Ein verlassenes Jugendhotel, eine Geschichte über ein vermisstes Kind und 16 verschlüsselte Dokumente – dieser Multi-Cache ist anders als alles, was ihr bisher gespielt habt.
Was den Ort so besonders macht und wie der Cache aufgebaut ist, lest ihr im Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Der Multi „Wo bist Du?“
Mit Freunden habe ich mich kürzlich an den Multi‑Cache „Wo bist du?“ gewagt, einen sogenannten Kalendercache, der in einem ehemaligen Jugendhotel spielt. Für die Teilnahme ist vorab die Buchung eines freien Termins über den Geocaching-Planer zwingend erforderlich; aktuell sind im Kalender noch zahlreiche Slots verfügbar. Da vor Ort keinerlei Mobilfunkempfang besteht, stellt der Owner in der Bestätigungs‑E‑Mail einen Link zu insgesamt 16 PDF‑Dateien bereit. Bis auf die erste Datei sowie ein Hilfe‑ und Lösungsdokument sind alle PDFs verschlüsselt. Jede Datei erzählt den Abschnitt der Geschichte, der zur jeweiligen Station gehört, und beschreibt die dort anstehende Aufgabe. Erst nach dem erfolgreichen Lösen einer Station lässt sich das Dokument für den nächsten Abschnitt entschlüsseln.
Inhaltlich dreht sich die Geschichte um das Thema vermisster Kinder in Deutschland. Im Mittelpunkt steht eine Mutter, die seit Jahrzehnten auf ein Lebenszeichen ihrer verschwundenen Tochter Janette wartet und nach dem Erhalt mysteriöser Briefe erneut versucht, deren Spur aufzunehmen.
Der Cache führt die Teams durch ein komplettes Gebäude sowie den angrenzenden Außenbereich. Die dort zu lösenden Rätsel sind anspruchsvoll, aber stets mit etwas Geduld und Sorgfalt machbar. Sollte eine Aufgabe einmal zu komplex sein, sorgt das mitgeführte Lösungsdokument dafür, dass kein Team abbrechen muss und der Cache dennoch erfolgreich beendet werden kann.
Bitte beachtet, dass der Cache-Owner im Listing seines Geocaches auf das Folgende hinweist:
Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass wir, die Owner dieses Caches keinerlei Verantwortung und Haftung für Schäden jedweder Art übernehmen. Jeder, der sich auf die Suche nach diesem Cache macht, ist damit einverstanden und für sein Tun und Handeln ausschließlich selbst verantwortlich. Wenn Ihr dies akzeptiert, könnt Ihr den Button drücken und den Kalender einsehen.
Der im Listing angegebene Parkplatz bietet Raum, für ca. 3-4 Autos und ist ideal um diesen Multi-Cache zu spielen!
Die Location von „Wo bist Du?“
Nachdem wir unser Cachemobil abgestellt haben, laufen wir direkt zur ersten Station. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der örtlichen Bushaltestelle vorbei, deren Fahrplan deutlich zeigt, dass hier nur sehr selten ein Bus hält.
Um spätere Suchteams nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nicht auf die Details der einzelnen Stationen eingehen, sondern Euch lediglich ein paar Impressionen dieses ehemaligen Wald- und Jugendhotels zeigen.
An den Eingängen des verlassenen Gebäudekomplexes fehlen inzwischen die Türen vollständig.
Die Wände der langen, kargen Gänge im Inneren sind recht kahl, düster und teilweise mit Graffiti besprayt.
Zunächst schauen wir uns im Wohntrakt der Anlage um. In diesen Gängen sind die alten Holztüren zu den ehemaligen Zimmern teilweise noch erhalten geblieben.
Die großen, kahlen Wände im zentralen Treppenhaus sind mittlerweile alle flächendeckend besprayt worden.
Auch von der ursprünglichen Elektrik des Hauses ist heute im gesamten Objekt kaum noch etwas übrig.
Im obersten Stockwerk des Gebäudes finden wir schließlich eine fest installierte Leiter, die hinauf auf das Dach führt. Da wir der Stabilität der Konstruktion nach den Jahren des Leerstands nicht mehr trauen, verzichten wir konsequent auf den Aufstieg.
Stellenweise fehlen in den Räumen die kompletten Fenster samt ihrer Rahmen. Die großen, offenen Löcher in den Wänden ermöglichen uns einen interessanten Blick nach draußen in die umgebende Natur.
In den einzelnen Zimmern selbst ist heute kaum noch eine Einrichtung vorhanden.
Der gesamte Gebäudekomplex ist recht groß dimensioniert. Aus dem obersten Stockwerk lässt sich diese weitläufige Struktur der Anlage besonders gut überblicken.
Bei dem verlassenen Komplex handelt es sich um das ehemalige Wald- und Jugendhotel Sorbitzmühle im thüringischen Sitzendorf, das idyllisch im Sorbitztal liegt. Das Objekt blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im 19. Jahrhundert wurde das Areal als Mahlmühle genutzt und später zu einer beliebten Gaststätte sowie einer Pension ausgebaut, bevor es zu DDR-Zeiten als Betriebsferienheim und schließlich bis zur Schließung nach der Wende als Wald- und Jugendhotel diente.
An manchen Stellen wirken die verbliebenen Gebäudeteile im Inneren heute schon fast wie komplett entkernt.
Auf unserem weiteren Weg durch die Gebäude kommen wir auch in den großen, ehemaligen Aufenthalts- und Essbereich. Hier bietet sich uns ein wüster Anblick, denn die einstmals getäfelte Holzdecke ist bereits großflächig heruntergekommen und beschädigt.
Eine einzelne Säule mit kleinen, quadratischen Kacheln schaut im Vergleich zum Rest des Raumes dafür noch ganz gut aus.
In diesem Trakt liegt noch etwas alte Elektronik verstreut auf dem Fußboden herum.
Danach wechseln wir das Gebäude und gehen hinüber in das ehemalige Heizgebäude der Anlage. Auch hier ist infolge des langjährigen Leerstands nicht mehr viel von der ursprünglichen Einrichtung übrig geblieben.
Anschließend laufen wir einmal komplett um die Gebäude herum und schauen uns die verlassene Anlage noch einmal aufmerksam von draußen durch die Fensteröffnungen hinein an.
Da der gesamte Komplex direkt am Hang liegt, bekommen wir von einer etwas weiter oben gelegenen Position aus einen deutlich besseren Überblick über die Anordnung der einzelnen Gebäudeteile.
Aus etwas größerer Entfernung ist der mehrstöckige Gebäudekomplex schließlich fast in seiner gesamten Breite zu sehen.
Langsam wird es für uns Zeit, den Rückweg zum abgestellten Cachemobil anzutreten. Dabei drehen wir uns noch einmal um und werfen einen letzten Blick zurück auf die verlassenen Gebäude.
Auf dem Weg kommen wir sogar direkt an dem letzten noch intakten Hinweisschild vorbei, welches gut lesbar auf das ehemalige Wald- und Jugendhotel Sorbitzmühle verweist.
Damit geht unsere Geocaching-Tour über das verlängerte Wochenende schon wieder zu Ende und wir treten die lange Rückfahrt ins Saarland an.
Die interaktive Karte von „Wo bist Du?“
Auf der folgenden Karte könnt Ihr die Lage dieses Multi-Caches sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei dem Multi-Cache öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com.
Falls Ihr Euch die Tour gefällt, so könnt ihr hier die gpx-Datei herunterladen.
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Wie hat Euch meine Vorstellung des Lostplaces „Wo bist Du“ gefallen? Habt ihr selbst diesen Geocache besuchen können? Wie hat er Euch gefallen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!
























