ptheb1970 – Wir sind Rheinland-Pfalz!

Nach einer längeren Pause habe ich endlich mal wieder ein Geocacher-Interview zugeschickt bekommen: Heute möchte ich Euch einen “alten Hasen”  aus Rheinland-Pfalz vorstellen.

Geduldig hat ptheb1970 meine Interviewfragen beantwortet und hat – wegen seiner mehr als zehn Jahre Erfahrung als Geocacher – Einiges zu erzählen. Schaut doch mal rein!

ptheb1970, wie lange bist Du schon Geocacher?

Seit dem 02. Oktober 2009 bin ich Mitglied bei Geocaching.com.

Wie bist Du zum Geocaching gekommen?

Kurz bevor ich mich angemeldet habe, hatte ich im Fernsehen einen Beitrag über das Geocaching gesehen. Während dem Bericht fiel mir eine Beobachtung im Urlaub wieder ein. Damals habe ich ein Paar beobachtet wie es unter einer Brücke auffällig unauffällig nach etwas suchte. Als sie mich bemerkten, hörten sie sofort damit auf und schauten sich die Landschaft an. Auf dieses Verhalten konnte ich mir damals keinen Reim machen zumal die beiden auch nicht so aussahen als hätten sie dort ein geheimes Drogenversteck eingerichtet. Irgendwann mussten wir dann auch weiter und ich hatte die Begegnung vergessen.

Nun hatte mich der Bericht wieder daran erinnert und ich war mit sicher, dass die beiden nach einem Cache gesucht haben. Gleich danach habe ich mir im Internet einmal angesehen, ob auch in meiner Nachbarschaft Geocaches zu finden sind. Tatsächlich lag die Stadt voller Dosen und ich war sogleich begeistert und wollte das einmal ausprobieren. Da ich zu der Zeit nicht über ein Handy verfügte mit dem man das hätte machen können, bestellte ich mir ein recht einfaches GPS-Gerät (Garmin eTrex ohne Kartenansicht) und nach wenigen Tagen konnte es losgehen. So absolvierte ich dann meinen ersten Cache, einen schönen Multi. Ab dem Tag hat mich das Hobby nicht mehr losgelassen.

Wie viele Caches hast Du bisher gefunden?

Tagesaktuell habe ich heute, am 22.11.2020, 11.630 Funde zu verzeichnen.

Was ist Deine Homezone?

Meine Homezone ist der Kreis Ahrweiler, allerdings bin ich sehr viel überregional unterwegs.

Welches ist Dein aktueller Lieblingscache? Warum ist er es?

Meine aktuellen Lieblingscaches sind aufwendige Multis wie z.B. “Akte 69” oder “Die Kinder des Buchbinders”. Begeistern kann ich mich aber auch für Tradis die technisch toll gemacht sind.

Welches ist der Cache, der Dir bisher am Wenigsten gefallen hat und warum?

Immer wieder lockt mich das Geocaching, insbesondere in Städten, zu Orten die ich nicht unbedingt hätte sehen und betreten müssen. Ecken in denen Leute ihre Notdurft verrichten, sollten nicht mit Caches ausgestattet werden.

Welches war Dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?

Oh, da gab es schon einige Erlebnisse. Einmal hat mich die Polizei in einem Gewerbegebiet mit zwei Einsatzfahrzeugen “umstellt” und befragt was ich hier in der Dunkelheit so treibe. Ein anderes Erlebnis war im Urlaub als ich mit meiner Frau zu einer Insel geschwommen bin um den dort liegenden Tradi zu suchen. Als wir angekommen waren, stellten wir fest, dass es sich um eine FKK-Insel handelte. Also suchten wie nur mit den Navi bekleidet nach dem Cache und fanden das echt witzig. Unser erster und bisher einziger Nacktcache. Hin und wieder habe ich auch schon Paare bei der Ausübung eines ganz anderen Hobby´s überrascht, das kommt sicher immer mal wieder vor wenn man in der Dämmerung durch die Wälder, Felder und Wieser streift

Das mag ich am Geocachen:

Das Geocaching begeistert mich auch nach Jahren immer noch da man sich viel an der frischen Luft bewegt und auch bei durchwachsenem Wetter immer einen Grund hat draußen etwas zu unternehmen. Da wir auch weitere Strecken auf uns nehmen um besondere Caches oder Tradi-Runden in schönen Gegenden zu besuchen, kommen wir viel herum und sehen schöne Stellen an die wir sonst nicht gelangen würden. Zu dem beschäftige ich mich gerne mit Technik, auch diese Neigung kommt beim Geocaching nicht zu kurz. Egal ob Kletterausrüstung, Angelrute oder anderes Equipment, wenn es mir Spaß macht, lege ich damit los und besuche dann die entsprechenden Dosen. Ebenso liebe ich Events bei denen man mit den Leuten aus der Gegend ins Gespräch kommt. Immer wieder erfährt man auf diese Weise von schönen Caches die man noch besuchen kann.

Das mag ich am Geocachen weniger:

Hier gibt es eigentlich nichts zu sagen. Dosen die mir nicht gefallen lasse ich einfach aus. Jeder kann das Spiel so betreiben wie er möchte. Mich schränkt das ja nicht ein.

Das darf in meiner Cacherausrüstung nicht fehlen:

Immer mal wieder hat mir ein ganz wichtiger Ausrüstungsgegenstand gefehlt: Der Kugelschreiber.

Hast Du eine eigene Webseite oder bist Du in den sozialen Medien unterwegs, um über Dein Geocaching zu berichten?

Eine eigene Webseite habe ich nicht. Ab und zu schaue ich mit Berichte bei Facebook an und folge dort auch den Erlebnissen von mir bekannten Geocachern.

Hast Du einen Linktipp für uns? Eine Geocaching-Webseite, die man kennen sollte?

Früher habe ich immer mal wieder den Geoclub besucht um an Informationen zu kommen. Leider ist dort gar nichts mehr los. Die Seite www.project-gc.com besuche ich regelmäßig und bin dort auch Premiummitglied. Hier gefällt mich die Übersicht und Einteilung der Fund-Ergebnisse. Hier finde ich auch immer mal wieder Anregungen was man noch so besuchen könnte.

Wie viele Geocoins besitzt Du und welches ist Deine Lieblingscoin?

Geocoins und TB´s interessieren mich nicht so sehr. Ich besitze vielleicht eine Hand voll die ich zumeist auf Events gewonnen habe. Ganz am Anfang habe ich mal einige gekauft und auf die Reise geschickt, diese sind allerdings zumeist schon nach kurzer Zeit verschwunden. Daher lasse ich das jetzt lieber sein. Wenn ich in Caches welche finde, transportiere ich sie jedoch gerne weiter und helfe ihnen so Kilometer zu sammeln.

GPS-Gerät oder Smartphone?

Diese Frage kann ich ganz eindeutig mit “sowohl als auch” beantworten. Aus meiner Sicht haben beide ihre Vor- und Nachteile. Für das Navi sprechen ganz klar die Unempfindlichkeit des Geräts im teilweise harten Outdooreinsatz und die Akkulaufzeit. Hier mag ich auch die ansprechende Darstellung der Karte mit Höhenlinien und sonstigen Informationen.

Beim Handy gefällt mir, dass man immer und überall (Empfang vorausgesetzt) nach Caches Ausschau halten kann. Das habe ich schon sehr oft genutzt wenn man irgendwo unterwegs ist und ganz spontan mal schauen möchte ob es etwas zu entdecken gibt.

Die Verteilung meiner Funde zwischen Handy und GPS liegt geschätzt bei 50/50.

Tradi oder Mystery?

Hier tendiere ich ganz klar zum Tradi bzw. Multi. Beim Geocaching ist es mir wichtig, dass es draußen stattfindet. Da ich den ganzen Tag im Büro am Rechner sitze, muss ich das nicht auch noch in der Freizeit haben.

Travelbugs – mitnehmen oder liegen lassen?

Definitiv nehme ich TB´s gerne mit, zu dieser Frage habe ich weiter oben schon etwas geschrieben.

Wie wichtig sind Dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache Du an Deinem nächsten machen willst?

Als bekennender Statistik-Cacher liebe ich es Funde entsprechend auszuwerten und neue “Aufgaben” daraus abzuleiten. So konnte ich bis her immer wieder neue Ziele definieren und die Motivation erhalten auch größere Anstrengungen auf mich zu nehmen die ich ohne Statistik sicherlich gescheut hätte.

Für den nächsten Meilenstein, den 12.000. Fund, habe ich noch keinen konkreten Cache ins Auge gefasst. In aller Regel wähle ich dafür aber besondere Dosen aus. Beispielsweise habe ich mit dem 6.666. Fund den Multi “Akte 69” besucht.

Dein Tipp für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?

Hier kann ich den Tipp geben einfach anzufangen und vielleicht recht bald auf ein Event zu gehen. Hier trifft man alte Hasen und Neulinge und kann Antworten auf Fragen bekommen oder sich sogar einmal einer Gruppe anschließen. Groß zu lernen gibt es nichts, das Geocaching an sich ist keine große Kunst. Erforderlich ist nur ein Mindestmaß an Ausrüstung (das kann heute jedes Handy), ein Kugelschreiber und Spaß an der Bewegung.

Welche Frage fehlt Deiner Meinung nach in meinem Interview und wie ist Deine Antwort darauf?

Interessant finde ich immer wieder die Frage woher der Cache-Name der Leute stammt. Da erfährt man teilweise ganz spannende Geschichten.

“ptheb” war immer mein Nickname bei Onlinespielen, diesen habe ich dann einfach übernommen und musste mein Geburtsjahr hinzufügen da der Name ohne Zahl bereits vergeben war.

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Allgemeine Informationen und eine Übersicht über alle bisher geführten Interviews findet Ihr auf der Seite der Interview-Serie. Dort könnt Ihr auch nachlesen, was zu tun ist, falls auch Ihr Euch als Cacher von Rheinland-Pfalz vorstellen möchtet!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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