NASA-Rover Perseverance bringt Geocoin zum Mars

Am Dienstag informierte das HQ in seinem Newsletter, dass der NASA-Rover Perseverance eine Geocoin an Bord hat, welche von den Geocachern geloggt werden darf, sofern sie den Tracking-Code finden.

Credits: NASA/JPL-Caltech

Da ich gerne Mysterys löse, habe ich mal geschaut, ob dieser Trackingcode schon in den Weiten des Internets zu finden ist – und wurde fündig!

 

 

Eine Geocoin auf dem Mars

Am 18 Februar 2021 landete der NASA-Rover Perseverance im Jezero Crater auf dem Mars. Mit an Bord ist die Geocoin „Mars Perseverance Rover“ , die, nach den Informationen in ihrem Listing, mit der expliziten Erlaubnis des Geocaching HQ virtuell geloggt werden darf.

Please note that Geocaching HQ is giving explicit permission as the owner to log this trackable virtually.

Das einzige, was Ihr zum Loggen benötigt, ist der Trackingcode dieser Geocoin.

 

Wo befindet sich die Coin?

Um den Trackingcode zu erhalten, muss man die Coin finden! Ein guter Startpunkt für die Suche ist natürlich das Internet. Geocaching.com hat dazu eine eigene Seite auf ihrer Internetpräsenz eingerichtet: geocaching.com/promos/perseverance. Dort erfahre ich:

Dank dem Mars 2020 SHERLOC Intstrumententeam bei der NASA enthält die neueste Marsmission einen Trackingcode, der spiralenförmig auf eine 2,5 cm große, einzigartie Glasscheibe gedruckt ist, die ein Teil des Kalibrierungsobjekts des Marsmobils ist.

Bei einer weiteren Recherche erfahre ich, dass sich dieses Kalibrierungsobjekt im vorderen Bereich des Marsrovers befindet und dazu dient die wissenschaftlichen Kameras von SHERLOC, einem wissenschaftlichen Instrument, welches sich vorne auf einem hydraulischen Arm befindet, zu kalibrieren.

 

Das Kalibrierungsobjekt für SHERLOC

Nun suche ich in Google nach „SHERLOC Mars Kalibrierungsobjekt“ und finde relativ schnell ein englischsprachiges PDF, welches von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus den Aufbau des Kalibrierungsobjekts beschreibt. Das folgende Bild stammt aus dem Artikel „THE CALIBRATION TARGET FOR THE MARS 2020 SHERLOC INSTRUMENT“.

aus THE CALIBRATION TARGET FOR THE MARS 2020 SHERLOC INSTRUMENT

Nach dem Bild hat es den Anschein, als wäre das Kalibierungsobjekt an der Seite der vorderen Kameras zur Kollisionsvermeidung angebracht worden. Aus dem weiteren Text erfahre ich, dass das Kalibrierungsobjekt an der Stütze des Ellbogengelenk des Roboterarms befestigt ist. Diese befindet sich auf der Vorderseite des Rovers: Wenn man von vorne auf den Rover schaut, am linken Rand. Auf der NASA-Seite gibt es ein 3D-Modell, wo Ihr Euch den Rover ganz genau anschauen könnt und sich an der beschriebenen Stelle das Kalibrierungsobjekt finden lässt.

Das Kalibrierungsobjekt (SCT) hat eine Größe von 150 x 89 x 33 mm und wiegt ungefähr 437 Gramm. Es verfügt über zehn individuelle Zielpositionen; sechs nehmen 25 mm runde (20 mm freiliegende) harte Ziele unterschiedlicher Dicke auf, und vier 20 x 20 mm große quadratische Öffnungen, die einen Teil des Raumanzugmaterials freilegen, das von einer speziellen Unterbaugruppe gehalten wird. Die Ziele sind in zwei Reihen zu je fünf Elementen angeordnet. Die obere Targetreihe besteht aus fünf Targets, die für die SHERLOC-Kalibrierung verwendet werden. Die untere Targetreihe besteht aus einer ausgewählten Reihe von Raumanzugmaterialien, die auch als sekundäre Kalibrierungsziele dienen.

Das SHERLOC-Instument, welches am Ende eines Roboterarms sitzt, kann mit diesem nun so positioniert werden, das es jedes einzelne dieser zehn Kalibierungsziele analysieren kann. SHERLOC besitzt eine Kamera namens WATSON, mit der Bilder von den analysierten Elemente aufgenommen werden können.

Für uns Geocacher ist das erste linke Element in der unteren Reihe von Interesse. Darin befindet sich ein Polycarbonat-Raumanzug-Visiermaterial und dahinter die Geocoin, die aus einer bedruckten Scheibe aus Opalglas besteht.

In dem zweiseitigen Artikel befinden sich auch einige Bilder von der Position des Kalibrierungsobjektes und seinem Aufbau. Unter den Bildern ist auch eine Abbildung des Kalibrierungsziels 6, welches uns interessiert.

 

Die Geocoin

Der wissenschaftliche Artikel enthält auch eine Darstellung des „Geocaching Trackable Markers“.

aus THE CALIBRATION TARGET FOR THE MARS 2020 SHERLOC INSTRUMENT (Trackingcode entfernt)

Der schaut doch schon sehr wie eine Geocoin aus, findet Ihr nicht? Auffällig ist die Chiffre im unteren Bereich. Dabei handelt es sich um einen Code aus der Kurzgeschichte „Die tanzenden Männchen“ von Arthur Conan Doyle aus der Reihe „Die Rückkehr des Sherlock Holmes“. Wenn ich sie dechiffriere, so erhalte ich den Text „CACHE ME IF YOU CAN“. Das ist dann schon mal nicht der Trackingcode …

Es gibt jedoch noch eine weitere Information auf dieser Geocoin, welche prominent in der Mitte platziert ist und welche ich für den Trackingcode halte. Da ich nicht spoilern möchte, habe ich ihn auf der Abbildung oben unkenntlich gemacht. Gebe ich diesen Trackingcode auf geocaching.com ein, so gelange ich zum oben erwähnten Listing der gesuchten Geocoin, die ich nun virtuell loggen können müsste.

Leider kann ich, um meine Annahme zu überprüfen, den Log zur Zeit noch nicht durchführen, da dieses Trackable aktuell noch gegen Logs gesperrt ist.

Screenshot vom Geocoin Listing 25.02.2021

Ich gehe davon aus, dass dieses Listing entsperrt wird, sobald auf der NASA-Webseite die ersten Fotos des Kalibierungsziels zu sehen sein werden.

 

Wie kann ich die Geocoin loggen?

Auf geocaching.com findet Ihr unter dem Link aus dem Listing des Trackables die folgende Information zum Loggen:

Wenn die Perseverance auf dem Mars landet, nimmt die Kamera WATSON von SHERLOC ein Bild vom Trackingcode auf und sendet das Bild zur Erde zurück. Du kannst den Trackable des Marsmobils Perseverance auf geocaching.com loggen, indem Du den Code verwendest, den Du in diesem Bild gefunden hast. Bitte beachte, dass das Geocaching HQ die explizite Genehmigung erteilt, diesen Trackable virtuell zu loggen.

Doch wo finde ich nun die Bilder, die der Mars-Rover aufnimmt? Auch hier hilft eine einfache Internetrecherche weiter. Die NASA stellt die vom Rover aufgenommenen Bilder auf ihrer Webseite zur Verfügung. Auf der rechten Seite habt Ihr eine Filtermöglichkeit. Ich vermute dass die Bilder von den Kalibrierungszielen von den wissenschaftlichen Kameras aufgenommen werden. Also setze ich die beiden Häkchen bei Mastcam-Z links und rechts. Nun sehe ich schon einige Fotos vom Rover – das Kalibrierungsobjekt ist aber leider noch nicht dabei.

Nun heißt es wohl Geduld haben und abwarten, bis die entsprechenden Fotos auftauchen …

 

Das Souvenir

Übrigens, wenn Ihr es schafft, den Trackingcode herauszufinden und anschließend zu loggen, so bekommt Ihr dafür ein Souvenir. Im Blog von geocaching.com wurde dazu geschrieben:

Das Marsmobil hat einen Geocaching-Trackable mit ins Weltall gebracht, den Du loggen und Dir damit ein neues Souvenir für Dein Profil verdienen kannst.

Mal schauen, wann die ersten Fotos dieses Souvenirs in den Sozialen Medien auftauchen werden …

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Wie hat Euch dieser Beitrag gefallen? Habe ich Eurer Meinung nach zuviel gepoilert? Interessiert Euch diese Coin samt Trackingcode? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diese Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

10 Kommentare:

  1. Ich habe diesen Code auch bei recherchieren zu den Kameras gefunden und komme nach dem eingeben auch auf die dazugehörige TB-Seite.

  2. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kameras nicht ausfallen und die Cachergemeinde den doch eindeutigen Code loggen darf , wenn es die ersten Fotos davon gibt. :-)

    Vielen Dank für deinen Bericht zum Marsmobil.

  3. Der Code wird es sein – das ist wahrscheinlich Nasa Humor. Der Code hat ja auch was mit Sherlock und Watson zu tun :-)

  4. Deine Annahme ist richtig, das Verpixelte ist der Trackingcode. Dieser muss nicht zwangsläufig das übliche Format „zwei-Stellen Prefix und dann 4, 5 oder 6 Buchstaben/Zahlen dahinter“ haben. Die ersten von Moun10Bike zum Beispiel sind nur Zahlen. Glaube das ging von 1-100, damit könnte man diese discovern.

    Groundspeak hat für „besondere Verdienste“ auch schonmal Worte als Trackingcode herausgegeben. Dem ehemaligen Cachepodcast kam diese Ehre zuteil. Das als Wort eingeben ist der Discovercode.

    Was in Deinem Artikel leider falsch ist, Groundspeak hat keinen Geocoin auf den Mars geschickt. Es handelt sich nur um ein Wort, das wohl sowieso auf der Kalibrierungsplatte gewesen wäre und sie haben es eben trackbar gemacht. Also keine Coin, sondern nur ein Trackingcode.
    Der Dancing-man-Code darunter ist das Einzige, was wirklich echten GC Bezug hat. Letztens im HQ Blog hatte sie einen Beitrag, wo sie den NASA Mitarbeiter vorgestellt hatten, dem diese Kooperation zu verdanken ist.

    Gruss, palk.

    • Hi palk, auch den Dancing-man-Code sehe ich nicht als Bezug zum Geocachen, sondern zu Holmes und Watson. Die waren früher dran :-)

    • Servus palk!

      Da stellst Du aber eine gewagte Behauptung auf. Wie begründest Du deine Annahme, dass es sich bei dem „runden Ding aus Opalglas“ nicht um eine Geocoin handelt?

      Was macht eine Geocoin aus? Ich habe mal in der Hilfe von geocaching.com geschaut und dort nur Folgendes gefunden:

      „A Geocoin is a special trackable invented by Moun10Bike. Geocoins are often created by geocachers to commemorate special events or as a signature item to leave in geocaches. Geocoins come in all shapes and sizes.“

      Darin fehlt der Bezug zum Material. Auch in der den entsprechenden Begriffserklärungen in der Wikipedia und im CacheWiki fehlt ein Bezug zum verwendeten Material. Die von der NASA verwendete Opalglasscheibe hat, glaube ich unbestritten eine Ähnlichkeit mit einer Medaille, sodass ich schon der Meinung bin, dass wir in diesem Fall schon von einer Geocoin reden können …

      Bei den meisten Geocoins kaufen die Hersteller nur den Code bei geocaching.com und produzieren anschließend die Geocoin. Durch den Eintrag in die Trackable-Datenbank, wurde die Scheibe meiner Meinung nach zu einer solchen.

      Dass ein Trackingcode nicht zwangsläufig aus einer sechsstelligen Buchstaben-Zahlen-Kombination bestehen muss, ist klar. Ein bekanntes Beispiel ist hierzu das Nummernschild des alten Landrovers vom Geocaching-Magazin, welches gleichzeitig als Trackingcode gültig war.

      Meiner Meinung nach hat die verwendete Dancing-Man-Chiffre eher einen Bezug zu Sherlock Holmes als zu Geocaching. Erst die Übersetzung der Zeichen stellt die Verbindung zu Geocaching her: „Cache me if you can“.

      VG
      Jörg

      • Aloha.

        Sorry für die späte Reaktion, irgendwie muss ich das Häkchen bei „bei Antwort benachrichtigen“ nicht gesetzt haben. Bin durch Zufall hier auf deine Antwort gestossen.

        Das Einzige, was der Trackable mit einer Geocoin gemeinsam hat ist, dass er vom HQ eine IC bekommen hat, die 11954. Wenn man nach der „Auflage“ schaut, findet man, dass es ein einzigartiger Code ist, es also in der „Serie“ nur einen gibt.

        Materialvielfalt ist klar breit gefächert, von Metall über Glas, Stein, Ton, Holz… alles möglich.

        Was ganz klar gegen eine Geocoin spricht, wenn man diese beim HQ zur Überprüfung einreicht, und das muss man ja als Designer, dann muss man gewisse Regeln beachten. Kein „explicit“-content (nach amerikanischen Wertvorstellungen) zum Beispiel, Signal muss gewisse grafische Kriterien erfüllen etc. Ein ganz wichtiger Faktor ist aber, dass auf der Coin „track (at/@) geocaching.com“ bzw „trackable (at/@) geocaching.com“ stehen muss. Dies findet man ausnahmslos auf allen Coins und dient sicherlich der Werbung für das Hobby. Bei Trackables ist das anders, das ist nen Buchstaben/Zifferncode, der kann einfach so stehen (wäre ja auch überhaupt nicht zu kontrollieren).

        Warum es aber ganz sicher kein Geocoin ist, sieht man auch im Rover Blogbeitrag vom HQ: https://www.geocaching.com/blog/2021/02/a-new-souvenir-has-just-landed/

        Dort spricht man ganz klar von einem „Trackable Code“ und nicht von einer „Geocoin“.

        Mit meiner Aussage, dass der Dancing-Man Code das Einzige wäre, was direkten GC Bezug hat meinte ich natürlich die Übersetzung davon, nicht den Code als solches. Da hatte ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.
        Warum gerade diese Kodierung gewählt wurde, sollte, wie Sven schon schrieb, jedem Holmes Fan bekannt sein.

        Gruss,
        palk. :)

  5. „Dank dem Mars 2020 SHERLOC Intstrumententeam bei der NASA enthält die neueste Marsmission einen Trackingcode, der spiralenförmig auf eine 2,5 cm große, einzigartie Glasscheibe gedruckt ist, die ein Teil des Kalibrierungsobjekts des Marsmobils ist.„

    Dann kann es doch der Code gar nicht sein, der schon seit Wochen rumgeistert.

    • Das dachte ich zunächst auch … war dann aber überrascht, dass, wenn ich ihn in geocaching.com eingeben, zum Listing der besagten Geocoin komme? Mal schauen – wenn die Coin entsperrt wird – wissen wir mehr! ;-)

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