Dönerstag und Geocaching in der Corona-Krise

Heute ist Dönerstag! Doch in diesem Jahr ist alles anders! Für mich ein Anlass,  die aktuelle Situation zu betrachen und mir ein paar Gedanken über Geocaching zu machen.

In diesem Artikel möchte ich einen Blick auf die aktuellen Veränderungen werfen und schauen, wer wie darauf reagiert …

 

 

Der Dönerstag

Am 8. November 2008 habe ich meine ersten Geocache gefunden und am 9. April 2009 habe ich zusammen mit dem saarzwerg mein erstes Event besucht. Es war der Döner’s Tag 2009 (Saarland) der von dem Team „dieSulzer“ in Neunkirchen veranstaltet wurde. Beim Schreiben dieses Artikels schaue ich mir nochml die Bilder der Galerie im Listing an und werde etwas wehmütig – ich erkenne viele alte Bekannte – es war ein wirklich schönes Event gewesen, bei dem wir „Neulinge“ viel über Geocaching erfahren haben, eben so, wie ein Event sein sollte.

Seit diesem Event habe ich noch zehn weitere Dönerstage besucht – seit 2015 mindestens einen pro Jahr.

In diesem Jahr ist dies wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal nicht möglich. Es besteht bundesweit ein Veranstaltungsverbot, was auch gut so ist.

Zum Thema Dönerstag finde ich im deutschsprachigen Geocaching-Blog vom HQ einen Artikel über die Dönerstage des Jahres 2017. Darin ist zu lesen, dass vor drei Jahren fast 40.000 Geocacher ein solches Event besucht hatten. Das Interesse am Dönerstag ist also groß!

Seit nun schon drei Wochen arbeite ich von zuhause aus mit dem Laptop – auf businessdeutsch heißt das Homeoffice. Alle Meetings halten wir virtuell in Telefon- oder Videokonferenzen ab. Ich frage mich, warum das nicht auch beim Dönerstag möglich sein soll? Wäre das Geocaching HQ auf Zack gewesen, so hätten sie bei der Gelegenheit einem neuen Eventtyp einführen können: das virtuelle Event. Sicher hätte auch die Mehrzahl der Geocacher verstanden, dass dieses Typ nur befristet in dieser besonderen Situation verwendet werden darf! Ich glaube, dass gerade in dieser schweren Zeit soziale Kontakte ohne ein persönliches Treffen wichtig sind und ein solches Event etwas Ablenkung hätte bieten können …

 

Das HQ und Corona

Nach der verpassten Chance auf ein virtuelles Event schaue ich mal, was es im Geocaching-HQ-Blog zum Thema Corona zu finden gibt.

Fündig wurde ich mit einem Posting im englischen Kanal, welches am 27. März veröffentlicht wurde. Es ist die Verschriftlichung eines Interviews, welches Chris Ronan mit Bryan Roth geführt hat und bei dem die Auswirkungen von Corona auf das HQ und die Community angesprochen wurden. Es wäre schön, wenn davon auch eine Übersetzung im deutschen Kanal veröffentlicht werden würde.

Soweit ich verstanden haben, arbeiten inzwischen alle Mitarbeiter von Groundspeak aus dem Homeoffice, das HQ ist geschlossen und das HQ-Logbuch derzeit nicht zugänglich. Für Aussagen zur geplanten Feier im August sei es laut Bryan derzeit noch zu früh. Falls die Ausrichtung des Events nicht möglich sein wird, will sich das HQ andere Optionen überlegen. Auf jeden Fall soll die Community auf dem Laufenden gehalten werden.

Am 31. März wurde im deutschen Kanal noch ein Beitrag mit dem Titel „Gründe dafür, alleine geocachen zu gehen“ veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland schon die ersten Ausgangsbeschränkungen.

Am selben Tag ist im gleichen Kanal der Artikel „12 Möglichkeiten, um beim Geocaching dranzubleiben“ veröffentlicht worden, in dem beschrieben wird, was man zuhause tun kann, um auf Geocaching nicht komplett zu verzichten.

 

Die Reviewer und Corona

Bessere Informationen (in Deutsch) zum Thema „Geocaching und Corona“ findet man derzeit auf der Webseite der deutschen Reviewer, die die aktuellen Regelungen der einzelnen Bundesländer und deren Auswirkungen auf Geocaching ziemlich gut und verständlich aufgelistet haben.

So sind derzeit in den meisten Bundesländern alle Geocaching-Veranstaltungen bis zum 19. April zurückgezogen worden. Neue Events werden – wo überhaupt noch möglich – nur mit einer Zustimmung der verantwortlichen Aufsichtsbehörde freigeschaltet.

Im einem weiteren Beitrag erläutern die Reviewer, dass derzeit keine neuen Geocaches veröffentlicht werden und das bestimmte Fristen (Cachewartung, Virtual Rewards 2.0, Adventure Labs) verlängert werden.

Zu den bestehenden Geocaches habe ich nichts gefunden – auf ein allgemeines Deaktivieren aller Geocaches in Deutschland wurde verzichtet. Selbst im Saarland und in Bayern (die Bundesländer mit den strengsten Ausgangsbeschränkungen) ist das Verlassen des Hauses für „Sport und Bewegung in der frischen Luft“ noch erlaubt.

An dieser Stelle mal ein großes und herzliches Danke an unsere Reviewer, die sich auch in dieser schwierigen Zeit unermüdlich um unser gemeinsames Spiel kümmern!

 

Die Orgateams und Corona

Nach meinem Kenntnisstand war das Mega „Project Geocaching meets Beethoven“ die letzte Geocaching-Großveranstaltung, die in Europa noch vor der Corona-Krise durchgeführt werden konnte. In meinem Blog hatte ich ausführlich darüber berichtet.

Alle folgenden geplanten Megas bis Mitte Juni und sogar einige darüber hinaus wurden entweder abgesagt oder sind schon oder werden noch verschoben. Das theoretisch nächstmögliche Mega wäre das „Geodoorn 2020“ Ende Juni in einem Freizeitpark in den Niederlanden.

Hier eine Übersicht über die derzeit betroffenen Geocaching-Großveranstaltungen:

Wie immer findet Ihr den aktuellen Geocaching-Veranstaltungskalender bei mir im Blog unter „Event-Kalender„.

 

Die Community und Corona

Zum Abschluß dieses Beitrages frage ich mich, ob die aktuelle Situation Auswirkungen auf das Geocaching-Verhalten der Community in Deutschland hat? Dazu schaue ich mal in die Statistiken von project-gc.com, die ich Euch im Folgenden als Screenshots zeige.

Am deutlichsten ist die Corona-Krise an der Statistik der versteckten Geocaches zu sehen.

Dort ist zu sehen, dass im letzten Monat 58% weniger und in der letzten Woche sogar 93% weniger Geocaches versteckt worden sind als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass unsere Reviewer bis auf Weiteres keine neuen Geocaches mehr veröffentlichen.

Wirft man nun einen Blick auf die Statistik der aktiven Geocacher aus Deutschland, so ist in der lezten Woche nur ein „Einbruch“ von 25% zu sehen und wenn man den letzten Monat betrachtet, sogar ein Anstieg von 12% im Vergleich zum Vorjahr.

Aus dieses Statistik lese ich heraus, dass Geocaching in Deutschland immer noch in großem Umfang betrieben wird. Immerhin haben noch fast 40.000 Geocacher aus Deutschland in der letzten Woche mindestens einen Geocache geloggt.

Bestärkt in dieser Einschätzung werde ich, wenn ich einen Blick auf die Statistik der in Deutschland gefundenen Geocaches werfe.

Darin kann ich lesen, dass in der letzten Woche mehr als 140.000 verschiedene Geocaches in Deutschland gefunden worden sind.

Wenn diese Zahlen von project-gc.com korrekt sind, so lese ich daraus, dass die Corona-Krise nicht wirklich verhindert, dass Geocaching betrieben wird.

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Wie sind Eure Gedanken zu Geocaching in der Corona-Krise? Spielt das Thema derzeit überhaupt noch eine Rolle? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Ich wünsche Euch und Euren Lieben frohe Ostern und bitte bleibt gesund!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

8 Kommentare:

  1. Pingback:Geocaching und Umweltschutz – CleanUp Saarland

  2. Ich habe heute morgen beim Waldlauf eine GC Station entdeckt, die sich Richtung Weg verselbstständigt hatte und dann versucht, das FINAL zu finden. Leidr erfolglos. Da die Karte keinen Cache dort anzeigte, rundherum aber Fragezeichen platziert sind, gehe ich von einem Mystery aus. Ich werde nochmal suchen.

    Irgendwann hat der Spuk auch mal ein Ende. :-)

    Gruß Sawyer.Saar

  3. 1) virtuelle Events:
    wenn es nur um den sozialen Zusammengang geht, gibt es genügend Möglichkeiten außerhalb von GC.com diese virtuell abzuhalten ( siehe auch den Kommentar von Frank Sharky). Warum muss es immer im Rahmen von GC.com sein? Des Statistik-Punktes wegen? Jm2C

    2) publish von neuen Geo-Caches vorerst reduziert
    finde ich gut, da auf diesen Wege die Konzentration von „FTF-Jägern“ an den Caches reduziert wird. Gefühlt ist bei mir in der erweiterten Home-Zone die Fund-Quote in den ersten Tagen hoch und dann stark abnehmend – beispielweise werden von 100 Founds im Jahr die ersten 40% in der ersten Woche gemacht und davon wieder gut 50% in den ersten zwei Tagen.
    Ich denke, die neuen Dosen kommen dann gehäuft später im Jahr.

    3) eigenes Cache-Verhalten
    Ich suche mir jetzt verstärkt Dosen raus, die a) in Gegenden liegen, wo nicht so viele andere hinkommen und b) wahrscheinlich nicht so attraktiv für die Mehrheit sind (okay – das liegt im Auge des Betrachters) (keine Gadget-Caches, eher längere Multis, am besten schon einige Jahre alt).
    Dabei kann man auch noch das ein oder andere entdecken.
    Gerade gestern erlebt – mehrere Multis in einen Waldstück: schöme Ausblicke, alte Grenzsteine, zu denen man hingeführt wurde. Und das beste – ich hatte den Segen der Polizei (auf der Anfahrt an einen Kontrollpunkt der bayrischen Polizei angehalten wurden. Frage: Warum fahren Sie hier und wohin? Antwort: Ich will im Wald XXX spazieren gehen. Erwiderung: Gute Wahl – da ist wenig los.).
    Aber ich habe auch einen Termin für einen Cache abgesagt, da der nur zu dritt in einen recht engen Raum gemacht werden könnte und etwa 2h dauern würde. In der Gruppe waren wir uns einig: Safety-First.

    In diesen Sinne

    Frohe Ostern

  4. In verrückten Zeiten gibt es auch immer außergewöhnliche Aktionen.
    So konnte bei uns in Essen auch die 13. Auflage eines Dönerstages stattfinden.
    Anders natürlich, ging es nur mit online Tools wie Zoom oder Jitsi, trotzdem hatten alle ihren Spaß. Angelockt über Fratzenbuch und WA hat sich dann tatsächlich eine stattliche Gemeinde eingefunden und ich bin dankbar, dass sich die offene OC Plattform anbot, tatsächlich auch ein Listing zu hosten.
    Und am Ende hat sich doch fast alles so angefühlt, wie ein normaler Dönerstag.
    Danke!

  5. Hallo zusammen!
    Den Gedanken mit einem virtuellen Event hatte ich unmittelbar nach der Verhängung der Quarantäne über alle Orte bei uns in Tirol am 13.03.2020 auch.
    Ein befreundeter Reviewer (selbst äußerst flexibel!) teilte mir aber leider mit, dass eine derartige Veranstaltung angesichts der momentanen Lage zwar eine super Idee sei, jedoch mit den Guidelines von GC.com nicht vereinbar ist.
    Echt schade, dass diese Typen da drüben über dem großen Teich derart in den Schienen festgefahren sind – immerhin verdienen sie mit uns zahlenden Mitgliedern ja nicht gerade schlecht…

    In der Hoffnung, bald wieder „normal“ unserem Hobby nachgehen zu können und schönen Ostergrüßen aus Tirol,
    Markus aka steini

  6. Ich finde es auch schade, dass das HQ nicht zeigt, dass es flexibel und kreativ sein kann, so wie man es gerade täglich im Umfeld sieht (z.B. wenn der Lieblingsgrieche in kürzester Zeit eine Webseite mit Bestell-, Bring- und Abholservice einrichtet). Ganz im Gegenteil, das HQ spricht sich eisern gegen (auch zeitlich begrenzte) virtuelle Events aus.

    Zum Glück heißt unser Hobby aber Geocaching und nicht geocaching.com und ist nicht auf eine Plattform beschränkt. Auf OC fanden schon einige gut besuchte virtuelle Events statt (übrigens auch heute zum Dönnerstag). 

    Die sonnigen Tage habe auch ich zum Cachen genutzt, immer in abgelegenen Gegenden und mit den nötigen Vorsichtsmaßnahmen. Auch an Ostern werde ich wieder den erlaubten 15km Radius ausnutzen und auf der Suche nach Dosen durch die Natur radeln.

  7. Hi Joerg,

    ich finde deine Anregung zu virtuellen Events richtig gut und finde es auch schade, dass im Moment so gar nix geht.
    Und für uns ist ja auch noch bitter, dass die Meisterschaft verschoben wurde, wo wir uns doch so angestrengt hatten bei der Quali :).
    Wird aber bestimmt noch was und mein Motto zur Zeit ist „Kopf hoch“ :)
    Viele Grüße
    Thomas aka tower27

  8. Wir sind noch dabei. Wir räumen unsre Homezone auf und sammeln verstreut liegende Dosen ein. Je Radrunde 2-3. Wir desinfizieren uns hinterher her die Hände, wenn der Cache vor weniger als 5 Tagen gefunden worden ist.

    Da wir letzte Woche ein paar Tage frei hatten, haben wir an einem Tag auch eine 3 Stunden Tour durch den Wald gemacht. Ohne unser übliches Picknick (nur mit Wasser im Rucksack).

    Wir achten nicht nur bei unserer täglichen Mittagspausen- und Feierabendrunde sowie beim Einkaufen darauf, dass wir Abstand halten, sondern selbstverständlich auch beim Cachen!

    Im Moment lösen wir auch vermehrt Mysterys. Durch den Wegfall der Fahrzeit haben wir fast 2 Stunden Zeit pro Tag gewonnenen 😀 .

    Deine Idee mit dem virtuellen Cache Event finde ich klasse. Echt schade, dass das HQ hier nicht reagiert hat.

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