16. Deutsche Geocaching Meisterschaft: Licht und Schatten! (Teil 2)

Im zweiten Teil meines Erfahrungsberichtes stelle ich Euch die restlichen Wettbewerbscaches und die Siegerehrung vor.

Gegen Ende läuft es bei uns nicht mehr so gut – dennoch erreichen wir ein gutes Ergebnis! Am Ende des Beitrags findet Ihr mein Fazit!

 

 

Die Wettbewerbscaches

Bisher war es ja recht gut bei uns gelaufen. Wir sind zufrieden und die Stimmung ist gut im Team. Nach einem kurzen Stopp in einer Bäckerei und einem kleinen Fußmarsch erreichen wir den nächsten Wettbewerbscache. Das erste Essen des Tages …

 

Cache #4 – Wuscheln

Unsere nächste Aufgabe ist ein traditioneller Multicache. Im Spielbereich eines Kindergartens sind 26 Hinweise der Form „Buchstabe = Zahl“ versteckt. Für jeden gefundenen gibt es Teilpunkte falls wir pünktlich vor Zeitende abgeben.

Diese Aufgabe macht unserem Team wieder großen Spaß – Suchen gehört einfach zum Geocaching dazu! Es läuft gut und wir finden nach und nach die Buchstaben. Manchmal ist noch ein kleines Rätsel zu lösen um die richtige Zahl für den Buchstaben zu ermitteln.

Dann treten kleine Abstimmungsprobleme auf. Im Sand finde ich einen Hydrantendeckel und lasse mich überzeugen, dass „der“ hierhin gehört, weshalb wir ihn nicht öffnen. Später erfahren wir, dass auch dort ein Hinweis gewesen wäre. Schade – ich hätte mich durchsetzen sollen!

Bis auf drei Hinweise können wir alles finden. Wir haben ein gutes Gefühl! Kurz vor Ende der Zeit geben wir ab und sichern uns so die Teilpunkte.

Anschließend laufen wir zurück zur S-Bahn und fahren nur eine Station weiter bis zum nächsten Wettbewerbscache.

 

Cache #5 – Harrybärt

Zunächst laufen wir fast 20 Minuten an einer vielbefahrenen mehrspurigen Straße entlang, bis wir eine halbwegs geeignete Möglichkeit finden diese zu überqueren. Wir erreichen die Startkoordinaten und müssen schon wieder gute 20 Minuten warten. Der Zeitplan der Veranstaltung ist durch die Probleme mit dem öffentlichen Personennahverkehr ziemlich durcheinander geraden. Auf dem Parkplatz steht ein großer Anhänger, in dem sich der Cache abspielt.

Wir dürfen uns schon mal das Cachelisting anschauen. Im Anhänger gibt es zwei Räume, die getrennt von einander gewertet werden.

Gerade als ein Regenschauer über uns hinweg zieht, dürfen wir starten. Glück gehabt – so sind wir wenigstens im Trockenen.

Der Cache läuft alles andere als gut für uns. Im Ersten Raum gibt es auf sehr kleiner Fläche kaum etwas zu durchsuchen. Auf fast allen Einrichtungsgegenständen klebt der berühren-verboten-Aufkleber der Spielleitung. Schnell macht sich Frust im Team breit. Wir wissen, dass wir etwas finden müssen um zwei Kontakte zu verbinden. Auf die Idee, die Büroklammer zu nutzen, die die beiden Seiten des Listings zusammenhält kommen wir nicht. Damit ist dann eigentlich schon Schluss für uns. Wir öffnen den Hint und finden statt einem Tipp ein kleines Kabel. Damit bekommen wir den Fernseher an dem ein Raspberry-Pi hängt zum Laufen: Ein Passwort ist notwendig. Uns gehen die Ideen aus – hier gibt es nichts zu suchen??? Wieder öffnen wir einen Hint und erhalten das Passwort. Nun müssen wir ein Bilderrätsel lösen. Wir erkennen den Mount Everest und kennen seine Höhe. Das zweite Bild deuten wir falsch und müssen schon wieder einen Hint öffnen … Irgendwie haben wir keine Lust mehr.

Wir erreichen mit bisher null Punkten den zweiten Raum. Extrem laute Musik dröhnt aus den Lautsprecherboxen. Zum Glück ist unsere Zeit abgelaufen und wir werden erlöst. Zum zweiten Mal in diesem Wettbewerb fahren wir eine Nullrunde ein!

Um zur nächsten Station zu gelangen müssen wir erst recht weit laufen und dann die Straßenbahn nutzen. Gerade als wir einsteigen geht der nächste Schauer nieder. Wenigsten haben wir Glück mit dem Wetter!

 

Cache #6 – Just a walk

Wir steigen aus der Staßenbahn aus – nur immer regnet es leicht. Die angegebenen Koordinaten befinden sich an einem kleinen See. An einer Laterne finden wir einen QR-Code, der uns, nach Eingabe des Passwortes, zu einen Youtube-Video führt.

Bei diesem Wettbewerbscache handelt es sich um eine Letterbox. Das Video zeigt uns welche Wege wir zum Final nehmen müssen. Dafür stehen uns maximal 25 Minuten zur Verfügung. tower27 startet das Video auf seinem Smartphone und zeigt uns den Weg.

Der Weg ist recht lang und führt über einige Fußgängerampeln und durch eine U-Bahnstation. Sicherheit geht vor, wir beachten die Straßenverkehrsregeln!

Nach einigen Schleifen erreichen wir die Düsseldorfer Altstadt. Unser Team ist von dem langen Wettbewerbstag schon müde. Die Strecke ist sehr lang und nun wird es auch noch voll. Kurz vor 18 Uhr erreichen wir die „Längste Theke der Welt“. Da inzwischen die Sonne wieder scheint, ist diese gut gefüllt. Zwischen den Menschenmasse gibt es kaum ein Durchkommen. Spaß schaut für mich anders aus!

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir nach Ablauf der Maximalzeit das Ziel. Nun drückt uns der Standbetreuer allen Ernstes ein weiteres Aufgabenblatt in die Hand: wir sollen ca. 10 Fotos, die wir auf unserem „Rennen“ durch Düsseldorf unterwegs gesehen haben, in die richtige Reihenfolge bringen. Wir sind bedient und geben ab. Wir sind uns ziemlich sicher – das war die nächste Nullnummer für uns!

Später schaue ich mir den Weg auf der Karte an – es waren doch gute 2,2 Kilometer zum Wegfinden, Laufen und Merken, was sich so alles so rechts und links des Weges befindet …

 

Cache #7 – Schlag das Rad

Der nächste Wettbewerbscache startet an der gleichen Stelle. Eigentlich haben wir schon jetzt keine Lust mehr – aber es ist der Letzte für uns.

Wieder sollen wir unter Zeitdruck durch die verstopfte Düsseldorfer Altstadt rennen und dort Radschläger zählen. Es gibt Koordinaten und Wegbeschreibungen. Wir teilen unser Team auf. Die meisten Radschläger sind auf Kanaldeckeln, hoffentlich sind keine unterwegs durch Passanten oder Biertheken verdeckt?

Wie lassen uns Zeit und versuchen keine Passanten umzurennen. Gerade dieser Bereich ist voll von Menschen.

Zur Kommunikation verwenden wir Funkgeräte, die bisher tadellos funktioniert haben. Hier neben den Biertheken verstehen wir kaum unser eigenes Wort, geschweige denn einen Funkspruch. An Kreuzungen zeigt sich das nächste Problem: gehören die Radschläger in der Seitenstraße nun noch dazu oder nicht. Im Listing steht etwas von „in Sichtweite“ … also Ja?!

Als sich unsere Zeit dem Ende nähert, laufen wir zum Start zurück und geben genervt ab. Später stellt sich heraus, dass wohl alles falsch war, das es nicht um die Radschläger-Kanaldeckel ging, sondern um die Radschläger. Und auf jedem Kanaldeckel sind zwei …

Mit diesen drei Nullnummern am Ende des Wettbewerbs melden wir uns ab. Diese Caches haben die Laune im Team ziemlich gedrückt.

Was soll‘s – wir haben die Meisterschaft überlebt und nun ist erst mal das Abendessen angesagt. Nach diesem langen und anstrengenden Tag mit Bananen und Müsli-Riegel und ohne eingeplante Zeit für eine vernünftige Pause suchen wir uns einen gemütlichen Italiener und gönnen uns eine Auszeit!

 

Interaktive Karte der Meisterschaft

Auf der folgenden Karte könnt Ihr die Verteilung der Wettbewerbscaches über die Stadt Düsseldorf sehen. Der Verlauf des Caches#6 „Just a walk“ ist ebenfalls dargestellt. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch die Wegpunkte dieser Meisterschaft interessieren, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Die Abendveranstaltung

Gegen 21 Uhr erreichen wir das Eventgelände. Zu diesem Zeitpunkt sind gerade mal 11 von 18 Teams zurückgekehrt. Den anderen geht es wohl genauso wie uns – erst einmal was vernünftiges Essen!

Als die Sonne untergegangen ist, beginnt die Siegerehrung. Zunächst dankt austriaka vom Orga-Team den Sponsoren und allen Helfern, ohne die dieses Event nicht möglich gewesen wäre.

Dann geht es los mit dem 18. Platz … 17 … 16 … und so weiter. Wir hoffen auf einen einstelligen Platz. tower27 schätzt unsere Punkte irgendwo knapp über 5000. Am unteren Ende ging es mit 2700 los. Die Teams liegen bisher alle recht dicht beisammen.

Zwischendurch werden immer mal wieder statistische Auswertungen von Wettbewerbscaches eingeblendet. Wir erfahren, dass fast jedes Team bei 3*4*5 die volle Punktzahl bekommen hat und das bei „Just a walk“ kaum ein Team Punkte erreicht hat …

Der 10. Platz ist vorbei – weder unser Schwesterteam „Die Saarsucher“, noch wir wurden bisher aufgerufen. Wir haben die 4000 Punkte-Marke schon überschritten.

Beim 8. Platz werden die Saarsucher aufgerufen. Wir gratulieren zu diesem wirklich guten Ergebnis!

Dann der 7. Platz und der 6. Platz … noch immer sind wir nicht dabei?

Mit dem fünften Platz kommt die Erlösung – unser Team wir nach vorne gerufen und wir bekommen unsere Urkunden.

Wir sind zufrieden! Ein fünfter Platz für drei Nullrunden ist schon überraschend. Die Strategie so viel wie möglich Teilpunkte zu sichern ist wieder aufgegangen.

Am Ende stehen nur noch „Badischer Schwarzwald“ und „Team dicke Bretter“ aus Karlsruhe vorne. Die Spannung steigt. Dann die Erlösung für den Badischen Schwarzwald, sie müssen nicht die nächste Meisterschaft ausrichten. Der diesjährige Sieger der 16. Deutschen Geocaching Meisterschaft ist das Team dicke Bretter“ aus Karlsruhe. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Für uns ist das klasse – sollten wir die nächste Qualifikation schaffen – so ist unsere Anfahrt aus dem Saarland gerade mal eineinhalb Stunden.

 

Das Endergebnis

Im Laufe des Donnerstags nach der Meisterschaft wird das Endergebnis endlich veröffentlicht. Die beiden saarländischen Teams habe ich rot markiert.

Interessant finde ich, dass die Punkte aller Teams recht dicht zusammenliegen. Zwischen dem zweiten und dem dritten Platz liegt gerade mal ein Punkt. Mit unserem fünften Platz sind wir sehr zufrieden. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn wir nur 400 Punkte mehr erspielt hätten …

 

Mein Fazit

Diese Meisterschaft hat mir überwiegend gut gefallen: es war nicht die Beste, aber auch nicht die Schlechteste. Meiner Meinung nach gab es Licht und Schatten. Aber der Reihe nach.

Gut gefallen hat mir das Catering und das Eventgelände. Ich habe gespürt, dass sich die Veranstalter viele Gedanken gemacht haben. Endlich mal gab es vernünftige Brötchen zur Wurst! Genügend Sitzplätze waren ebenfalls vorhanden – und dazu noch geschützt vor Wind und Regen. Gut gemacht!

In den letzten Jahren benötigen wir während der Meisterschaft kein Auto – auch dieses Mal war das so – ein ÖPNV-Ticket für die Düsseldorfer Innenstadt war inklusive. Für unangekündigte Demonstrationen oder Massenschlägereien am Hauptbahnhof kann die Orga natürlich nichts. Trotzdem hat es die Meisterschaft professionell abgewickelt, so dass alle Team trotz Verspätung ihre Wettbewerbscaches spielen konnten.

Ja, die Wettbewerbscaches – ein schwieriges Thema! Die für mich persönlich schönsten Caches waren der „Abenteuerspielplatz“, in „Eller rennt man schneller“, „Wuscheln“ und der Würfel („Cube“). Gar nicht gefallen hat mir der „Harrybärt“, „just a walk“ und der „Radschläger“. Die letzten beiden fand ich für eine Meisterschaft ungeeignet, da die Bedingungen für die einzelnen Team von der Startzeit abhingen. Morgens war an der längsten Theke der Welt definitiv weniger los als abends. Der „Harrybärt“ hat mir nicht gefallen, weil der Raum zu eng war und wir uns die Lösung nicht erarbeiten konnten. Entweder man hatte den richtigen Gedanken zum richtigen Zeitpunkt, oder eben nicht. Bei „Town under“ wurde meiner Meinung nach das Potential der Location nicht voll ausgeschöpft. Ich fand es unnötig, ja sogar gefährlich, dort unten mit bewusst zu wenig Licht spielen zu müssen. Auch sollten die beiden Stationen unabhängig von einander sein, damit alle im Team was zu tun haben.

Trotzdem, wenn ich alles zusammen nehme, hat es mir in Summe gut gefallen. Ich ziehe vor der Orga und allen Helfer meinen Hut und zolle ihnen Respekt: Danke für den schönen Tag!

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Eine Übersicht mit allen meine bisherigen Teilnahmen mit den Links zu den jeweiligen Berichten zur Qualifikation und Meisterschaft findet Ihr auf der Seite „Meine Teilnahmen bei der Geocaching Meisterschaft„.

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Wie hat Euch mein diesjähriger Bericht gefallen? Habt Ihr selbst an der Meisterschaft teilgenommen? Wie ist es Euch dabei ergangen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

4 Kommentare:

  1. Danke für den tollen Bericht.
    Jetzt habe ich das Gefühl, als wäre ich live dabeigewesen.
    Schönen Gruß aus Berlin, Mic@

  2. Michael alias elmi.de

    Hallo Saarfuchs,
    als Teil des „Badischen Schwarzwalds “ habe auch ich oder besser, unser Team, in etwa die gleichen Erfahrungen und Eindrücke von dieser GC-Meisterschaft gemacht.
    Wir hatten den ÖPNV am Vortag schon etwas trainiert weil wir uns schon gedacht hatten, dass es kreuz und quer durch Düsseldorf gehen wird.
    Wir hatten beim „Just a walk“ tatsächlich das Glück, morgens als erstes Team in einer praktisch leeren Altstadt unterwegs sein zu dürfen. Aber auch wir haben die Zeitmarke (vermutlich) gerissen, von den Sehenswürdigkeiten ganz zu schweigen.
    Vermutlich – weil wir leider (noch) keine Auflistung der Punkte an den einzelnen Stationen bekommen haben. Oder habt ihr was gefunden?
    So ein wenig Statistik hätte uns schon noch gefallen…
    Gruß Michael von elmi.de

  3. Hey Jörg,
    danke für den echt tollen Bericht. Details sehe ich etwas anders, aber Du hast es echt großartig beschrieben.
    LG aus Wien
    Chris

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