Aug 172011
 

Sonntag, 14.08.2011 – Die Nacht war grausam für mich – ich habe Kopfschmerzen bekommen. Das Lager war zwar geräumig, hatte jedoch total schlechte Luft. Zwölf Personen auf engstem Raum bei geschlossenem Fenster – ein Puma-Käfig kann hier auch nicht schlimmer stinken.

Ich nehme eine Kopfschmerztablette, die zum Glück schnell hilft. Körperpflege ist hier auch schwer zu verwirklichen – für die fast 100 Bergsteiger, die hier übernachtet haben, gibt es genau eine Toilette und ein kleines Waschbecken, wo das Wasser nur ganz spärlich fließt, wenn man mit einer Hand auf den Knopf oben drückt…

Also gleich weiter zum Frühstück. Es gibt wieder Müsli und einen dünnen Kaffee…

Das Wetter draußen ist noch super. Für den Nachmittag sind aber schon Gewitter gemeldet. Auf der Gipfelplattform kann man sich sonnen.

Auch das Münchner Haus mit dem Holzturm des deutschen Wetterdienstes liegt schon in der Sonne.


Bei Frühstück besprechen wir die Tour. Unsere Gruppe wird kleiner: Markus, der männliche Teil der 2cachefinder, hat Probleme mit seinem Fuß und entscheidet sich die Bergbahn nach unten zu nehmen. Später wird sich noch herausstellen, dass das genau die richtige Entscheidung war.

7:50 Uhr (2964m) – Wir beginnen mit dem Abstieg Richtung Schneefernerhaus immer in Gratnähe. An der Abzweigung zur Wiener-Neustädter-Hütte folgen wir jedoch noch weiter dem Grat statt abzusteigen, da wir noch einen T5-Cache mitnehmen wollen: Dedicated to Rosi. Die Bergung gestaltet sich jedoch äußerst schwierig, da man leicht Steine lostreten kann und direkt darunter der Klettersteig verläuft. Für den Umweg und den Cache benötigen wir 40 Minuten.

Nun geht es wieder zurück zur Abzweigung und hinunter Richtung Wiener-Neustädter-Hütte. Es geht zunächst nur über losen Schotter. Jeder Schritt muss bedacht werden.

Unterwegs kommen wir an der alten und verlassenen Bergstation der Tiroler Seilbahn vorbei. Leider alles gut verschlossen. Das ist wohl der höchste Lost-Place Deutschlands?

Von der Terrasse hat man einen herrlichen Fotospot in die Bergwelt.

Weiter geht’s über Geröll nach unten.

Ganz unten auf einem Absatz kann man mit viel Phantasie das grüne Dach der Wiener-Neustädter-Hütte erkennen.

Bald fangen schon die Drahtseilsicherungen des Stopselzieher-Klettersteiges an. Da heute morgen noch schönes Wetter ist, ist viel los auf dem Klettersteig.

Der Stopselzieher ist eine Naturhöhle, die stellenweise an einer Seite offen ist. Der Klettersteig geht dort hindurch. Eine wirklich beeindruckende Stelle.

Zum Glück haben wir einen Helm auf. An einigen Stellen ist die Höhle nicht sehr hoch.

Die Stahlseilsicherung läuft durch die komplette Höhle. An glatten Stellen sind noch Trittklammern angebracht. Das macht den Steig zu einem leichten und sicheren Klettersteig.

Nach dem Ausstieg kommt wieder ein Geröllfeld. Dort ziehen wir unsere Klettersteigsets, Helme und Jacken aus. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Hütte.

10:40 Uhr (2219m) – An der  Wiener-Neustädter-Hütte machen wir eine frühe Mittagspause. Wir gönnen uns 40 Minuten Rast bei Radler und Kaspressknödelsuppe. Super lecker!

Nach dem Essen gibt’s an der Hütte noch eine kleinen Mikro zu suchen: den Cache “Wiener-Neustädter-Hütte”– bevor ich aufgegessen habe, hat ihn tower27 schon in der Hand.

Noch ein letzter Blick zurück auf die Zugspitze, wo wir heute morgen noch gestanden haben. Man kann von hier den Pfad im Geröll erkennen, der dann links in den Fels mündet. Dort geht es über den Stopselzieher hoch. In der oberen Hälfte verläuft der Pfad dann in einem großen Bogen nach rechts und wieder nach links zurück zur Gipfelplattform.

Nun folgt der weitere Abstieg über einen Bergwanderpfad. Als solcher ist er zumindest in der Karte verzeichnet.

Unterwegs sind kleine Holzbrücken und einige Drahtseilsicherungen, das Klettersteigset lassen wir jedoch im Rucksack – ist ja ein Wanderweg.

Der Weg wird stellenweise richtig heftig steil. Das lose Geröll auf dem Weg zehrt an den Kräften. Bei jedem Schritt muss man sich konzentrieren um nicht auszurutschen.

Nach einem weiteren Steilstück ist wieder eine Pause nötig.

Allmählich wird der Weg leichter und nicht mehr so steil. Wir erreichen die Grenze nach Deutschland, Bayrisch Kohlstatt. Von dieser Almfläche müssen wir nochmal 100 hm aufsteigen zur Mittelstation der Zahnradbahn.

13:35 Uhr (1640m) – Wir erreichen die Haltestelle. Der Zug kommt hier aus dem Berg. Der Tunnel ist immer mit einem Tor verschlossen, das sich nur für die Durchfahrt der Zahnradbahn öffnet.

Um 13:50 Uhr kommt der nächste Zug, der uns nach Hammersbach bringt. Natürlich ist er voll gestopft mit Touristen. Wir finden keinen Sitzplatz und hocken uns einfach auf den Boden…

Glücklich und zufrieden steigen wir aus dem Zug. Naja auch mit einem schlechten Gewissen – wir mussten schwarz fahren, da an der Haltestelle Riffelriß kein Fahrscheinautomat ist und wir im Zug auch keinen Schaffner gefunden haben.

In Hammersbach werden wir dann von Claudia (Saarzwerg) und Markus (2cachefinder) abgeholt.

Die 500 km Rückfahrt unterbrechen wir in Ulm für eine Pizza. Mann, haben wir einen Hunger.

Die Pizzen sind sehr lecker…

Nur Saskia muss auf ihre Pizza etwas länger warten.

Damit lassen wir unsere Bergtour 2011 ausklingen…

Mal schauen, was wir 2012 unternehmen werden?

Wie immer gibt’s mehr Bilder von dieser Tour in meinem Webalbum.

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  4 Antworten zu “T5-Alpin: Zugspitze – Tag 3 – Der lange Abstieg”

  1.  

    sehr cool! auch noch ein tip von mir http://coord.info/GC15B77

  2.  

    Ich muss sagen, ich fand euren 3 teiligen Bericht echt super!
    Hier habt ihr n schmankerl für 2012;)
    http://coord.info/GC22223

    Grüße
    Chris

  3.  

    Iiihhhhh: 100 Leute und ein Klo – ihr müsst ja schon "a weng" schmerzfrei sein, oder?

    Weichei zu sein kann schon ganz schön angenehm sein :)!

  4.  

    Warum liegt da Gras auf der Pizza?

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