Feb 192018
 

Am letzten Wochenende fand die Qualifikation zur 15. Deutschen Geocaching-Meisterschaft statt. Im Team „Inglourious Cachers“ haben saarzwerg und ich daran teilgenommen.

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Wie es uns dabei ergangen ist, welche Aufgaben dieses Jahr gelöst werden mussten und welche Teams sich letztendlich qualifizieren konnten, könnt Ihr in diesem Erfahrungsbericht nachlesen.

 

 

Die Kreativaufgabe

Auch in diesem Jahr war die Qualifikation in zwei Teile aufgeteilt. Ab dem 13. Januar hatten die 37 angemeldeten Teams einen Monat Zeit ein Banner zu entwerfen, dieses herzustellen und ein Bild zu machen, auf dem das jeweilige Team zusammen mit dem fertigen Banner zu sehen ist. Da unser Teamname bewusst Ähnlichkeiten mit dem Filmtitel „Inglourious Basterds“ aufweist, sollte auch unser Banner Ähnlichkeiten zu dem Filmplakat zeigen. Nachdem unser Banner gedruckt worden war, konnten wir endlich das benötigte „Beweisfoto“ von uns „schießen“.

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Damit war für uns der Weg frei auch am zweiten Teil der Qualifikation teilzunehmen …

 

Der Mystery-Teil

Am 17. Februar findet der Mystery-Teil statt. Wir treffen uns bei Demjenigen aus unserem Team mit dem besten Internet-Anschluss! Für Speis und Trank ist mit Fleischkäse zum Aufbacken, einigen Salaten, französischem Flûtes und zum Nachtisch Streusel- und Nusskranzkuchen gesorgt.

Als Erstes bauen wir unsere Technik auf und testen um 12 Uhr unseren Login auf der Webseite der Meisterschaft. Alles klappt wie am Schnürchen.

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Langsam steigt bei uns die Spannung. Ab 13 Uhr soll der Mystery-Teil zugänglich sein. Ich lese mir die Infos noch mal genau durch und bemerke, dass am zweiten Teil der Qulifikation nur noch 34 Team teilnehmen? Scheinbar haben drei Teams schon vor dem Mystery-Teil aufgegeben?

Pünktlich um 13 Uhr gibt es dann die ersten Informationen auf der Webseite. Zu unserer Überraschung gibt es einige Änderungen zum Ablauf der vorangegangenen Qualifikationen:

Ihr werdet einen Cachetag mit dem Team „Die DosenLosen“ planen und durchführen. Dabei sind insgesamt 13 Aufgaben zu lösen. Ihr habt für jede Aufgabe 13 Minuten Zeit. Zwischen den Aufgaben gibt es eine Pause von 2 Minuten (oder 7 Minuten). Die nächste Aufgabe erscheint immer auf dieser Seite (Refresh). Der erste Hinweis auf die erste Aufgabe erscheint um 13:13 Uhr.

Wir lesen uns alles genau durch und sind immer noch etwas verunsichert, was uns denn nun erwarten würde. Im Gegensatz zu den Jahren vorher können wir nicht aus verschiedenen Mysteryaufgaben auswählen und uns aufteilen – nein, dieses Mal mal gibt es für jede Aufgabe nur 13 Minuten Zeit und wir müssen sie gemeinsam so schnell als möglich lösen.

Um 13:13 Uhr klicken wir in unseren Browsern auf den Refresh-Knopf … der Meisterschaftswebserver reagiert leider sehr träge und es dauert bei Einigen von uns knapp eine Minute bis die erste Aufgabe angezeigt wird.

Zunächst sehen wir nur, was wir für die kommende Aufgabe benötigen: einen Wecker. Per Mail wurden wir im Vorfeld informiert, was wir als ECGA vorhalten sollen.

Generell ist es immer so, dass zwei Minuten vor den nächsten Aufgabe eine Info angezeigt wird, was für die kommende Aufgabe benötigt wird. Diese zwei Minuten sind immer gut zum Durchatmen.

Um 13:15 Uhr ist es dann endlich soweit – unsere erste Aufgabe wird angezeigt …

 

Aufgabe 1

Hier müssen wir den Wecker nutzen!

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Irgendwie tun wir uns schwer – wir haben verschiedene Ideen und Lösungen – sind uns nicht einig. Dann tragen wir eine Lösung ins Formular ein und schicken kurze Zeit später noch eine zweite – aber beide sind falsch. Was soll’s – man darf ja eh nur eine Lösung schicken – bei zwei Antworten wird eh die für unser Team ungünstigere genommen. So sind eben die Regeln. Im Nachhinein finde ich es noch nicht einmal schlecht – schließlich wird man so gezwungen sich auf eine Lösung zu einigen und diese dann bewusst abzuschicken!

 

Aufgabe 2

Wir sollen die Fernbedienung schon mal rauslegen – wirklich benötigen tun wir sie aber nicht.

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Bei dieser Aufgabe finden wir dreizehn mp3-Dateien mit Titelmelodien von Kinderserien vor, deren Namen wir erkennen müssen.

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Zum Glück sind diese Serien alle aus unserer Kindheit und so geht diese Aufgabe schnell und leicht von der Hand. Mein Favorit ist eindeutig Captain Future, da habe ich als Kind fast alle Folgen verschlungen!

 

Aufgabe 3

Jetzt sollen wir die 20 Eier, die wir vorher besorgen sollten, bereit legen. Wir machen gleich noch mehr und heizen mal ein paar Pfannen vor – kann ja nie schaden ;-) Und wirklich, bei dieser Aufgabe müssen wir dreizehn Spiegeleier zum Frühstück backen …

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… und zum Beweis ein Foto von den Eiern, unserem Team und unserem Banner machen.

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Leider verlieren wir sehr viel unnötige Zeit, um das Bild auf die geforderten 2MB herunterrechnen zu lassen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass ich sofort ein Handyfoto zum Lösen der Aufgabe verschicken darf. Aber Regeln sind nun mal Regeln und gelten ja zum Glück für alle!

Nun haben wir dreizehn fertige Spiegeleier, die super zum aufgebackenen Fleischkäse passen – danke an die Orga für die passende Beilage zum Mittagessen.

 

Aufgabe 4

Nun werden wir in die Welt der Werbung versetzt. Es geht um eine Telefonjokerliste, deren Geocacher alle Namen aus der Werbung haben. Wir müssen aus der Collage die entsprechenden Namen ermitteln.

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Auch hier kommen wir zügig voran. Die meisten können wir gleich identifizieren – nur bei wenigen müssen wir Tante Google bemühen. Schnell noch das Lösungswort ins Lösungsformular eintragen und schon ist auch diese Aufgabe erfolgreich abgeschlossen.

 

Aufgabe 5

Alle Aufgaben sind in einen virtuellen Geocaching-Tag des Teams „Die Dosenlosen“ eingebettet. Das schafft eine witzige Stimmung und hebt die Motivation. Bei der fünften Aufgabe müssen wir aus einem gigatischen Bilderrätsel Interpreten und Songtitel aus den 80ern identifizieren.

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Hier glänzen vor allem die Mädels bei uns im Team.

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Die erste Zeile ergibt zum Beispiel „Zet Ohrs – Raider off zeh Storm“, was dann wohl „The Doors – Raiders of the Storm“ heißen soll! D’englisch eben!!!

 

Aufgabe 6

Hier werden wir von einer Outdoor-Aufgabe überrascht. Wir müssen wieder ein Foto von unserem Team vor einem Verkehrsschild machen, welches nicht für Geocacher gilt:

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Unsere Fahrerin steuert souverän den Bus an dem Blitzer vorbei, ohne von ihm erwischt zu werden, und transportiert uns schnell und sicher zum geforderten Schild.

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Sekunden später ist schon das Bild im Kasten und auf den Meisterschaftswebserver hochgeladen … wir sind zufrieden und die Stimmung steigt.

 

Aufgabe 7

Nach einer kurzen Pause geht’s in Amsterdam weiter. Das Geocaching-Team „Die Dosenlosen“ ist in die Hauptstadt der Niederlande geraten und im Rotlichtviertel „De Wallen“ angekommen.

Mit Hilfe von Google Streetview müssen wir ihren Weg nachverfolgen und unterwegs zwei Bilder finden.

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Hier tun wir uns sehr schwer und können die Bilder einfach nicht finden. Erst als die Zeit abgelaufen ist, gelingt es uns das erste der beiden zu finden. Schade – diese Aufgabe ist bei unserem Team voll in die Hose gegangen.

 

Aufgabe 8

Und weiter geht’s – aus dem virtuellen Team ist in Amsterdam ein Kollege verschütt gegangen … wie müssen ihn wiederfinden. Schon wieder eine Streetview-Aufgabe.

Aufgabe-8.png Aufgabe-9.png

Wir machen uns auf den Weg. Dieses Mal läuft es besser. Wir finden zunächst das leichtbekleidete Mädchen und etwas später auch das andere Bild an einer Kneipe. Doch wir haben Probleme beim Verstehen der Aufgabe. Was genau sind denn nun die beiden Lösungsworte? – Wir diskutieren und kommen nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Einer aus unserem Team fasst sich ein Herz und trägt die Verantwortung und seine Lösung ins Formular ein. Später stellt sich heraus: Es war richtig!

 

Aufgabe 10

Zeckenalarm! Bei diesem Buchstabenrätsel müssen wir zehn Mal das Worte Zecke jeweils in einer anderen europäischen Sprache finden und ausstreichen. Die übriggebliebenen Buchstaben ergeben dann den Lösungssatz.

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Wir teilen uns auf und ergooglen alle möglichen Übersetzungen und rufen sie in den Raum. Das klappt erstaunlich gut und so haben wir unsere Lösung schnell im Formular eingetragen und abgeschickt!

 

Aufgabe 11

Oha – jetzt wird’s schwierig! Wir müssen die Wortbedeutungen von Begriffen aus dem Ostwestfälischen Dialekt finden. Zum Glück fällt uns schnell eine entsprechende Webseite in die Hände. Ohne diese wären wir sicher aufgeschmissen gewesen …

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Denn der Duden liefert bei diesen Begriffen nur die falschen Übersetzungen …

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Ostwestfälisch scheint was ganz Eigenes zu sein. Nur dank der Webseite können wir schnell die Summe bilden und die Lösungszahl ins Formular eintragen. Wieder sind wir vor der Zeit fertig!

 

Aufgabe 12

Der Cachetag ist fast vorüber – für unser virtuelles Team, welches wir begleiten, geht es nun ans Loggen. Zunächst haben wir keine so rechte Idee, was wir mit dieser blöden Zahlenreihe anfangen sollen.

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Unser Lösungsansatz scheint zu einfach? Aber wir probieren ihn zum Glück dennoch aus. Und siehe da, wir bekommen einige Wörter heraus. Nachdem wir diese mehrmals laut vorgelesen haben, fällt bei einem im Team der Groschen – ja, das passt.

Und schon wieder haben wir eine Aufgabe erfolgreich vor Ablauf der Zeit gelöst!

 

Aufgabe 13

Wir erreichen die letzte Aufgabe dieses Mystery-Teils. Es geht um die Statistik. Eigentlich eine einfache mathematische Aufgabe …

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Wenn denn nicht dieser ewige Zeitdruck wäre. Irgendwie sind meine Gehirnwindungen heute etwas „verstopft“ … wieder bekommen wir Lösungen heraus. Leider ein paar verschiedene. Unsere Zeit wird knapp und wir entscheiden uns für eine und tragen sie ein. Es war die falsche …

Als die Zeit rum ist, setze ich mich in Ruhe nochmal an die Aufgabe. Innerhalb von zwei Minuten zeigt mein Excel die richtige Lösung an. Schade – wegen des Zeitdrucks haben wir diese Aufgabe voll in den Sand gesetzt!

 

Die Wartezeit

Es ist etwa viertel vor fünf … und wir müssen uns noch bis sechs Uhr gedulden, bis die Orga die qualifizierten Teams ermittelt hat. Dieses Mal haben wir so gar kein Gefühl, ob es gereicht hat oder ob wir dieses Mal nicht an der Meisterschaft teilnehmen können.

 

Die Ergebnisse

Um neun Minuten vor sechs Uhr ist es dann soweit – eine Mail der Orga weist mich auf die Ergebnisse auf der Meisterschaftswebseite hin. Ich bin irgendwie pessimistisch und schaue zunächst bei den nicht qualifizierten Teams.

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Oh Mist – ich entdecke, dass das andere saarländische Team „Die Saarsucher“ die Quali in diesem Jahr nicht geschafft hat. Ich werde nervös. Wo steht denn nun unser Teamname? Dann kommt der erlösende Ruf im Raum: „Wir haben es geschafft!“.

Jemand von uns hat unseren Namen bei den Qualifizierten Teams entdeckt!Teams-qualifiziert.png

Wow – war das knapp. Wir sind Viertletzter der Quali geworden. Zwei Minuten mehr Zeit bei einer der Aufgaben und wir hätten ebenfalls die Qualifikation für OWL verpasst. Wir sind alle erleichtert und freuen uns auf die kommende Meisterschaft.

 

Mein Fazit

Was soll ich hier schreiben? Es war anders als sonst! Es war meiner Meinung nach besser als sonst! Für das Team war es eine der schönsten und unterhaltsamsten Qualis, an der ich bisher teilnehmen durfte. Der eng getaktete Ablauf hat dafür gesorgt, dass es dieses Mal unmöglich war sich gegenseitig unter den Wettbewerbsteams zu helfen. Die Aufgaben waren alle machbar – wenn auch vielleicht nicht für jeden in dieser Zeit (auch wir haben einige Aufgaben wegen der Zeit versemmelt).

Die Aufgaben waren sehr abwechslungsreich und haben überwiegend Teamarbeit erfordert. Mit den Streetview-Aufgaben hat unser Team auf Kriegsfuß gestanden. Dafür sind uns andere sehr leicht gefallen.

Übrigens: Wer die Aufgaben der Quali selbst lösen möchte, um sich ein Bild davon zu machen, ob so eine Quali nicht auch für das eigene Team interessant wäre, kann das seit Sonntagabend auf der Webseite der Meisterschaft tun.

Wenn ich etwas negativ anmerken möchte – dann doch nur, dass die Technik nicht immer reibungslos funktioniert hat. Für mich hat das so aufgeschaut, als wäre der Webserver zu Beginn einer neuen Aufgabe überlastet gewesen. Das hat bei einigen Aufgaben sicher schon mal bis zu einer Minute gedauert bis diese angezeigt wurde – und das, wo doch eine Minute über Qualifikation oder eben nicht entscheiden konnte. Aber das ist jetzt wirklich Jammern auf hohem Niveau!

In diesem Jahr kann man getrost sagen, dass nicht nur die Mystery-Cracks eine Chance hatten. Auf der Liste der qualifizierten Teams sind auch ein paar neue Namen.

Ich möchte an dieser Stelle der Orga meinen Respekt zollen und meinen Dank ausdrücken. Ihr habt uns eine kurzweilige und faire Qualifikation bereitet! Ihr habt die Meisterschaft an genau den richtigen Stellen verändert und damit nach vorne gebracht. Danke!

Diese Quali macht natürlich Appetit auf die Meisterschaft und schraubt unsere Erwartungen an die Wettbewerbscaches nach oben! Ich hoffe, dieser Druck macht Euch nichts aus …

Ich freue mich darauf Euch alle in OWL bei der Meisterschaft zu sehen!

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Berichte über alle meine bisherigen Qualifikationen und Teilnahmen findet ihr hier!

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Wie hat Euch diese Quali gefallen? Wie fandet Ihr die Aufgaben? Seid Ihr auch der Meinung, dass es genau die richtigen Änderungen waren? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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  4 Antworten zu “Geocaching-Meisterschaft 2018: Unsere Qualifikation!”

  1.  

    […] 2018 – die Teilnehmer stehen fest Der Saarfuchs berichtet von der […]

  2.  

    Mir persönlich gefallen Aufgaben mit Zeitdruck nicht sonderlich, dafür ist mein Hirn einfach zu träge :D

    Trotzdem haben mir alle Aufgaben gut gefallen und im Team waren wir ja auch wieder erfolgreich und konnten uns qualifizieren und das ist ja schließlich die Hauptsache ;)

  3.  

    …hat sich einer aus dem Team ein Herz gefasst und die Lösung eingegeben umd es war Nicht 5/7 :-)
    Sorry für den Insider.
    Am Aller-, Allerbesten an der Quali war das wir zu den 13 Spiegeleier warmen Fleischkäse und Baguette hatten ;-)
    Nee Ernsthaft jetzt. Es war definitiv die unterhaltsamste Quali bis jetzt. Tolle Teamaufgaben. Es machte richtig Spaß und war nie langweilig oder gar eintönig.
    Jede Aufgabe unterschied sich von der Anderen und so konnte jeder was zum Erfolg beitragen.

  4.  

    Vielen Dank für den tollen Bericht!

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