Geocaching in die Vergangenheit: ein BoD-Buch von Thomas Wenig

Ich bin ja stets auf der Suche nach Büchern zum Thema Geocaching. Bei meiner letzten Suche auf Amazon habe ich dieses entdeckt und den Verlag um ein Rezensionsexemplar gebeten.

Da saarzwerg gerne und vor allem schnell Bücher liest, hat sie die Besprechung von „Geocaching in die Vergangenheit“ geschrieben.

 

Das Buch

Kürzlich bat Saarfuchs mich wieder darum ein Buch, dessen Handlung rund um das Thema Geocaching aufgebaut ist, zu lesen. Der Titel klang vielversprechend und so habe ich ihm den Gefallen zunächst gern getan.

Insgesamt ziehe ich nach dem Lesen des Buches aber eher ein negatives Fazit – warum, werde ich Euch im Folgenden erläutern:

Bei „Geocaching in die Vergangenheit“ handelt es sich meines Erachtens um ein typisches Self Publishing-Buch: Zeichensetzungs- und Grammatikfehler werden hier kostenlos mitgeliefert. Was das angeht, habe ich zugegebenermaßen schon schlimmere Bücher lesen müssen und die Kommafehler waren selten derart, dass sie meinen Lesefluss unterbrachen, weil sich durch sie sinnentstellende Pausen ergeben hätten, daher: Schwamm drüber!

Mehr gestört hat mich, dass die Protagonisten kaum in direkter Rede miteinander kommunizieren, was bei mir dafür gesorgt hat, dass sich eine gewisse Distanz zum Geschehen eingestellt hat. Ich war – frei nach einer Werbung – „nur dabei statt mittendrin“. Erschwerend kommt für mich noch hinzu, dass in der Handlung zwei Lebensentwürfe nebeneinander gestellt werden – einer stellt quasi eine Dystopie und der zweite die zugehörige Utopie dar. Allerdings handelt es sich bei der Dystopie um eine Schwarz-Weiß-Zeichnung unserer Ellbogengesellschaft, der sich die Protagonisten – allen voran Uwe und Anja, ein Pärchen, das eher zufällig zum Hobby Geocaching kommt – ausgesetzt sehen. Dieser Darstellung fehlen jegliche Grauschattierungen und so leben Anja und Uwe, angewidert von Kollegen und Kolleginnen, die sie als neidisch und missgünstig erleben, unter der Woche nur noch darauf hin am Wochenende cachen zu können. Das kommt so eindimensional und plump daher, dass ich es nicht ernst nehmen kann.

Der Gegenentwurf scheint dann zunächst die Cacher-Community zu sein, die Anja und Uwe auf einem Wochenendevent kennenlernen, wobei sie auch auf ein zweites Pärchen  – Bernd und Ulrike – treffen, mit dem sie sich blendend verstehen. Dann wird aber in der Cacher-Community ein Rätsel gepostet, das, so empfinden es alle vier, nur darauf wartet, von Anja, Bernd, Uwe und Ulrike gelöst zu werden.

Die Lösung des Rätsels führt die beiden Paare an den Edersee und von dort aus unter Aufgabe aller weltlichen Habe in eine utopische Parallelwelt: Hier leistet Jeder seinen Teil für die Gemeinschaft, Niemand wird im Stich gelassen, Neid und Konkurrenzdenken, aber auch moderne Technik sind unbekannt bzw. werden nicht benutzt: So kennt man zwar das Rad, hat sich aber bewusst entschieden, es nicht zu nutzen. Wenn man diese Kapitel als Märchen liest, kommt man ganz gut damit klar, aber mich haben manche Überlegungen der Menschen in der Parallelwelt in ihrer Einfachheit erschreckt: So werden Verbrecher – egal, was sie getan haben – einfach lebenslang weggesperrt und auch denen, die nicht nach dem Ideal der Parallelwelt leben, ergeht es nicht gut. All dies wird jetzt aber nicht geschildert, um zwischen den Zeilen deutlich werden zu lassen, dass die heile Parallelwelt gar nicht so heil ist (das hätte ich interessant gefunden!), sondern gehört dort einfach zum Leben dazu.

Ich möchte jetzt nicht die Handlung verraten, vielleicht will das Buch ja trotzdem noch Jemand lesen, für mich war es nicht die richtige Lektüre und ich hatte mal wieder den Eindruck, dass das Thema Geocaching nur als Vehikel genutzt worden ist, in der zweiten Hälfte des Buches ist von dem Thema (logischerweise) keine Rede mehr.

Gut formuliert worden ist das Rätsel, dass unsere vier Protagonisten in die Parallelwelt lockt und so manche Schilderung des Edersees und des Cachens dort hat mich animiert mich auf www.geocaching.com umzusehen, was es am Edersee cachetechnisch denn so zu entdecken gibt. Dabei bin ich dann auch über einen Multi gestolpert, der aktuell 383 FP bei einer Quote von 58% hat und (zufällig?) „Zurück in die Vergangenheit“ heißt. Auch erinnert mich die Beschreibung einer Stage sehr an eine Beschreibung aus dem Buch. Diesen Multi würde ich gerne mal angehen, müsste dann aber sicher wie die Protagonisten im Buch auf Niedrigwasser warten ….

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Über das Buch

Thomas Wenig
Geocaching in die Vergangenheit
Taschenbuch: 296 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (23. Mai 2017)
ISBN-13: 978-3744823142

 

Der Preis für „Geocaching in die Vergangenheit“

Das Buch gibt es bei Amazon als Taschenbuch.

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Transparenzhinweis

Das Buch wurde mir als Paperback für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt und ich darf es anschließend behalten. Wer mich kennt, weiß, dass dies meine Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst. Die Besprechung beschreibt die ehrliche Meinung von saarzwerg über diesen Roman.

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Kennt Ihr dieses Buch? Wie ist Eure Meinung darüber? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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saarzwerg

Claudia (saarzwerg) betreibt Geocaching seit 2008. Hier im Blog ist sie als Redakteurin meist für die Rezensionen der Geocaching-Bücher zuständig.

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