T5-Klettermulti: Pfälzer Normalwege / Engelmannsfels

Über Gossersweiler-Stein thront der mächtige Engelmannsfelsen mit seinem weithin sichtbaren Gipfelkreuz. In seiner Nähe wurde schon im Jahr 2010 ein Multi versteckt. Um ihn loggen zu können, wird eine Information benötigt, die sich oben auf dem Felsen befindet. Dadurch wird das Ganze zu einem echten T5-Abenteuer!

Obwohl ich diesen Cache schon vor gut zehn Jahren loggen konnte, hat es tower27 und mich wieder hierhin gezogen, um erneut diese tolle Tour zu klettern. Kommt mit auf diesen Felsen!

 

 

Der Engelmannsfelsen

Im Pfälzerwald bei Gossersweiler-Stein thront der von weitem gut sichtbare Felskoloss auf einem kleinen Hügel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von Überlebenden auf seinem Gipfel ein Holzkreuz errichtet, welches als Dank und Mahnung dienen sollte. Inzwischen wurde es gegen ein beleuchtetes Stahlkreuz ausgetauscht. Der Gipfel des Engelmannsfelsen  bietet wegen seiner exponierten Lage eine atemberaubende Rundumsicht über den Pfälzerwald.

Um den Felsen zu besuchen, gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz neben der Grundschule in Gossersweiler-Stein. Ich habe Euch den Wegpunkt in der interaktiven Karte weiter unten eingezeichnet. Dort, wo der Pfad zum Felsen von der kleinen Teerstraße abzweigt, wurde diese Informationstafel mit Erläuterungen zum Felsen aufgestellt.

An dem Felsen gibt es einige Klettertouren, die – mit einer Ausnahme – alle im Bereich von UIAA 5-8 liegen und damit als recht schwer einzustufen sind. Die angenehme Ausnahme ist der Normalweg, der mit UIAA I bewertet ist. Er verläuft über den sanft gestuften Grat (die rechte Seite auf dem folgenden Bild) und bietet große, zum Teil in den Fels geschlagene Griffe und Tritte. Dennoch sollte die Tour nicht unterschätzt und meiner Meinung nach nur gesichert geklettert werden.

Von unten fotografiert schaut die Route schlimmer aus als ist in Wirklichkeit ist. Am Schild „Das Felsenkreuz steht für die Friedensbewegung in der Nachkriegszeit” geht es los, immer den Grat folgend bis zum Gipfelkreuz.

In der kompletten Route befindet sich nur kurz unterhalb des Gipfelkreuzes ein einziger Haken, weshalb die Route mit eigenem Material abgesichert werden sollte. Bitte beachtet, dass der Felsen nicht ganzjährig kletterbar ist: Im Frühjahr gibt es oft eine Felssperre wegen Vogelbrut. Ob der Engelmannsfelsen gesperrt ist, könnt Ihr in der Sperrliste der Kletterfelsen von der Pfälzer Kletterer e.V. nachschauen.

 

Der T5-Multi Pfälzer Normalwege / Engelmannsfels

Warum erzähle ich Euch das alles? Nun, schon im Mai 2010 wurde am Engelmannsfelsen der Multicache Pfälzer Normalwege / Engelmannsfels gelegt. Um ihn loggen zu können, ist die Besteigung des Felsens notwendig, was diesen Geocache zu einem besonderen T5-Cache macht.

Wie bei allen T5-Caches ist auch hier im Listing zu lesen:

Ihr handelt auf eigene Gefahr.

Persönlich möchte ich noch anmerken, um diesen T5-Cache angehen zu können, müsst Ihr in der Lage sein, im Fels eigenständig im Vorstieg zu klettern und die Route dabei selbst abzusichern. Die Kenntnisse und das Material aus einem Baumkletterkurs sind dazu nicht ausreichend! Im größten Teil der Route kann ein Fehltritt bei ungenügender Sicherung fatale Folgen haben.

Der Multi besteht eigentlich nur aus einer Station und einem Final. Leider ist das im Listing etwas ungenau beschrieben. An Station 1 ist nichts zu suchen, sie markiert nur den Einstieg in den Normalweg. Von dort klettert Ihr nach oben zur Station 2, die Euch verrät, wie es nun weiter geht.

Für mich ist der Normalweg am Engelmannsfelsen bei sonnigem Wetter eine tolle und längere Genusskletterei. Um den Multi müssen tower27 und ich uns nicht mehr kümmern, da wir diesen Geocache schon 2010 geloggt haben.

Übrigens, falls Euch dieser Cache gefällt, sollte Ihr auch mal einen Blick auf die Steiner Nadel werfen, die jedoch aktuell noch gesperrt ist. Beide Caches liegen nicht weit voneinander entfernt.

 

Die Vorbereitung unserer Klettertour

Da ich schon länger nicht mehr geklettert bin, habe ich vor unserer Tour mein komplettes Klettermaterial sortiert und einer Sichtprüfung unterzogen. Dabei habe ich mal ein Kletterseil aussortiert, da an einer Stelle der Mantel so beschädigt war, dass ich die innen liegenden Schnüre sehen konnte.

Mitgenommen habe ich dann Bandschlingen, Klemmkeile, Friends, Expresschlingen, ein 60m Seil, Abseilachter, Prusik, einige HMS-Karabiner, Klettergurt und Helm. Da ich von unserem Besuch vor zehn Jahren noch in Erinnerung hatte, dass die Griffe und Tritte recht groß sind, verzichtete ich auf die eher unbequemen Kletterschuhe.

 

Unser Aufstieg auf den Engelmannsfelsen

Entgegen dem Listing starten wir unsere Klettertour nicht an der Seite des Felsen, sondern am Beginn des Grates am Schild. tower27 ist heute mein Seilpartner.

Bitte entschuldigt die zum Teil etwas schlechtere Qualität der Bilder – beim Klettern nehme ich natürlich keine große Kamera mit. Die Bilder sind überwiegend Standbilder, die ich aus einer Filmaufnahme meiner GoPro Hero 7 ausgeschnitten habe. Diese Bilder ergänze ich an Stellen, wo ich gut stehen kann, um Aufnahmen von meinem iPhone.

Da wir heute sehr sonniges Wetter haben, ist der Fels trocken und gut zu klettern. Am Normalweg gibt es einige künstliche Griffe, die aus dem weichen Sandstein herausgeschlagen wurden. Heute würde das kein Kletterer mehr machen.

Ich komme gut voran und folge immer dem Grat. Nachdem ich eine erste “schiefe Ebene” überwunden habe, komme ich zu einer kleinen steileren Stelle mit einem großen Riss.

Hier kann ich meine erste Sicherung legen: Ein mittelgroßer Friend passt gut in den Riss.

Nun endlich gesichert klettere ich auf der linken Seite vom Riss nach oben. Ich finde immer mal wieder ein kleines Band, wo ich einen guten Stand habe. Als ich nach unten schaue, fällt mir auf, dass ich mich schon ein “gutes Stück” über dem Boden befinde. Ohne Sicherung könnte ein Absturz von hier oben schon fatale Folgen haben!

Nachdem ich das kleine Wändchen überwunden habe, ist der Fels noch wieder mehr nach hinten geneigt. Das Klettern mach mir hier großen Spaß. Leider habe ich wegen der Schwiergkeit I auf meine Kletterschuhe verzichtet. Obwohl der Fels gut griffig ist, muss ich ehrlich sagen, dass ich mich in Kletterschuhen etwas wohler fühlen würde.

Ich klettere weiter nach oben. Auch hier gibt es wieder in den Fels geschlagene künstliche Griffe, die mir Sicherheit beim Aufstieg verleihen.

Danach erreiche ich eine kleine Plattform, auf der ich bequem stehen kann. Das ist der ideale Platz, um das iPhone herauszuholen und mal ein Foto von der bisherigen Route zu schießen.

Dann drehe ich mich wieder um und schaue nach vorne. Vor mir liegt eine kleine Felsstufe. Auch diese ist für mich gut zu klettern.

Oberhalb dieser Felsstufe komme ich wieder zu einer größeren Plattform. Auf der rechten Seite befindet sich ein Abseilhaken. An diesem richte ich meinen Standplatz ein und hole tower27 nach. Nachdem auch er den Standplatz erreicht und sich gesichert hat, klettere ich weiter nach oben über die nächste kleine Felsstufe. Von hier habe ich schon eine tolle Aussicht über Gossersweiler-Stein.

Möglichst früh versuche ich die erste Zwischensicherung zu legen, um den Standplatz zu entlasten. Ich finde einen Spalt, in den ein Friend passt. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel, ich kann das Gipfelkreuz schon sehen.

Vor der letzten Felsstufe schaue ich mich wieder um. Der Blick nach unten zeigt, wo ich hergekommen bin. Hier oben sollte man schon schwindelfrei sein.


Dann klettere ich hinauf zum Gipfelkreuz.

 

Gipfel mit Aussicht

Dort richte ich meinen Standplatz am Fuß des Stählernen Kreuzes ein und hole tower27 nach. Danach schauen wir uns erst einmal diese atemberaubende Rundumsicht auf den Pfälzerwald an.

Wenn ich nach links (Südosten) schaue, sehe ich den Ortsteil Stein.

Da mir diese Aussicht gut gefällt, nehme ich mein Smartphone heraus und mache noch ein vernünftiges Foto.

Dann schaue ich nach rechts (Nordwesten) – dort sehe ich den Ortsteil Gossersweiler.

Wenn ich nach vorne schaue, kann ich in der Ferne sogar die Dächer der Reichsburg Trifels sehen. Leider fällt mir zu Hause auf, dass ich davon kein Bild gemacht habe. Bevor wir uns wieder dem Abstieg zuwenden, machen wir natürlich noch schnell ein Gipfel-Selfie …

Ich glaube, man kann am Bild erkennen, dass wir bei unserer Tour viel Spaß hatten ;-)

 

Hinunter zum Abseilhaken

Anschließend geht es wieder nach unten. Zunächst seilen wir über den gleichen Weg, den wir gekommen sind, bis zu unserem letzten Standplatz am Abseilhaken ab.

Dort sichern wir uns erneut am Standhaken und ziehen das Kletterseil ab.

 

Die hohe Abseilwand

Nun kommt der große Spaß, der lange Abseiler durch die hohe Westwand. Auf dem folgenden Bild habe ich Euch den Abseilhaken rot markiert.

Wir ziehen unser Kletterseil durch den Haken und werfen einen Blick in die Wand. Da dort ebenfalls eine Kletterrunde verläuft, stelle ich sicher, dass ich Niemandem das Seil auf den Kopf werde. Von dem 60-Meter-Seil ist unten nicht mehr viel übrig.

Danach kommt das Vergnügen: eine schöne lange Abseilstrecke. Am Anfang muss ich etwas aufpassen und mich an ein paar vorstehenden Felsnasen vorbeischieben.

Langsam gleite ich am Seil nach unten. Nachdem ich den Boden erreicht habe, baue ich meinen Abseilachter und meinen Prusik aus dem Seil aus und signalisiere tower27, dass er nun auch abseilen kann …

Auch er genießt die schöne lange Abseilstrecke. Nachdem auch er unten angekommen und sich ausgebunden hat, ziehen wir das Seil ab, was uns einfach gelingt. Schade, das diese schöne Klettertour damit zu Ende ist. Insgesamt sind wir eineinhalb Stunden am Engelmannsfelsen unterwegs gewesen.

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den Klettermulti und die interessanten Wegpunkte zu unserer Tour sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Ein Klick auf den Geocache öffnet sein Listing.

Falls Euch diese Wegpunkte interessieren, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Pfälzerwald unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Thomas (aka tower27)

    Cool war’s :) sehr schöne Idee, den hier mal wieder zu klettern

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