Feb 282018
 

Heute berichte ich Euch vom zweiten Teil unseres Kurztrips durch die europäischen Zwergstaaten – von Barcelona fahren wir mit dem Mietwagen nach Andorra, wo wir uns die Altstadt der Hauptstadt anschauen und auch drei Geocaches suchen und loggen.

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Auf dem Rückweg besuchen wir das bekannte Kloster Montserrat, ebenfalls mit Sightseeing und Geocaching. Kommt mit auf die virtuelle Reise …

 

 

Anreise und Unterkunft

Sonntagsmorgens wollen saarzwerg und ich den EasyJet-Flug EZY1697 von Nizza nach Barcelona nehmen. Von unserem Hotel laufen wir mit unserem Handgepäck zum Terminal. Von dort fährt ein kostenloser Shuttlebus zum Terminal 2, wo die Billigflieger starten. Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir noch einen kleinen Abstecher ins Parkhaus, wo wir den Tradi „Terminal 2“ gut und schnell finden können.

Dann gehen wir durch die Sicherheitskontrolle zu unserem Gate. Da wir recht früh dran sind, stehen wir ziemlich vorne in der Schlange. Das Boarding beginnt und ich zeige meine Bordkarte. Zu meiner Überraschung werde ich jedoch nicht durchgelassen: Mit meiner Boardkarte darf ich kein „Personal Item“ zusätzlich zu meinem Handgepäck mit in die Kabine nehmen. Mein Personal Item ist meine Canon EOS 5D Mark III, die nicht gerade klein ist. Ich benötige eine gute Viertelstunde, bis ich die Kamera samt Tasche in mein Handgepäck verstaut habe und den Koffer geschlossen bekomme. Beim ersten Versuch läßt sich der Deckel nicht schließen, beim zweiten Mal geht der Reißverschluss auseinander und beim dritten Mal, als ich mich drauf setze, kann ich den Koffer endlich schließen. Nun sind wir am Ende der Schlange … wir haben aber noch Glück und ich bekomme unsere beiden Handgepäckkoffer im Gepäckfach des Flugzeuges verstaut. Was lernen wir daraus: In Zukunft immer das Kleingedruckte der Beförderungsbedingungen lesen und bei EasyJet „EasyJet Plus“ buchen!

Gegen 13 Uhr landen wir in Barcelona. Unsere nächste Herausforderung ist es das Büro von Europcar zu finden. Dazu müssen wir zunächst das Gebäude wechseln und mit unseren Koffern zum Terminal 2 laufen. Nach einiger Fragerei und dem Besuch des einzigen Informationsschalters am ganzen Flughafen gelangen wir zum Europcar-Schalter. Der nette Herr weist uns darauf hin, dass der gebuchte Toyota Aygo etwas schwach auf der Brust ist für so eine lange Fahrt. Was sol’ls, wir haben ja Zeit. Am Auto angekommen stelle ich fest, dass der Kofferraum wirklich sehr klein ist, selbst zwei kleine Handgepäckkoffer passen nicht nebeneinander – einen muss ich hochkant stellen.

Zum Übernachten hat saarzwerg das Hotel „La Planada“ (Provisionslink) in Ordino gebucht. Der Ort Ordino liegt ca. 8 Kilometer von der Hauptstadt entfernt und in 1300 Metern Höhe. Ordino ist ein kleines Bergdorf mit einer schönen Kapelle. Wir haben uns auch nach Hotels in der Hauptstadt umgeschaut – die waren aber unverhältnismäßig teuer. Das Hotel ist einfach, hat warme und geräumige Zimmer und ein großzügiges Bad. Für die Übernachtung mit Halbpension haben wir gerade einmal 71€ bezahlt. Frühstück und Abendessen gibt es in Buffetform. Das ist jetzt nichts Besonderes, aber für den Preis voll in Ordnung.

Den Rückflug haben wir von Barcelona nach Frankfurt/Main (ich meine Main und nicht Hahn!) mit Ryanair gebucht. Er geht am frühen Abend. Hier haben wir die Premium-Bordkarte gekauft: Ich darf meine Kamera zusätzlich zum Handgepäck mitnehmen und vor den anderen ins Flugzeug. Die Schlange mit den Premiumbordkarten wird auch nicht kontrolliert – bei den billigeren Tickets wird das Handgepäck sehr genau überprüft und zwei Fluggäste darauf hingewiesen, dass ihr Handgepäck zu groß ist. Da nutzt auch alles Diskutieren nichts – ein Aufpreis wird fällig. Der Rückflug dauerte knapp zweieinhalb Stunden. Im Vergleich zu Lufthansa (was im Übrigen der günstigste Flug von allen drei war) und EasyJet merkt man hier, dass im Flugzeug gespart wird: recht dünne und kaum gepolsterte Sitze – eben die Bretterklasse ;-)!

 

Mit dem Mietwagen nach Andorra

Für die Fahrt von Barcelona nach Andorra benötigen wir etwa drei Stunden. Der erste Teil ist eine gut ausgebaute Autobahn. Im zweiten Teil fahren wir über eine Bundesstraße durch die Pyrenäen. Hier macht sich die schwache Motorisierung unseres Mietwagens bemerkbar. Insgesamt müssen wir vier Mautstellen passieren und um die 20€ an Gebühren zahlen.

Irgendwie haben wir verdrängt, dass heute Sonntag ist und so fällt das Mittagessen recht „dünn“ aus – es gibt Knoblauchbrot und kleine Kuchen von der Tanke.

Kurz vor Andorra suchen wir noch einen Geocache in Katalonien: Am letzten Kreisverkehr vor der Grenze suchen und loggen wir den Tradi „#14 Benvinguts a Lleida„. Dann passieren wir die Grenze. Es ist Sonntagnachmittag. An der Grenze ist eine kilometerlange Schlange von Spaniern, die wohl billig in Andorra eingekauft haben, alle genau kontrolliert werden und nun auf dem Heimweg sind. Ich hoffe, dass am kommenden Morgen, wenn wir Andorra verlassen wollen, keine so lange Schlange mehr da ist.

Leider haben wir uns die falsche Jahreszeit für Andorra ausgesucht. In dem Zwergstaat gibt es viele Geocaches. Die meisten, die an der Hauptstraße liegen, wurden jedoch öfters nicht gefunden – es gibt viele DNF-Logs. Für unseren ersten Geocache in Andorra halten wir an einem, der in der letzten Zeit nur Smilies aufweist und der eine Parkbucht in der Nähe hat. saarzwerg bleibt beim Auto und ich laufe zur Bank und suche einen Nano.

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Nach einer gefühlten Ewigkeit kann ich den „La Agüela de visita en Andorra“ finden und loggen.

 

Andorra la Vella

Wir erreichen die Hauptstadt „Andorra la Vella“. Im Zentrum gibt es kaum Parkplätze bis auf die vielen Parkhäuser. Überraschend für mich: Die Parkgebühren sind recht fair. Wir parken unseren Mietwagen in einem Parkhaus über einem großen Einkaufszentrum. Wir wollen uns nun die Altstadt anschauen.

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Im Zentrum gibt es keine Geocaches, weshalb wir uns aufs Sightseeing konzentrieren. Die „Neustadt“ besteht aus vielen Läden und ein paar Restaurants und Cafes. Die Altstadt gruppiert sich mit engen Gassen um die Kirche und das Casa de la Vall.

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Die Kirche ist recht alt und innen kaum geschmückt.

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Auf unserem Stadtbummel kommen wir an diesem alten Brunnen vorbei.

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Auf unserem weiteren Weg kommen wir zum Casa de la Vall. Hier befand sich eins der ältesten dauerhaftesten Parlamente Europas. Andorra hat inzwischen über 70.000 Einwohner, wovon nur knapp die Hälfte die Staatsbürgerschaft Andorras besitzen.

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Das Casa de la Vall ist heute ein Museum, das jedoch sonntags geschlossen ist.

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Ich verstehe nicht, wie man eine Touristenattraktion sonntags schließen kann? Unmittelbar neben dem Haus ist ein kleiner felsiger Hügel mit ein paar Wegen. Einer davon führt zu einem kleinen Aussichtspunkt, wo wir einen schönen Blick über das Tal haben, in dem die Hauptstadt La Vella liegt.

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Vor einem Andorra-Textzug eines Einkaufszentrums machen wir noch ein Selfie.

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Inzwischen hat es angefangen zu nieseln. Ein wenig Schnee ist auch schon dabei. Wir beschließen unseren Besuch zu beenden und ins Hotel zu fahren, da dieses nochmal ca. 400 Meter höher liegt. Unser Mietwagen hat nur Sommerreifen und es wäre echt blöd, wenn wir nicht mehr zu unserem Hotel gelangen könnten.

Bis zum Abendessen haben wir noch etwas Zeit – das Abendbuffet beginnt erst um 20 Uhr. Wir machen einen kleinen Bummel durch Ordino und suchen den Tradi „CAPELLA I COLOMER DE ROSSELL„. Trotz geschlossener Schneedecke ist er gut zu finden, da er in einer Mauernische schneesicher versteckt wurde.

Am nächsten Morgen fahren wir gegen 9 Uhr los Richtung Barcelona. In Andorra tanken wir den Mietwagen wieder voll, da hier der Sprit ca. 20 Cent billiger ist als in Spanien. Kurz vor der Grenze suchen wir den Tradi „Punt de trobada“ an einem Einkaufszentrum. Es ist nicht so viel los, obwohl es geöffnet ist. Wir kaufen etwas Marschverpflegung und fahren zur Grenze, die wir ohne kontrolliert zu werden schnell passieren können.

 

Kloster Montserrat

Gute zwei Stunden benötigen wir bis wir von der Autobahn abfahren. Da unser Ryanairflug erst am frühen Abend geht, wollen wir uns das bekannte Kloster Montserrat anschauen. Kurz nach elf Uhr sind wir auf dem Parkplatz. Es sind noch genügend freie Plätze vorhanden. Das Kloster liegt in den Bergen. Von hier oben haben wir (noch) eine tolle Weitsicht über Katalonien.

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Das Kloster liegt unterhalb von großen Sandsteinfelsen, die eine markante runde Form haben.

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Das Gebirge von Montserrat ist von vielen Wanderwegen durchzogen. In dieser Jahreszeit sehen wir aber kaum Wanderer. Das Kloster ist von Touristen überlaufen, die in Bussen hier herauf gekarrt werden. Wer nicht mit dem Wagen die Serpentinen fahren will, kann auch mit einer Zahnradbahn oder einer Seilbahn zum Kloster gelangen.

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Zunächst schauen wir uns das kleine Museum an. Dort bekommen wir einen Audioguide, der auch über eine deutsche Tonspur verfügt. So erfahren wir viel über die Entstehung und die Geschichte des Klosters. Danach wollen wir uns die Kirche und die „Schwarze Madonna von Montserrat“ anschauen.

 

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Vor der Kirche gibt es einen großen Platz, um den sich die Wirtschaftsgebäude gruppieren.

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Zur Talseite hin gibt es eine Mauer mit vielen Bögen und ein paar Skulpturen.

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Dann betreten wir die Kirche durch den rechten Eingang. Wir gelangen in einen Vorhof der Kirche. Der Gang ist zweigeteilt. Ohne uns zu informieren entscheiden wir uns für die linke Seite, was sich später als Fehler herausstellt.

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Bevor wir die Kirche betreten, mache ich noch ein Foto von der reichverzierten Fassade des Hauptportals.

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Drinnen geht gerade ein Gottesdienst zu Ende.

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Danach strömen alle aus der Kirche. Ich nutze die Gelegenheit ein Foto von dem nunmehr leer gewordenen Altarraum zu machen.

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Nun wollen wir die Madonna besuchen. Dazu müssen wir wieder zu dem Gang zurück. Inzwischen hat sich auf der rechten Seite eine lange Schlange gebildet und mir wird klar, das ist der Zugang zur Madonna. Wir stehen sicher eine gute halbe Stunde in der Schlange, bis wir die Tür erreicht haben und zur Madonna vor dürfen. Die Madonna befindet sich ein Stockwerk über dem Altar. Von dort können wir das ganze Kirchenschiff überblicken.

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Nun geht es auf der anderen Seite wieder nach unten. Kurz vor dem Ausgang führt der Weg durch eine kleine Grotte, die aus dem Sandstein gehauen wurde. Dort sind Kerzen aufgebaut, deren Schein der Grotte eine besondere Stimmung verleiht.

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Inzwischen ist es schon 13:30 Uhr und wir bekommen Hunger. Unterhalb der Kirche gibt es ein großes Selbstbedienungsrestaurant für die Touristen, wo wir uns mit einem großen leckeren Baguette versorgen. Während wir dieses am Tisch verspeisen, fallen mir die vielen Asiaten auf, die auf ihren Tellern eine besonders kuriose Zusammenstellung der Speisen haben, die man hier in einem Baukastensystem kaufen kann. Wahrscheinlich ginge es uns in Asien auch nicht viel anders und die Einheimischen würden dort dasselbe über uns denken;-).

Zum Abschluss unseres Besuches schauen wir uns nach den Geocaches um, die es hier oben gibt. Der Virtual „Monestir de Montserrat“ erscheint uns zu aufwendig, weshalb wir darauf verzichten. Auf dem Rückweg zum Parkplatz suchen wir zunächst den Tradi „CSJ 12-01„, der etwas abseits vom Eingang zum Klosterpark liegt. Wir können ihn gut finden und loggen.

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Dann wechseln wir die Straßenseite und spazieren zum Aussichtspunkt hinunter. Dort lösen wir die Aufgaben zum Earthcache „Montserrat Mountain“ und machen das geforderte Beweisfoto.

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Leider hat sich das Wetter in der Zwischenzeit verändert. Es ziehen dichte Wolken auf und es beginnt zu nieseln. Die Sicht tendiert gegen Null. Das erleichtet uns den Abschied und wir fahren zurück zum Flughafen El Prat nach Barcelona. Für die Rückfahrt vom Kloster benötigen wir noch einmal eine gute Stunde.

 

Die gpx-Datei unserer Fahrstrecke

Auf der folgenden interaktiven Karte könnt Ihr nochmal unsere Fahrtroute nach Andorra und zurück über Montserrat sehen. Vielleicht möchtet Ihr ja unsere Fahrt wiederholen? Dann könnt Ihr die zugehörige .gpx-Datei hier herunterladen.

Diese komplette Rundfahrt hat eine Länge von ca. 442 Kilometern. Die Fahrzeit von Barcelona nach Andorra beträgt ungefähr drei Stunden.

 

Mein Fazit

Im Gegensatz zu Monaco ist Andorra in dieser Jahreszeit richtig kalt. Die Mietwägen aus Barcelona haben kaum Winterreifen. Das Wetter war bei uns recht durchwachsen. In Ordino lag sogar eine geschlossene Schneedecke. Zum Glück waren die Straßen vorbildlich geräumt. Wenn Ihr Andorra besichtigen möchtet, so empfehle ich Euch den Sommer oder den Herbst. Beachtet, dass der tiefste Punkt in Andorra schon 900 Meter hoch liegt. Von Barcelona aus ist Andorra gut mit dem Mietwagen zu erreichen.

Die wenigen Geocaches, die wir gesucht haben, waren alle nichts Besonderes – von daher kann ich Euch keine Empfehlungen für gute Dosen geben.

Für die Statistiker unter Euch: Es gibt kein Ländersouvenir für Andorra – also bleibt nur der Länderpunkt ;-)

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Wie hat Euch mein Reisebericht gefallen? Mehr Fotos von unserer Tour findet Ihr im Webalbum. Seid Ihr selbst schon in Andorra gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für dieses Land? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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