Sep 192013
 

Aktuell läuft der Film “Lost Place” in den Kinos – für mich ein Anlass die “Finallocation” des Films erneut zu besuchen und nachzuschauen, was sich dort in den anderthalb Jahren verändert hat.

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Nachdem ich nun auch den Film  “Lost Place” gesehen habe, finde ich es spannend die Teile der Anlage zu identifizieren, die darin zu sehen sind. Diese Stellen und die restliche Anlage in ihrem aktuellen Zustand möchte ich Euch nun in einer “virtuellen Führung” vorstellen…

Das letzte Mal hatte ich diese Location im April 2012 besucht. Damals habe ich den Cache “Funkloch #2“, dessen Handlung Ähnlichkeiten zum Film ausweist, gesucht und anschließend hier im Blog darüber berichtet. Bei der Anlage handelt es sich um eine ehemalige Funk-Relais-Station der U.S. Air Force, bei der aktuell diskutiert wird sie unter Denkmalschutz zu stellen – einen entsprechenden Bericht aus der “Rheinpfalz” findet ihr hier.

Es ist ein feuchter und nebliger Samstagnachmittag. Ich fahre durch den Pfälzer Wald, stelle mein Auto auf dem Parkplatz ab und laufe den Forstweg zur Anlage hinauf. Es nieselt leicht.

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Schon von Weitem sehe ich, dass das Haupttor offen steht. Ich bin allein.  Niemand Anderer ist zu sehen. Ich erreiche das Tor.

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Im Film hatte Daniel nicht so viel Glück – er stand vor diesem Tor – es war verschlossen, im Hintergrund war der rot erleuchtete Turm zu sehen.

Ich  gehe hinein. Die Scheiben des Wachpostens am Eingang sind zerstört. In dem kleinen Häuschen liegt allerlei Müll.

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 Die Sprechanlage wurde demoliert und ausgeschlachtet – hier antwortet keiner mehr…

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Gleich hinter dem Eingang erreiche ich den interessantesten Teil der Anlage – den Funkturm mit seinem Technikgebäude, eingefasst in eine hohe Mauer. Hier sucht Daniel im Film nach einer Möglichkeit den Funkturm auszuschalten.

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Ich biege nach links ab in den extra eingezäunten Bereich – er führt mich zu dem roten Haupttor in der Anlage. Für Daniel blieb dieses Tor verschlossen.

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 Auch hier habe ich wieder Glück. Auch dieses Tor steht für mich offen. Leider sind auch über diese Wände die Graffiti-Sprayer hergefallen. Vor 18 Monaten war diese Wand noch sauber!

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Daniel muss sich im Film einen anderen Eingang suchen und findet schließlich eine Tür. Ab hier beginnt die Location-Fiktion im Film. Dieser Eingang und der Innenbereich wurden im Studio aufgebaut und existieren hier in der Anlage nicht. Schade eigentlich – die Innenansichten und Spezialeffekte rund um die Tesla-Spule haben mir sehr gut gefallen!

Aber bleiben wir in der Realität. Ich gehe hinein. Der große Technikraum ist fast leer geräumt. Es gibt noch einige wenige technische Elemente und Kabel…

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Ich verlasse den Technikraum nach links durch die Tür zum Funkturm. Leider waren auch dort schon die Sprayer aktiv.

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Im Film befindet sich unter dem Turm die Hauptsicherung der Anlage ungefähr an der Stelle, an der hier das Gerät zu sehen ist. Die arabischen Schriftzeichen an der Wand dahinter gab es von 18 Monaten auch noch nicht.

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Daniel wird an dieser Stelle bewusstlos. Als er wieder zu sich kommt hat er folgenden Blick…

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Damit glaube ich nun alle Stellen besucht zu haben, die in Lost Place zu sehen sind. Falls ich Was vergessen habe, würde ich mich über einen kurzen Kommentar freuen.

Ich will mir aber auch noch den Rest der Anlage anschauen. Leider ist es zum Weinen – hier haben die Vandalen gehaust!

In dem Bürogebäude neben der Mauer waren vor 18 Monaten im Erdgeschoss Büros und im ersten Stock eine Sporthalle mit Tribünen an der Seite. Hier hat es gebrannt, die Decke ist eingebrochen und im Erdgeschoss ist der größte Teil der Büros zerstört. Links seht ihr den Zustand vor 18 Monaten und rechts den aktuellen Zustand.

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Auch die schöne Wandtapete mit dem Panoramablick ist inzwischen demoliert worden.

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Wenigstens der Raum mit den Postfächern ist in diesem Gebäude noch heil geblieben, auch wenn ein Geocacher gemeint hat, er müsse seinen TB-Stempel an der weißen Wand daneben hinterlassen.

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Ich gehe weiter zur Bar – sie diente den Soldaten als Aufenthaltsraum. Die Wände waren mit Holz verkleidet. Darin war die ein oder andere Station des früheren Multicaches installiert.

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Leider bietet sich mir ein schrecklicher Anblick. Der komplette Innenraum ist ausgebrannt. Hier ist Nichts mehr zu finden.

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Ich schlendere weiter zum ehemaligen Unterkunftshaus. Es besteht aus drei Stockwerken – hier waren anscheinend Soldaten für einen längeren Aufenthalt untergebracht?

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Im Erdgeschoss befindet sich ein Aufenthaltsraum. Der Raum füllt sich allmählich mit Laub…

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Auch hier wurde Feuer gelegt. Im zweiten Stockwerk ist der Gang ausgebrannt. Warum nur immer dieser Vandalismus hier?

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Ich verlasse das Gebäude und werfe noch einen letzten Blick zurück bevor ich wieder meinen Heimweg antrete…

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Dabei kommt mir wieder diese Aktion mit dem Logo in den Sinn – “Geocacher against vandalism” von Geocaching-Franken. Ist zwar schon älter, aber wäre trotzdem schön, wenn die Aktion noch mehr Anklang finden würde…

Wie immer gibt es mehr Fotos von dieser Anlage in meinem Webalbum!

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  7 Antworten zu “LP: Funkloch #2 – Die Nachlese”

  1.  

    Es ist schon krass, wie schnell das geht, bis das alles zerstört ist.
    Und das liegt eben nicht an der Natur, die sich zurückholt, was ihr einst gestohlen wurde sondern einfach nur an Leuten mit Zu viel Freizeit, die gerne mal die Sprechanlage sprengen. Das ist traurig.

  2.  

    2012 war ich zweimal im Funkloch. Zwischen meinen beiden Besuchen lagen nur 8 Monate, doch wie sich in dieser kurzen Zeit der Ort verändert hat, war erschreckend. Bereits da war schon so vieles zerstört!

    Was auf deinen Fotos zu sehen ist, setzt dem Ganzen noch eins drauf. Schade, dass solche Locations nicht einfach nur genossen werden können..

  3.  

    Auch wenn da viel zerstört ist, finde ich die Bilder trotzdem cool. :)

  4.  

    Traurig! Es ist schade, dass solche Locations erst durch Paintballer/ Airsoftler, dann von Sprayern und zuletzt von gänzlich Hirnbefreiten völlig zerstört werden. An Geocachern, die zu blöd sind sich die Finalcoords zusammen zu suchen und zu rechnen liegt es eher nicht.
    Aber was will man dagegen machen? Ein Dutzend Geocaher abstellen, die Tag und Nacht patroullieren? Mit welcher Handhabe? Die haben ja nicht einmal selber das Hausrecht.
    Es ist schade, aber ich denke, hier hilft auch keine Sentimentalität. Die Anlage ist auch in ihrem Urzustand nicht wirklich historisch interssant, und würde man es auf den Turm reduzieren… für was?
    Es ist schon gut so, dass der Kalte Krieg vorbei ist. Reißt diesen Standort endlich ab und Ruh´ is´!

  5.  

    jo,leider is das der trend bei solchen locations.
    aber was will man machen….schöne bilder.

    wir waren denke ich mal 4 mal dort und haben nachts und tagsüber mehrere stunden dort verbracht.
    war damals echt cool…auch neben dem cacher der dort lag…….und auf dem turm.

    mfg

  6.  

    Übel, diese Zerstörung! Als wir dort waren, sah das alles schon ziemlich kaputt aus, aber deine aktuellen Bilder sind nochmal heftiger.

  7.  

    Da hat sich ja wirklich einiges verändert (leider zum Nachteil…).

    Aber schön, nochmal ein paar Bilder zu dieser klasse Location gesehen zu haben. Danke dafür!

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