Erlebe Augsburgs reiche Geschichte hautnah und entdecke versteckte Winkel der Altstadt, die weit über die bekannten Marionetten der Puppenkiste hinausgehen.
Dieser Bericht liefert dir eine praxiserprobte Route inklusive interaktiver Karte, mit der du deinen eigenen Rundgang perfekt planen und dabei spielerisch die Stadt erkunden kannst.
Inhaltsverzeichnis
- Meine Hotelempfehlung für Augsburg
- Vom Königsplatz zum Rathausplatz
- Durch die Gassen von Augsburg
- Besichtigung der Fuggerei
- Mittagspause im ältesten Gasthof
- Weiter zu St. Moritz
- Rund ums Fuggerhaus
- Vorbei an den alten Stadttoren
- Die Augsburger Puppenkiste
- Rund um St. Ulrich
- Am Rathaus
- Zum Abschluss in den Dom
- Interaktive Karte meiner Tour durch Augsburg
Meine Hotelempfehlung für Augsburg
Den letzten Jahreswechsel verbringe ich im geschichtsträchtigen Augsburg und entscheide mich hierfür für die kurze Wanderreise 5686 bei Wikinger. Nach meiner Anreise checke ich im Bio Hotel Bayerischer Wirt (Provisionslink) ein, das praktischerweise über einen kostenlosen Parkplatz verfügt, was mir die Ankunft im Stadtteil Lechhausen sehr erleichtert. Mein Zimmer ist angenehm geräumig und funktional mit einem Schreibtisch sowie einem gemütlichen Sessel ausgestattet, auch wenn ich auf einen Balkon verzichten muss.
Das Badezimmer präsentiert sich ebenfalls in einer ordentlichen Größe und wirkt modern gestaltet.
Mit meiner Unterbringung bin ich insgesamt sehr zufrieden. Das Frühstück am nächsten Morgen wird in Buffetform angeboten und lässt kaum Wünsche offen, wobei die warmen Eierspeisen auf Wunsch ganz frisch für mich zubereitet werden.
Das Hotel selbst befindet sich im Augsburger Stadtteil Lechhausen, einem Ort, der bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde und heute durch die unmittelbare Nähe zur Autobahn A8 besonders gut und schnell zu erreichen ist. Für meine Erkundungstouren in die historische Altstadt ist die Lage ideal, denn nach etwa 700 Metern Fußweg erreiche ich bereits die Haltestelle der Straßenbahn, die mich direkt in das interessante Zentrum bringt.
Vom Königsplatz zum Rathausplatz
Dank meines Deutschlandtickets fahre ich ganz entspannt und ohne Zusatzkosten mit der Tram zum zentralen Königsplatz, dem Herzstück des Augsburger Nahverkehrs, wo ich sofort mein Smartphone zücke und beginne, nach Labcaches in der unmittelbaren Umgebung zu schauen.
Von dort aus schlendere ich gemütlich durch die belebte Fußgängerzone dieser geschichtsträchtigen Stadt, die bereits im Jahr 15 v. Chr. als bayerische Metropole unter den Römern gegründet wurde und heute mit ihren prachtvollen Bauten beeindruckt.
Da es heute jedoch extrem kalt ist, suche ich mir in dem Moment, als ich am imposanten Jakob-Fugger-Denkmal auf dem Fuggerplatz ankomme, ein einladendes Café zum Aufwärmen.
Ich gönne mir eine süße Auszeit bei Kaffee und Kuchen im Café Artisanal, welches sich in einem wunderschönen historischen Gebäude mit dem typischen Charme der Altstadt befindet. Danach schlendere ich gut aufgewärmt weiter zum prachtvollen Augsburger Rathaus, wo ich schließlich wieder in die Tram steige und den Rückweg zu meinem Hotel antrete.
Durch die Gassen von Augsburg
An einem der darauffolgenden Tage steht ein ganzer Tag Augsburg auf dem Programm und unsere Gruppe fährt voller Vorfreude mit der Tram zum Rathausplatz, wo wir unseren Stadtrundgang in Richtung Jakobervorstadt starten. Dabei kommen wir an einem faszinierenden historischen Gebäude vorbei, das direkt auf die Barfüßlerbrücke gebaut wurde. Die gleich daneben liegende Barfüßerkirche wurde schon im 13. Jahrhundert durch den Franziskanerorden erbaut.
Danach geht es für uns weiter durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, die seit 2019 aufgrund ihres einzigartigen Wassermanagement-Systems zum UNESCO-Welterbe gehört.
Wir biegen in einen großen Innenhof ein, wo wir von unserer Stadtführerin viel Wissenswertes über die Geschichte Augsburgs erfahren, die als eine der ältesten Städte Deutschlands.
Dann führt unser Weg weiter über einen der vielen Kanäle, die Augsburg durchziehen und mit ihren insgesamt über 500 Brücken sogar Venedig Konkurrenz machen.
Langsam nähern wir uns unserem nächsten Ziel, während wir die besondere Atmosphäre der historischen Viertel genießen.
Besichtigung der Fuggerei
An der Pforte zur Fuggerei bezahlt unsere Stadtführerin den Eintritt und gibt uns einen knappen Überblick über die Geschichte dieses besonderen Ortes, der im Jahr 1521 von Jakob Fugger dem Reichen als weltweit älteste bestehende Sozialsiedlung für bedürftige Augsburger Bürger gestiftet wurde. Die Siedlung umfasst heute 67 Häuser mit 142 Wohnungen sowie eine eigene Kirche und ist für ihre jährliche Kaltmiete von lediglich einem Rheinischen Gulden, was heute 0,88 Euro entspricht, sowie drei tägliche Gebete weltberühmt.
Beim Schlendern durch die weitläufige Fuggerei kommen wir an einem Pappaufsteller von dem Gründer Jakob Fugger vorbei, dessen enormes Vermögen einst die Politik des Heiligen Römischen Reiches maßgeblich beeinflusste.
Auf dem Gelände gibt es sogar einen alten Wehrmachtsbunker aus dem Jahr 1943, der heute als kleines Museum dient und die Zeit der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg dokumentiert.
Natürlich schaue ich mich im Bunker etwas um, doch es gibt nur wenige Räume mit ein paar Informationstafeln und Ausstellungsstücken, die die beklemmende Atmosphäre der damaligen Schutzsuchenden vermitteln.
Da ich der einzige aus der Gruppe bin, der sich für das kleine Museum interessiert, beeile ich mich bei der Besichtigung sehr, um den Anschluss an die restliche Gruppe nicht zu verlieren.
Wir laufen weiter durch die wirklich riesige Siedlung, die heute immer noch von rund 150 Menschen bewohnt ist und ihren ganz eigenen, dörflichen Charme inmitten der Großstadt bewahrt hat. In einem der kleinen Häuser schauen wir uns ein weiteres Museum an, welches das Leben der Leute damals zeigt und die sehr bescheidenen, aber funktionalen Wohnverhältnisse der früheren Bewohner visualisiert. Drinnen finde ich diese Karte, die zeigt, wie Augsburg zu Zeiten der Fugger einmal ausgesehen hat.
Nach dem Besuch des Museums verlassen wir die Fuggerei durch eines der massiven Tore und laufen gemeinsam in Richtung Innenstadt zurück.
Von der geschichtsträchtigen Fuggerei aus laufen wir durch malerische Gassen vorbei an kleinen Kanälen, die Teil des weit verzweigten Augsburger Wassersystems sind, welches aufgrund seiner historischen Bedeutung für die Textilindustrie und Trinkwasserversorgung seit 2019 zum UNESCO-Welterbe zählt.
Nach kurzer Zeit erreichen wir das Bauerntanz Altstadtgasthaus, welches bereits im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde und als das älteste noch erhaltene Gasthaus von Augsburg gilt, in dem einst sogar Berühmtheiten wie Wolfgang Amadeus Mozart eingekehrt sein sollen. Hier kehren wir in die urige Gaststube ein und ich gönne mir zur Stärkung nach meinem Stadtspaziergang einen kühlen Radler und eine kräftige Maultaschensuppe.
Weiter zu St. Moritz
Ich schlendere nach dem Mittagessen entspannt in die Innenstadt von Augsburg und laufe direkt an der beeindruckenden Kirche St. Moritz vorbei, die als eine der ältesten Stiftungen der Stadt gilt und deren Geschichte bis in das Jahr 1019 zurückreicht.
Direkt auf der anderen Straßenseite steht das geschichtsträchtige Weberhaus mit seiner auffällig bunten Fassade, das ursprünglich im 14. Jahrhundert als Zunfthaus der Weber erbaut wurde und heute mit seinen prachtvollen Malereien die wirtschaftliche Bedeutung der Textilherstellung für das spätmittelalterliche Augsburg eindrucksvoll dokumentiert.
Ich laufe jetzt über die prachtvolle Maximilianstrasse in Richtung der Basilika St. Ulrich und Afra.
Rund ums Fuggerhaus
Nach nur wenigen Schritten erreicht unsere Gruppe das prachtvolle Fuggerhaus in der Augsburger Maximilianstraße, das ab 1512 als Residenz für Jakob Fugger den Reichen erbaut wurde und bis heute als architektonisches Zeugnis für den unermesslichen Reichtum der wohl bedeutendsten Kaufmannsfamilie der Renaissance gilt. Durch den offenen Haupteingang gehen wir direkt in den Zofenhof, von dem wir einen faszinierenden Blick in den leider abgeschlossenen Damenhof werfen können, der mit seinen filigranen Arkadenbögen und toskanischen Säulen als einer der schönsten Innenhöfe der deutschen Renaissance gilt.
Wir gehen weiter durch das nächste Tor und erreichen den großen Reiterhof, der damals so großzügig geplant wurde, dass Gäste hoch zu Ross direkt bis in das Innere des Anwesens gelangen konnten.
Auch diesen weitläufigen Hof verlassen wir durch das nächste große Tor und stehen jetzt unvermittelt vor dem historischen Zeughaus, das zwischen 1602 und 1607 von Stadtbaumeister Elias Holl errichtet wurde und dessen imposante Fassade mit der bronzenen Figurengruppe des heiligen Michael beim Sieg über den Teufel eines der bedeutendsten Denkmale des Manierismus in Süddeutschland darstellt.
Danach gehen wir gemeinsam weiter in Richtung der östlichen Stadttore, die einst den Zugang zur Stadt sicherten und heute als Teil der historischen Wehranlagen wunderbare Anhaltspunkte für eine Entdeckungstour durch das alte Augsburg bieten.
Vorbei an den alten Stadttoren
Unser erstes Ziel ist das markante Vogeltor, das als einer der wenigen verbliebenen Türme der ehemaligen Stadtbefestigung im 15. Jahrhundert erbaut wurde und heute mit seinem spitzen Dach ein wichtiger Orientierungspunkt am östlichen Rand der Altstadt ist.
Von dort schlendern wir ein Stück parallel zur an dieser Stelle noch erhaltenen Stadtmauer, die Augsburg einmal vollständig umgeben hat und im Mittelalter als eine der modernsten Verteidigungsanlagen Mitteleuropas galt, bevor große Teile im 19. Jahrhundert dem Wachstum der Stadt weichen mussten.
Nach einem längeren Spaziergang durch zwei Wohnviertel erreichen wir das beeindruckende Rote Tor mit seinem markanten Turm, das bereits im Jahr 1223 erstmals urkundlich erwähnt wurde und unter Stadtbaumeister Elias Holl im frühen 17. Jahrhundert sein heutiges, repräsentatives Aussehen erhielt.
Gleich dahinter befindet sich eine weitläufige Verteidigungsanlage mit einem weiteren Tor.
Dieser Eingang in die Stadt war einmal sehr gut geschützt, da er durch das komplexe Bastionssystem und die umliegenden Wasserläufe des Lechs eine strategisch entscheidende Rolle für die Sicherheit der freien Reichsstadt Augsburg spielte.
Die Augsburger Puppenkiste
Auf unserem Weg in die Innenstadt kommen wir an der weltberühmten Augsburger Puppenkiste vorbei, die seit ihrer Gründung durch Walter Oehmichen im Jahr 1948 im historischen Heilig-Geist-Spital untergebracht ist und durch ihre Fernsehproduktionen Generationen von Kindern und Erwachsenen mit Charakteren wie Urmel oder Jim Knopf verzaubert hat.
Gleich gegenüber in einem liebevoll gestalteten Schaufenster können wir einige der handgefertigten Marionetten bewundern.
Leider ist während unseres Aufenthalts keine Zeit das Theater mal in Aktion zu erleben.
Rund um St. Ulrich
Vom Puppentheater laufen wir den kurzen, aber steilen Anstieg hinauf zur Basilika St. Ulrich und Afra, die als ein Wahrzeichen Augsburgs gilt.
Drinnen bewundern wir den prachtvollen Hochaltar im sehr hohen Hauptschiff, das eine lichte Höhe von etwa 30 Metern erreicht und einem durch die gewaltigen Dimensionen sowie das filigrane Sterngewölbe sofort das Gefühl verleiht, sehr klein zu sein.
Wieder draußen werfen wir einen intensiven Blick zurück auf dieses besondere Gebäudeensemble St. Ulrich, das eine architektonische Besonderheit darstellt, da die katholische Basilika St. Ulrich und Afra und die evangelische Kirche St. Ulrich direkt nebeneinander liegen und so als eines der bedeutendsten Denkmale für den Augsburger Religionsfrieden von 1555 gelten, der das friedliche Miteinander der Konfessionen in der ehemaligen Reichsstadt rechtlich festschrieb.
Durch die Maximilianstrasse, die als eine der kunsthistorisch bedeutsamsten Straßenzüge Süddeutschlands gilt und von prunkvollen Renaissance-Fassaden gesäumt wird, laufen wir wieder zurück zum Rathaus.
Am Rathaus
Auf dem Platz vor dem Rathaus stehen noch die inzwischen leeren Verkaufsstände des Augsburger Christkindlesmarktes.
Oben an der imposanten Rathausfassade des Elias-Holl-Baus, der als einer der bedeutendsten Profanbauten der Renaissance nördlich der Alpen gilt, ist der mächtige Reichsadler zu sehen, der stolz auf die einstige Bedeutung Augsburgs als freie Reichsstadt hinweist.
Gerne hätte ich mir den berühmten Goldenen Saal angeschaut, der mit seiner prachtvollen Decke und den blattgoldverzierten Portalen ein Meisterwerk der Spätrenaissance darstellt; leider wird das Rathaus jedoch gerade restauriert und der Saal ist auf absehbare Zeit nicht zugänglich, sodass ich mich mit den Fotografien des Goldenen Saals vorliebnehmen muss, die im Erdgeschoss während der Bauarbeiten für Besucher aufgebaut wurden. Auch ein faszinierendes Modell der mittelalterlichen Stadt ist dort ausgestellt, welches die engen Gassen und die wehrhafte Struktur Augsburgs im Wandel der Jahrhunderte detailgetreu abbildet.
Ich verlasse das Rathaus wieder und stelle fest, dass obwohl der Weihnachtsmarkt schon vorüber ist, noch einige Gebäude am Abend toll beleuchtet sind.
Zum Abschluss meiner Tour gehe ich weiter zum Dom St. Maria.
Zum Abschluss in den Dom
Schon auf dem Weg zum Hohen Dom St. Maria ist seine beeindruckende Größe deutlich zu sehen, wobei die Architektur durch die verschiedenen Bauphasen vom 11. bis zum 14. Jahrhundert geprägt ist und sich dem Betrachter rechts mit einer hellen, weißen Putzfläche sowie links mit einer markanten Backsteinfassade präsentiert.
Ich betrete den Dom durch riesige hölzerne Türen mit toll verzierten Beschlägen, die den Zugang zu diesem bedeutenden bayerischen Baudenkmal bilden, das auf den Fundamenten römischer Bauten errichtet wurde und heute als eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt gilt.
Wow – das riesige Hauptschiff hat hier ein tolles Gewölbe, das in seiner gotischen Pracht die Blicke nach oben zieht und eine harmonische Verbindung zu den romanischen Bauteilen des Doms schafft, während das sanfte Licht durch die berühmten Prophetenfenster fällt.
Ich drehe eine große Runde durch den Dom, werfe einen kurzen Blick in die unterirdischen Gewölbe der Krypta aus dem 10. Jahrhundert, in der die Gräber früherer Bischöfe ruhen, und fahre anschließend mit der Tram wieder zurück in mein Hotel, um die vielen kulturellen Eindrücke dieses ereignisreichen Tages Revue passieren zu lassen.
Interaktive Karte meiner Tour durch Augsburg
Auf der folgenden Karte könnt ihr die von mir besuchten Sightseeing-Spots meiner Tour durch die historische Altstadt von Augsburg sehen. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Zusätzlich habe ich euch die Wegpunkte von meinen Unterkunfts- und Restaurantempfehlungen und den Sightseeing-Spots eingezeichnet, die wir uns genauer angeschaut haben. Bitte beachtet, dass alle Links zu Unterkünften sogenannte Provisionslinks sind. Wenn ihr darüber bucht, kostet es euch nicht mehr und ich bekomme eine kleine Provision. Im Voraus besten Dank für eure Unterstützung meines Blogs!
Falls euch meine Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich alle meinen Touren in Augsburg auch in mein Komoot eingestellt.
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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Augsburg gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.









































