Geocaching auf Island: Der Golden Circle

Der Golden-Circle („goldene Ring“) ist die beliebteste Reiseroute in Südwest- und Süd-Island. Auf Ihr besichtigen wir drei der bekanntesten Sightseeing-Punkte Islands: den Þingvellir-Nationalpark, das Thermalgebiet mit dem Großen Geysir und dem Geysir Strokkur und den Wasserfall Gullfoss.

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Natürlich machen wir noch zwei Abstecher und auch Geocaching kommt nicht zu kurz. Kommt mit auf die virtuelle reichbebilderte Reise in den Süd-Südwesten von Island!

 

 

Ankunft in Island

Wir fliegen von Frankfurt am Main mit IcelandAir nach Reykjavik. Mit einer Stunde Verspätung erreichen wir am Nachmittag den Flughafen in der Nähe von Keflavik. Da wir uns innerhalb des EWR befinden, findet eine Einreisekontrolle nicht statt.

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Unseren Mietwagen haben wir schon in Deutschland über billiger-mietwagen.de gebucht. Auf unserem Gutschein ist der Anbieter „Thrifty“ zu lesen. Es kostet uns gute 30 Minuten herauszufinden, wo dieser seinen Schalter hat: nicht im Flughafen, sondern in einer Industriehalle ein paar hundert Meter vor dem Abflugbereich. Wir fahren mit dem kostenlosen Shuttlebus dahin.

Nach der Übernahme des Mietwages steuern wir als Erstes einen Supermarkt in Keflavik an, um für die Touren der kommenden Tage gut versorgt zu sein.

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Im Markt weist uns eine Einheimische freundlich darauf hin, dass das Wasser in Island so gut ist, dass es keinen Sinn macht Geld dafür auszugeben. So kaufen wir nur wenige Plastikflaschen und füllen diese in den Unterkünften immer wieder am Wasserhahn auf.

 

Der erste Geocache

Auf dem Weg nach Hella, wo sich unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte befindet, stehen wir zunächst vor Reykjavik im Stau. Wir haben schönes warmes Wetter mit strahlender Sonne. So wünsche ich mir, dass es den kompletten Urlaub bleibt!

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir die „Stadt“ Selfoss, die ca. 7.000 Einwohner hat. Was bei uns ein Dorf ist, zählt in Island schon als Stadt. Naja, insgesamt leben auf der ganzen Insel ja nur so 350.000 Isländer – der größte Teil davon in und um Reykjavik.

Kurz vor der Brücke in Selfoss hallten wir bei dem Tradi „Seal Falls“ an. Hier hat man einen schönen Ausblick auf den Fluß …

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… und wir suchen, finden und loggen unseren ersten Geocache auf Island!

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Damit wäre das Ziel „Länderpunkt Island“ schon mal erreicht.

 

Unsere Unterkunft in Hella

Nach weiteren 30 Minuten Fahrt erreichen wir am Abend Hella, einen Ort mit knapp 800 Einwohnern. Dort haben wir uns im Gästehaus „Cafe Arhus“ (Provisionslink) für drei Nächte eingebucht.

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Wir bekommen jeweils ein kleines Holzhäuschen zugewiesen mit eigener Dusche und WC. Das Frühstück kann als Buffet in einem nahegelegenen Hotel hinzugebucht werden.

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Die kleinen Holzhäuser liegen idyllisch an einem kleinen Fluss. Direkt hinter dem großen Parkplatz vor der Anlage wurde der Tradi „Hella Touristic Center“ versteckt. Den hebe ich mir für den Morgen auf, an dem wir diese Unterkunft Richtung Osten verlassen werden.

 

Die Goldene Rundfahrt („Golden Circle“)

Am nächsten Morgen starten wir in unserem Mietvan zur „Gullni hringurinn“, wie die Goldene Rundfahrt („Golden Circle“) auf Isländisch genannt wird. Im Internet habe ich vorher nach DER Route gesucht, vergeblich! Es gibt nicht die Golden-Circle-Route. Die goldene Rundfahrt bedeutet nur, dass die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einer Tour (an einem Tag) besucht werden können.

So, wie wir die Route von Hella aus fahren, hat sie ca. 270 Kilometer. Zusätzlich zu den drei oben genannten Sehenswürdigkeiten besuchen wir noch den Vulkankrater Kerið und den ehemaligen Bischofssitz Skálholt. Wegen des anhaltend schlechten Wetters verzichten wir auf den Wasserfall Brúarfoss, der ebenfalls auf unserer Strecke liegt.

 

Interaktive Tour-Karte

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Tour über den „Golden-Circle“ sehen. Die Karte ist interaktiv – Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Fallls Euch diese Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Der Vulkankrater Kerið

Von Hella fahren wir zunächst zurück bis nach Selfoss und biegen dann Richtung Þingvellir ab. Kurze Zeit später ist schon der Vulkankrater Kerið ausgeschildert. Es beginnt zu regnen. Als wir den Parkplatz vom Krater erreichen, ist der Regen schon recht stark geworden. Wir ziehen unsere Regenkleidung an.

saarzwerg kümmert sich um den Eintritt, während ich mir schon mal die Fragen des Earthcaches „Kerið Crater“ anschaue – sollte zu machen sein!

Zunächst folgen wir dem Fußweg über den Kraterrand. Dort mache ich auch mein Selfie für den Earthcache.

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Schade – die Sonne ist heute nicht zu sehen …

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… selbst die gegenüberliegende Kraterwand ist im Regendunst schon nicht mehr klar zu sehen.

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Nachdem wir den Kerið einmal umrundet haben, steigen wir über Treppen zum See hinunter. Wegen des schlechten Wetters halten wir uns nicht lange am Krater auf und fahren weiter nach Þingvellir.

 

Der Þingvellir Nationalpark

In der Vorbereitung dieser Tour habe ich mir zunächst einen Parkplatz beim Wasserfall Öxarárfoss herausgesucht. Vor Ort stellt sich heraus, dass dieser kostenpflichtig ist. Ich kaufe ein Parkticket und wir spazieren zum Öxarárfoss.

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Unser Parkticket ist an diesem Tag im ganzen Nationalpark gültig. Wegen des anhaltenden Regens beschließen wir zum Nationalparkzentrum zu fahren und dort zu parken. Eine Viertelstunde später erreichen wir dieses.

Unmittelbar davor startet der Wherigo „The Golden Circle„, den wir hier beginnen. Wer ihn spielen möchte, sollte die drei Sehenswürdigkeiten genau in „unserer“ Reihenfolge anfahren. Vom Aussichtspunkt am Zentrum haben wir einen weiten Blick ins Land (auch wenn heute eindeutig die Sonne fehlt!).

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In Regenklamotten beginnen wir unseren Rundgang durch den Nationalpark. Der Weg führt durch eine große Spalte im Fels nach unten. Hier treffen die nordamerikanische und die eurasische Platte aufeinander und bilden den mittelatlantischen Rücken. Mit dieser geologischen Besonderheit beschäftigt sich der Earthcache „Þingvellir – The Mid-Atlantic Ridge„.

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Nachdem wir die Fragen beantwortet haben, biegen wir in einen kleinen Pfad ein, der steil nach unten zur Kirche führt. Unterwegs treffen wir auf diese Ente mit ihrem Nachwuchs, den sie mit ihrem Flügel vor dem Regen schützt.

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Als es kurz einen Moment aufhört zu regnen, nutzt die Ente die Gelegenheit, um mal ihr Gefieder auszuschütteln.

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Wir spazieren weiter und erreichen die Þingvallakirkja.

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An der Kirchenwand informiert eine Schautafel über die Entstehung der Isländischen Elle – ein Längenmaß aus vergangenen Zeiten. Darum dreht sich auch der Virtual „Virtual Reward – Þingvallakirkja„. Die Häuser daneben dienen dem isländischen Premierminister für Empfänge.

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Wir spazieren weiter und kommen zum Platz, wo das das älteste bestehende Parlament der Welt gegründet wurde, das Althing. Die Fahne Islands weht dort.

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Unter der Zuwegung zu diesem geschichtsträchtigen Ort suchen wir den Tradi „Thing Sites: Thingvellir Lögberg„.

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Wenige hundert Meter weiter (kurz hinter dem Ertränkungsbecken) befindet sich der Earthcache „Lava Flow„, dessen Fragen ich gut und schnell beantworten kann. Ich mache mein Beweis-Selfie im Regen und trete den Rückweg zum unserem Van an.

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Auf dem Weg zum Geysir liegt der Tradi „Eurasia meets North America„, auf den wir wegen des mittlerweile immer stärker werdenden Regens verzichten. Stattdessen kehren wir in die kleine Raststätte in der Nähe ein. Dort werden wir wieder mit den extrem hohen Preisen in Island konfrontiert: Ich gönne mir eine Suppe für 15€ … naja, was soll’s, mir ist kalt und ich habe Hunger!

 

Bei Geysir und Strokkur

Nach der Pause bei Þingvellir sitzen wir eine knappe Stunde im Auto bis wir das Informationszentrum beim Großen Geysir erreichen. Leider hat es immer noch nicht aufgehört zu regnen und so treten wir auch diesen „Spaziergang“ in Regenkleidung an.

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Gegenüber vom Informationszentrum (mit Restaurant, sanitären Anlagen und vielen Shops) beginnt der Fußweg ins Termalgebiet Haukadalur, wo sich heiße Quellen und die beiden Geysire „Großer Geysir“ und „Strokku“r befinden. Zunächst kommen wir am Strokkur vorbei und haben Glück: So ungefähr alle zehn Minuten bricht dieser aus.

Die Geysire hier im Park sind alle großzügig abgesperrt, so dass Niemand Angst haben muss von dem kochend heißen Wasser verbrannt zu werden. Je länger wir auf den Ausbruch warten, um so mehr Touristen versammeln sich an der Absperrung. Es wird immer schwieriger meinen guten Platz zum Fotografieren zu verteidigen.

Dann geht’s los. Zunächst beginnt das Wasser zu sprudeln …

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… und dann erhebt er sich in die Höhe!

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Beeindruckend!

Wir spazieren weiter zum großen Geysir, der allen Geysiren in der Welt seinen Namen gegeben hat. Leider haben wir dort jetzt kein Glück. Solange wir uns im Park aufhalten, bricht er nicht aus.

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Dafür können wir aber noch einen Earthcache vor Ort lösen: „Geysir – powerful hot spring„. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es immer noch regnet?

 

Am Gullfoss

Bis zum Gullfoss ist es noch keine Viertelstunde Fahrt. Wir parken auf dem unteren Parkplatz. Als wir dort ankommen, wird der Regen mal endlich etwas weniger. Ich mache mich gleich auf, die Lösungen zu den Fragen des Earthcache „Gullfoss (Golden Falls)“ zu finden, was recht schnell geht. Dann noch schnell das Beweis-Selfie machen und im Smartphone loggen – fertig!

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Der kleine Bergpfad zum Wasserfall ist heute offen – wir folgen ihm den Hang hinab.

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Der Wasserfall, der den Namen Gullfoss, also goldener Wasserfall, trägt, fällt in zwei Stufen in eine große Erdspalte hinab und fließt anschließend durch einen Canyon ab.

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Der Gullfoss ist die letzte Station bei unserem Wherigo „The Golden Circle„. Die Finalkoordinaten sind etwas vom Wasserfall entfernt.

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Nach einem kleinen Spaziergang findet tower27 die Dose recht schnell. Leider bemerken wir erst vor Ort, dass keiner von uns einen Stift dabei hat.

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Daher machen wir ein Fotolog, welches vom Owner akzeptiert wird.

 

Kurzbesuch Skálholt

Auf dem Rückweg nach Hella machen wir einen kleinen Umweg zum ehemaligen Bischofssitz in Skálholt.

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Obwohl es schon nach 18 Uhr ist, hat das kleine Museum im Keller der Kirche noch geöffnet. Aber irgendwie haben wir heute keine Lust mehr auf Museum und der Preis schreckt uns auch etwas ab.

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So genießen wir etwas die Aussicht und schauen mal auf dem Smartphone, ob nicht noch ein Geocache in der Nähe ist.

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Wir haben Glück und machen uns gleich auf den kleinen Spaziergang zu dem Tradi „Öxin og jörðin„. Er führt uns zu einem Grabstein, in dessen Nähe die Dose versteckt ist. Auf dem Rückweg zum Auto fällt mir dieser Wegweiser ins Auge, den ich gleich fotografieren muss.

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Das war nun der letzte Stopp für heute an einem Sightseeing-Punkt.

 

Restaurantempfehlung

Inzwischen haben wir alle Hunger – aber keine Lust mehr auf Burger oder Pizza. Wir schauen bei Tripadvisor nach einem guten Restaurant in der Nähe von Hella und finden das „Strönd„. Es liegt an einem Golfplatz und aus dem Speisesaal haben wir eine herrliche Aussicht. Wir bekommen dort tolle Gerichte: Ich esse Rinderbäckchen, tower27 etwas vom Islandpferd und saarzwerg gegrillten Lachs. Wir sind alle sehr zufrieden mit unserem Essen!

 

Mein Fazit

Trotz des schlechten Wetters habe ich diese Rundfahrt genossen. Die reine Fahrzeit beläuft sich auf etwa vier Stunden. Wir haben genügend Zeit an den Sehenswürdigkeiten, um diese in Ruhe erleben zu können. Wobei Ruhe in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist, da diese Punkte in der Hauptsaison recht überlaufen sind.

Wenn Ihr nur wenig Zeit in Island habt, so solltet Ihr diese Tour auf jeden Fall machen, da Ihr so einen guten Überblick über die Dinge bekommt, die Island ausmachen: grandiose Landschaft mit einem Krater, einem Wasserfall, einem Thermalgebiet mit Geysiren und eine geschichtsträchtige Stätte. So macht Island Spaß!

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere 10-tägige Rundtour in Island. Eine Übersicht mit allgemeinen Informationen über Island und den Links zu allen detaillierten Tourbeschreibungen findet Ihr in meinem Beitrag: „Geocaching auf Island: 10 Tage mit dem Mietwagen„.

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Mehr Bilder dieser Tour findet Ihr im Webalbum.

Wie hat Euch diese virtuelle Reise über den Golden Circle gefallen? Wäre das auch etwas für Euch? Seid Ihr schon dort gewesen? Was hat Euch am besten gefallen? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

2 Kommentare:

  1. Ja, es war ein wirklich nasser, aber sehr schöner Tag. :)

    Thomas aka tower27

  2. Island ist wirklich ein tolles Land. Zwar gibt es in der Tat wenig besondere Caches, dafür zeigen viel besonders tolle Orte. Wir waren letzten Sommer dort, leider fast nur schlechtes Wetter, aber es war trotzdem toll.
    Der Golden Circle ist ein Klassiker. Den macht wohl jeder Tourist auf Island. Da dort aber auch noch viele Tagestouristen hinkommen (Schiff, Stop-Over) kann ich nur empfehlen spät Abends die Geysire und den Gullfoss zu besuchen. Die Sonne geht ja quasi nicht unter, daher ist das problemlos möglich. Und so ist es auch viel leerer dort.
    Den Bruarfoss wollten wir unbediingt besuchen, von Fotos her der tollste Wasserfall, aber da kommt man kaum hin. Beim ersten Versuch haben wir es nicht gefunden (offizieller Weg schwierig), beim zweiten Versuch waren wir sehr nah, aber eine Brücke war gesperrt und so fehlten uns 100m.
    Beim Golden Circle kann ich noch die Ecke beim „Kongsvegur“-Cache.

    Wenn man beim Golden Circle noch die Möglichkeit hat etwas Zeit für eine kleine Wanderung einzuplanen, unbedingt zum Cache „Hot Bathtube“ wandern. Baden in der Natur mitten in einem Bach. Mittlerweile gibt es da auch schon (oder leider?) Umkleidemöglichkeiten wohl. Draußen war es kalt (wir hatten Mützen auf) und im Wasser herrlich warm.

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