Zwei T5-Bootstrails mit dem Mietelektroboot

Vor einigen Wochen besuchten saarzwerg, ich und vier befreundete Geocacher zwei T5-Bootstrails in den Niederlanden. Vor Ort haben wir ein Elektroboot gemietet.

Im Folgenden schildere ich Euch den Verlauf unserer Tour und zweige Euch, wo Ihr die Boote mieten könnt. Kommt mit auf die virtuelle Reise über Hollands Kanäle …

 

 

Der Bootsverleih

In der Nähe von Leiden befinden sich zwei große T5-Bootstrails. Im Listing findet sich ein Hinweis, dass der Owner gerne beim Mieten von Booten behilflich ist. Nach etwas Suchen im Internet findet Ihr den Bootsverleih „Stille Wateren“ , dessen Webseite leider komplett in niederländisch gehalten ist. Der Besitzer Guido spricht aber gut deutsch und ist sehr freundlich und hilfsbereit.

Für die beiden Touren gibt es unterschiedliche Verleih-Stationen. So buchen wir schon von zu hause ein Boot für den Morgen um den Tulpentrail abzufahren und ein weiteres um am Nachmittag auf dem Kagerplassen noch ein paar T5-Geocaches einzusammeln.

Um ein Boot zu mieten oder zu fahren, benötigen wir keinen Sportbootführerschein. Das scheint hier in den Niederlanden recht unproblematisch zu sein. Auch die Bezahlung ist recht einfach – unmittelbar vor Abfahrt bezahlen wir nur das jeweilige Boot: am Morgen 90€ und nachmittags 70€.
Übrigens: die Boote haben kein Dach, damit sie unter den zum Teil recht niedrigen Brücken hindurch passen. Mit dem Elektromotor schafft das Boot knapp 5 Km/h. Toiletten gibt es unterwegs keine – nur an ganz wenigen Stellen ist es möglich das Boot zu verlassen um mal schnell hinter einem Baum zu verschwinden.

 

Der Tulpen-Trail

Kurz vor neun Uhr morgens erreichen wir den empfohlenen kostenlosen Parkplatz am Turm in Roelofarendsveen. Von dort ist es nur noch ein paar Schritte bis zur Anlegestelle hinter einem Café. Guido ist schon da und damit beschäftigt ein Elektroboot für uns vorzubereiten.

Dann ist es soweit, wir steigen ein. Guido macht noch eine kurze Probefahrt mit uns und überzeugt sich, dass sein Boot, welches er uns gegeben hat, in Ordnung ist. Er erklärt uns dabei die Steuerung und wie wir mit dem Elektromotor umzugehen haben: total einfach nur Lenken, vorwärts/rückwärts und schneller/langsamer.

Über die Strecke müssen wir uns auch keine Gedanken machen – einfach den Geocaches in der richtigen Nummerierung anfahren. Nur nach der #32 sollen wir wieder über die #31 zurückfahren, da dort der Kanal nicht für das Boot geeignet wäre.

Wir setzen Guido wieder an der Anlegestelle ab und fahren los zum Tradi „Tulpen boottrail 2-1„. An Bord sind wir sechs Geocacher. Wir verteilen die Aufgaben: eienr fährt, einer navigiert und die vorne im Boot sind für die Bergung der Dosen zuständig. Damit das Ganze schnell und einfach von der Hand geht, haben wir einen kleinen Stempel dabei.

Unterwegs kommen uns ein paar Schwäne entgegen, die uns unmissverständlich klarmachen, dass dieses Gewässer ihnen gehört. Wir weichen aus.

Während der Fahrt müssen wir unter einigen Brücken hindurch fahren. Manche sind schon recht tief – wir müssen uns in Boot hineinlegen um nicht mit dem Kopf anzustoßen. Dort hängt auch eine Dose, die wir auf dem folgenden Bild gerade signieren.

Im weiteren Verlauf der Route kommen wir an sehr großen Gewächshäusern vorbei. Zu dem Zeitpunkt, als wir die Tour machen, sind die meisten leer.

Unterwegs sehen wir manchmal ein paar Tiere: hier grasen Ziegen.

Die Kanäle sind überwiegend recht breit und gut mit dem Mietboot zu befahren. Die Landschaft ist abwechslungsreich – es gibt einiges zu sehen …

… wie hier z.B. ein paar Schafe.

Die Dosen sind meist an der Holzwand des Kanals oder einer Brücke angebracht. Auf unserer Tour können wir alle gut finden, auch wenn sie in seltenen Fällen etwas im „off“ sind.

In seltenen Fällen müssen wir vollen Körpereinsatz zeigen und das Boot in die dichte Vegetation hinein fahren um an den Geocache zu gelangen.

Die Runde besteht aus 42 Tradis und einem Bonus. Als wir zum Bonus fahren wollen, werden wir von einem Einheimischen bebremst – wir können wegen einer Baustelle da nicht weiterfahren. Wir glauben ihm und drehen nur wenige Meter vor der Dose um.

Nach gut dreieinhalb Stunden auf dem Wasser erreichen wir wieder die Anlegestelle. Guido erwartet uns schon. Laut meinem Track sind wir knapp vierzehn Kilometer mit dem Boot gefahren. Die Karte in meinem Looking4Cache schaut hat nun an dieser Stelle viele Smilies.

Wie gehen von Bord uns suchen zunächst eine Toilette und dann etwas zu Essen …

Mein Fazit: Diese Tour hat mir super gefallen – das Boot war einfach zu steuern und alle Dosen zu finden.

 

Der Kagerplassen-Trail

Gegen zwei Uhr nachmittags fahren wir nach Rijpwetering und parken an der Kirche. Da vorne kein Parkplatz mehr frei ist, parken wir auf einem für die Besucher des Restaurants reservierten Plätzen. Das ist ein Risiko – aber wir haben Glück.

Wir gehen über die Brücke zur Anlegestelle hinter dem Café.

Dort liegen die uns schon bekannten Boote von Guido, der etwas später erscheint. Er fragt uns was wir für ein Boot wollen und wir entscheiden uns wieder für das Elektroboot.

Wieder macht er eine kurze Probefahrt und erklärt uns dass die Dosen auf dem Kagerplassen nur mit der Spitze des Bootes angefahren werden sollen, da das Ufer oft steinig ist und wenig Tiefgang hat. Nach der kurzen Einweisung setzen wir ihn am Anleger ab und fahren los.

Auf dieser Tour gibt es nur eine einzige Brücke und die ist recht hoch im Vergleich zu denen am Tulpentrail. Unter der Brücke loggen wir den ersten Tradi, den „01-3 Kagerplassenboottrail„. Anschließend fahren wir auf dem Kanal den Ort hinaus in Richtung des Sees.

Auf der Tour wechseln sich Seen und Kanäle einander ab. Die Kanäle sind viel breiter als beim Tulpentrail. Das führt dazu, dass wir bei den 5 km/h, die unser Elekroboot nur schafft, das Gefühl haben, nicht wirklich vom Fleck zu kommen.

Die ersten paar Dosen können wir gut finden und signieren. Dann verlässt uns das Glück etwas. Eine Dose lassen wir liegen, da wir sie auf dem Rückweg suchen wollen. Vor der nächsten ankert ein großes Schiff.

Die nächste Dosen finden wir wieder gut und fahren dann zu der zurück, die wir für den Rückweg aufgehoben haben. Auch diese Dose können wir nicht finden. Schlimmer noch, der Kanal, den wir nehmen wollten, ist für Motoboote gesperrt. Also das dritte mal die Strecke fahren und über den großen Kanal außen herum fahren. Auf diesem werden wir öfters von größeren Schiffen überholt. Unser Boot schwankt in deren Wellengang.

Einige Zeit später erreichen wir den nächsten See.

Da wir für diese Tour insgesamt nur vier Stunden Zeit haben, können wir nicht alle Dosen dieses Trails anfahren. Guido hat uns vorher eine Strecke gezeigt, die in ungefähr vier Stunden machbar sein sollte.

Und er hatte recht. Knapp vier Stunden später sind wir wieder auf dem Weg zur Anlegestelle. Wir kommen am goldenen Fuchs vorbei, was die anderen wegen meinem Cachenamen witzig finden.

Dann sehen wir schon wieder den Kirchturm – wir nähern uns dem Anleger.

Die Strecke, die wir gewählt haben, ist ungefähr dreizehn Kilometer lang und wir benötigen ohne größere Pausen knapp vier Stunden. Insgesamt können wir 20 Dosen dieses Trails loggen und auf der Karte in Smilies verwandeln.

Mein Fazit: Diese Tour ist komplett anderes als der Tulpentrail. Hier ist alles größer und breiter. Die Dosen liegen viel weiter auseinander. Ich würde diese Tour auch gerne wieder machen – dann jedoch auf jeden Fall mit einem Motorboot.

 

Interaktive Karte der beiden Bootstrails

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer beiden Bootstouren sehen sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch unsere Reiseroute interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Wie hat Euch diese Vorstellung der beiden Bootstouren gefallen? Seid Ihr sie selbst schon gefahren? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Bilderschatzsucher

    Für die Kagerplassen sind 4 h zu wenig, auch ist in jedem Fall ein Motorboot zu empfehlen . Gerade auf dem großen See, wenn Wind aufkommt ist das Elektroboot zu träge.

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