Mrz 272017
 

Da ich mich zur Zeit ziemlich intensiv mit dem Thema Mega-Events beschäftige, habe ich mir mal angeschaut, wie der Verlauf verschiedener Kennzahlen von den Megaevents in Deutschland zwischen den Jahren 2007 und 2016 war.

Entwicklung Mega-Events bis 2016.png

Ich habe die Anzahl der Will-Attend-Logs und die tatsächlichen Besucherzahlen ausgewertet und angeschaut, wie die Verteilung über die Jahre und die Bundesländer war. Ferner habe ich betrachtet, wie lange die Listings online waren und wie schnell die Will-Attend-Logs eingesammelt wurden. Aus den Zahlen glaube ich eine gewisse “Sättigung” herauslesen zu können …

Meine Datenbasis

Ich habe die Daten der Listings aller deutschen Geocaching-Großveranstaltungen von 2007 bis 2016 in mein Tabellenkalkulationsprogramm eingegeben. Die Project-Events habe ich gelb markiert. (Durch einen Klick auf die nachfolgende Grafik könnt Ihr sie vergrößern und durch einen zweiten Klick wieder in Originalgröße darstellen.)

Datenbasis.png

Die Tabelle enthält den Namen, den Typ, das Datum, den GC-Code, den Ort und das Bundesland, die aktuelle Anzahl der Will-Attend- und Attended-Logs des Events, das Publish-Datum des Listings, die Anzahl der Tage zwischen dem Publish und dem Event sowie die durchschnittliche Anzahl von Will-Attend-Logs pro Tag.

Um die Zahlen nicht zu verfälschen, habe ich das Mega “Project: GeoGames – Opening Party” und das “GPS-Maze Europe Germany” aus der Wertung genommen, da beide “nur” Begleitevents anderer Geocaching-Großveranstaltungen waren.

 

Der Verlauf der Besucher-Zahlen

Zuerst habe ich eine Übersicht über Mega- und Giga-Events pro Jahr erstellt. Die erste Geocaching-Großveranstaltung fand im Jahr 2007 in Bochum statt. Immerhin 455 Geocacher haben ihren Besuch geloggt.

ProJahr.png

Interessant finde ich die vorletzte Spalte, in der die durchschnittliche Anzahl von Tagen zwischen dem Publish und dem Event aufgelistet ist. Hier zeigt sich ein Trend, dass die Listings in den letzten Jahren immer früher veröffentlicht werden.

Den Verlauf der WA- und A-Logs sowie die Anzahl der Mega-Events  pro Jahr habe ich im Folgenden grafisch dargestellt.

Verlauf.png

Ich interpetiere die Logs so, dass ab dem Jahr 2014 eine gewisse “Sättigung” bei den deutschen Großveranstaltungen eingetreten ist. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl an Mega-Events bei etwa sieben pro Jahr eingependelt. Für das Jahr 2017 sind derzeit acht deutsche Großveranstaltungen geplant. Interessant finde ich auch, dass die Anzal der geloggten Teilnahmen im Jahr 2016 das erste Mal rückläufig gegenüber dem Vorjahr war.

 

Mega-Events pro Bundesland

Schaue ich mir die Verteilung der 46 Mega-Events, die bis einschließlich 2016 stattgefunden haben, pro Bundesland an, so scheinen die Geocacher in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz bisher am aktivsten gewesen zu sein. Beide Bundesländer haben schon jeweils acht Geocaching-Großveranstaltungen ausgerichtet.

ProBundesland.png

In der dritten Spalte könnt Ihr sehen, wie viele Project-Megaevents von dem Bundesland veranstaltet wurden – hier führen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Letzteres wird bei der nächsten Auswertung in 2018 führen, da dieses Jahr mit Let’s Zeppelin das dritte Project-Mega in Baden-Württemberg ausgerichtet wird.

 

Die Top20 mit den meisten Besuchern

Als Nächstes habe ich mir mal angeschaut, welche Mega-Events bisher die meisten Besucher verbuchen konnten. Diese “Wertung” wird derzeit vom Project-Giga “Munich 2014” angeführt. Das Listing dieses Events zeigt derzeit 7547 Attended-Logs. Dieser “deutsche” Rekord steht nun schon zweieinhalb Jahre. Und ich schätze, er wird auch 2017 überstehen.

Top20-Besucher.png

Auffallend ist hier auch die Häufung der Project-Megaevents: fünf Veranstaltungen unter den ersten sechs.Hier stelle ich mir die Frage, ob der Project-Status die Besucher anzieht oder ob eher der Project-Status dem Event mit dem besten Konzept verliehen wird, was dann natürlich auch bei den Besuchern gut ankommt.

Nur das Giga “Mainz Gutenberg 2015” konnte sich zwischen die Project-Megas schieben. Seine hohen Besucherzahlen führe ich auf das erste GPS-Maze, das auf deutschem Boden stattfand, zurück.

 

Die Top20 der meisten WA-Logs pro Tag

Neugierig wie ich bin, habe ich mal die Anzahl der Tage zwischen dem Publish des Listings und dem Stattfinden der Veranstaltung berechnet. Ihr findet diesen Wert in der Spalte “TZPUE”. Nun habe ich die Anzahl der WA-Logs durch die Tage geteilt und erhalte so die durchschnittliche Anzahl der WA-Logs pro Tag (“WA/T”). Danach habe ich nun die Events sortiert und die Top20 ermittelt.

Top20-WA-T.png

Auch hier tauchen wieder viele Project-Veranstaltungen auf. Bemerkenswert finde ich, dass es auf Platz zwei ein Mega aus dem Jahr 2012 geschafft hat: “Dosenfischen im Ruhrtal”. In nur 98 Tagen hat dieses Event fast 2000 WA-Logs einsammeln können.

 

Die Top20 der kürzesten Zeiten zwischen Publish und Event

Danach habe ich meine Tabelle mal nach der Anzahl der Tage zwischen Veröffentlichung des Listings und dem Stattfinden des Events aufsteigend sortiert. Die Events in der Spitze sind alles sehr alte Megaevents.

Top20-TZPUE.png

Das Listing zum Mega “Eröffnung des Geocaching-Center Mainz” war gerade mal 47 Tage vor dem Event veröffentlicht worden. Trotzdem hat es noch den Mega-Status erreichen können.

So wie ich die Geocaching-Guidelines verstehe, wäre das heute gar nicht mehr möglich, da mittlerweile spätestens acht Wochen vor dem Event bei geocaching.com ein Antrag auf Erteilung des Mega-Status eingereicht werden muss.

 

Das Verhältnis zwischen WA- und A-Logs

Als letzte Kennzahl habe ich mir mal das Verhältnis zwischen Will-Attend und Attended-Logs angeschaut und ermittelt, welche Events hier die meisten zusätzlichen Besucher und welche Events weniger Besucher als Logs hatten.

Alle Giga-Events sind unter den Top10 bei der Auswertung der meisten zusätzlichen Besucher. Bei “Mainz Gutenberg 2015” sind fast 1000 Besucher mehr erschienen als im Voraus Will-Attends geloggt wurden.

Top10-Positive-As.png

Ich interpretiere diese Zahlen so, dass gerade diese Events es noch kurz vorher geschafft haben, noch unentschlossene Geocacher zu einem Besuch zu motivieren. Einige dieser Events hatte ich selbst besucht und fast alle haben mir (sehr) gut gefallen.

Anschließend habe ich ausgewertet, bei welchen Events dieses Verhältnis genau umgekehrt war. Hier führt – überraschend für mich – das “Project Eck 2013” mit 255 Besuchern weniger als vorher Will-Attends geloggt wurden.

Top10-Negative-As.png

Mal schauen, wie diese Kennzahl bei den Events in 2017 ausschauen wird. Hier fällt aktuell ein Mega-Event durch – wie ich finde – sehr intensive Werbung auf. Mindestens bei diesem würde ich erwarten, dass ich im Vergleich zu den WA-Logs am Ende weniger A-Logs sehen werde …

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Wie gefällt Euch diese Auswertung? Habe ich noch was vergessen? Welche Kennzahlen wären noch für Euch interessant? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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  3 Antworten zu “Entwicklung der Megaevents von 2007 bis 2016 in Deutschland”

  1.  

    […] Megaeventsentwicklung […]

  2.  

    * Eigentlich schade, dass Events, welche nicht als Mega geplant waren und dann später den Status “Mega” erhielten nicht besonders berücksichtigt wurden. Spricht dies doch in meinen Augen mehr für das Event oder dessen Idee, welche dahinter steckt, als für solche Events, welche mit solchen “Key”words werben “müssen”.
    * Es kann natürlich sein, dass dies durch aktualisierte GL nicht mehr möglich ist?!
    * Was ist eigentlich mit GC44BAQ in DD?

  3.  

    Einige Zahlen erklären sich allein schon durch den jeweiligen Zeitpunkt und Ort, zB “Dosenfischen im Ruhrtal”:
    – Event im Ruhrgebiet (höchste Cacherdichte in Deutschland)
    – Konzert der Dosenfischer
    – 2012 war der Beginn des absolute Hochs des Geocachings

    Ein “Fehler” ist in deiner Auswertung:
    Attended-Logs geben die Zahl der Besuche nur bedingt wieder, denn je nachdem wie familientauglich ein Event ist gibt es weniger Logs mit mehr Besuchern oder mehr Logs mit weniger Besuchern pro Log.

    Eigentlich sind diese ganzen (Kenn-)zahlen nur für Veranstalter interessant. Vor allem dann, je kommerzieller und professioneller Events organisiert werden. Wobei dann ja bei einigen die Alarmglocken ganz laut schrillen müssten ;)

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