Jul 302018
 

Bei unserer Islandrundreise wollen wir auf jeden Fall das Hochland besuchen. Landmannalaugar ist jedoch ausschließlich mit Allradfahrzeugen zu erreichen. Da wir nur einen „normalen“ Van zur Verfügung haben, buchen wir uns für diesen Tagesausflug Plätze im Hochlandbus.

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Wir wandern in einer atemberaubenden Naturkulisse einen fünf Kilometer langen Rundweg und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Kommt mit auf die virtuelle Wanderung ins isländische Hochland!

 

 

Die Anreise

Landmannalaugar liegt im Hochland von Island und ist nur in den Sommermonaten (Ende Juni bis Anfang September) über verschiedene F-Straßen zu erreichen. Für diese Straßen wird ein Allradfahrzeug benötigt. Da wir für unsere Rundtour nur einen „normalen“ Van gebucht haben, müssen wir uns nach einer anderen Möglichkeit umschauen, um ins Hochland zu kommen.

In der Vorbereitung unserer Tour fällt uns der isländische Busbetrieb TREX auf. Auf seiner Webseite buchen wir Tickets für die Fahrt von Hella nach Landmannalaugar. Das Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet pro Person umgerechnet ca. 100€. Der Reisebus verfügt über ein spezielles Allrad-Fahrwerk.

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Als wir morgens in Hella in den Bus steigen, sind schon einige Fahrgäste an Bord. tower27 und ich haben dennoch Glück: Die Bank neben dem Fahrer ist noch frei und so haben wir für die ca. zweistündige Fahrt einen Logenplatz unmittelbar hinter der Frontscheibe. Der erste Stunde verläuft über geteerte Straßen. Unterwegs halten wir nur noch einmal, um an einem Hotel weitere Fahrgäste aufzunehmen. Dann ist es soweit – unser Bus biegt auf eine geschotterte F-Straße ab.

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Auf dem Weg nach Landmannalaugar kreuzen wir zweimal einen Fluss. Dort gibt es keine Brücke – der Busfahrer sucht sich eine flache Stelle zum Queren. Auf den Straßenschildern sind diese Stellen mit einem großen blauen V markiert.

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Unmittelbar vor der Furt bremsen Schilder die Geschwindigkeit auf 5 km/h …

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… und warnen vor dem Durchfahren. Man solle dies nur mit einem „guten“ Allradfahrzeug machen.

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Daher nehmen viele Touristen mit ihren Allrad-Mietwägen den Parkplatz vor der letzten (tiefen) Furt und laufen die kurze Strecke bis zum Campingplatz zu Fuß. Sicher ist sicher!

 

Der Campingplatz

Landmannalaugar ist ein Campingplatz mit einer Berghütte. Es ist noch früh im Jahr – die Saison hat gerade erst begonnen. Trotzdem ist schon recht viel los hier. Die Zelte stehen auf einer Schotterfläche zwischen dem Fluß und dem Hang eines großen Lavafeldes.

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Hier gibt es eine große Toilettenanlage mit Duschen. Die Benutzung der Anlage kostet pro Person und Tag 500ISK, was etwa 4€ entspricht. Dort könnt Ihr auch eure Badesachen anziehen, wenn Ihr später in den heiße Quelle möchtet.

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Die Hütte verfügt über 78 Betten. Wer dort übernachten möchte, der sollte rechtzeitig buchen. Laut der Webseite kostet eine Übernachtung 9.000ISK (ca. 74€). Der bekannte Wanderweg Laugavegur beginnt hier.

 

Der einzige Geocache

Bei der Vorbereitung unserer Tour ist mir aufgefallen, dass es auf der Wanderung nur einen einzigen Geocache geben wird: der Tradi „Landmannalaugar„, der in der Nähe des Campingplatzes liegt.

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Auf unserem Wanderweg ist es nur ein kleiner Umweg. Ich finde die Dose recht schnell und saarzwerg schreibt uns ins Logbuch.

 

Die Rundwanderung

Danach beginnen wir unsere Rundwanderung. Auf der Karte beträgt der Weg ungefähr 5,3 Kilometer und hat ca. 200 Höhenmeter im Aufstieg. Zu Beginn weist uns ein Schild darauf hin, dass die Wege nicht verlassen werden dürfen, um die Natur zu schützen.


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Ein Blick zurück zeigt mir die Stellen, an denen der Bach vulkanisch aufgeheizt ist – dort ist die Vegetation besonders üppig und grün. Der Rest des Flusstals ist nur ockerfarbener Schotter und Geröll.

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Wir steigen am Hang des großen Lavafeldes auf. An schattigen Stellen liegt immer noch Schnee vom Winter. Oben angekommen haben wir einen schönen Blick auf den Campingplatz und die dahinterliegenden Berge.

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In der Ferne sind Hügel zu erkennen, die alle verschiedene Farben haben. Hier haben die vulkanischen Aktivitäten eine tolle „Leinwand“ hinterlassen.

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Der Weg ist gut mit Pfosten markiert und führt uns durch das breite Lavafeld.

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Nach einer guten halben Stunde haben wir das Lavafeld komplett passiert und wir wechseln die Richtung: Unser Weg biegt nun links Richtung Süden ab. Zum ersten Mal befinden wir uns in einer längeren Steigung. An ihrem Ende queren wir ein großes Schneefeld parallel zu einem kleinen Bach.

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Wir haben Glück – heute ist es warm und ich kann meine Jacke ausziehen. Dann ist Vorsicht angesagt. Unser Bergpfad quert einen Schneehang. Die Spur ist ausgetreten. Langsam gehen wir hinauf …

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… und genießen den Blick auf den dahinterliegenden Berg.

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Dort riecht es nach faulen Eiern. Wir haben das Hochtemperaturgebiet erreicht. Hier tritt heiße Luft aus dem Boden aus. Rund um die Öffnungen lagert sich Schwefel ab und dieser färbt die umliegenden Steine gelb.

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Wir erreichen eine Weggabelung. Der Wegweiser hat sicher schon bessere Tage erlebt. Dennoch ist er noch gut zu gebrauchen. Er weist uns den Weg zum Brennisteinsalda, einem 855 Meter hohen Vulkan.

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An dessen Flanke wandern wir hinauf zu einem einen Aussichtspunkt und kommen dabei an dem tollen Farbenspiel der vulkanischen Aktivitäten vorbei.

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Wow – eine grandiose Aussicht über das große Lavafeld von Landmannalaugar.

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Etwas weiter rechts liegt der 943 Meter hohe Bláhnúkur. Wer möchte und Zeit hat, kann diese Rundwanderung mit seiner Überschreitung erweitern. Auf dem Gipfel gibt es zur Belohnung neben tollen Ausblicken noch den Earthcache „Landmannalaugar – Fjallabak Reserve„.

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Obwohl wir genug Zeit haben, entscheiden wir  uns gegen eine Überschreitung. Zu imposant sieht der Aufstieg aus, den wir uns heute nicht mehr zumuten wollen. So steigen wir auf einem anderen Weg hinab ins Lavafeld. Zwischen den Lavabrocken liegen immer wieder Schneefelder. Der Weg ist durch die aufgestellten Pfosten gut zu finden.

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Weiter unten sind die Lavabrocken mit Flechten und Moosen überzogen.

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Unser Weg verläuft kreuz und quer durch das Lavafeld. Allmählich ist das Rauschen eines Gebirgsbaches zu hören. Wir steigen etwas den Hang hinauf und blicken darüber. Zum ersten Mal können wir den Bach sehen. Dort, wo der Bach eine Linkskurve macht, erkennen wir einen geeigneten Picknickplatz für unser mitgebrachtes Mittagessen.

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Es dauert jedoch noch einige Zeit bis unser Pfad diese Wiese erreicht. An dieser Stelle sind schon einige andere Wanderer dabei ihre Pause zu verbringen. Wir rasten hier eine gute halbe Stunde, bevor wir wieder dem markierten Weg hinunter in die Schlucht folgen.

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Nun verläuft der Weg immer parallel zu dem Gebirgsbach. Es gibt kaum Steigungen unterwegs.

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Am Ausgang der Schlucht wird es wieder farbenfroh. Von rechts zieht sich eine Felsrippe durch den Hang, die grün gefärbt ist.

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Kurz danach öffnet sich das kleine Tal und geht in ein breites geschottertes Flußbett über. Von hier sehen wir schon den Campingplatz von Landmannalaugar, den wir  gegen 13:40 Uhr wieder erreichen. Bis zu unserer gebuchten Rückfahrt mit dem Hochlandbus haben wir nun noch fast drei Stunden.

 

Baden im Hot Pot

saarzwerg möchte uns alle überreden mit Ihr ein Bad in dem Hot Pot zu nehmen. Irgendwie gelingt es ihr nicht, uns zu begeistern oder zumindest zu motivieren. In der Hütte vom Campingplatz zieht sie ihren Badeanzug an und wir spazieren gemeinsam zur heißen Quelle.

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Der Weg dorthin führt über einen hölzernen Steg, an dessen Ende eine kleine Plattform ist, wo wir unsere Rucksäcke abstellen können.

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saarzwerg steigt die Stufen zum Wasser hinab und muss feststellen, dass es an dieser Stelle noch so gar nicht warm ist.

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Je näher sie an den Hang kommt, desto wärmer wird das Wasser. Zu dem einfließenden heißen Wasser muss sie etwas Abstand halten, um sich nicht zu verbrennen. Sie genießt ihr Bad!

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Ein gute halbe Stunde später gehen wir wieder zurück zum Campingplatz, wo sich unsere beiden Muggels einen Kaffee gönnen.

 

Die Furt

tower27, saarzwerg und ich nutzen die Zeit, um nach vorne zur Furt zu spazieren. Ich hoffe darauf ein paar Bilder von Fahrzeugen machen zu können, die die Furt durchqueren. Direkt daneben ist eine Fußgängerbrücke, so dass wir uns die Furt von beiden Seiten anschauen können.

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Es dauert auch nicht lange bis ein Geländefahrzeug Landmannalaugar verlassen will. Der Campingplatz liegt quasi in einer Sackgasse. Wer dorthin fahren möchte, muss diese Furt passieren oder davor parken. Aber dieser Fahrer kennt sich aus: Kurz vor der Furt hält er an, steigt aus und sperrt seine Differentiale.

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Dann fährt er sehr langsam hindurch.

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Schnellfahren in der Furt ist ein beliebter Anfängerfehler – durch die Geschwindigkeit bildet sich eine Bugwelle, die das Wasser höher steigen lässt. Auf dem Schild vor der Furt ist die Frage zu lesen, ob der Motor abgedichtet ist. Ich denke, diese Frage sagt schon alles!

 

Die Rückfahrt

Um viertel nach vier Uhr machen wir uns auf zu unserem Bus. tower27 und ich haben wieder Glück – wir sind die Ersten und dürfen die Fahrt wieder auf den vordersten Plätzen genießen. Ganz souverän passiert der Fahrer die Furt.

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Und schaukelt uns mit guten 50 km/h über die Piste.

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Obwohl wir die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg fahren, gibt es immer wieder etwas Neues zu sehen. Klar, wir schauen ja jetzt auch in die andere Richtung. Diese Landschaft ist bei Sonnenschein einfach ein Traum!

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Nach einer guten Stunde im Gelände erreichen wir wieder die Teerstraße und noch eine Stunde später sind wir wieder an unserem Startpunkt. Damit geht ein toller Tag im Hochland zu Ende!

 

Interaktive Tour-Karte

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unseres Aufenthaltes in Landmannalaugar sehen. Die Karte ist interaktiv – Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch unsere Wanderung interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Mein Fazit

Die Tour ins Hochland von Island war für mich die schönste und beeindruckendste Tour unseres kompletten Urlaubs. Die Wanderung ist nicht sehr anspruchsvoll und gut markiert. Wenn Ihr Euch Zeit lasst, um zu verweilen und die Natur zu betrachten, dann benötigt Ihr drei bis vier Stunden. Nach der Tour könnt Ihr Euch im Hot Pool entspannen. Der hier ist sogar kostenlos!

Rund um die Hütten gibt es einige Tische mit Bänken. In den alten amerikanischen Schulbussen ist ein kleiner Markt eingerichtet. Dort gibt es auch Kaffee …

Falls Ihr Island besucht, wäre mein Tipp für Euch mindestens einen Tag im Hochland einzuplanen!

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere 10-tägige Rundtour in Island. Eine Übersicht mit allgemeinen Informationen über Island und den Links zu allen detaillierten Tourbeschreibungen findet Ihr in meinem Beitrag: „Geocaching auf Island: 10 Tage mit dem Mietwagen„.

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Mehr Bilder dieser Tour findet Ihr im Webalbum.

Wie hat Euch diese virtuelle Wanderung durch Landmannalaugar gefallen? Sind die Informationen nützlich für Euch? Was hat Euch noch gefehlt? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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