein mechanisches Klicken, die Verriegelung öffnet sich und wir können unseren ersehnten Eintrag im Logbuch vornehmen.
Station 3 – Kammern der Geheimnisse
Wir bleiben für die nächste Aufgabe weiterhin im Fort Hahneberg. In einer langen, gebogenen Galerie der Festungsanlage sollen wir wieder versteckte Fledermäuse aufspüren, die wichtige Informationen für den weiteren Spielverlauf bereithalten. An dieser Station kommt unsere UV-Taschenlampe zum Einsatz, um die unsichtbaren Hinweise an den Wänden zum Leuchten zu bringen.
Mit den gefundenen Hinweisen öffnen wir eine große Kiste, die in ihrem Inneren fünf weitere, ineinander geschachtelte Kisten enthält. An jeder dieser Boxen gilt es, das jeweilige Rätsel erfolgreich zu lösen, was uns wiederum erlaubt, die jeweils nächste Kiste zu öffnen.
In jeder einzelnen Box befindet sich zusätzlich ein Teil einer Tresorkombination, die wir im letzten Schritt benötigen, um an das finale Logbuch zu gelangen. Diese komplexe Aufgabe können wir jedoch nicht innerhalb der vorgegebenen Stationszeit abschließen. Gegen Ende fehlen unserem Team leider schätzungsweise ein bis zwei Minuten für den erfolgreichen Abschluss.
Station 4 – Fledermaus FLUCHTgebiet
Auf dem Weg zu unserer nächsten Wertungsstation laufen wir durch die langen, massiven Gänge im Inneren des Forts Hahneberg.
Direkt an der Station angekommen, finden wir eine große Holzkiste vor, die mit einigen kreisrunden Löchern versehen ist.
An dieser Kiste müssen mehrere Schlösser geöffnet werden, darunter auch die von mir gehassten Schiebeschlösser, bei denen man die richtige Kombination aus den Richtungen Hoch, Runter, Rechts und Links eingeben muss. Irgendwie beißen wir uns als Team jedoch durch die Aufgabe durch und können das Logbuch schließlich noch innerhalb der vorgegebenen Zeit erfolgreich signieren.
Station 5 – Blind im Fort
Wir sind mittlerweile im Herzen des Forts Hahneberg angekommen.
Durch die verzweigten Gänge und historischen Räumlichkeiten der Festungsanlage gelangen wir schließlich zu unserer nächsten Wertungsstation.
Hier wartet ein vollkommen stockdunkler Bereich auf uns, in dem die Nutzung von Taschenlampen oder anderen Lichtquellen strikt verboten ist. Wir müssen uns rein auf unseren Tastsinn verlassen, um im Dunkeln große Holzwürfel zu finden und die darauf angebrachten Informationen und Strukturen präzise zu ertasten. Die auf diese Weise mühsam herausgefundenen Zahlenwerte dienen als Kombination, um eine verschlossene Kiste zu öffnen.
Ab diesem Punkt dürfen wir unser Licht wieder einschalten, um im Inneren der Box ein letztes, visuelles Rätsel zu lösen. Eine hervorragende Idee und eine willkommene Abwechslung als Wettbewerbsaufgabe – das Konzept gefällt mir sehr gut!
Station 6 – Das Hier und Jetzt
Leider müssen wir das angenehm kühle Fort Hahneberg nun verlassen, da die nächste Wertungsstation außerhalb der Festungsanlage liegt. Der Weg dorthin führt uns ungeschützt durch die brutale Mittagshitze des Sommertages. In einem nahegelegenen Wohngebiet entdecken wir schließlich unter halbwegs schattenspendenden Bäumen eine robuste Metallkiste.
Nach dem Einwurf einer Ein-Euro-Münze in den dafür vorgesehenen Mechanismus können wir die Sicherungskette der Station freigeben. Da wir die Konstruktion des Caches unter keinen Umständen beschädigen wollen, agieren wir beim Öffnen jedoch etwas zu vorsichtig und zaghaft. Statt uns einfach kurz darauf hinzuweisen, dass die äußere Tür nun entriegelt ist und das eigentliche Rätsel erst dahinter beginnt, erhalten wir vom Stationspersonal vor Ort leider nur unhöfliche und wenig hilfreiche Kommentare.
Nach einem beherzten und kräftigeren Zug öffnet sich die Tür schließlich, sodass wir das dahinterliegende Rätsel lösen können. Weil wir nach dem erfolgreichen Eintrag im Logbuch jedoch nicht wissen, dass hier in der Region offenbar die Zahlenschlösser wieder auf die Ausgangsposition Null zurückzudrehen sind und die Schutzkappe ordnungsgemäß auf den Logstift aufzusetzen ist, erhalten wir vom Personal einen Punktabzug. Unter solchen Bedingungen und bei diesem Umgangston macht uns die Meisterschaft definitiv keinen Spaß.
Anschließend haben wir eine Mittagspause von insgesamt 95 Minuten, was für unseren Zeitplan definitiv zu lange ist. Gerne hätte ich diese freie Zeit im deutlich kühleren Fort Hahneberg verbracht, doch der erneute Weg dorthin durch die glühende Mittagshitze macht unter diesen Bedingungen einfach keinen Sinn.
Auch am Jugendzentrum stehen uns leider nur die aufgestellten Dixi-Toiletten zur Verfügung, welche sich in der extremen Hitze des Tages natürlich besonders stark aufheizen. Als wir am Gelände ankommen, sind bereits alle vorhandenen Tische vollständig belegt. Wir setzen uns daher auf freie Bänke und warten sehr lange ab, bis wir uns schließlich zur Abkühlung ein Eis gönnen.
Als sich die Sonne im weiteren Verlauf dreht, wollen wir in einen etwas kühleren, schattigeren Bereich des Geländes ausweichen. Kurze Zeit später werden wir jedoch von einer Helferin in einem sehr unhöflichen Ton angeblafft, dass wir hier keinesfalls sitzen dürfen. Eine erkennbare Absperrung gibt es unsere Meinung nach nicht! Auf unsere direkte Nachfrage nach dem konkreten Grund für dieses Verbot bekommen wir keine nachvollziehbare Antwort geliefert. Es geht scheinbar lediglich darum, sinnlose Vorgaben strikt durchzusetzen, wodurch die Situation vor Ort unnötigerweise eskaliert. Sowohl der gewählte Tonfall als auch diese unverständliche Regel verleiden uns den Spaß an der gesamten Meisterschaft massiv. Wir diskutieren in der Gruppe bereits ernsthaft über einen vorzeitigen Abbruch unserer Teilnahme, entscheiden uns nach reiflicher Überlegung dann aber doch dafür, den Wettkampf fortzusetzen.
Station 7 – Die Elster vom Fort Hahneberg
Die nächste Station muss kurzfristig verlegt werden, da aufgrund der extremen Hitze ein Stromaggregat ausgefallen ist. Aus diesem Grund absolvieren wir diese Wertungsaufgabe direkt im Jugendzentrum. Unsere Aufgabe besteht darin, an einer großen elektronischen Tafel Paare aus verschiedenen Münzen und Wappen zu finden.
Am oberen Rand der Tafel befindet sich eine digitale Anzeige, welche die verbleibende Zeit von 600 Sekunden sowie die aktuell erreichten Punkte darstellt. Jedes fehlerhafte Paar, das wir aufdecken, führt zu einem direkten Abzug von Punkten. Wir kommen mit der Sortierung und Zuordnung im Team sehr gut zurecht. Es handelt sich hierbei um eine der am besten gestalteten Aufgaben des gesamten Wettbewerbs.
Station 8 – Frühlingserwachen
Die nächste Aufgabe hätte es für mich persönlich im Rahmen dieses Wettbewerbs nicht gebraucht, da hier ein Logtext auf fünf verschiedene Arten geschrieben, gestempelt, gestickt, gehämmert und aufgereiht werden soll. Ich übernehme dabei den Part des Stempelns, werde mit meiner Teilaufgabe innerhalb der vorgegebenen Stationszeit jedoch nicht ganz fertig.
Markus muss parallel dazu kleine Plastikteile auf einen Faden auffädeln und darin gezielt alle Fragmente mit der Ziffer Zwei finden.
Lediglich zwei der geforderten Log-Varianten bekommen wir als Team rechtzeitig fertig, während bei den restlichen drei Methoden die verbleibende Zeit einfach nicht mehr ausreicht. Das war rückblickend die Aufgabe, die mir vom gesamten Event am wenigsten gefallen hat.
Station 9 – Fridolins Schätze
Unsere letzte Wertungsaufgabe besteht zunächst darin, mehrere hoch in den Ästen hängende Petlinge mithilfe einer Angelkonstruktion fachgerecht vom Baum zu holen.
Im nächsten Schritt müssen wir die in den heruntergeangelten Petlingen versteckten Rätsel und Hinweiszettel systematisch lösen.
Die ermittelten Codes nutzen wir anschließend, um damit die vielen am Final installierten Zahlenschlösser nacheinander zu öffnen, wobei gilt: Je mehr Schlösser wir erfolgreich knacken, desto mehr Punkte werden unserem Team gutgeschrieben.
Aufgrund der Fülle an Kombinationen werden wir jedoch natürlich nicht ganz in der vorgegebenen Zeit fertig.
Das Abendevent mit der Siegerehrung
Obwohl wir mit unserer letzten Station erst gegen viertel vor sieben fertig sind und laut offiziellem Zeitplan bereits um halb acht die Siegerehrung beginnen soll, entscheiden wir uns dafür, vorher noch in Ruhe essen zu gehen – das haben wir uns nach diesem anstrengenden Tag redlich verdient. Wir vertrauen bei dieser Entscheidung fest darauf, dass auch dieses Orgateam dieses Mal wieder deutlich mehr Zeit benötigt, um alle Punkte und Ergebnisse der Teams präzise auszurechnen.
Zum Glück behalten wir mit unserer Vermutung recht, denn erst kurz vor neun Uhr beginnt schließlich die offizielle Siegerehrung im Jugendzentrum. Der Organisator mit dem Cachernamen „Die Fledermaus“ macht den Anfang des Programms und erzählt vor den versammelten Teilnehmern die einleitende Geschichte rund um die verschollene Kiste zu Ende.
In der nun symbolisch wiedergefundenen Holzkiste befindet sich der eigentliche Siegerpokal des Wettbewerbs.
Im Anschluss daran werden in umgekehrter Reihenfolge, beginnend mit den hinteren Plätzen, die einzelnen Teams auf die Bühne gerufen. Den letzten Platz belegt das Team Lüneburg, während das andere angetretene Team aus dem Saarland, die Saarsucher, den 14. Platz erreicht. Unmittelbar danach und mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur sieben Punkten mehr folgt auch schon unser eigenes Team auf dem darauffolgenden Platz. Am Ende der Verkündung stehen nur noch die Teams aus Essen und Ostwestfalen-Lippe ganz vorne an der Spitze.
Das Team „Die Hasengriller OWL“ gewinnt schließlich die 20. Deutsche Geocaching-Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch!
Die Endergebnisse
Schon kurz nach der Bekanntgabe der Gewinner finde ich auf Wegbseite der Geocaching-Meisterschaft alle Platzierungen der teilnehmenden Teams.
Hier die Detailauswertungen, die an die teilnehmenden Teams verteilt wurden:
Maximal konnten 10 * 16 Punkte, also 160 Punkte erreicht werden plus 7 für einen Bonus, eine Rätselaufgabe, die zu lösen war, bei der aber im Vorfeld nicht kommuniziert wurde, inwieweit sich deren Lösung auf die Gesamtpunktzahl auswirken würde.
Die 21. Deutsche Geocaching-Meisterschaft
Wie auch schon in den Jahren 2009, 2011 und 2018 wird die 21. Deutsche Geocaching-Meisterschaft erneut in Ostwestfalen-Lippe ausgetragen werden. Auf die Qualifikation freue ich mich schon, da das Orgateam ja schon Erfahrung mit dieser Veranstaltung hat!
Mein Fazit
Noch nie ist mir das Schreiben eines Fazits für eine Deutsche Geocaching-Meisterschaft so schwergefallen wie dieses Mal. Die Location für das Vorevent in der Gaststätte G7 war meiner Meinung nach ungeeignet und das dortige Personal kam mit der hohen Anzahl der Teilnehmer nicht wirklich klar.
Für die extremen Wetterbedingungen mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke kann das Organisationsteam natürlich nichts. Die Verantwortlichen haben sichtlich versucht, das Beste aus der Situation zu machen, und zumindest an fast allen Wertungsstationen für die Teilnehmer kostenloses Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Die fehlenden behördlichen Genehmigungen für einige der geplanten Stationen im historischen Fort Hahneberg – einer ehemaligen preußischen Festungsanlage aus dem späten 19. Jahrhundert – kamen gefühlt jedoch recht kurzfristig. Auch unsere anfänglichen Anfragen bezüglich der Getränkeversorgung vor Ort wurden zunächst nur sehr zurückhaltend beantwortet. Zum Glück gab es im Verlauf scheinbar ein Umdenken, sodass die Versorgung kurzfristig noch sichergestellt wurde.
Auch das Jugendzentrum war als Pausenort für eine längere Mittagspause nicht ideal, da es dort schlicht zu wenige Tische und Bänke im Schatten gab. Zudem waren aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgesperrte Bereiche als solche für uns nicht klar zu erkennen, was auf dem Gelände zu unnötigen Konflikten führte. Auch die belehrenden und zum Teil abfälligen Kommentare einzelner Stationsbetreuer trübten bei uns im Team phasenweise die Stimmung.
Aber es war keineswegs alles schlecht. Der überwiegende Teil der Wettbewerbsstationen war handwerklich toll gemacht und vermittelte uns großen Spielspaß. Die Aufgaben präsentierten sich insgesamt sehr abwechslungsreich. Bei vielen beteiligten Ownern spürten wir eine ehrliche Freundlichkeit und die pure Freude darüber, wenn wir das eine oder andere Rätsel erfolgreich lösen konnten. Fast alle Helfer waren nett und hilfsbereit. Meine persönlichen Highlights des Wettbewerbs waren die technisch ausgefeilten Kästen von Fichte68, das elektronische Paaresuchen an der Spieletafel sowie die Station, bei der wir die Würfel im komplett Dunkeln ertasten mussten. Das war alles klasse umgesetzt – an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Danke dafür.
Von zukünftigen Organisationsteams würde ich mir für die kommenden Jahre wieder eine stärkere Rückbesinnung auf das bewährte Regelwerk der Meisterschaften aus dem Zeitraum zwischen 2011 und 2019 wünschen. Bei diesen vergangenen Austragungen war bei jeder einzelnen Aufgabe im Vorfeld transparent klar, wie viele Punkte es für welchen Lösungsschritt gibt und wann genau welche Abzüge, beispielsweise für das Öffnen eines Hinweises (Hints), vorgenommen werden.
Rückblickend hat mir meine mittlerweile 13. Teilnahme an einer Geocaching-Meisterschaft überwiegend Spaß bereitet. Für den enormen Arbeitsaufwand und den persönlichen Einsatz unter schwierigen Bedingungen gebührt dem gesamten Orgateam mein voller Respekt!
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Alle meine bisherigen Berichte über die Geocaching-Meisterschaften seit 2011 findet Ihr auf der Seite „Meine Teilnahmen bei der Geocaching Meisterschaft„.
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Wie hat euch unser Erfahrungsbericht über die Teilnahme an der 20. Deutschen Geocaching-Meisterschaft in Berlin gefallen? Habt ihr selbst schon einmal an einer Meisterschaft teilgenommen? Möchtet ihr euch um einen der begehrten Startplätze für die nächste Meisterschaft bemühen?









































Hallo,
Ja, es ist nicht alles Rund gelaufen, aber das Team Ockidocki hat nach der Absage des Gewinner der 19. GCM im letzten Jahr, die Meisterschaft auszurichten, hier echt einen gut!
Es ist eine große Verantwortung mit viel Arbeit, eine solche Veranstaltung auszurichten. Und das freiwillig. Das verdient Anerkennung und Respekt.
Auch die Qualifikation war Teil der Meisterschaft und die fand ich richtig gut.
Daher von mir vielen Dank an die Orga und alle Helfer!
Lg Gabunz von den Saarsuchern