Nov 132012
 

In Frankfurt gibt es nun schon seit fast fünf Jahren den Cache “24”. Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit mit seinem “Macher” ein Interview zu führen.

Fett gedruckt findet ihr meine Fragen und kursiv seine Antworten dazu:

Der Cache „24“ ist ja inzwischen mit über 500 Favoritenpunkten ein Kult-Cache geworden. Wie bist Du auf die Idee zu diesem Cache gekommen?

Ich bin Fan der Fernsehserie 24 und habe lange nach einer Möglichkeit gesucht, diese Serie zu „vercachen“. Da es keine gute Idee ist, zwei Dutzend Funkwecker im Wald zu vergraben, war es das größte Problem, einen geeigneten externen Timer zu finden.

Bei diesem Cache schickt das „Innenteam“ zwei Außenteams kreuz und quer durch Frankfurt.  Wie bist Du bei der Auswahl deiner Stationen vorgegangen?

Ich habe die Stationen anhand des Liniennetzes der Frankfurter Verkehrsbetriebe ausgewählt. Einige sind durch puren Zufall entstanden, ich habe auf der Straße etwas ganz Anderes gesucht, aber eine ideale Station für 24 gefunden.

Hat „Sightseeing im nächtlichen Frankfurt“ dabei eine Rolle gespielt?

Nein.

Was war für Dich die größte Schwierigkeit beim Legen dieses Caches und wie bist Du damit umgegangen?

Die größte Schwierigkeit habe ich erst nach ca. einem halben Jahr entdeckt, das sind die Cacher selbst. Während des Spiels entwickeln die meisten eine Art Tunnelblick und haben keine Augen mehr für die Umgebung oder den Straßenverkehr. Ich versuche seitdem die Laufwege so zu konzipieren, dass Gefahren weitestgehend ausgeschlossen sind. Zum Beispiel werden nur selten Hauptstraßen auf dem Weg zur Dose überquert. Das passiert meist hinterher.

Innerhalb einer vorgegebenen Zeit müssen das Innen- und die Außenteams  Aufgaben lösen. Sind die Teams dabei zu langsam, sind alle raus aus dem Spiel. Hattest Du deswegen schon frustrierte Mails von Geocachern, die deinen Cache nicht geschafft haben?

Ja.

Was rätst Du Geocachern, die eine weite Anreise auf sich nehmen, damit sie deinen Cache erfolgreich abschließen können?

Sie sollten auf jeden Fall zwei Tage für den Cache einplanen. Viele kommen nur für einen Tag. Es ist dann sehr frustrierend, wenn sie um Mitternacht rausfliegen und keine Möglichkeit haben, den Cache am nächsten Abend noch zu finden.

In einigen Logs zu diesem Cache ist die Rede von einem „Abstellgleis“ , damit ist gemeint, das man aus dem Spiel raus ist, es aber nicht wirklich merkt, da man über „andere“ Aufgaben zum Startpunkt zurückgeführt wird. Ist da was dran und wenn ja, warum hast Du Dir die Mühe für diese Seitenhandlung gemacht?

Dieser Cache ist der Fernsehserie 24 gewidmet. In der Serie gibt es immer einen Maulwurf, der gegen die CTU arbeitet. Ich habe dieses Element übernommen und seit dem ersten Tag diese Ausleitung in der Geschichte drin. Zu Anfang wurden die Cacher einfach nur in die Pampa geschickt. Heute geht es zurück Richtung Parkplatz, auf dem in den meisten Fällen sowieso die Autos der Cacher stehen.

Man hört oft, dass Du, während dein Cache läuft, in der U-Bahn oder Straßenbahn unterwegs bist und dich dann auch den Geocachern zu erkennen gibst. Wie groß ist die Chance Dich während „24“ anzutreffen?

Wenn ich um den Telefonjoker gebeten werde und Zeit habe, fahre ich meist raus zu den Cachern. Aufgrund der Natur des Caches wird der TJ meist viel zu spät gespielt, dann kann ich auch nicht mehr helfen. Ich gebe mich dann zu erkennen, wenn die allergrößte Gefahr besteht, dass die Cacher rausfliegen. 

Was macht Deiner Meinung nach den Erfolg dieses Caches aus?

Die Einfachheit. Trotz des scheinbar komplexen Aufbaus ist der Cache sehr einfach gestaltet. Das läßt jede Menge Raum für Kopfkino. 

Nun noch zu Dir – ganz kurz, wie bist Du zum Geocaching gekommen und was machst Du so, wenn Du nicht gerade eine Dose suchst?

Zum Geocaching hat mich damals mein Bruder gebracht. Neben dem Cachen habe ich noch viele andere Hobbys, vom Motorradfahren übers Segeln bis hin zur Photographie, wo ich gerne Schienenverkehr aufnehme, also Eisenbahnen oder Straßenbahnen.

Wie bist Du zu deinem Nickname „tramdriver“ gekommen?

Daher kommt auch mein Nickname :) 

Bis auf diesen einen Cache sind alle deine anderen Caches mittlerweile archiviert. Wie viel Zeit kostet Dich die Wartung von „24“ und was gibt es dort oft zu tun?

Die anderen Caches waren Versuche, Erstlingswerke, Totgeburten und ein paar richtig schöne. Letztere habe ich adoptieren lassen, als ich aufgrund eines Unfalls nicht in den Wald konnte. Die anderen sind weg. Was die Wartung von 24 angeht, die ist nicht so schlimm. Nur einmal im Jahr, im Dezember nach dem Fahrplanwechsel, ist richtig was zu tun. Die Fahrstrecke muss an den neuen Fahrplan, die Webseiten müssen an die neue Fahrstrecke angepasst werden. Da brauche ich immer zwei bis drei Wochen dafür, denn zu den Stages müssen auch neue Aufgaben.

Hast Du noch einen Schlusssatz für mich? Etwas, was Du den Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Ich habe noch eine Ankündigung: Am 24.3. nächsten Jahres wird der Cache fünf Jahre alt. Egal ob es regnet, stürmt oder schneit – an diesem Tag findet ein Event in der Nähe des heutigen Parkplatzes statt für alle, die den Cache in diesen fünf Jahren gefunden haben. Das Listing werde ich in wenigen Tagen erstellen. Es gibt vor Ort einen Grillplatz. Denjenigen, die den Cache bis dahin noch suchen wollen, wünsche ich einen spannenden und erfolgreichen Abend. Der Haddekuche muß in Frankfurt bleiben!

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  Eine Antwort zu “Interview mit dem Macher von “24””

  1.  

    Ja, mein supertolles(tm) Haddekuchenbild… Was hatte der Owner nur für ein Glück, dass ich nicht "Marions Kochbuch" heisse….

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