Ulm – Geocaching im Festungsring [Cacheempfehlung]

Vor einiger Zeit verbringen saarzwerg, tower27 und ich ein Geocaching-Wochenende in Ulm mit dem Ziel den mit fast 2000 Favoritenpunkten bedachten Multi „Ulms dunkles Geheimnis“ samt seinem Bonus anzugehen. Er spielt in Teilen  der alten Bundesfestung Ulm.

Am nächsten Tag besuchten wir noch zwei weitere sehr schöne Multicaches, die ich Euch ebenfalls in diesen Beitrag vorstellen werde. Schaut doch mal in meine Cache-Empfehlungen rein!

 

 

Die Bundesfestung Ulm

Die Bundesfestung Ulm war eine von fünf Bundesfestungen und Europas größte Festungsanlage. Ihre Hauptumwallung hatte eine Länge von 9 km und damit war Ulm die größte Befestigung des 19. Jahrhunderts. Einige Teile dieser Festung sind heute noch erhalten erhalten und umschließen große Teile des Stadtkerns. Außerhalb der Hauptumwallung gibt es weitere kleine Werke. Wikipedia sagt zum Zustand der Bundesfestung das Folgende.

Da die Bundesfestung Ulm im Gegensatz zur Festung Rastatt nicht unter die Bedingungen des Vertrags von Versailles fiel, musste sie nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nicht geschleift werden. Dennoch sind viele Anlagen der Festung nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach unwiderruflich verschwunden.

Dennoch gibt es meiner Meinung genug zu sehen. Einige der Geocaches, die ich Euch in diesem Beitrag vorstellen werde, spielen an oder gar in Teilen dieser Festung!

 

Ulms dunkles Geheimnis

Wegen einiger Staus auf der A8 erreichen wir den im vorgeschlagenen Parkplatz am Hauptfriedhof in Ulm erst gegen 13:00 Uhr. Während der Woche darf man dort nur drei Stunden parken.

Aber wir haben ja zum Glück Samstag! Auf den Bänken neben dem Parkplatz breiten wir zunächst unser Picknick aus und essen etwas. Um fünf nach halb zwei starten saarzwerg, tower27 und ich in unser großes Abenteuer. Der Multi „Ulms dunkles Geheimnis“ konnte schon fast 2000 Favoritenpunkte einsammeln. Als mir dieser Cache vor ein paar Monaten ins Auge gefallen ist, war ich verwundert, dass der Kalender fast noch leer war und wir unseren Wunschtermin ohne Probleme buchen konnten. 24 Stunden vor unserer Startzeit haben wir eine Mail bekommen mit einem Link zu einem Aufgabenblatt in pdf-Form und dem empfohlenen Parkplatz.

Als Ausrüstung empfehle ich mindestens eine Kopflampe, ein Kompass (es funktioniert auch der digitale Kompass im GPS) und ein Klemmbrett für die Buchführung. Batterien oder eine UV-Lampe waren bei uns nicht nötig.

Wir tauchen in die Geschichte ein und machen uns auf die Suche nach sechs Runen. Die meisten Stationen sind schnell gefunden und die Rätsel fair zu lösen. Für den Fall, dass es mal Probleme geben sollte, gibt es ein Hilfesystem mit Passwörtern, von denen wir einige an den jeweiligen Station gleich erkennen. Die Station zwei ist zur Zeit leider kaputt und die benötigte Information so einfacher zugänglich. Wir bewegen uns auf dem Gelände des Hauptwalls der Bundesfestung Ulm.

Viele Stationen sind wirkliche technische Meisterleistungen und besitzen einen integrierten Akku. Ich möchte nicht wissen, was der Owner hier für einen Wartungsaufwand hat. Respekt! Das Gelände ist toll und an manchmal haben wir eine grandiose Aussicht auf Ulm und das Ulmer Münster.

An Station 4 haben wir das erste Mal Probleme – wir findet ein notwendiges Utensil nicht – doch dank unserer erweiterten Cacherausstattung können wir auch dieses Problem lösen und den Mechanismus, der uns die Lage der nächsten Station verrät in Gang setzen. Die Wegführung ist klasse – oft kommen wir an den alten Mauern und Gebäude der Bundesfestung vorbei. Hier einige ungeordnete Impressionen unseres Spielfeldes …

Nach und nach „kämpfen“ wir uns durch die Stationen und haben einen großen Spaß dabei. Alle Rätsel können wir mehr oder weniger schnell lösen und hangeln uns so vor bis zum Final. Und das ist wirklich ein echter Hammer. So etwas hätte ich hier nicht erwartet.

Um zehn vor vier stehen wir vor dem Logbuch und staunen erst mal. Diese riesige „Box“ kommt uns irgendwie bekannt vor – sollten wir sie bei unserem ersten Megaevent, dem Ulmer Fort, im Jahr 2010 schon mal gesehen haben? Nach zwei Stunden und zehn Minuten tragen wir uns ins Logbuch ein …

 

Ulms dunkles Vermächtnis

Aber der Spaß geht weiter. Zum Glück hat tower27 vor unserer Tour das Listing aufmerksam gelesen und festgestellt, dass es zu diesem Multi noch einen Bonuscache gibt. Wegen Abstandskonflikten ist er jedoch nicht auf geocaching.com gelistet, sondern nur auf OpenCaching. Obwohl ich eigentlich keine OConly-Cache mache, hat mich das Listing zu „Ulms dunkles Vermächtnis“ gleich gefesselt und uns war klar, dass wir diesen Bonus unbedingt auch noch heben wollen.

Dieser Bonus-Mystery ist mit D3,5 und T4,5 gelistet, was meiner Meinung absolut zutreffend ist. Es ist ein astreiner Klettercache, für den keine Ausrüstung notwendig ist. Ihr solltet jedoch gelenkig und weder zu groß noch zu klein sein.

Diese Zusatzabenteuer starten am Logbuch von „Ulms dunkles Geheimnis“. Eine kurze Suche macht uns schnell klar, wo wir hin müssen. Und dieser „Abstieg“ ist erst der Anfang und leichtere Teil der Kletterei. Anschließend suchen wir eine gefühlte Ewigkeit, bis mir etwas auffällt: „Nein, oder? – Wie sollen wir da hin kommen?“. Naja – nun ist Improvisation gefragt. tower hat eine gute Idee für ein Hilfsmittel und unser Plan geht auf – wir tragen uns auch in das Logbuch des Bonuscaches ein.

Wow – ein echter Cache für große Jungs, genauso, wie ich das liebe! Ein halbe Stunde später sind wir wieder draußen und auf dem Weg zu unserem Cachemobil.

Mein Fazit: Für „Ulms dunkles Geheimnis“ und seinen Bonuscache lohnt sich die weite Anreise aus dem Saarland. Obwohl der Cache schon in die Jahre gekommen ist, er wurde 2014 veröffentlicht, bietet er noch einen grandiosen Spielspaß. Ich denke Ihr solltet für beide Caches zusammen mindestens drei Stunden einplanen. Und das schöne bei diesem Kalendercache: es gibt noch freie Termine – also, auf geht’s!

Anschließend fahren wir ins Hotel und verbringen den Abend und den nächsten Morgen in der Altstadt von Ulm. Davon erzähle ich Euch in einem weiteren Beitrag.

 

Hüft-TEP OP – Do It Yourself

Am nächsten Morgen um zwanzig vor zwölf erreichen wir den kostenpflichtigen Parkplatz am RKU (Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm). Nach unserer ursprünglichen Planung wollten wir eigentlich den Multi Herr der Ringe IV – Die Brücke von Khazad-dûm angehen. Da die letzten Logs jedoch von Problemen berichtet haben und bislang keine Wartung durchgeführt wurde, haben wir uns umentschieden und wollen stattdessen den Multi Hüft-TEP OP – Do It Yourself angehen. Und es war die richtige Entscheidung. Wir tauchen ein in die Welt der Ärzte an einer dafür sehr passenden Location.

Dieser Multi hat vier traditionelle Rätselstationen, die auch ohne Technik Spaß machen, super zur Story passen und fair zu lösen sind. Nach gut vierzig Minuten stehen wir am Final und tragen uns ins Logbuch ein. Weitere zwanzig Minuten benötigen wir um herauszufinden, wo wir denn unser Parkticket bezahlen können.

Der Parkautomat steht nicht – wie man vielleicht vermuten könnte – im Parkhaus, nein, er befindet sich neben der Information hinter dem Haupteingang der Kliniken. Dafür war das Parken echt günstig, wir bezahlen gerade mal einen Euro für die Stunde. Damit es Euch nicht so geht, wie uns, habe ich den Standort des Ticketautomaten unten in der interaktiven Karte eingezeichnet.

 

150 Jahre Bundesfestung – Zitadelle

Bevor wir nun die Rückreise ins Saarland antreten, wollen wir uns noch einmal einwenig von der Bundesfestung Ulm anschauen. Dazu habe ich mir in der Vorbereitung den Multicache 150 Jahre Bundesfestung – Zitadelle herausgesucht. Wir parken an der Seite der Zufahrtsstraße. Nach einem gemütlichen Picknick auf einer Bank starten wir gegen viertel nach eins in den Multi.

Die erste Station befindet sich vor der Wilhelmsburg auf der Spitze eines kleinen Aussichtsturmes.

Von dort oben haben wir eine tolle Aussicht über die Altstadt von Ulm. Leider ist das Münster nicht zu sehen, da ein paar Bäume die Sicht versperren. Nachdem wir die benötigte Informationen abgelesen haben, drehen wir uns um und schauen uns die Wilhelmsburg, welche das stärkste Element in der Hauptumwallung ist, von oben an.

Hinter der Burg liegt die Wilhelmsfeste, die heute von der Bundeswehr als Kaserne genutzt wird und damit militärisches Sperrgebiet ist.

Der Multi läuft in insgesamt zehn Stationen einmal um die Wilhelmsburg und der Wilhelmsfeste. Die Wegführung ist denkbar einfach – wir folgen einfach der Mauer bzw. dem Zaun im Bereich der Kaserne.

Alle Stationen sind gut zu finden und einfach abzulesen. Am nördlichen Ende des Rundwegs gibt es eine schöne Fernsicht auf die umliegenden Dörfer. Die gesamte von uns zurückgelegte Strecke beträgt etwa viereinhalb Kilometer bei etwa 150 Höhenmetern. Auf der Runde gibt es auf den ersten beiden Dritteln so gut wie keinen Schatten. Nehmt also genug Wasser mit!

Bei Station acht kommen wir zunächst etwas in schleudern – ein genauer Blick ins Listing ermöglicht dann doch einen offiziellen Zugang zur Information. Danach läuft es wieder butterweich weiter. Wir folgen weiter der mächtigen Mauer …

Nachdem wir einmal rund sind, laufen folgen wir zunächst etwas dem Graben …

… bis zu einer Brücke um diesen überqueren zu können.

Der Umwag hat sich gelohnt – dahinter sind einige kleinere Räume und ein Tunnel.

Einige der Räume sind leider vergittert – dennoch lässt sich das ein oder andere schöne Bild durch sie hindurch machen.

Von dort laufen wir wieder den Berg bis zur Wilhelmsburg hinauf und gehen zum Auto zurück. Übrigens haben wir richtig gerechnet und das Logbuch an einer sehr interessanten Stelle unterwegs gefunden.

Ein wirklich würdiger Abschluss für diesen Multicache und unser kleines Geocaching-Wochenende in Ulm.

 

Interaktive Karte unserer Geocaching-Tour

Auf der folgenden Karte könnt Ihr die Lage der oben vorgestellten Geocaches sehen.  Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Der eingezeichnete Track ist die Laufstrecke des Multis „150 Jahre Bundesfestung – Zitadelle“. Natürlich wurden die Koordinaten der Multis und des Mysterys nicht korrigiert und auf dem Track der Weg zum Final entfernt.

Falls Euch meine Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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In meinem nächsten Beitrag über Ulm werde ich Euch von unserer Geocaching-Tour durch die Altstadt berichten und Euch eine Empfehlung für ein Hotel und ein Restaurant geben …

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon in Ulm oder um Ulm herum unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Stadt? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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