Cacheempfehlung: Booom!! bei Mannheim

Seit Ende 2015 gibt es einen zweiten Geocache aus der Booom-Serie mit dem Namen “Booom !!”. Hier hat der Owner dll_floppes ein tolles Technik-Gadget gebaut, was die gelungene Weiterentwicklung des ersten Geocaches ist.

Vor Kurzem habe ich mir zusammen mit saarzwerg diese besondere Dose angeschaut und möchte Euch nun heute von unserem Besuch berichten.

 

 

Der Mystery Booom!!

Obwohl ich schon im Mai 2013 den ersten Teil der Serie mit dem Namen “Booom!” gespielt hatte, habe ich erst im Februar 2021 hier im Blog darüber berichtet. Von einem Leser wurde ich freundlicherweise darauf hingewiesen, dass der gleiche Owner schon lange einen zweiten Teil veröffentlicht hat: der Mystery Booom!!. Den Aufmerksamen unter Euch wird nun sicher aufgefallen sein, dass sich die Namen der beiden Geocaches in der Anzahl der Ausrufezeichen unterscheiden.

Der “neue” Cache wurde im August 2015 veröffentlicht und wurde in den knapp sieben Jahren seines Bestehens erst 202mal geloggt. Dabei wurden 168 Favoritenpunkte vergeben, was zu einer beeindruckenden Quote von 95% führt.

Dieser besondere Mystery kommt ganz ohne einen Kalender aus.  Er besteht aus einem Indoor-Teil, den man zunächst zuhause am eigenen Rechner lösen muss und einem Outdoor-Teil, wo in einem Mannheimer Industriegebiet eine Strecke von ca. vier Kilometern zu absolvieren ist, die ohne Steigungen auskommt. Die Strecke ist fast ausschließlich geteert.

Für den Outdoorteil benötigen wir zunächst etwa eine gute Stunde Vorbereitung (dazu später mehr) und danach für den eigentlichen Cache nochmal knapp drei Stunden.

 

Der Indoor-Teil

Um diesen Mystery spielen zu können, muss man vorher auf der externen Webseite des Owners verschiedene Aufgaben lösen. Dabei wird der Geocacher in die Story eingeführt: Man soll diese Aufgaben lösen, um sich für eine Stelle beim BND zu qualifizieren. Mehr möchte ich dazu in diesem Beitrag nicht verraten. Das Rätsel hat mich mehrere Tage Zeit gekostet und ich habe mir in unserem schon bewährten Geocaching-Meisterschaftsteam Unterstützung geholt. Trotz dieser Hilfe war noch die ein oder andere harte Nuss zu knacken.

Am Ende haben wir es dann gemeinsam geschafft und bekommen alle notwendigen Informationen, um den Outdoor-Teil starten zu können.

 

Der Outdoor-Teil

Da wir in unserem Rätselteam leider Probleme hatten einen gemeinsamen Termin zu finden und saarzwerg und ich sowieso nach Mannheim wollten, um uns die Tutanchamun-Ausstellung anzuschauen, entschieden wir uns nach der Ausstellung zu zweit einen Versuch zu starten.

Mit den Utensilien bewaffnet, welche wir am Ende des Indoor-Teils aufgelistet bekommen haben, fahren wir zu einem Parkplatz, den ich mir in der Planung dieser Tour überlegt hatte. Dort ist am Straßenrand Platz für ein bis zwei Autos.

Leider ist das Gelände rund um unseren Startpunkt nicht sehr ansehnlich: Überall liegt Müll herum.

Wir laufen zu den Koordinaten, die wir bekommen haben, erfüllen eine erste Aufgabe und öffnen eine Box.

In dieser Box ist etwas ganz Besonderes, was der Owner für den zweiten Teil der Booom-Serie gebaut hat: ein interaktiver Kasten, der über eine kleine Anzeige, einen Knopf, einen Joystick und einen Lautsprecher verfügt.

Die Box ist eine technische Weiterentwicklung der Box aus dem ersten Teil. Hier wurde statt Holz ein 3D-Drucker für das Gehäuse genutzt und das Display ist größer geworden.

Als Erstes packen wir unsere mitgebrachen AA-Batterien, die schon länger bei uns zuhause herumliegen, in das dafür vorgesehene Fach und schalten ein. Zu unserer Verwunderung bekommen wir eine Batteriewarnung.

Danach müssen wir die Daten, die wir am Ende des Indoor-Teils bekommen haben, mittels eines mitgebrachten USB-Sticks in die Box laden. Leider funktioniert keiner unserer USB-Sticks und so müssen wir 168 zweistellige Hexadezimalzahlen von Hand in die Box eingeben, was dem Spielspaß einen ziemlichen Dämpfer versetzt. Nach einer gefühlten Ewigkeit akzeptiert das Gerät unsere Eingabe.

Leider scheinen unsere Batterien nicht in Ordnung zu sein und wir beschließen im nahegelegenen Penny neue zu kaufen. Wieder von unserem Einkauf zurück, setzen wir die Batterien ein und werden gefragt, ob wir fortsetzen wollen. Zum Glück müssen wir die Hexzahlen nicht mehr erneut eingeben. Die Box merkt sich den letzten Stand. Eine sehr gute Idee des Owners!

Als Nächstes versucht die Box nun den aktuellen Standort zu bestimmen. Das dauert bei uns ebenfalls eine Ewigkeit, da wir die ersten Minuten kein Signal bekommen. Ich klicke auf die Anzeige der Stärke des GPS-Empfangs und komme auf einen Bildschirm mit den Rohdaten, die vom GPS-Modul in der Box empfangen werden.

So sehe ich wenigstens, dass die Box noch lebt und nach ein paar Minuten bekommen wir sogar einen Satelliten-Fix. Nun kann unser Spiel beginnen. Wir steigen in die Story ein und erledigen die Aufgaben, die uns die Box stellt. Dabei stellt sich das sehr stark spiegelnde und nur schwach beleuchtete Display als echtes Problem heraus.

Wir beweisen Ausdauer und kämpfen uns durch die uns gestellten Aufgaben. Leider friert die Box mehrmals ein und nach jedem Neustart müssten wir auf den langwierigen Satelliten-Fix warten. Das trübt etwas den Spielspaß. Die Umgebung im Industriegebiet ist auch nicht so toll. Bei Dunkelheit möchte ich hier jedenfalls nicht unterwegs sein. Sogar an einem Bordell kommen wir vorbei.

In die Story sind auch einige recht bekannte Computerspiele eingearbeitet, die auf der Box zu spielen sind. Das geht erstaunlich gut. Nur das kleine und dunkle Display macht da Probleme und die Federn am Controller schaffen es nicht immer, diesen in die Ursprungsposition zurückzudrücken.

Nach etwa Zweidrittel der Aufgaben von Booom!! kommen wir an “unserem” Penny vorbei …

… wo wir uns mit Getränken eindecken. Gleich gegenüber ist auch noch ein McDonalds für die Hungrigen. Bei einer der nächsten Aufgaben kommen wir leider in eine Situation, die für uns nur mittels Bruteforce zu lösen ist: Nach der Eingabe von unendlich vielen sinnvollen Zahlen kommen wir zum Glück weiter.

Nach guten zweieinhalb Stunden erreichen wir die letzte Aufgabe. Leider muss hier schon wieder auf dem schlecht ablesbaren Display gespielt werden. Nachdem auch diese Hürde überwunden ist, können wir uns müde, aber glücklich ins Logbuch, was mit dem kleinen Stift gar nicht so einfach ist, eintragen …

… und bekommen die Koordinaten des Bonuscaches.

Die Technik der Box und was der Owner daraus gemacht hat, sind der Hammer! Dafür gebe ich gerne einen Favoritenpunkt. Der Spielspaß und die Story sind Geschmackssache – mir persönlich hat das Ganze nur begrenzt gut gefallen.

Trotzdem solltet Ihr, wenn Ihr Spaß an knackigen Aufgaben und an Videospielen habt, diesem besonderen Mystery einen Besuch abstatten!

 

Der Bonus

Am Ende des Mysterys bekommen wir die Koordinaten für den Bonuscache Booonus!!. Leider liegen auch sie an einer total vermüllten Stelle. Nur mit Widerwillen und mit Handschuhen greife ich nach dem großen Jumbo-Petling und trage uns ins Logbuch ein. Eine so besondere Bastelarbeit hätte meiner Meinung nach einen würdigeren Bonus verdient!

 

Interaktive Karte zu Booom!!

Auf der folgenden Karte könnt Ihr alle wichtigen Wegpunkte zum Mystery Booom!! und seinem Bonus sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Natürlich wurden die Koordinaten der Mysterys nicht korrigiert.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

** ** ** ** **

Wie hat Euch diese Cacheempfehlung gefallen? Habt Ihr den Mystery Booom!! schon selbst gespielt? Wie ist Eure Meinung zum Cache und seinem Bonus? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

 Facebooktwitterpinterest

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Aus Euern Pics ist zu sehen, daß Ihr den Cache tagsüber bei Sonnenschein gemacht habt.
    Der Cache ist ja für nachts empfohlen. Da sieht man das Display auch gut, da hatte ich (vor 6,5 Jahren) keine Probleme.
    Übrigens fällt auch nachts die wüste Gegend nicht so auf. Aber in der zweithäßlichsten Stadt Deutschlands ist das eh egal.
    Und wegen Sicherheit: ich war allein nachts unterwegs. No problem.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.