Jan 112016
 

Vor einigen Jahren besuchte ich zusammen mit saarzwerg Syrien, Israel und Jordanien. Auf dieser Reise sind wir auch in Petra vorbeigekommen. Von diesem außergewöhnlichen Ort möchte ich Euch heute erzählen und Euch virtuell etwas herumführen.

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Durch die Schlucht zum “Schatzhaus”

Kurz hinter dem Eingangshaus, wo der Besucher seinen Eintritt entrichten darf, beginnt die eineinhalb Kilometer lange und 70 Meter tiefe Felsschlucht zu der verlassenen Felsenstadt der Nabatäer. Obwohl es in Jordanien während unseres Besuches recht heiß war, lag die Schlucht am Morgen im Schatten und war angenehm kühl.

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Da dies eins der Touristen-Highlights des Landes ist, war auch um diese Zeit schon viel Betrieb. Auf der linken Seite sieht man auf der kompletten Strecke die Überreste der altertümlichen Wasserleitung.

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Da die Schlucht mit dem passenden Namen “Siq”, was übersetzt soviel heißt wie “Schacht”, recht eng ist, sollte man auf die Pferdekutschen aufpassen, die die lauffaulen Besucher vom Eingang zum Schatzhaus bringen.

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Während unserer Wanderung durch die Schlucht beeindrucken mich hier die vielen Farbtöne des Sandsteins, der an manchen Stellen schon jetzt von den Sonnenstrahlen angeleuchtet wird.

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Wird man vom Wandern müde, so gibt es immer mal wieder eine schöne Sitzgelegenheit, wo man ausruhen und dieses Naturerlebnis in sich aufnehmen kann. Während ich das hier schreibe, fällt mir auf, dass ich irgendwie nicht die richtigen Worte finde, um die Stimmung in der Schlucht angemessen zu beschreiben. Für mich war es ein besonderes Erlebnis.

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Der Khazne al-Firaun (“Schatzhaus”)

Nach einiger Zeit kommen wir um eine Biegung und haben den ersten Blick auf das sogenannte Schatzhaus. In jeder Reportage über Petra wird dieses in den Fels gehauene “Gebäude” gezeigt.

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Es trägt die Bezeichnung “Schatzhaus”, da die Beduinen früher glaubten, hier den Schatz den Pharao zu finden. In Wirklichkeit war es aber “nur” ein weiterer Grabtempel.

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Hier unser Logfoto beim Earthcache “Petra Al Khazneh” für unser erstes und einziges Log in Jordanien.

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Die Gräber der Königswand

Kurz hinter dem Schatzhaus öffnet sich die Schlucht. Auf beiden Seiten wurden reich verzierte Gräber in die Felsen gehauen. Hier befindet sich ein kleiner Kiosk, wo wir uns mit Trinkwasser eindecken. Es ist doch recht heiß. Auch einige Einheimische versuchen die Touristen für ihre Kamele zu begeistern – entweder um sich fotografieren zu lassen oder um mal einen Kamelritt zur nächsten Sehenswürdigkeit auszuprobieren.

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Wir interessieren uns aber mehr für die Gräber und so folgen wir den ausgetretenen Stufen zu den größeren Gräbern. Von hier oben haben wir einen schönen Ausblick.

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Wie es damals wohl gewesen sein muss? Wie viele Arbeiter wohl in mühevoller Handarbeit diese tollen Verzierungen aus dem Fels gehauen haben müssen?

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Wir gehen weiter zu einem der größten Gräber der Königswand: dem Urnengrab. Bei dieser beeindruckenden Fassade ging man früher davon aus, das es sich bei so etwas Prunkvollem um Königsgräber handeln müsse – dies konnte jedoch nie belegt werden.

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Aus dem Inneren des Grabs haben wir einen interessanten Blick auf die Säulen vor dem Eingang.

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Es wird Zeit weiterzugehen – Petra hat heute noch viel mehr für uns zum Sehen.

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Ein letzter Blick zurück, bevor wir in Richtung des “Klosters” weiter wandern…

 

Die Farben des Sandsteins

Unterwegs fallen mir ein paar Felsen auf: Dort sind die verschiedenen Lagen des Sandsteins besonders gut zu sehen. Ich laufe mal dahin, um ein paar Fotos zu machen.

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Wow – was für eine tolle Stelle. Der Sandstein sieht hier fast wie ein Gemälde aus. Ich mache einige Bilder…

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Je weiter ich in diesen Bereich hinein gehe, um so schöner werden die Sandsteinstrukturen. Ich kann gar nicht mehr aufhören zu fotografieren.

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Ich bin überrascht, wie viele verschiedene Farbtöne der Sandstein zeigt.

Aber wir müssen langsam weiter. Die Sonne scheint hier recht heiß und der Aufstieg zum Kloster steht uns ja auch noch bevor…

 

Das römische Petra

Zwischen der Königswand und dem Wanderweg hinauf zum “Kloster” liegen die Überreste der römischen Stadt Petra, die es unter Kaiser Diokletian sogar bis zur Provinzhauptstadt geschafft hatte. Es gibt hier noch die Reste eines Amphitheaters und die Reste eines Tempels.

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Wir nehmen die breite Hauptstraße, die mitten durch die Ruinen führt.

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Ich habe ja schon einige Amphitheater aus römischer Zeit gesehen…

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… hier überrascht mich jedoch, dass dieses nicht aus Steinquadern erbaut wurde, sondern – so wie es für mich ausschaut – ebenfalls aus dem Fels gehauen wurde!

 

Der Aufstieg zum Ed-Deir (“Kloster”)

Kurz vor den ersten Stufen nach oben zum Kloster werden wir von einem Einheimischen und seinem Esel überholt. Er ist auf der Suche nach Touristen, die sich den Aufstieg ersparen möchten.

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Irgendwie hatte ich auf Schatten gehofft?! Aber die Stufen liegen in der prallen Sonne. Zusammen mit vielen anderen Touristen kämpfen wir uns Stufe für Stufe und Schritt für Schritt nach oben.

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Nach einer guten halben Stunde erreichen wir unser Ziel: den Felsentempel Ad Deir, bei dem es sich ursprünglich um das Mausoleum eines Herrschers gehandelt haben soll. Im 4. Jahrhundert wurde es wohl von Christen zu einem Kloster umfunktioniert, weshalb es heute auch oft “Kloster” genannt wird.

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Auf der Hochfläche dieses Klosters gibt es noch einen Aussichtspunkt. Auch diesen wollen wir trotz der Hitze noch sehen.

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Hier oben soll sich die Quelle befinden, die Moses beim Auszug aus Ägypten mit seinem Stab aus dem Fels geschlagen hat. Von dort haben wir auch einen schönen Blick in eine Tiefebene und das dahinter liegende Israel.

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Ein Tag ist für Petra viel zu kurz. Es gäbe für uns noch Einiges zu sehen. Aber es ist inzwischen Nachmittag und wir müssen zurück in unser Hotel. Nach dem Abendessen haben wir noch etwas Besonderes vor…

 

Petra at Night

Wenn Ihr mal Petra besucht, so empfehle ich Euch mindestens eine Nacht im Hotel vor Ort zu übernachten, denn Petra ist nicht nur am Tag sehr interessant! Wir hatten das Glück auch an der Abendveranstaltung “Petra at Night” teilnehmen zu können. Dabei wird die komplette Schlucht mit Kerzenlichtern ausgeleuchtet. Dadurch entsteht nochmal eine komplett andere Atmosphäre.

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Hier sollte der Geocacher natürlich NICHT seine “kleine” Taschenlampe auspacken, da dies die ganze Stimmung zerstören würde. Der Kerzenschein ist völlig ausreichend, um sicher durch die Schlucht zum Schatzhaus zu gelangen. Dort war für uns alles mit Teppichen ausgelegt. Ein Märchenerzähler bot schöne Geschichten in feinstem Englisch dar. Währenddessen gab es kostenlosen Tee und zwischendurch traditionelle Musik. Für mich war das eins der schönsten Erlebnisse, das ich bisher auf einer Fernreise genießen durfte!  blog-91.jpg

Das Ganze hat etwa eine Stunde gedauert. Danach traten wir den Rückweg durch die Schlucht an, die toll im Kerzenschein anzusehen war.

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Über uns waren nur der Mond und die Sterne, die die umliegenden Berge ganz zart beleuchteten. Wow – was für ein grandioses Naturerlebnis!

*****

Wer gerne noch ein paar mehr Bilder von diesem Ort sehen möchte, der sollte einen Blick ins Webalbum werfen.

Wie hat Euch dieser Reisebericht gefallen? Was plant Ihr als nächste Reise? Wie immer freue ich mich über Euer Feedback in den Kommentaren.

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  Eine Antwort zu “Petra – Der besondere Earthcache in Jordanien!”

  1.  

    Hallo Saarfuchs,

    diesen Earthcache durften wir (_Lila_Luna_ und ich) vor fast drei Jahren auch machen – bzw. die Reise nach Petra. Ich muss sagen, dass dies eine der beeindruckendsten Stätten war, die ich bislang besucht habe. Im Unterschied zu euch machten wir die Reise im Winter, als “Tagestour” im Rahmen einer Kreuzfahrt. Daher blieb leider keine Zeit für Ed-Deir, und auch das Petra at Night-Erlebnis wurde uns leider nicht zuteil. Dennoch war Petra ein, wenn nicht gar das Highlight unserer Reise.
    In Petra gibt es (gab es?) m. W. noch mehrere physische Caches. Ansonsten bietet Jordanien nicht viele, ein paar noch an der Küste.
    Fazit: Wer es einrichten kann, sollte hinfahren. Cachen wird dort schnell zur Nebensache.

    Gruß, hensys

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