Cacheempfehlung – Der schwarze Abt bei Stuttgart

Auf der Fahrt in unseren Wanderurlaub auf der Schwäbischen Alb suchte ich uns ein paar besondere Geocaches, von denen ich Euch heute einen vorstellen möchte: den schwarzen Abt südwestlich von Stuttgart.

In diesem Beitrag stelle ich Euch diesen Mystery vor und erzähle ich Euch, wie mir dieser Geocache gefallen hat. Schaut doch mal rein!

 

 

Unsere Vorbereitung

Bei meiner Suche nach interessanten Geocaches zwischen dem Saarland und der Schwäbischen Alb bin ich nahe Stuttgart auf den Mystery Der Schwarze Abt gestoßen, der mittlerweile 488 Favoritenpunkte einsammeln konnte und dabei eine beeindruckende Favoritenquote von 91% vorweisen kann. Dabei existiert dieser Cache erst seit gut zwei Jahren.

Der Schwarze Abt wurde von seinem Owner mit einer Schwierigkeit von 5 und einem Terrain von 4 eingestuft, was ziemlich heftig ist. Um diesen Mystery spielen zu können, ist ein Kalendereintrag beim bekannten Geocaching-Planer notwendig. Um sich einen Termin sichern zu können, ist es mittlerweile jedoch zwingend erforderlich das Eingangsrätsel zu lösen, um aus der Erfolgsmitteilung des Geo-Checkers den Link zum Kalender zu erhalten.

Da ich mit dem Rätsel erst vier Wochen vor unserem Urlaub begonnen habe, war es mir nicht mehr möglich das Rätsel selbstständig zu lösen. Daher habe ich eine Bekannte, die diesen Cache schon besucht hatte, um Hilfe bitte müssen. Nachdem ich nun weiß, wie das Einstiegsrätsel funktioniert, muss ich mir eingestehen, dass ich ohne Hilfe wohl nicht auf die Lösung gekommen wäre …

Zu meiner Überraschung waren alle Termine am Tag unserer Anreise, einem Montag, noch frei. Also buchte ich unseren Wunschtermin und saarzwerg sicherte sich noch den Termin danach, womit sichergestellt war, dass wir an diesem Tag die einzigen vor Ort sein würden.

Aus dem Listing erfahre ich, dass ich die folgenden Dinge zum Outdoor-Teil mitbringen muss:

  • Entweder eine Powerbank mit 2 Anschlüssen oder 2 Powerbänke
  • Gängige Verschlüsselungsvarianten
  • UV-Lampe
  • Etwas zum Aufschreiben
  • QR-Code Lesegerät

Gerade die Powerbänke lassen meine Hoffnung, hier einen ganz besonderen Geocache mit allerlei Elektronik vorzufinden, steigen.

Aus dem Geo-Checker erfahre ich, dass der Cache im Ende Juni 2021 seine Position gewechselt hat und bekomme natürlich die neue. Mit der Eingabe dieser Koordinaten ins Auto-Navi ist meine Vorbereitung abgeschlossen.

Der Mystery kommt mit einer umfangreichen Story daher: Es geht um die Krimi-Geschichte “Der Schwarze Abt”, die 1926 von Edgar Wallace geschrieben wurde. Unsere Aufgabe ist nun laut Listing:

Unterstützt Scotland Yard bei der Suche nach dem mysteriösen SCHWARZEN ABT und dem Goldschatz. Findet den Zugang zur Gruft und die geheimen Räume des Abts. Es ist keine Schande, wenn ihr scheitert! Nur wenige haben sich bisher an diesen Ort getraut…..

Schauen wir mal, wie saarzwerg und mir das gelingen wird …

 

Unsere Anreise

Der Outdoor-Teil des Schwarzen Abts spielt in der Nähe des beschaulichen Dörfchens Döffingen, welches sehr verkehrsgünstig an der A8 liegt und aus dem Saarland – je nach Verkehr – in etwa zweieinhalb Stunden zu erreichen ist.

Einen Tag vor unserer Anreise werde ich vom Geocaching-Planner nochmal auf meinen reservierten Termin beim Schwarzen Abt per Mail hingewiesen. Zu meiner Überraschung enthält diese Mail nicht den sonst so üblichen Zugangscode, der sicherstellen soll, dass man nun in seinem gebuchten Zeitfenster starten kann.

Wir fahren nicht auf dem direkten Weg zu diesem Mystery, sondern spielen vorher noch einen anderen hochfavorisierten Multi, von dem ich Euch in Kürze ebenfalls berichten werde. So erreichen wir gegen 13:15 Uhr absolut pünktlich zu unserem gebuchten Termin den im Geo-Checker empfohlenen Parkplatz, wo wir um diese Zeit das einzige Auto auf dem großen Platz sind.

Die Suche nach der ersten Station ist schnell erledigt: Wir finden einen QR-Code, der uns jedoch “nur” zu einem Bild der gesuchten Gruft führt. Alle unsere Versuche, diesem Bild vor Ort Koordinaten zu entlocken scheitern …

Ich kontaktiere den Owner und bekomme von ihm eine Beschreibung, wie wir die nächste Station finden … und dort geht es dann endlich richtig los!

Inzwischen habe ich herausgefunden, wo unser Problem gelegen hat: Es war einfach eine unglückliche Verkettung von unseren iPhones bzw. den darauf verwendeten Apps zum QR-Code-Lesen und wie diese Apps einen Link anzeigen. Zuhause, wo ich mir den QR-Code erneut angeschaut habe, war des Rätsels Lösung am Rechner natürlich kein Problem mehr … daher an der Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an den Owner für die schnelle und unbürokratische Hilfe!

 

Der Cache

An den Koordinaten angekommen, sind wir zunächst mal überrascht, was der Owner hier auf der grünen Wiese geschaffen hat. Wir öffnen das Zahlenschloss an der Eingangtür und treten ein. Als erstes schließe ich unsere Powerbank an die USB-Kabel an.

Dann beginnen wir zu rätseln …

Insgesamt besteht der Schwarze Abt aus dem Eingang, einem engen Gang, einem Vorraum und der Schatzkammer. Wie bei Exit-Games muss man sich auch hier von Rätsel zu Rätsel hangeln und mit den Lösungen Zahlenschlösser öffnen und geheime Mechanismen in Gang setzen. Die Stromzufuhr aus der Powerbank ist ausschließlich für die Beleuchtung notwendig.

Im Sommer kann es in dieser Örtlichkeit recht heiß werden. Zum Glück lässt sich der Notausgang öffnen und so zumindest für etwas Frischluft sorgen. Zu unserer Überraschung gibt es zwischen den vielen Rätseln keine wirkliche Story mehr. Auch bei uns bricht das Chaos aus und wir beginnen uns an Rätsel zu wagen, für deren Lösung wir noch nicht alle Voraussetzungen geschaffen haben.

Zum Glück gibt es ein umfangreiches Hilfesystem mit ROT13 verschlüsselten Texten. Mit deren Hilfe gelingt es uns wieder auf den rechten Pfad zurückzukehren und die Rätsel in der vorgesehenen Reihenfolge anzugehen. Um dies zu nutzen, sollten auf jeden Fall eine gute ROT13-App und Fähigkeiten im ausdauernden Tippen vorhanden sein.

Am Ende gibt es die Möglichkeit einen Schrank mit einem Making-Of zu öffnen. Leider konnten wir die Zahlenkombination dazu nicht finden. Auch eine detaillierte Rückbauanleitung suchten wir vergebens.

Nach guten zwei Stunden hatten wir den Räumen Yihre Geheimnisse entlockt und konnten uns in Logbuch eintragen.

 

Mein Fazit

Gundsätzlich ist dieser Mystery ein toller Gadgetcache mit viel Potential. Ich zolle dem oder den Owner(n) meinen vollen Respekt für das, was sie hier geschaffen haben. Hier sind schöne und zum Teil auch neue Ideen in die Räume eingeflossen. Es hat uns schon Spaß gemacht uns mit dem Hilfesystem durch die verschiedenen Räume zu spielen. Statt das Hilfesystem nutzen zu müssen, hätte mich eine Story, die mich durch die einzelnen Rätsel führt, jedoch mehr begeistert.

Gewundert habe ich mich jedoch, wie manche Mechaniken nach gerade einmal zwei Jahren Lebensdauer (und einem Umzug von vor einem Jahr) bereits gelitten haben. In unserem Fall führte das dazu, dass wir zu früh in die Schatzkammer gelangt sind, ohne die notwendigen Rätsel davor gelöst zu haben. Ja, selbst das Logbuch hielt ich schon nach nicht ganz einer Stunde in den Händen, ohne jedoch das zugehörige Rätsel zum Öffnen lösen zu können, weil mir dazu noch wichtige Informationen und Utensilien gefehlt hatten. Auch die fehlende (oder für uns nicht auffindbare) Rückbauanleitung könnte dafür sorgen, dass die Nachfolger den Schwarzen Abt nicht in einem optimalen Zustand vorfinden.

Das hat bei mir schon etwas den Spielspaß getrübt.

Aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Würden die Mechanik wieder instand gesetzt und vielleicht das Eingangsrätsel etwas leichter gemacht werden, so hätte dieser Cache das Potential bei den ganz großen vorne mitzuspielen.

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Kennt Ihr diesen Mystery schon? Oder habt Ihr ihn gar schon selbst gespielt? Wie ist Eure Meinung zum schwarzen Abt? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Wir waren auch kürzlich beim “Schwarzen Abt”. Einen Live-Bericht dazu gibt es in der August-Ausgabe des Schweizer Geocaching-Podcast:
    https://podcast.paravan.ch/2022/08/143-unterwegs-auf-einer-geocaching-tour/ (ab ca. Min 18:00, “schwizerdütsch”)
    Auch wir waren zu schnell am Logbuch, haben aber den Zugang zum “Making-Of” gefunden.

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