Okt 132014
 

Rabat, Meknès und Fès sind drei der vier Königstädte Marokkos. Auch wenn es dort aktuell  nur sehr wenige Geocaches gibt, so lohnt sich doch ein Besuch dieser drei Städte. Jede hat ihr eigenes Flair und ihre eigenen Sehenswürdigkeiten.

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In diesem Artikel nehme ich Euch mit auf eine virtuelle Reise durch die drei Königsstädte Rabat, Meknès und Fès!

Rabat

Rabat ist seit 1956 die Hauptstadt Marokkos mit dem Regierungssitz und der Residenz des Königs. Dort haben wir die Stadtführung mit der Moschee des Königspalastes begonnen. Tagsüber darf man zu bestimmten Zeiten den Bereich des Königspalastes betreten – natürlich nur die Straßen und öffentlichen Gärten.

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Auf diesen Straßen habe ich auch das erste von vielen Stopp-Schildern in arabischer Schrift gesehen. Unsere Gruppe hat munter geraten, was es sonst noch bedeuten könnte – die Mehrheit hat sich für ein Verbot von Einer- und Zweierbobs ausgesprochen.

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Von der Königlichen Moschee ist es nicht weit bis zum Haupteingang des Königspalastes in Rabat. Bei mehr als 30° im Schatten war der kurze Spaziergang doch schweißtreibend. Der Haupteingang besteht aus einem der typischen mit Ornamenten geschmückten Stadttore, wie man sie in Marokko öfter vorfindet. Über dem Tor weht die rote Fahne mit dem grünen fünfzackigen Stern: die Landesfahne von Marokko.

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Hinter dieses Tor kommt man nur noch auf Einladung des Königs Mohammed VI. Das Tor ist von Militär, Polizei und der Palastgarde gut bewacht.

Mit dem Bus gelangen wir zu unserem nächsten Sightseeing-Spot in Rabat: dem Mausoleum von Mohammed V und dem Hassan-Turm. Im Mausoleum ist der Großvater des heutigen Königs bestattet. Den Eingang bewachen zwei Reiter der Palastgarde.

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Das Mausoleum wurde im typisch arabischen Baustil errichtet und zeigt, was die marokkanischen Handwerker heute noch in Handarbeit leisten können. Da bildliche Darstellungen von Menschen und Tieren im Islam nicht erlaubt sind, ist das Mausoleum reich mit Mustern und Kalligrafien verziert.

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Von der Treppe des Mausoleums hat man einen tollen Blick auf den Hassan-Turm, der zusammen mit den Säulen die Überreste der ehemaligen Moschee bildet.

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Im Mausoleum ist Mohammed V in einem Marmorsarg aufgebahrt. In der rechten hinteren Ecke rezitiert ein Geistlicher Verse aus dem Koran.

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Nach dem Verlassen des Mausoleums werfe ich noch einen letzten Blick zum Hassan-Turm. Die vielen Säulen geben einen guten Eindruck über die geplanten Dimensionen dieser Moschee, die nie vollendet wurde: Sie wäre die größte der damaligen Zeit geworden.

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Am Mausoleum gibt es den Nano “Rabat – Chellah – l´ancienne mosquée” zu suchen, den ich leider nicht finden kann. Die Ownerin akzeptierte auf Nachfrage mein Fotolog. Auch beim Hassan-Tour gibt es einen Tradi, bei dem ich ebenfalls auf ein Fotolog zurückgreifen muss, da der Park, in dem sich “Tour Hassan” befindet, wegen Bauarbeiten geschlossen ist.

Danach geht es wieder in den Bus und wir fahren zur Kasbah des Oudaïas, einer ehemaligen Festung am Meer und dem von ihr geschützten Wohngebiet. Die Kasbah ist von hohen Mauern umschlossen.

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Durch ein Stadttor betreten wir das Innere der Kasbah. Die engen Gassen sind blau-weiss gestrichen.

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Ihre Bewohner haben sich viel Mühe gegeben die Gassen und Hauseingänge zu schmücken.

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In einer der Gassen treffen wir auf einen Musikanten, der für uns etwas Berbermusik zum Besten gibt. Für ein paar Münzen lässt er sich bereitwillig fotografieren.

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Marrakesch und Rabat sind die einzigen Königsstädte, in denen aktuell in der Innenstadt Geocaches zu finden sind. In Rabat sind es derzeit die beiden genannten Tradis und der Multi “Rabat in one day“, für den wir keine Zeit hatten…

 

Meknès

In Meknès beginnen wir unsere Stadtführung auf einem Hügel vor der Altstadt, von wo aus wir einen schönen Blick auf den Königspalast und die Altstadt (Medina) haben. Beides wird von einer hohen Mauer umgeben.

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Bei dieser Führung haben wir besonderes Glück: Unser Stadtführer kann gut erklären, hat großes Wissen über die Geschichte von Meknès und die Geduld uns das zu vermitteln. Hier ist er gerade dabei den typischen Aufbau der alten Könisstädte zu erklären.

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Mit dem Bus fahren wir zum Hauptportal des Königspalastes. Dort ist die Verbindung zur Medina. Die Tore sind wieder besonders schön verziert.

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Den Rest der Stadtführung machen wir nun zu Fuß. Neben dem Königspalast befindet sich ein künstlicher See, der früher als Trinkwasserspeicher genutzt wurde.

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Daneben befinden sich die Kornspeicher und Pferdeställe von Moulay Ismail. Diese besichtigen wir…

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Obwohl es draußen mal wieder über 30° Lufttemperatur hat, ist es im Kornspeicher angenehm kühl. Hier gibt es mehrere hohe Räume zu besichtigen.

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Hinter dem Kornspeicher liegen die ehemaligen Pferdeställe. Hier gibt es viele Bogen. Je nachdem, wo man sich hinstellt, hat man eine interessante Perspektive. Ich schieße ein Bild nach dem anderen… die Ställe bieten sehr viele schöne Motive.

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Nachdem wir den Kornspeicher und die Ställe besichtigt haben, geht es wieder in den Bus. Wir fahren weiter zum Grab des Moulay Ismail, das von Mohammed V restauriert wurde.Vor dem Eingang wartet ein Wasserverkäufer in seiner historischen Tracht, um sich gegen ein paar Münzen fotografieren zu lassen. Generell sollte man beim Fotografieren in Marokko vorsichtig sein – besser vorher über den Preis sprechen als sich im Nachgang mit horrenden Forderungen auseinandersetzen zu müssen. 10 Dirham (ca. 1€) für ein Foto sind eigentlich normal.

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Das Innere ist prunkvoll geschmückt und darf von uns “Nichtgläubigen” nicht betreten werden.

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In Meknès ist kein Geocache plaziert worden.

 

Fès

Unsere Stadtführung in Fès beginnen wir bei der südlichen Festung, die heute ein Museum ist. Das Museum selbst besuchen wir nicht…

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Wir sind nur wegen der Aussicht hier. Von hier oben haben wir einen tollen Panoramablick auf die Altstadt von Fès.

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Bevor es nun aber in die Medina geht, besuchen wir noch eine Kooperative, wo junge Leute das Töpferhandwerk erlernen können. Neben Tellern, Schalen und Krügen werden hier auch Tonziegel hergestellt.

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Die Teller und Krüge werden vor dem Brennen kunstvoll bemalt.

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In dieser Kooperative erfahren wir auch viel über das Handwerk dieser Region: Mosaike. Die kleinen bunten Steinchen für die Mosaike in den verschiedensten Formen werden hier alle in Handarbeit mit einem Hammer aus einer Kachel herausgehauen. Diese Mosaikkunstwerke werden dann in Moscheen, Palästen und prunkvollen Toren verwendet.

Noch eine letzte Fahrt mit dem Bus zum Eingang in die Medina von Fès. Unser Reiseführer warnt uns zusammen zu bleiben, da der Souk von Fès sehr unübersichtlich ist. Trotz GPS-Gerät ist es für mich schwer den Überblick zu behalten…

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Die Gassen sind sehr eng und voll von Einheimischen und Touristen. Die Auslagen der kleinen Läden sind sehr farbenfroh. Es macht mir Spaß zu fotografieren.

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In Fès gehen die Einheimischen fast jeden Tag in den Souk. Dort wird der Bedarf an Essen jeden Tag frisch eingekauft. Die Oliven lachen mich an und sind hier sehr günstig.

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Eine Gasse weiter haben wir die Färber erreicht. Hier wird Wolle und Garn in den verschiedensten Farben gefärbt. Die Reste der flüssigen Farbe laufen einfach über den Weg.

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Noch eine Gasse weiter erreichen wir die Metallverarbeiter. Hier kann man große Töpfe kaufen oder leihen. Alles wird in Handarbeit hergestellt. Es ist interessant zuzuschauen, wie hier gearbeitet wird.

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Wir spazieren weiter und erreichen eine Koranschule. Diese dürfen wir als “Ungläubige” nicht betreten.

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Mein persönliches Highlight unter den Handwerksbetrieben in Fès ist die Gerberei. Hier wird aus Tierhäuten in einem langwierigen Prozess Leder hergestellt. In einem der Herstellungsschritte wird die Tierhaut in einem Gemisch aus Wasser und Taubenkot tagelang eingeweicht. Leider ist der Geruch in der Nähe dementsprechend. Ich bedauere die Arbeiter in diesen Bassins – laut Auskunft des Verkäufers in der Lederfabrik ist dies einer der bestbezahltesten Jobs hier in der Altstadt.

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Nein, ich möchte diesen Job um keinen Preis der Welt machen müssen. In einigen Bassins wird das Leder gefärbt…

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Danach besichtigen wir noch eine ehemalige Moschee. Hier staunen wir über die filigranen Ornamente und Kalligrafien an den Wänden.

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Nach der Stadtführung durch den Souk erreichen wir wieder den Ausgang. Hier werden die Waren für die kleinen Läden in den engen Gassen von den LKWs auf die Esel und Mulis umgeladen.

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Auch in Fès gibt es derzeit noch keine Geocaches.

 

Geocaching in Marokko

Eine Übersicht über alle Geocaching- und Sightseeingziele unserer Marokko-Tour findet Ihr in meinem Blogartikel “Geocaching in Marokko: Berge, Meer und Wüste“.

Falls Ihr auch schon eine oder gar alle dieser drei Königsstädte besucht habt, so würde ich mich über Eure Kommentare freuen! Wie hat es Euch dort gefallen? Habt Ihr dort auch Geocaches gesucht? Wie war Euer Eindruck von Land und Leuten?

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  2 Antworten zu “Rabat, Meknès und Fès – Geocaching in Marokko”

  1.  

    Marrakesch ist vermutlich die interessanteste Stadt Marokkos, aber Fes kam für mich gleich danach (auch wenn das nach 2,5 Wochen Marokko der Abschluss unserer Reise war und ich bereits “auf dem Zahnfleisch ging”). Es war dort interessant zu setzen, wie in den Straßen in der Medina die Lehmhäuser sich mittlerweile gegenseitig abstützen müssen, damit sie nicht einstürzen. Das Gerberviertel hätten wir wahnsinnig gerne gesehen. Jedoch sind wir lange durch die engen Gässchen gestreunt, ohne einen Zugang zu finden. Und einen Einheimischen zu fragen, macht in den seltensten Fällen Sinn, da man sonst eh wieder nur zum nächsten Laden hofiert wird. Mittlerweile habe ich aber gehört, dass das womöglich die beste Strategie gewesen wäre, da es in den Ledergeschäften wohl Fenster zum Gerberviertel hin geben soll, von wo aus man alles in Augenschein nehmen kann.

    An dieser Stelle ein kurzes Wort zum GPS-Empfang und Landkarten: ich hatte eine OSM-Karte dabei. Es waren damals (vor 2,5 Jahren) bei weitem nicht alle Gässchen in den Medinas vermerkt. Und manchmal hatte ich auch große Zweifel, ob das mit der Realität übereinstimmt. Seitdem kann sich aber viel getan haben. In Fes (das weiß ich noch) war die Karte gut und in dem unüberschaubaren Gassen-Wirrwarr auch absolut von Nöten. Außerhalb der Städte waren die Karten bereits damals voll ausreichend.

    Von Rabat war ich insgesamt auch sehr angetan. Zum einen hat es das Feeling einer echten, modernen Großstadt (was wir so in Marokko nicht noch einmal erlebt haben), zum anderen waren da die bereits oben beschriebenen Sehenswürdigkeiten, die mit dem empfehlenswerten Multi “Rabat in one day” abgelaufen werden können und der einen zum Abschluss noch zur Chellah (eine Nekropole) führt.
    Von einem Ausflug ins benachbarte Salé kann man übrigens getrost absehen.

    Meknes, als viertes, war zwar auch recht interessant, die anderen Städte laufen ihm jedoch klar den Rang ab.

    Was ich generell in Marokko ärgerlich fand: als Anders-Gläubiger darf man lediglich eine einzige Moschee betreten (anders als in der Türkei). Nämlich die große Moschee Hassan II. in Casablanca (das als Stadt ziemlich hässlich ist). Dafür haben wir etliche Medersen (Koranschulen) besichtigen können, die sich aber alle recht ähnlich sind. Für den kulturell Interessierten ist das leider eine ziemliche Einschränkung, zumal in den Nicht-Königsstädten, wo es sonst keine Paläste etc. zu besichtigen gibt.

    •  

      Auch ich habe die OSM-Karte von Marokko benutzt und war sehr zufrieden damit. Man merkt doch, das auch einige Geocacher an der Weiterentwicklung der Karte beteiligt waren…

      Das Gerberviertel in Fes ist nicht leicht zu finden, da es komplett von Häusern umschlossen ist. Wir haben eine Lederwarenfabrik besucht und konnten von deren Dachterrasse uns die Arbeitsschritte der Lederherstellung erklären lassen… natürlich folgte anschließend eine Verkaufsschau!

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