Geocaching und Sightseeing in Bosnien-Herzegowina

Im vierten Teil meiner Artikelserie über unsere Balkan-Rundreise berichte ich Euch von unserer Einreise nach Bosnien-Herzegowina, unseren Besuchen in Počitelj und Trebinje, Geocaching in einer verfallenen Burg, sowie dem Abstecher zu einer der längsten Mauern in Ston (Kroatien).

Wir übernachten in einem Strandhotel in Neum. Kommt mit auf die virtuelle Zwei-Tages-Reise nach Bosnien-Herzegowina …

 

 

Unsere Einreise nach Bosnien-Herzegowina

Am späten Vormittag erreichen wir den kleinen Grenzort Metković in Kroatien. Kurz vor der Grenze reihen sich die vielen Duty-Free-Shops an der Straße auf. Wir erreichen den Grenzposten. Bei der Einreise nach Bosnien-Herzegowina werden zunächst unsere Personalausweise kontrolliert. Anschließend verlangt der Grenzbeamte die Papiere für den Mietwagen. Er kontrolliert das Vorliegen einer Versicherung. Daher ist es wichtig, dass Ihr bei Eurem Mietwagenverleiher vor der Bestellung angebt, dass Ihr nach  Bosnien-Herzegowina fahren möchtet. Für uns ging der Grenzübertritt ohne Problem von statten und hat keine zehn Minuten gedauert.

 

Počitelj

Die Fahrt von der Grenze entlang des Flusses Neretva nach Počitelj dauert eine halbe Stunde. Am Ortseingang gibt es ein paar Parkbuchten – wir nehmen die erste freie. Wir spazieren in den Ort. Dort sehen wir, dass vor dem Stadttor noch ein weiterer größerer Parkplatz ist. Was soll’s – unser Mietwagen steht ja auch gut in der Parkbucht. Der Ort Počitelj wurde schon im 15. Jahrhundert gegründet. Markant ist das Minarett einer Moschee, die aus dem 16. Jahrhundert stammt.

Die Gebäude ziehen sich einen Berghang hinauf. Auf der linken Seite thront eine verfallene Festung über dem Dorf. Wie spazieren die steile Hauptgasse hinauf.

Vor der Moschee sitzt ein Einheimischer, der Eintrittskarten für die Moschee verkauft. Da diese günstig sind und Euro sehr willkommen sind, beschließen wir spontan die Moschee zu besichtigen.

Vor der Moschee ziehen wir selbstverständlich unsere Schuhe aus. saarzwerg bekommt eine braune Stoffkutte – scheinbar ist Ihre Kleidung zu sommerlich! Innen besteht die Moschee aus einem großen Raum, der komplett mit einem roten Teppich ausgelegt ist. In der Mitte der Rückwand befindet sich der Mihrāb, die Gebetsnische, die in Gebetsrichtung ausgerichtet ist.

Die Moschee hat eine sehr schöne Kuppel, in die buntes Glas eingesetzt wurde.

Über dem Mihrāb findet Ihr arabische Schriftzeichen. In der Auslegung des Islam sind bildliche Darstellungen von Menschen oder Tieren verboten. Daher werden arabische Gebäude oft mit Schriftzeichen und Mustern verziert.

In der Moschee ist es angenehm kühl. Als wir diese wieder verlassen, fällt mir am Baum gegenüber des Eingangs ein Thermometer auf. Auch heute haben wir wieder mehr als 30°C im Schatten und wir wollen noch den Berg hinauf zur Festung – das wird sicher schweißtreibend.

Vor der Moschee bieten einige Frauen aus dem Dorf ihre Handarbeiten an. Links daneben liegen kaputte Steine, die einmal zur Moschee gehört haben.

Ein kleines Informationsschild weißt auf den Bosnienkrieg zwischen 1992 und 1995 hin, in dem dieser Ort und die Moschee verwüstet wurden. Bis 2002 wurden die meisten historischen Gebäude wieder restauriert.

Nach dem Besuch der Moschee folgen wir der Ausschilderung zur Festung. Es geht eine steile Gasse ohne Schatten hinauf.

Kurz vor dem Eingang in die Festung piepst mein GPS. Wir erreichen die ungefähre Position des Tradis „POCITELJ FORTRESS„. Nach etwas Suchen können wir ihn finden und tragen uns in sein Logbuch ein. Es ist unser erster Geocache in Bosnien-Herzegowina. Anschließend schauen wir uns etwas in der Festungsruine um. Erhalten (oder restauriert) ist nur der große Turm. Von den weiteren Gebäuden stehen nur noch die Seitenmauern.

Den Turm kann bestiegen werden. Allerdings darf man hier keine deutschen Sicherheitsstandards erwarten. Wir steigen die schmale und steile Steintreppe nach oben. rechts ist die Mauer und links geht’s ohne Geländer in die Tiefe des Turmes. Nach einigen Umrundungen erreichen wir das oberste Stockwerk, welches einen scheinbar stabilen Boden hat. Von den Fenstern des Turms habe ich einen schönen Ausblick auf das Dorf und die Moschee.

Nach dem Besuch der Festung  spazieren wir weiter zum oberen Stadttor und in einen großen Bogen zurück nach unten zum unteren Stadttor.

Auch dort bieten Frauen Handarbeiten und frische Säfte an. Da es inzwischen schon weit nach Mittag ist, suchen wir uns einen Platz für eine Mittagspause. Bei einem Restaurant mit ein paar Tischen und Stühlen im Freien werden wir fündig. Der Salat ist lecker und der Radler löscht den Durst. Bezahlen dürfen wir in Euro und ich muss feststellen: im Vergleich zu Kroatien ist Bosnien-Herzegowina echt günstig.

Nach der ausgedehnten Mittagspause steigen wir wieder unseren Mietwagen und fahren über die Landstraße durch eine wunderschöne hügelige Landschaft nach Neum.

 

Hotelempfehlung für Neum

Wir erreichen Neum am frühen Nachmittag. Neum ist für Bosnien-Herzegowina der einzige Zugang zum offenen Meer. Dieser etwa fünf Kilometer breite Korridor bewirkt, dass, wenn Ihr mit dem Auto von Split nach Dubrovnik fahren wollt, Ihr zweimal eine EU-Außengrenze passieren müsst. Neum ist als Badeort mit vielen Hotels ausgebaut worden.

Bei unserer Planung haben wir uns das Hotel Nova (Provisionslink) ausgesucht. Es hat einen eigenen Standabschnitt. Wir bleiben eine gute Stunde im Hotel und fast alle von uns nutzen die Gelegenheit zu einem Bad im Meer. Wir sind im modernen Teil des Hotels untergebracht. Unser Zimmer hat einen Balkon mit Meerblick. Eine gut funktionierende Klimaanlage und Wifi ist vorhanden. Zum Frühstück wechseln wir das Gebäude und können so ein gutes Frühstücksbuffet mit Meerblick genießen. Ich würde wieder dieses Hotel buchen!

 

Der Abstecher nach Ston (Kroatien)

Da Neum keine schöne historische Altstadt besitzt, steigen wir ins Auto und fahren ins 23 Kilometer entfernte Ston. Da Ston in Kroatien liegt, müssen wir wieder die EU-Außengrenze passieren. Die Einreise geht aber überraschend schnell – gegen 19 Uhr ist an dem Tag nichts los. Ston besitzt die längste Festungsmauer in ganz Europa und eine schöne kleine historische Altstadt. Wir parken auf einem kostenpflichtigen Parkplatz unmittelbar vor dem Eingang zur Altstadt.

Zunächst drehen wir eine kleine Runde durch den Ort, werfen einen Blick auf die Kirche …

… und den kleinen Marktplatz.

Wir schlendern an der renovierten Festung vorbei und loggen dort den Earthcache „Zidine u Stonu – The Walls of Ston„.

Dann bekommen wir Hunger und suchen uns ein Fischrestaurant. In der „Konoba Bakus“ werden wir fündig. saarzwerg bestellt sich eine lokale Spezialität: schwarzes Meeresfrüche-Risotto und das Risotto ist echt total schwarz – es wird mit Tintenfischtinte eingefärbt. Ich darf probieren und finde es sehr lecker.

Nach dem Essen wollen wir uns die Stadtmauer anschauen, für die Ston bekannt ist.

Leider haben wir uns schlecht vorbereitet: nach der Dämmerung ist die Stadtmauer geschlossen und darf nicht mehr betreten werden. Schade – diese Attraktion haben wir wohl verpasst!

 

Die alte Burgruine

Nach dem Frühstück mit Meerblick brechen wir auf für eine Fahrt nach Trebinje und später weiter nach Kotor in Montenegro. Unterwegs halten wir an einer verfallenen Burgruine. An der Landstraße gibt es eine kleine Parkbucht. Auf die Ruine bin ich durch den Tradi „Neverland Castle“ aufmerksam geworden. Um ihn zu finden, müssen wir trotz Spoilerbild etwas länger suchen. Danach erkunden wir die Ruine. Wir folgen einem kleinen Trampelpfad und finden einen Eingang.

Die Ruine ist ziemlich zugewachsen. Scheinbar kümmert sich keiner mehr darum. In der Planung der Tour wurde mir auf der Karte hier noch ein Museum angezeigt – dieses gibt es scheinbar schon lange nicht mehr.

In der Burg steht ein großer Turm. Ich habe die Hoffnung, dass wir ihn wie in Počitelj besteigen können.

Nachdem wir einen Eingang gefunden haben, zerschlägt sich diese Hoffnung aber recht schnell: Es fehlt die Treppe und jegliche Böden.

Wir suchen uns einen anderen Ausgang und folgen dabei einem anderen Trampelpfad.

Scheinbar kommen ab und an ein paar Leute zum besichtigen her. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hier alles Geocacher sind.

 

Trebinje

Kurz vor Mittag erreichen wir Trebinje. Als erstes fahren wir auf den Hügel um die Klosterkirche zur Allerheiligen Gottesmutter (Hercegovačka Gračanica) zu besichtigen. Im Stadtkern ist der Weg dorthin ausgeschildert. Auf dem Hügel gibt es genügend Parkplätze. Nachdem wir unser Mietwagen abgestellt haben, werfen wir von oben einen Blick auf Trebinje: Wow – eine tolle Aussicht. Sogar die Perović-Brücke aus dem 16. Jahrhundert ist von hier gut zu erkennen.

Wir spazieren hinüber zur Kirche. Sie schaut schon besonders aus.

Wir laufen um die Kirche und schauen nach dem Eingang.

Die Tür ist offen. Ich nehme meine Mütze ab und trete ein. Der Besuch ist kostenlos. Innen ist die Kirche toll bemalt – überwiegend mit Heiligenfiguren. Eine orthodoxe Kirche hebt sich mit ihrem Wandschmuck – wie ich finde – schon von unseren deutlich ab.

An der Seite bemerke ich dieses große Wandgemälde.

Nach unserem Besuch schauen wir uns noch etwas auf dem Hügel um. Neben dem Kloster ist ein kleiner Biergarten. Eine ziemlich blöde Stelle um einen Tradi zu verstecken. Wie versuchen möglichst unbeobachtet zuzugreifen und können so den „Hercegovacka Gracanica“ loggen.

Anschließend wollen wir noch der historischen Brücke einen Besuch abstatten. Wir fahren mit dem Auto den Hügel hinunter und finden einen Parkplatz bei der Brücke. Auch dort ist ein Tradi versteckt: den „Arslanagic-bridge“ können wir leicht finden. Die Brücke schaut alt und stabil aus.

Inzwischen geht es schon auf 14 Uhr zu. Wir bekommen Hunger und beschließen noch einen Blick in die Altstadt zu werfen. In der Nähe der Altstadt finden wir einen kostenpflichtigen Parkplatz. Leider nimmt der Automat nur Münzen. An einem nahe gelegenen Zeitungskiosk können wir ein paar Euro tauschen und so den Parkautomaten füttern. Von dort laufen wir durch einen Park zum Eingang in die Altstadt.

Rund um einen Platz gibt es einige Cafés, die zusammenarbeiten. Bei dem einen bestellen wir die Getränke, bei dem anderen Sandwiches und Pizza – einfach, aber lecker. Dann brechen wir auf, um die Altstadt zu erkunden. Wir kommen an einem Brunnen vorbei.

Die Altstadt ist von einer großen Stadtmauer umgeben. Unmittelbar hinter dem Stadttor gönnen wir uns ein Eis. Danach geht’s weiter durch die Gassen …

… bis zu einem Aussichtspunkt am Fluss. Die Altstadt ist nicht sehr groß. An dieser Stelle haben wir schon die gegenüberliegende Seite erreicht.

Geocaches gibt es in der Altstadt auch keine. Nachdem wir alles gesehen haben, laufen wir wieder durch den Park zurück zu unserem Mietwagen.

Wir fahren weiter in Richtung der Grenze zu Montenegro. Aber das ist eine andere Geschichte …

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Mietwagen-Rundreise durch drei Länder auf dem Balkan: Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geoaching & Sightseeing auf dem Balkan: Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro“ .

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Wie hat Euch unser Besuch in Bosnien-Hezegowina mit den Besuchen in Počitelj und Trebinje, sowie dem Abstecher nach Ston gefallen? Wäre das auch etwas für Euch? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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