Geocaching & Wandern: Genießerpfad Rötenbachschlucht & Löffingen

Entdecke einen der spektakulärsten Premiumwanderwege im Hochschwarzwald: Die Rötenbachschlucht wurde 2024 mit beeindruckenden 88 Punkten zertifiziert und begeistert mit einem Pfadanteil von 57 Prozent. Wandere durch mystische Nadelwälder, vorbei an tosenden Wasserfällen und moosbedeckten Felsen und erlebe die wilde Schönheit des Schwarzwalds auf den Spuren des Holländer-Michels.

Die Route ist 10,5 Kilometer lang, hat rund 315 Höhenmeter und zahlreiche Highlights, wie die idyllische Schutzhütte mit Stempelstelle. Dich erwartet ein unvergessliches Abenteuer – und als Bonus wartet in Löffingen eine spannende Lab-Cache-Runde samt echter Schwarzwälder Kirschtorte auf dich!

 

 

Der Genießerpfad Rötenbachschlucht

Der Genießerpfad Rötenbachschlucht im Hochschwarzwald ist ein echtes Highlight für Wanderfreunde und Geocacher. Erst im Jahr 2024 wurde der Weg vom Deutschen Wanderinstitut mit beeindruckenden 88 Punkten zertifiziert. Besonders spannend für alle, die gerne abseits breiter Forstwege unterwegs sind: Der Pfadanteil liegt bei stolzen 57 Prozent. Offiziell wird die Tour vom Wegbetreiber mit einer Länge von 10,98 Kilometern und rund 275 Höhenmetern angegeben. Bei einem Schwierigkeitsgrad von schwer gibt er die reine Wanderzeit mit vier Stunden an.

Ich habe die Tour natürlich für dich getestet und mein GPS mitlaufen lassen. Am Ende standen bei mir 10,5 Kilometer und 315 Höhenmeter auf der Uhr. Da ich viel fotografiert habe und mir eine ausgiebige Mittagspause gegönnt habe, war ich insgesamt knappe viereinhalb Stunden in der Schlucht unterwegs.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Wie es sich für einen echten Premiumwanderweg gehört, ist die Strecke vorbildlich markiert. Ich habe mein GPS zur Navigation eigentlich gar nicht benötigt, da die Beschilderung lückenlos ist. Ein toller Service auf diesem Genießerpfad sind zudem die regelmäßigen Kilometermarkierungen, die dir immer genau zeigen, wie viel Strecke du schon hinter dir hast.

Falls du mit dem Auto anreist, empfehle ich dir den Wanderparkplatz Hardt. Er bietet Platz für etwa 10 bis 12 Fahrzeuge. Als ich morgens um viertel vor zehn dort ankam, konnte ich noch ganz entspannt einen freien Parkplatz finden. Dennoch lohnt es sich, früh zu starten, damit du die Ruhe in der Rötenbachschlucht in vollen Zügen genießen kannst.

Vom Parkplatz zum Röthenbach

Nachdem ich mein Auto abgestellt habe, starte ich meine Tour vom Parkplatz aus zunächst über einen asphaltierten Weg, der mich direkt in den schönen Nadelwald führt.

Achte hier auf die Wegweiser: Kurz darauf zweigt die Route rechts den Hang hinunter ab. Ich folge dort einem breiten Forstweg, der mich an einer beeindruckenden Felswand vorbeiführt. Ein besonderer Blickfang ist der Platz direkt davor, an dem mich unzählige Steinmännchen begrüßen – ein tolles Motiv für ein kurzes Foto, bevor es weitergeht.

Kurz hinter dieser Stelle biege ich wieder nach rechts in einen schmalen Wanderpfad ein.

 

Immer am Röthenbach entlang

Ab hier wird es richtig idyllisch, denn der Pfad folgt nun direkt dem Lauf des Rötenbachs. Das sanfte Plätschern des Wassers ist für mich der perfekte Begleiter auf diesem ersten Stück meiner Wanderung durch die Schlucht. Wenn du genau hinschaust, entdeckst du am Wegesrand vielleicht auch die ersten Biberspuren.

Von den Tieren selbst habe ich bei meinem Besuch zwar nichts gesehen, aber die Fraßspuren an den Bäumen verraten deutlich, dass die fleißigen Nager hier ihr Revier haben.

Ich setze meine Tour anschließend über einen schmalen Wanderpfad fort, der sich abwechslungsreich durch das Gelände schlängelt. Der Weg steigt mal zum Teil kurz und knackig an und fällt dann wieder ab. Hier solltest du allerdings ein bisschen aufpassen: Der Boden ist an vielen Stellen mit Wurzeln durchzogen.

Ich musste meine Füße ordentlich anheben, um nicht ins Stolpern zu geraten, während ich immer weiter am Bach entlang gewandert bin. Schließlich mündet der Pfad in einen breiteren Fahrweg direkt an einer großen Brücke, die ein markanter Orientierungspunkt auf der Strecke ist.

Der Premiumwanderweg Rötenbachschlucht hat eine Besonderheit: Er verläuft in Form einer Acht. An der großen Brücke kreuzen sich Hin- und Rückweg meiner Tour. Ich entscheide mich an diesem Punkt dazu, die Brücke erst einmal links liegenzulassen und folge dem Forstweg weiter bis zur nächsten Abzweigung. Dort biege ich links in einen schmalen Wanderpfad ein, der mich direkt hinunter zum Bach führt. Diesem Pfad folge ich nun eine ganze Weile bis zu einem ganz besonderen Ort: der Mündung, an der der Rötenbach schließlich in die Wutach fließt.

Auch in diesem Bereich sind mir sofort wieder deutliche Biberspuren aufgefallen

Ich habe sogar einige frisch gefällte Bäume entdeckt, die zeigen, wie aktiv die Tiere hier im Naturschutzgebiet am Werk sind. Der Wanderpfad läuft manchmal nahe am Bach …

… und dann wieder etwas höher im Hang bei den Felsen. Hier gefällt es mir sehr gut!

Kurz darauf erreiche ich eine weitere Brücke, an der sich die Schlucht sichtlich öffnet.

Hier steht eine Schutzhütte, die gleichzeitig eine offizielle Stempelstelle für den Wanderpass beherbergt.

Für mich war das ein kleiner persönlicher Meilenstein, denn ich konnte dort meinen allerersten Stempel überhaupt sammeln.

Was danach folgt, ist für mich einer der schönsten Abschnitte der gesamten Wanderung.

Der Pfad schlängelt sich herrlich durch den steilen Uferhang, mal geht es ein Stück aufwärts, dann wieder sanft abwärts.

Während ich dort wandere, genieße ich immer wieder die fantastischen Ausblicke auf den Bach und seine zahlreichen kleinen Wasserfälle.

Die gesamte Umgebung wirkt durch die mit Moos bewachsenen Felsen unglaublich idyllisch.

Ein besonderes Highlight auf dem Weg war ein riesiger, umgefallener Baum, unter dem ich hindurchschlüpfen musste. t.

Hier kommt es definitiv auf die richtige Perspektive an: Ich habe die Gelegenheit direkt für ein lustiges Selfie genutzt. Mit dem richtigen Winkel sieht es so aus, als würde ich den massiven Stamm wie Herkules nach oben stemmen – ein tolles Motiv für jeden Wanderbericht.

 

Von der Wutach hinauf zum Hörnle

Kurz hinter dem markanten umgestürzten Baum erreiche ich die Stelle, an der der Rötenbach schließlich in die Wutach mündet. Die Brücke dort lasse ich allerdings wieder links liegen, denn nun wartet ein längerer Anstieg auf mich.

Zunächst geht es auf einer Strecke von gut 900 Metern nach oben, vorbei an einigen Geröllfeldern.

Auf dieser Strecke bewältige ich die ersten 90 Höhenmeter. Dann erreiche ich einen kleinen Tunnel. Der führt unter den Bahngleisen hindurch.

Damit ist der Anstieg aber noch lange nicht erledigt. Es folgen weitere 750 Meter Wanderweg, auf denen ich noch einmal 90 Höhenmeter überwinden muss. Insgesamt benötige ich für die knapp 200 Höhenmeter von der Wutach hinauf zum Hörnle eine knappe dreiviertel Stunde. Wenn du diesen Abschnitt planst, solltest du also durchaus ein wenig Puste und Ausdauer mitbringen.

Oben angekommen, ist das Hörnle eigentlich ein perfekter Ort für eine Rast. Leider habe ich bei meinem Besuch Pech, denn am Picknickplatz sind bereits alle Sitzgelegenheiten besetzt.

Ich lasse mir die Laune aber nicht verderben, genieße stattdessen kurz die weite Aussicht über die Landschaft und setze dann meine Wanderung fort.

Auf der anderen Seite des Hörnle beginnt mein Abstieg ins Tal.

 

Zurück in Tal zum Röthenbach

Vom Hörnle aus führt mich der Weg nun über einen breiten, geschotterten Forstweg stetig bergab. Während ich den Abstieg genieße, komme ich am Max-Ehinger-Heim vorbei.

Das Haus liegt heute ganz verlassen und still da, was der Atmosphäre am Waldrand etwas Friedliches verleiht. Da ich nach dem anstrengenden Aufstieg ohnehin eine Stärkung brauche, nutze ich die Gunst der Stunde und lege am Tisch im Garten meine Mittagspause ein. Ich packe meine belegten Brote und die Wasserflasche aus und genieße die Ruhe im Schwarzwald. Nach einer knappen halben Stunde Pause fühle ich mich wieder fit und wandere weiter. Der Weg führt mich über einen breiten Fahrweg gemütlich dahin, bis ich schließlich wieder die Brücke erreiche.

Das ist der Moment, in dem ich den Kreis schließe und den ersten Teil meiner Acht auf dem Genießerpfad erfolgreich beendet habe.

 

Durch einen idyllischen Wald zurück zum Parkplatz

Unten wieder am Röthenbach angekommen, überquere ich die Brücke und folge dem Fahrweg nach links. Lange bleibe ich dort jedoch nicht, denn schon am nächsten Wegweiser biege ich rechts in einen schmalen Pfad ein. Dieser Abschnitt führt mich durch einen herrlich idyllischen Nadelwald, wo es am Bach entlang leicht bergauf geht.

Die Umgebung hier ist wunderschön wild, mit viel Moos und den typischen Wurzelwegen, die man im Schwarzwald so liebt.

Während ich so durch die dichten Tannen wandere, kommt mir immer wieder ein ganz bestimmter Gedanke: Dieser Wald erinnert mich irgendwie an das alte Schwarzwald-Märchen vom Holländer-Michel und dem Glasbläsermännlein von Wilhelm Hauff. Die Atmosphäre zwischen den dunklen Stämmen und dem tiefgrünen Moos ist so dicht, dass ich fast erwarte, jeden Moment eine der Figuren hinter dem nächsten Baum hervorlugen zu sehen. Es ist genau diese mystische Stimmung, die das Wandern und Geocaching im Schwarzwald für mich so besonders macht. Wenn du die Erzählung „Das kalte Herz“ kennst, wirst du dich auf diesem Abschnitt der Tour sofort in die Geschichte versetzt fühlen.

Nachdem ich eine kleine Brücke überquert habe, verlasse ich den dichten Wald für einen Moment. Der Weg führt mich am Waldrand entlang, vorbei an weiten Feldern und Wiesen, bevor es wieder zurück in den Schatten der Bäume geht. Ein besonderes Highlight auf diesem Teilstück sind die vielen liebevoll gestalteten Holzskulpturen von Ameisen, die den Wegesrand säumen.

An der letzten Kilometermarkierung, der Nummer 10, halte ich kurz inne und mache ein Selfie als Erinnerung an diese Etappe.

Von dort aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Ziel. Am letzten Wegweiser schließe ich schließlich den zweiten Kreis meiner Acht und laufe über den bereits bekannten asphaltierten Fahrweg zurück zu meinem Auto auf dem Parkplatz. Rückblickend war es eine wirklich tolle Tour, die mich mit ihrer Abwechslung und der wilden Natur absolut begeistert hat.

 

Lab- und Geocaching in Löffingen

Nachdem ich den Vormittag auf einer wunderschönen Wanderung verbracht habe, die zwar tolle Ausblicke, aber leider gar keine Geocaches bot, war mein Jagdinstinkt noch lange nicht gestillt. Also habe ich mich kurzerhand entschieden, nach Löffingen zu fahren. Ich wollte den Tag im Schwarzwald nicht beenden, ohne wenigstens noch ein paar Lab-Caches und traditionelle Dosen zu loggen.

Mein Weg führte mich zuerst direkt ins Herz der Stadt, vorbei am historischen Rathaus und weiter zum Mailänder Tor. Dieses Tor ist ein echtes Stück Zeitgeschichte, denn es ist das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Befestigungsanlage. Seinen Namen verdankt es der Tatsache, dass hier früher die Fernhandelsstraße in Richtung Süden, eben nach Mailand, begann. Wenn man dort steht, kann man fast die alten Gespanne hören, die hier einst durchrollten.

Etwas weiter hatte ich einen fantastischen Blick auf das Gasthaus Sonne mit der beeindruckenden St. Michael Kirche im Hintergrund.

Ein kurzer Abstecher brachte mich zum modernen Info-Punkt der Stadt. Das Konzept dort ist wirklich ungewöhnlich: Es gibt kein Personal vor Ort, stattdessen kann man sich per Videokonferenz beraten lassen. Das ist zwar technisch spannend, hat aber den Haken, daß ihr dort keinen Wanderpass kaufen könnt.

Gegen Ende meine Runde komme ich am Fastnachtsbrunnen mit der großen Hexe vorbei.

Um die erste Lab-Runde gebührend abzuschließen, bin ich im Cafe Fuss eingekehrt. Ein Besuch im Schwarzwald ohne ein Stück echte Schwarzwälder Kirschtorte? Unvorstellbar!

Gut gestärkt geht es danach in die zweite Runde. Dafür habe ich kurz umgeparkt und bin zur Witterschneekapelle spaziert.

Die Geschichte dieses Ortes ist faszinierend: Ursprünglich stand hier im 18. Jahrhundert ein Kreuz im „Witterschnee“, das nach Gebetserhörungen schnell zum Ziel von Wallfahrern wurde. Später baute man die Kapelle und die Wallfahrtskirche, die heute friedlich in der Landschaft liegen. Die spirituelle Atmosphäre ist dort oben wirklich greifbar – und für uns Cacher das Beste: Ich konnte dort auch erfolgreich den Bonuscache heben.

Mit diesem Fund im Gepäck geht ein ereignisreicher und schöner Tag im Schwarzwald zu Ende.

 

Interaktive Karte meiner Wanderung

Schau dir am besten den genauen Verlauf meiner Rundwanderung auf der interaktiven Karte an. Ich zeige dir die Route durch die Rötenbachschlucht und übers Hörnle zurück zum Ausgangspunkt. Außerdem habe ich die Standorte meiner Geocaches und Adventure Labs in Löffingen ergänzt. Über die Zoom-Funktion und die einzelnen Marker erhältst du alle nötigen Informationen. Wenn du eine Dose selbst suchen möchtest, führt dich der Link im Marker ohne Umwege zum jeweiligen Listing auf Geocaching.com.

Wenn du Lust bekommen hast, die Tour selbst auszuprobieren, kannst du dir hier direkt meine GPX-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen. Ich habe die gesamte Wanderung auch auf Komoot hochgeladen. Dort findest du zusätzlich einige Fotos von der Strecke, damit du schon vorab einen Eindruck von der Tour bekommst.

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Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie über meinen siebentägigen Wanderurlaub im Hochschwarzwald. Unter „Geocaching & Wandern: 7 Tage im Hochschwarzwald“ findet ihr den Überblicksartikel mit vielen Tipps und den Links zu weiteren Detailbeiträgen.

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Und jetzt bist du dran: Wie hat dir meine Tour durch den Hochschwarzwald gefallen? Hast du selbst schon die Dosen in der Region unsicher gemacht oder die Pfade erkundet? Teile deine Highlights und Geheimtipps für das nächste Schwarzwald-Abenteuer einfach unten in den Kommentaren. Ich freue mich riesig auf deine Geschichten!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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