Provence – Zwei Märkte, ein Kloster, Ockerfelsen und ein toller Ort

Am sechsten Tag unserer Provence-Rundreise verlassen wir Avignon nach Osten und besuchen zuerst die Isle-sur-la-Sorgue, wo wir uns Klein-Venedig und zwei Märkte anschauen und ein Lab Adventure spielen.

Danach fahren wir zum Kloster Sénanque und weiter zu den Ockerfelsen von Roussillon. Den späten Nachmittag und Abend verbringen wir in dem pittoresken Ort Gordes, wo wir auch übernachten. Kommt mit auf die virtuelle Reise …

 

 

Der große Markt auf der Isle-sur-la-Sorgue

Nach dem Frühstück fahren wir von Avignon nach L’Isle-sur-la-Sorgue. Als wir gegen 10 Uhr dort ankommen, ist der komplette Parkplatz schon voll. Doch wir haben Glück: Es fährt gerade ein Auto weg und wir können in die gerade entstandene Lücke fahren. Wir überqueren eine Brücke …

… und erreichen so die kleine Altstadt, die auf allen Seiten von dem Fluss Sorgue umflossen wird. Hinzu kommen weitere Kanäle, die die Altstadt durchziehen und ihr den Beinamen “Venedig des Comtat” eingebracht haben. Während der Religionskriege konnte mit diesen Kanälen sogar das Umland so weit unter Wasser gesetzt werden, dass die Stadt selbst außerhalb der Reichweite von Kanonen lag.

In L’Isle-sur-la-Sorgue gibt es aktuell nur einen Virtual Cache und ein Lab Adventure, von dem wir uns die Altstadt zeigen lassen wollen. Die erste Station (L’Isle-sur-la-Sorgue : la petite venise comtadine : S1 La collégiale Notre-Dame-Des-Anges) liegt an der Kirche, wo donnerstags ein großer Wochenmarkt abgehalten wird. Dort schauen wir uns etwas um.

An einem Stand finden wir frischen Knoblauch …

… und am nächsten die leckeren Brotaufstriche, die in der Provence eine große Tradition haben. Natürlich wird auch die Tapenade (Olivenpaste) zum Verkauf angeboten.

Wieder etwas weiter finde ich Früchte und Gemüse aus der Region.


Nachdem wir die Frage an der Kirche beantwortet haben, biegen wir in eine kleine Gasse ein. Ein paar Schritte weiter erreichen wir einen kleinen Kanal, an dem noch Wasserräder zu sehen sind. Von einer Infotafel erfahren wir, dass es früher einen eigenen Beruf gab, der nur die Schaufeln der Wasserräder repariert hat.

Wir bummeln weiter durch die Gassen und kommen wieder zum Fluß. Dort wird gerade ein Trödelmarkt aufgebaut.

Hier wird allerlei Nützliches und Unnützes zum Verkauf angeboten.

Bei einer Tim-Figur bleiben wir stehen. Als Kind habe ich mir gerne die Tim-und-Struppi-Filme im Kinder-Ferien-Progamm angeschaut. Kennt das noch jemand von Euch?

Am Sockel entdecke ich einen kleinen Aufkleber mit dem Preis – hier werden doch tatsächlich knapp 500€ für dieses Sammlerstück erwartet. Dafür ist es mir dann doch zu teuer – wir laufen weiter. Nachdem wir nach und nach die Labcaches aufgesucht und beantwortet haben, fehlt am Ende nur noch einer. Wir schlendern zum Bassin de Bouïgas.

Wow – eine wirklich schöne Stelle, an der sich die Häuser der Altstadt im Becken spiegeln. Die letzte Frage können wir auch leicht beantworten und schließen damit das Lab Adventure erfolgreich ab. Unser nächstes Ziel auf der Isle-sur-la-Sorgue ist der Virtual Reward # L’oreille cassée. Auch der ist schnell geloggt, denn dafür ist nur ein Foto notwendig.

Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir wieder über den Wochenmarkt, wo wir uns ein Picknick mit Flûtes, Tapenade, Oliven und zum Nachtisch frische Erdbeeren einkaufen. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel finden wir einen kleinen Picknickplatz mit einem Tisch und Bänken, wo wir gemütlich unsere Mittagspause verbringen.

 

Das Kloster von Sénanque

Wir fahren weiter zum Kloster von Sénanque. Kurz vor dem Ziel wird die Landschaft gebirgiger und einsamer. Die kleine Straße schlängelt sich durch den Hang nach unten.

In einer kleinen Parkbucht halte ich kurz an, um ein erstes Foto des Klosters zu machen. Danach biegen wir in die Einfahrt ein und fahren zum kostenlosen Parkplatz.

Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zum Eingang.

Im Erdgeschoss befinden sich die Toiletten und der Andenkenladen. Im Obergeschoss finden wir die Kasse und erfahren, dass eine Führung gerade begonnen hat, wir aber gerne noch mitdürfen. Glück muss man haben. Auch hier bekommen wir wie im Papstpalast in Avignon ein Histopad, welches uns auf deutsch durch das Kloster führt. Leider dürfen wir uns nicht frei bewegen, wir werden geführt.

Das Kloster wurde 1148 von Zisterziensermönchen gegründet, hatte im 13. Jahrhundert seine Blüte, wurde in den Religionskriegen zerstört und danach wieder aufgebaut und heute leben wieder eine Handvoll Mönche im Kloster, weshalb auch nur ein Teil des Klosters besichtigt werden kann. Wir beginnen die Führung im ehemaligen Schlafraum der Mönche.

Danach kommen wir zu einem großen Kreuzgang, der mir persönlich sehr gut gefällt.

Ich mache mal wieder unzählige Fotos.

Durch eine kleine Tür gehen wir in einen tieferliegenden Raum.

Er war der einzige beheizbare Raum im Kloster und hier wurden die Kopien von Büchern hergestellt und aufbewahrt. Danach gehen wir zurück zum Kreuzgang und weiter in die Klosterkirche, die jedoch gerade renoviert wird. Sie ist fast komplett ausgeräumt.

Anschließend machen wir noch einen Abstecher in den Kapitelsaal, wo die Mönche ein Kapitel aus der Bibel lesen und besprechen. Damit geht unsere Führung zu Ende und wir verlassen das Kloster – wie sollte es auch anders sein – durch den Andenkenladen.

 

Die Ockerfelsen von Roussillon

Obwohl es nur 14 Kilometer vom Kloster bis nach Roussillon sind, zieht sich die Autofahrt, da die Straße recht viele Serpentinen enthält. Im Ort werden wir wegen der sehr engen Ortsdurchfahrt von einer Ampel gebremst. Danach finden wir mit etwas Glück einen freien Platz auf dem Parkplatz. Der ist mit Parkscheibe kostenlos – jedoch dürfen wir dafür nur 45 Minuten halten. Nachdem wir unseren Wagen abgestellt haben, laufen wir über die Straße und anschließend weiter Richtung Kassenhäuschen des Ockerpfades. Unterwegs habe ich diesen wundervollen Blick auf die Altstadt von Roussillon.

Schon vom Weg aus sehen wir die ersten Ockerfelsen, deren Farbe im Sonnenlicht sehr beeindruckend ist.

Ein paar Schritte weiter oben erreichen wir das Kassenhäuschen – der kleine Spazierweg durch den ehemaligen Steinbruch kostet Eintritt. Wir zahlen 2,50€ pro Person und bekommen dafür sogar noch einen Infoflyer, der den Wegverlauf zeigt. Es gibt einen kurzen und einen etwas längeren Weg. Wir entscheiden uns für den längeren … Nach ein paar Minuten erreichen wir den ersten Aussichtspunkt, der uns einen Einblick in die Ockerfelsen erlaubt. Über Treppen und Stege führt der Weg nun hinunter in diese Senke.

Im Sonnenschein wirken diese orangefarbenen Sandsteinfelsen besonders imposant.

An der Weggabelung biegen wir nach rechtsab,  um den längeren Weg zu gehen. Es lohnt sich – nur auf diesem Weg kommen wir an diesen beeindruckenden Felstürmen vorbei.

Überall wo ich hinschaue, ragen orangefarbene Steinschuppen in den Himmel.

Nach etwa 40 Minuten Spazieren und Fotografieren sind wir wieder zurück am Kassenhäuschen. Beim Rausgehen mache ich noch ein letztes Foto von diesen beeindruckenden Felsformationen.

Danach sind wir wieder pünktlich an unserem Auto und fahren weiter nach Gordes, wo wir heute übernachten wollen.

 

Gordes

Kurz nach 16 Uhr erreichen wir Gordes. Im Ort ist ein recht unscheinbarer Wegweiser zu einem tollen Aussichtspunkt. Ich fahre von der Hauptstraße ab und finde einen freien Stellplatz. Anschließend verschlägt uns die folgende Aussicht den Atem.

Wow – was für ein tolles Dorf, welches so fotogen auf dem Hügel thront. Nachdem ich wieder ausgiebig fotografiert habe, fahren wir die kurze Strecke bis zu unserem gebuchten Hotel, wo wir einchecken können. Anschließend laufen wir in den Ort, wo wir ein Lab Adventure spielen wollen. Leider ist hier die Reihenfolge fest vorgegeben und ich muss feststellen, dass sich nur die drei ersten Stationen in Gordes  befinden. Zwei weitere sind außerhalb und eine davon sogar am Kloster Sénanque, wo wir heute schon waren. Bei diesen Entfernungen der Stationen sollte die Reihenfolge frei wählbar sein – just my 2 cents …

Wir beginnen mit der ersten Station (Gordes, un des plus beaux villages de France : S1 Le château de Gordes), die sich am Schloss befindet.

Wir gehen einmal um das Schloss herum und finden diese interessante Unterführung.

Danach laufen wir etwas in den Ort hinein, was hier bedeutet, dass es steil nach unten geht.

Es gibt viele kleine und enge Gassen. Ich frage mich, wie die Bewohner hier ihre schweren Einkäufe zur Haustür bringen? Für “normale” Autos sind die Gassen sehr eng!

Die dritte Station des Lab Adventures führt uns zum einem unterirdische Keller des Palais Saint Firmin, der besichtigt werden kann. Gerade als wir dort ankommen, schließt die Sehenswürdigkeit jedoch. Schade – dieses Mal haben wir kein Glück. Auch unsere Suche nach einem Restaurant für unser Abendessen bleibt leider erfolglos – entweder zu teuer oder schon ausgebucht.

Daraufhin laufen wir wieder zu unserem Hotel zurück und setzen uns auf die kleine Privatterrasse vor unserem Appartement. Wir bestellen uns einen Rotwein und ein paar Oliven und füllen das ganze noch mit unseren Vorräten auf. Der Blick von unserer Terrasse auf die mittlerweile beleuchtete Altstadt von Gordes entschädigt uns für das entgangene Abendessen.

Damit lassen wir diesen Tag in der Provence ausklingen.

 

Unsere Hotel-Empfehlung für Gordes

Für die Übernachtung in Gordes hatten wir leider keine große Auswahl und konnten nur noch das Mas des Romarins, The Originals Relais (Provisionslink) buchen, da alle anderen Hotels schon ausgebucht waren. Obwohl es die teuerste Unterkunft unserer Reise war, hat es sich dennoch als Glückstreffer herausgestellt: Ein wirklich sehr freundliches und bemühtes Personal, ein großer kostenloser Parkplatz, ein tolles geräumiges Appartement mit einer kleinen Privatterrasse, ein modernes Bad mit einer Regendusche und ein toller Ausblick aus dem Fenster und von unserer Terrasse.

Dazu ein reichhaltiges französisches Frühstück, was wir uns morgens auf der großen Terrasse haben servieren lassen. Bei diesem Ausblick schmeckt es doch gleich doppelt so gut.

Auch wenn es recht teuer war, würde ich bei einem weiteren Besuch in Gordes diese Unterkunft noch einmal buchen wollen, da es uns hier super gefallen hat und wir zu Fuß in wenigen Minuten in den Ort gelaufen sind.

 

Interaktive Karte von unserem Besuch

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Tour über die L’Isle-sur-la-Sorgue und die weiteren Wegpunkte des Tages sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Die Geocaches und die Labcaches, die wir dort gesucht haben, sind ebenfalls auf der Karte eingezeichnet. Ein Klick auf das Cachesymbol öffnet ein kleines Fenster mit weiteren Informationen. Falls in der Beschreibung eines Markers unten links drei Punkte angezeigt werden, so ist das ein Link zu weiterführenden Informationen. Bitte beachtet, dass alle Links zu Unterkünften und Hotels Provisionslinks sind.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie über unseren Besuch in der Provence. Unsere komplette Reiseroute findet Ihr im Überblicksbeitrag “8 Tage Autorundreise durch die Provence“, wo Ihr auch die Links zu den weiteren Detailberichten, die ich bereits zu ausgewählten Zielen unserer Reise geschrieben habe, findet.

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Wie hat Euch dieser Reisebericht über unseren Besuch in L’Isle-sur-la-Sorgue, im Kloster Sénanque, an den Ockerfelsen und in Gordes gefallen? Seid Ihr selbst schon in der Provence unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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