Okt 292015
 

Der Besuch der letzten Blockparty ist für Geocacher sicher etwas Besonderes. Für einen Statistikcacher ist es eine besondere Herausforderung, da es in der Umgebung von Seattle viele einzigartige Geocaches gibt.

Ich freue mich, dass Torsten von “TheGreenTool” mir diesen Gastbeitrag samt Bildern zur Verfügung gestellt hat, den ich hier in vier Teilen veröffentlichen werde…

 

Das Block-Party-Wochenende 2015 in Seattle aus Sicht eines Statistikcachers

Ein Gastbeitrag von TheGreenTool

Es war Ende September 2014 als Nina sich damit einverstanden erklärte, dass ich zur nächsten Block Party im August 2015 nach Seattle fliege – unter der Bedingung, dass mich jemand begleitet. Sie selbst hatte an diesem Kurztrip – es waren gerade einmal vier Übernachtungen vorgesehen – kein Interesse, da sie wusste, dass dies sehr stressige Tage werden würden. Schließlich bin ich bekennender Statistikcacher und Seattle samt Umgebung ist ein wahres El Dorado für unsere Spezies, vor allem während der Block Party. Dass die Block Party 2015 zudem die letzte ihrer Art werden sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Begleitung war dann auch schnell gefunden. Mein Vater nahm das Angebot mit leuchtenden Augen an. Für ihn war dies die große Gelegenheit, in seinem Leben doch noch nach Amerika zu kommen. Meine spontanen Vorhaben in Sachen Geocaching konnten ihn davon auch nicht abhalten. Im Gegenteil. Meine Vorstellungen schienen zwar einen anstrengenden Trip zur Folge zu haben, versprachen aber auch, viel zu sehen und zu erleben. Wenige Tage später waren Flug, Hotel und Mietwagen als Gesamtpaket gebucht.

Wer eben bereits beim Wort „Statistikcacher“ Ausschlag bekommen hat, sollte an dieser Stelle die Lektüre beenden und seine Freizeit sinnvoller nutzen. Alle anderen sind eingeladen, gemeinsam mit mir den Trip nach Seattle durch die Brille der Zahlen, Icons und Souvenirs Revue passieren zu lassen.

 

Die Vorbereitungen

Als nun tatsächlich feststand, dass ich im folgenden Jahr nach Seattle fliegen würde, erforschte ich natürlich sofort, was dort statistisch geboten wird und stellte meine Wünsche zusammen. Okay, vier Cachetage sind doch recht knapp bemessen! Aber mit etwas Ehrgeiz sollte trotzdem das Meiste machbar sein. Auf jeden Fall sollte es sehr abwechslungsreich werden. Stadtcachen und lange Autofahrten standen genauso auf dem Programm wie Ausflüge und längere Wanderungen in der Natur. Dazu zwei Events in Mega-Größe und ein Sprung über die kanadische Grenze. In vier Tage passt viel hinein, wenn man will. Und ich wollte!

Meine Wunschliste war entsprechend lang: Die Block Party, der Headquarters Cache, der zweitälteste Cache der Welt (GC12), der letzte Cache mit dreistelligem GC-Code (GCD), drei weitere Caches mit vierstelligem GC-Code (GC79, GC92, GCA5), diverse Caches mit Versteckdaten in 2001, Besuch der Gedenkplatte am Versteck des allerersten Geocaches überhaupt, das Going-APE-Mega mit dem Snoqualmie-Tunnel, die Challenge-Serie auf dem Weg zum GCD, zumindest Teile der Headquarters GeoTour und der LabCaches, die Bundesstaaten Washington und Oregon und den Länderpunkt Kanada. Dazu versprach dieses verlängerte Wochenende satte zehn Souvenirs (wovon sieben nur dort möglich waren) und die Gelegenheit, wenigsten zwei NGS Benchmarks loggen zu können. Selbst der Anreisetag sollte schon ein statistisches Schmankerl liefern, sozusagen zum Warmwerden. Dazu später mehr. Die Frage war also nicht, was ich machen will, sondern in welcher Zusammensetzung und Reihenfolge die Tage gestaltet werden.

Einige Tage vor Abflug begann dann das übliche Erstellen von Wunschlisten, Queries und GSAK-Cachedateien. Dazu musste ich mein GPS mit OSM-Karten USA- und kanadafit machen, nicht nur fürs Cachen, sondern auch als Straßennavi für den Mietwagen.

 

Tag 1: Der Hinflug und der erste Abend

Was war nun das „statistische Schmankerl“ bereits am Anreisetag? Irgendwo auf den hinteren Seiten unserer Statistik gibt es eine Auswertung der Tage mit der größten Entfernung zwischen den einzelnen Caches an einem Kalendertag. Also bestand am Anreisetag die Gelegenheit, einen Cache in der Home Zone und einen in Seattle zu loggen.

Ich hob mir deshalb einen neuen möglichst einfachen Cache in der Home Zone für diesen Tag auf: „Statistik hin …“ (GC5Z1WW). Da wir morgens nicht durch das Suchen des Caches in Zeitnot geraten wollten, legte ich die Suche bereits auf Mitternacht. Gesagt, getan. Um 0:03 Uhr fand ich dann auch den aufgehobenen Tradi in der Home Zone. Danach ging’s schnell wieder nach Hause ins Bett.

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Mit diesem Cache in der Heimat begann die Statistiktour nach Seattle (GC5Z1WW)

 

Um dem Jetlag zu entgehen, nahmen wir uns vor, bei Ankunft in Seattle am späten Nachmittag den Rest des Tages durchzuhalten. Wir besuchten deshalb noch am gleichen Abend nach Abholung des Mietwagens und Einchecken im Hotel das Wahrzeichen der Stadt, die Space Needle. Es handelt sich dabei um den Turm, der die Skyline von Seattle so unverwechselbar macht. Vorher suchten wir unweit des Towers den ersten amerikanischen Cache: „Geocaching in Space!“ (GC62C8). Wir brauchten ein Weilchen, wurden aber fündig. Damit war unser 23. Länderpunkt und das erste Souvenir für den Bundesstaat Washington unter Dach und Fach.

Inzwischen war es dunkel und wir fuhren, nachdem wir doch ziemlich lange am Aufzug anstehen mussten, auf die Aussichtsplattform der Space Needle. Ein traumhaftes Panorama, vor allem bei Nacht! Danach wollte ich noch einen Virtual und einen Tradi in der Nähe loggen. Der Virtual führte uns zu einem kleinen Park, von dem man eine geniale Aussicht auf die Skyline genießen konnte. Wieder einmal verdankten wir einem Cache den Besuch einer tollen Location: „Kerry Viewpoint Park“ (GC62C8).

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Blick auf Seattle vom Cache GC62C8

 

Den benachbarten Tradi fanden wir in der Dunkelheit nicht. Aber egal. Zusammen mit dem Tradi heute früh kurz nach Mitternacht deutscher Zeit können wir nun um 22:42 Uhr Seattle-Zeit eine Cache-zu-Cache-Distanz von 8170,7 km an einem Kalendertag vorweisen. Sehr cool! Zufrieden und müde fielen wir in die Betten unseres völlig akzeptablen 1-Stern-Hotels in der Nähe des Flughafens.

grafik1.jpg

Das erste erreichte statistische Ziel – Cache-zu-Cache Distanz 8170,7 km an einem Kalendertag

 

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Ich hoffe, Ihr hattet beim Lesen des ersten Teils genauso viel Spaß wie ich! Über Kommentare zu dieser Artikelserie würde ich mich sehr freuen.

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