Cacheempfehlung: Lillis Hexa Häusel

Gestern unternahmen saarzwerg und ich spontan eine Geocaching-Tour nach Neckarmühlbach in Baden-Württemberg, um den Geocache „Lillis Hexa Häusel“ zu besuchen. Die Favoritenquote von 98% hatte uns neugierig gemacht.

Obwohl er schon mehr als zwei Jahre existiert, hat er noch keine 200 Logs. Lest, wie er uns gefallen hat!

 

 

Unsere Vorbereitung

Bei dem Mystery Lillis Hexa Häusel handelt es sich um einen Kalendercache. Das Einstiegsrätsel ist D1 und so komme ich schnell an den Kalender. Zu meiner Überraschung sind in den nächsten Tagen alle Termine frei und da wir noch Urlaub haben, buchen wir uns einen Termin für den folgenden Tag um 11:15 Uhr. Aus dem Kalender erfahre ich auch, dass dieser Geocache mit drei bis vier Stunden Aufwand angegeben wird. Wir wählen unsere Kleidung entsprechend, so dass wir diese komplette Zeit mit wenig Bewegung überstehen können.

Aktuell ist der Kalender wegen des Corona-Lockdown vom Owner bis Ende November gesperrt worden. Im Dezember sind derzeit aber fast alle Termine (auch an den Wochenenden) frei und buchbar.

Im Listing kann ich lesen, dass wir folgende Dinge benötigen werden:

  • Smartphone mit Internetzugang, QR Reader, NFC Lesefähigkeit („Es geht zur Not auch ohne“ (bei den meisten Smartphones keine zusätzliche App notwendig))
  • kleines UKW-Radio (kein Internetradio!)
  • volle 9V-Batterie – (ggf. als Ersatz eine 2. von einem anderer Hersteller)
  • Magnet
  • Stift und kariertes Papier
  • Kenntnisse im Entschlüsseln seltsamer Codes, Kombinationsgabe, (vielleicht die App GeoCacheCalculator oder ähnliches zum Umrechnen von Zahlen)
  • Klebeband

Und vor allem viel viel Geduld!

 

Unsere Anreise

Neckarmühlbach ist ein Dorf im Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg mit gerade mal 500 Einwohnern. Das Dorf befindet sich in der Nähe von Heilbronn – wir benötigen aus dem Saarland (mit wenig Stau) gute zwei Stunden. Gegen viertel vor elf Uhr erreichen wir das Dorf. Der empfohlene Parkplatz ist leer und befindet sich vor einem Hotel mit Schlafplätzen im Heu. Da derzeit alle Freizeiteinrichtungen wegen Corona geschlossen sind, parke ich dort und hoffe, dass das so in Ordnung geht.

Der erste QR-Code zum Start in Lillis Hexa Häusel ist schnell gefunden und nach Eingabe unseres Codes müssen wir leider feststellen, dass er derzeit noch ungültig ist: Wir sind etwas zu früh dran und müssen noch bis 11 Uhr warten. Um Punkt 11 Uhr starten wir dann in unser Abenteuer!

 

Der Cache

Wie der Name dieses Geocaches verrät, spielt er fast komplett im Inneren eines „Hexenhäuschens“. Dort findet Ihr fünf aufwendige Rätsel, die unabhängig von einander gelöst werden können. Jedes dieser Rätsel liefert Euch ein Lösungswort. Habt Ihr alle Wörter gefunden, so könnt Ihr damit das Schloss an der Schatzkiste mit dem Logbuch öffnen. Die Bastelarbeiten sind sehr akkurat und stabil gebaut. Alles hat bei uns auf Anhieb so funktioniert wie es soll. Ein UKW-Radio befindet sich vor Ort und kann mit 3 AA-Batterien betrieben werden, die bei uns ebenfalls vor Ort von unseren Vorgängern zurückgelassen wurden. Das Klebeband haben wir nicht benötigt.

Zu Beginn bekommen wir die Whatsapp-Nummer des Owners mit der Bitte uns zu melden, wenn etwas nicht funktioniert oder wir nicht weiterkommen. Tatsächlich nutzen wir sie bei einem Rätsel – bekommen jedoch keine Antwort. Später erfahre ich vom Owner, dass er während der Woche erst ab 16 Uhr erreichbar ist – das wäre natürlich eine wichtige Information, die bei der Nummer stehen sollte …

Da wir nur iPhones dabei haben, können wir einen NFC-Hinweis nicht finden und müssen so aufwändig alle Kombinationen ausprobieren, um an das Lösungswort zu gelangen. Bei einem anderen Rätsel sind die Dinge, die wir zum Öffnen benötigen, in sehr großer Zahl an einer Kette angebracht, was zu einem recht hohen Gewicht führt. Das Ganze ist recht unhandlich und führt zu unnötigen Muskelverspannungen und einer Hemmung des Spielspaßes.

Bei einem anderen Rätsel müssen wir wenige 100 Meter zur einer Hilfestation laufen – damit lässt sich dann das Rätsel problemlos lösen.

Generell ist der Cache sehr aufwendig. An einigen Stellen muss ich alle Möglichkeiten ausprobieren, was mitunter etwas den Spielspaß reduziert. Wir benötigen sehr viel Geduld und unsere Leidensfähigkeit wird hart auf die Probe gestellt. Nach 2 Stunden und 17 Minuten ist es dann endlich soweit: Wir dürfen unsere Lösungswörter in den Checker eingeben und bekommen die Kombination zum Öffnen der finalen Schatzkiste …

Erleichtert tragen wir uns ins Loguch ein und bauen alles wieder so zurück, wie wir es vorgefunden haben.

 

Mein Fazit

Dieser Geocache ist sehr empfehlenswert – jedoch nicht für Jeden! Ihr solltet Spaß an kniffeligen Rätseln haben und viel Geduld mitbringen, um auch mal alle möglichen Kombinationen ausprobieren zu können. Einer aus Eurem Team sollte nicht zu klein sein und Kraft und Ausdauer in den Armen haben. Mehr als drei Leute passen da – wie der Owner schreibt – wirklich nicht rein!

Die verbaute Technik ist sehr gut verarbeitet und funktionierte bei uns ohne jegliche Probleme. Die verwendeten Ideen habe ich zwar alle schon mal gesehen – sie sind hier aber toll umgesetzt worden. Ich persönlich hätte mir bei einem Rätsel etwas mehr Logik gewünscht – so dass ich es auch ohne den Besuch der Hilfsstation lösen könnte. Bei den Rätseln mit vielen Möglichkeiten wäre meiner Meinung nach etwas weniger mehr gewesen. Ein gutes und schweres Rätsel, welches mir Spaß macht, besteht nicht aus unendlich vielen Kombinationen, die ich alle der Reihe nach ausprobieren muss, sondern aus einer pfiffigen Brotkrumen-Spur, die ich mir erarbeiten muss und die mich langsam zur Lösung führt!

Um ehrlich zu sein, habe ich, wegen der etwas den Spielspaß bremsenden Kombinationsrätsel, hier zunächst etwas mit mir selbst gehadert, ob ich einen Favoritenpunkt vergeben soll – letztendlich habe ich mich wegen der tollen Ausführung der Bastelarbeiten dann doch dafür entschieden!

 

Unsere Rückreise

Auf dem Rückweg sind wir über Sinsheim und Speyer zurück in Saarland gefahren. Falls Ihr ebenfalls diesen Cache besuchen wollt und aus Westen anreist, dann solltet ihr noch die beiden Tradis A6 Schlumpfotel und Der Schatz der Spargelgnome besuchen., die uns beiden gut gefallen haben. Gerade der letzte ist großes Kino im Stil der Helden-Caches!

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Wie hat Euch diese Cacheempfehlung gefallen? Habe ich Eurer Meinung nach zuviel gespoilert? Habt Ihr diesen Cache selbst schon besucht? Wie hat er Euch gefallen? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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