Apr 072016
 

Inspiriert durch den Aprilscherz von Groundspeak mit den veröffentlichten Geocaches im Weltall habe ich mal geschaut, was es generell für aktive sehr extreme Geocaches gibt.

Die extremsten Geocaches - Titel.jpg

Falls Ihr gerne reist und das nötige “Kleingeld” habt, könnte diese Liste vielleicht für Euch interessant sein. Bei einigen ist sogar noch der FTF zu holen!

 

 

Einleitung

Was ist ein extremer Geocache? Für mich sind das Caches, die sehr schwer und aufwendig zu erreichen sind oder ein einzigartiges Merkmal aufweisen. Sie liegen an extremen oder unzugänglichen Orten und wurden meist kaum oder sogar überhaupt noch nicht geloggt. Aus Neugier habe ich mich auf die Suche auf geocaching.com gemacht und nach diesen Geocaches Ausschau gehalten. Die folgende Zusammenstellung ist sicher nicht vollständig. Über weitere Tipps würde ich mich freuen!

 

Die tiefsten Geocaches

Zu den fast noch leicht zu erreichenden Geocaches gehören sicher die Caches an der tiefsten Stelle an Land auf unserer Erde am Toten Meer. Laut der Höhenangabe in GSAK liegen auf der israelischen Seite des Toten Meeres bei 415 Meter unter dem Meeresspiegel ein Tradi und ein Earthcache. In 2013 wurde der Tradi “LP Ein Gedi Dead Sea, Earth’s lowest point on land” platziert, der seinem Listing nach sogar auf -423 Meter liegt. In diesem Jahr ist noch der Earthcache “The Dead Sea” dazu gekommen, bei dem es scheinbar Schwierigkeiten gibt und schon ein “needs archived” geloggt wurde.

Deep-Gold Geocache (Quelle: geocaching.com)

 

Soll es noch tiefer gehen? Dann kommen nur noch zwei Untersee-Geocaches in Frage. Nach meiner Einschätzung dürften diese beiden Dosen ohne ein U-Boot oder einen Tauchroboter nicht geloggt werden können. Beide befinden sich in der Nähe von unterseeischen hydrothermalen Schlot-Feldern. Der Tradi “Rainbow Hydrothermal Vents” liegt auf ca. 2300 Meter unter dem Meeresspiegel vor den Azoren und der Tradi “Deep Gold” liegt auf ca. 2400 Meter unter dem Meeresspiegel mitten im Indischen Ozean. Bei beiden Tradis ist übrigens noch der FTF zu holen!

Auf der Webseite von Triton Submarines könnte man das “Triton 36000/3” mieten. Dieses Unterseeboot würde die notwendige Tauchtiefe für beide Geocaches schaffen. Leider gibt es eine Preisauskunft nur auf Anfrage…

 

Die höchsten Geocaches

Die höchste Erhebung auf unserer Erde ist der Mount Everest mit 8848 Meter über dem Meeresspiegel. Auf seinem Gipfel wurde 2010 der Earthcache “Earth’s Roof – Mount Everest Peak” platziert. Inzwischen wurde dieser Earthcache dreimal geloggt: im Jahr 2010, 2011 und in 2013.

Logfoto vom Everest (Quelle: geocaching.com)

 

Die Besteigung des Mount Everest kann man z.B. hier oder hier buchen. Die Preise für die Rundum-Betreuung (Fullservice) beginnen bei ca. 30.000 Euro. Man sollte mindestens zwei Monate für diese Expedition veranschlagen und physisch sowie psychisch extrem fit sein.

Die drei höchsten physikalischen Dosen sind nach meinen Recherchen die Tradis “Aconcagua – The White Sentinel” mit fast 7000 Meter in Argentinien, “Lenin Peak Backside” auf ca. 6300 Meter in Kirgisistan und “Uturuncu 6008 m” au 6000 Metern in Bolivien. Nur bei dem Peak Lenin ist derzeit noch der FTF zu holen. Die Dose am Aconcagua wurde bisher zweimal erfolgreich geloggt und am Uturunca sogar schon zwölfmal. Hier kann man bis auf die letzten 500 Höhenmeter mit einem Geländewagen heran fahren. Wäre da nicht die körperliche Belastung durch die extreme Höhe wäre das sicher eine unschwierige Tour!

 

Die entlegenen Geocaches

Mitten in der Libyschen Wüste wurde 2013 der Tradi “Desert construction” gelegt und wurde bisher noch nicht gefunden – hier ist also auch noch der FTF zu holen! Der Nächste Flughafen ist nach meinen Recherchen “Al Jawf” (der auch Kufra Airport genannt wird) von wo aus es allerdings noch ca. 370 Kilometer Luftlinie durch die Wüste sind. Deshalb frage ich mich, ob hier die Koordinaten richtig gesetzt sind, zumal der Owner im Listing folgendes schreibt: “I work at Al Jawf airport. Now a cache is created here.” Ob er wirklich mit “here” 370km Entfernung meint??? Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit für Libyen eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt besteht.

Oder wie wäre es mal einen Vulkan zu besichtigen? Dann bietet sich vielleicht der Tradi “Erta Ale Volcano” in Äthiopien an. Diese Dose wurde seit dem Publish im Jahr 2002 immerhin schon 19 Mal gefunden. Der Vulkan ist noch aktiv. Bis zur nächsten Stadt sind es ca. 130 Kilometer Luftlinie. Auch bei Reisen nach Äthiopien ist laut dem Auswärtigen Amt derzeit besondere Vorsicht angebracht!

Logfoto vom Besuch des Vulkans (Quelle: geocaching.com)

 

Für 600US$ kann man einen Besuch des Vulkans als 4 Tagestour ab Mek’elē hier buchen. Im Preis eingeschlossen ist der bewaffnete Polizeiservice. Direktflüge ab Frankfurt nach Mek’elē liegen bei ca. 1000€. In Summe wird das wohl nicht viel teurer als der Wochentrip zum letzten verbliebenen APE-Cache?!

Wie wäre es stattdessen mit dem Geocache, der sich selbst als einer der isoliertesten Geocaches der Welt bezeichnet: der Tradi “L’une des caches les plus isolées du monde” auf der Amsterdam Insel im südlichen indischen Ozean, die zu dem französischen Überseeterritorium “Terres australes et antarctiques françaises” (kurz TAAF) gehört. Dort könnt Ihr sogar mit dem Euro bezahlen, auch wenn es wahrscheinlich nicht viel zu kaufen gibt: Die Insel ist bis auf eine kleine Forschungsstation unbewohnt. Die Dose wurde im Januar 2014 gelegt und bisher noch nie gefunden worden. Auch hier könntet Ihr noch einen FTF einheimsen! Das Problem: der nächste Flughafen ist über 2300 Kilometer entfernt. Alle zwei Monate fährt von Reunion das Versorgungs- und Forschungsschiff “Marion Dufresne II” zur Insel. Auf diesem kann man eine Kreuzfahrt mit Besichtigung der Insel buchen. Die Kosten für die 28-tägige Tour im Sommer liegen zwischen 6.700€ und 8,600€. Weitere Informationen gibt es hier.

Wie wäre es noch etwas einsamer? In Russland, besser gesagt, in Sibirien nördlich des Polarkreises liegt bei 77° Nord die Henrietta-Insel, die unbewohnt ist. Dort wurde während einer Expedition in einer verlassenen astronomischen Station der Tradi “Henrietta Island” versteckt, der bis heute ungefunden ist. Der Owner war auf einem russischen Eisbrecher zu dieser Insel unterwegs. Falls Ihr eine Reisemöglichkeit zu dieser Insel findet, lasst es mich bitte wissen!

 

Die nördlichsten Geocaches

Am Nordpol habe ich keinen Geocache gefunden. Der nördlichste Cache, den ich finden konnte, liegt in Kanada im Territorium Nunavut auf King William Island. Dort wurde Mitte 2015 ebenfalls während einer Expedition der Tradi “Williams Island” versteckt. Die Dose liegt bei über 82° Nord. Auch dieser Cache wartet noch immer auf seinen FTF!

Foto aus dem Listing (Quelle: geocaching.com)

 

In der Nähe befindet sich nur der kanadische Militärstützpunkt Alert, der die nördlichste dauerhaft besetzte menschliche Ansiedlung der Erde ist. Dort liegen noch weitere Geocaches. Auf Wikipedia ist allerdings zu lesen, dass das Gebiet um die Basis militärisches Sperrgebiet wäre und ohne schriftliche Genehmigung nicht betreten werden dürfte…

 

Die südlichsten Geocaches

Im Vergleich zum Norden ist im Süden wesentlich mehr los! In der Antarktis gibt es derzeit 52 aktive Geocaches.

Der erste wurde schon im Jahr 2002 gelegt: der Tradi “Ross Island“. Er befindet sich auf einem kleinen Hügel nahe der US-amerikanischen McMurdo-Station. Sie ist die größte Forschungs- und Logistikstation in der Antarktis. Diese Dose wurde insgesamt 18 Mal geloggt. Im Umfeld dieser Station befinden sich zwölf Geocaches.

Kurios finde ich, dass es in der Antarktis auch einen Webcam-Cache gibt, den “Antarctic Views“, der in 2003 in der australischen Mawson Station platziert wurde. Der Webcam-Link funktioniert immer noch tadellos. Jedoch hat es bisher noch niemand geschafft, diese Cam zu loggen: Sie wartet noch immer auf den FTF.

Auch in der deutschen Forschungstation “Neumayer III” gibt es einen Geocache: der Mystery “Living on Stilts” wurde 2009 dort versteckt und seitdem immerhin zwölfmal geloggt.

Ein Trackable bei der “Neumayer III” Antarktis-Station (Quelle: geocaching.com)

 

Der südlichste Geocache ist der Virtual “No Further South From Here“, der seit seinem Publish im Jahr 2004 schon insgesamt 31 mal geloggt wurde. Er befindet sich genau auf dem Südpol bei 90° Süd! Wenige hundert Meter entfernt vom Südpol liegt die amerikanische Amundsen-Scott-Südpolstation. Von dort kann der Virtual bequem erwandert werden. Auf den Logfotos sind sogar Besucher in kurzen Hosen zu sehen.

Eine Reise zum Südpol kann man z.B. hier oder hier buchen. Die Preise beginnen in der Regel bei ca. 50.000€ pro Person. Bitte beachtet: Trotz des “hohen” Preise erfolgt die Übernachtung im Zelt!

 

Der Cache auf der ISS

Falls Euch diese Geocaches immer noch nicht extrem genug waren, so bleibt derzeit nur noch die Dose auf der Internationalen Raumstation ISS: der Tradi “International Space Station“, der im Jahr 2008 von dem amerikanischen Astronauten Richard Garriott dorthin gebracht wurde. Wenn man es genau nimmt, verletzt dieser Cache die Regeln: er enthält kein Logbuch!

Die Internationale Raumstation ISS (Quelle: NASA)

 

Übrigens: laut Focus sind zehn Tage ISS für schlappe 26 Millionen Euro zu haben. Genaue Preise für seinen Flug kann man bei www.spaceadventures.com in Erfahrung bringen.

 

Mein Fazit

Ich bin doch überrascht, was es doch für extreme Geocaches gibt. Ich hätte nicht erwartet in der Antarktis soviele aktive Dosen zu finden! Wie schon zu Beginn erwähnt, diese Liste ist sicher nicht vollständig. Alle besprochenen Geocaches findet ihr in meiner Bookmarkliste “Most Extreme (Unique) Geocaches“.

Vielleicht habt Ihr ja Lust mich ein wenig zu unterstützen? Welche extremen Caches fehlen noch in diesem Blogbeitrag? Über einen Kommentar mit entsprechendem Gc-Code und einer kurzen Begründung, warum dieser Cache hier erwähnt werden sollte, würde ich mich freuen!

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  3 Antworten zu “Die extremsten Geocaches”

  1.  

    Sehr schöne Liste, habe ich immer nach gesucht. Falls dir mal nach einer Erweiterung der Liste ist, ich suche schon eine Weile nach:
    – Der östlichste und westlichste (vermutlich Fiji?)
    – Der “nullste”, also am nächsten an 0/0 (vermutlich Kongo?)

  2.  

    Ich würde gerne noch mal die Kristallgrotte in Merkers in die Runde werfen: http://coord.info/GC38TF7
    Die Grotte (und damit der eigentliche Earthcache) liegt auf 800 m Teufe, was hier ca. 550 m unter dem Meeresspiegel ist. Vor Ort wurde uns erklärt, daß Teufe der Abstand zwischen der Erdoberfläche an der jeweiligen Stelle und dem eigenen Standort ist, Tiefe jedoch der Abstand zwischen dem Meeresspiegel und dem Standort.
    Selbst wenn das jetzt nicht unbedingt der extremste unterirdische Cache ist, so ist doch das Revier extrem (einige 100 km Fahrstecke unter Tage, ein Klettergarten unter Tage, ein Konzertsaal unter Tage, es werden dort Marathon- und Mountainbike-Wettbewerbe in der Grube abgehalten etc.) Und die Grube nebst Grotte ist echt sehenswert.

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