Jun 302016
 

Seit diesem Jahr gibt es von Falk ein neues Outdoor-GPS-Gerät: das Falk Tiger.

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Ich habe mich um ein Testgerät von Falk bemüht und dieses über viele Wochen hinweg getestet – hier mein Ergebnis!

 

 

Verfügbare Modelle

Es gibt derzeit zwei Modell des Falk Tiger:

Der Tiger Pro unterscheidet sich vom Tiger Geo durch den schnelleren Prozessor (800GHz/???GHz), mehr Arbeitsspeicher (128MB/256MB) und die größere Flashdisk (4GB/8GB) zum Ablegen von Karten, Wegpunkten, Tracks und Geocaches. Beim Pro ist zusätzlich die Premium-Outdoor-Karte Deutschland dabei.

 

Der Lieferumfang des Falk Tiger

Etwa seit Mitte Februar ist der Falk Tiger nun bestellbar. In meinem Falk Tiger Pro-Karton waren die folgenden Dinge zu finden, welche sich auch mit dem auf der Falk-Webseite angegebenen Lieferumfang decken:

  • Gerät Falk TIGER
  • Fahrradhalterung für Lenker oder Vorbau
  • USB Kabel
  • Netzteil
  • Kurzanleitung gedruckt
  • Tasche

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Das Netzteil ist ein kleines Stecker-Netzteil, so wie man es auch von den Handy-Ladegeräten kennt. Zum Laden des Tigers während des Tests habe ich verschiedene USB-Ladegeräte verwendet – alle haben ohne Probleme funktioniert.

 

Die Hardware

Der Falk Tiger Pro verfügt über einen 800 Mhz Prozessor und 8 GB Flashdisk. Das Modell Tiger Geo hat hingegen einen “langsameren” Prozessor und nur 4 GB Arbeitsspeicher.

Im Vergleich zu dem “alten” Lux ist das Gehäuse bei Weitem nicht mehr so wuchtig. Es liegt sehr gut in meiner Hand.

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Der Akku ist dieses Mal fest verbaut und kann nicht gewechselt werden. Das GPS besitzt einen SD-Karten-Slot und einen microUSB-Anschluss, über den der Akku geladen werden kann. Mit einer SD-Karte lässt sich der Speicher um maximal 64 GB erweitern. Beide Anschlüsse werden von einer Gummikappe geschützt.

Bei meinen Tests (auch bei Halbtagestouren) habe ich keine Probleme mit der Akkulaufzeit gehabt. Durch den microUSB-Anschluss sollte das GPS mit jeder handelsüblichen Powerbank aufgeladen werden können.

Verbindet man den Falk Tiger mit einem PC oder einem Mac, so wird der interne Speicher als Laufwerk angezeigt.

Der Falk Tiger besitzt ein 3,5 Zoll Farbdisplay mit integriertem Touchscreen und einer Auflösung von 320×480 Pixeln. Das Display ist scharf und gut ablesbar. Lediglich bei starker Sonneneinstrahlung spiegelt das Display sehr.

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Auf der Oberseite besitzt das GPS keine weiteren Tasten. Auf der linken Seite befinden sich drei Knöpfe für Ein/Aus, Einstellungen und Start/Stopp der Trackaufzeichnung.

Auf der Rückseite befindet sich nur eine 4QuickFix-Halterung. Im Zubehör-Handel gibt es diverse Halterungen für dieses System wie z.B. einen Gürtelclip. Die beigefügte Tasche dient nur als Schutz und hat keine Gürtelbefestigung.

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Das GPS ist nach dem IPX 5 Standard geschützt vor Spritzwasser und “Strahlwasser”, jedoch nicht gegen zeitweiliges Untertauchen. Das ist weniger als so manch anderes auf dem Markt erhältliche Outdoor-Navigationsgerät bietet.

Die Prozessorleistung meines Testgerätes war gut – alle Funktionen ließen sich flüssig bedienen.

Der Falk Tiger verfügt nur über einen Piepser – eine Sprachausgabe ist nicht möglich.

Über den verwendeten GPS-Chip macht Falk keine Angaben. Glonass wird nicht unterstützt. Das GPS-Modul kann in den Einstellungen nicht konfiguriert werden, z.B. EGNOS oder WAAS ist nicht abschaltbar oder nicht vorhanden. Die Trackaufzeichung war manchmal etwas “zittrig”.

 

Die Software Activity-Manager

Zum Verwalten des Falk Tiger wird die kostenlose Software “Activity-Manager” von Falk empfohlen. Sie ist nur für Windows verfügbar. Vor dem Start der Software sollte das Falk Tiger über das USB-Kabel mit dem Computer verbunden sein, damit es vom Activity-Manager erkannt wird.

Auf meinem MacBook Air und einer virtuellen Maschine mit dem Windows-Betriebssystem funktionierte diese Kopplung nicht – der Falk Tiger wollte einfach nicht erkannt werden. Somit musste ich ein notwendiges Firmware-Update auf meinem Windows-Laptop (den ich zum Glück noch habe) ausführen.

Activity-Manager.png

Mit dem Activity-Manager können folgende Aufgaben auf dem Falk Tiger ausgeführt werden:

  • Update der Firmware
  • Herunterladen, Aufspielen und Löschen von Karten
  • Austausch und Anzeige von Wegpunkten
  • Austausch und Anzeige von GPS-Tracks
  • Verbindung zum Falk Tourenportal

Der Activity-Manager zeigt die GPS-Daten nur an. Ein Erstellen oder Bearbeiten von Wegpunkten ist im Activity-Manager nicht möglich. Zur (Offline-) Tourenplanung benötigt man hier also noch ein weiteres Programm.

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Verbindet man den Falk Tiger mit dem PC oder Mac, so ist es möglich, eigene GPX-Dateien mit Geocaches oder anderen Wegpunkten direkt in die Dateistruktur des GPS-Gerätes zu übertragen. Hierbei ist zu beachten, dass auch der Falk Tiger nicht mehr als 800 Geocaches verträgt.

Dateistruktur.png

Unter dem Verzeichnispfad “\Navigator\GeocacheLogFile” findet man – nachdem ein Cache im GPS geloggt wurden – die Fieldnotes-Datei “geocache_visits.txt”, die nach der Geocaching-Tour auf geocaching.com hochgeladen werden kann.

 

Verfügbare Karten für den Falk Tiger

Laut der Falk-Webseite decken die kostenlosen Basiskarten 25 europäische Länder ab. Im Activity-Manager habe ich jedoch nur die folgenden gefunden:

  1. Belgien
  2. Bulgarien
  3. Deutschland
  4. Dänemark
  5. Finnland
  6. Frankreich
  7. Island
  8. Kroatien
  9. Luxemburg
  10. Niederlande
  11. Norwegen
  12. Polen
  13. Schweden
  14. Schweiz
  15. Spanien
  16. Tschechien
  17. Ungarn
  18. Österreich

Ich gehe davon aus, dass die sieben “fehlenden” Länder (möglicherweise Zwergstaaten?) in den bestehenden Länderkarten enthalten sind.

Mit dem Falk Tiger ist man auf die Karten des Herstellers angewiesen. Eine andere Möglichkeit, OSM-Karten aus dem Internet auf das Gerät zu spielen, habe ich noch nicht gefunden.

Die Qualität sowohl der kostenlosen Basis-OSM-Karte, als auch der kostenpflichtigen Premium-Karte hat mir sehr gut gefallen. Bei uns im Saarland sind sogar die kleinen Waldpfade auf der Karte.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Basiskarten dieser 25 Länder schon auf beiden Modellen vorinstalliert sind.

Die Premium-Karte kann über die “Newest Map Guarantee” bis 30 Tage nach dem Kauf aktualisiert werden. Die Basis-Karten können jederzeit über den Activity-Manager auf das GPS-Gerät übertragen werden.

 

Die Handhabung des Falk Tiger

Zum Testen nutze ich das Modell Falk Tiger Pro. Als Betriebssystem für das GPS-Gerät kommt Windows CE zum Einsatz. Mein Falk Tiger hat den Softwarestand vom 19.01.2016: den Build 5862. Bis zum Zeitpunkt ds Schreibens dieses Testberichtes war keine neue Firmware verfügbar.

Nach dem Betätigen des Einschalters dauert es bei meinem Tiger knapp 40 Sekunden bis die Tracks, Wegpunkte und Geocaches geladen waren und die Karte angezeigt wird.

Je nach Umgebung und Wetter kann es dann nochmal über zwei Minuten dauern bis ein stabiler Fix mit den Satelliten besteht. Das kann mitunter schon sehr nerven.

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Im Folgenden möchte ich Euch zeigen, wie ich mit dem Falk Tiger einen Cache finde. Ich beginne im Hauptmenü mit dem Punkt Geocaching.

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Dann wähle ich “Geocaches suchen” aus.

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Danach muss ich angeben, wie ich suchen will – natürlich will ich einen Geocache in meiner Nähe suchen – ich wähle “Um Standort” aus.

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Dann werden mir die Geocaches, nach ihrer Entfernung sortiert, angezeigt.

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Durch einen Druck auf den Knopf mit dem ‘i’ werden mir Informationen über den Geocache angezeigt.

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Da es sich um einen schon von mir gelösten Mystery handelt, habe ich die Koordinaten unkenntlich gemacht. Diese Informationsanzeige hat noch zwei weitere Reiter, einen zur Anzeige des Caches auf der Karte …

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… und einen Reiter zur Anzeige der Wegpunkte, die dieser Cache hat.

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Durch Drücken des Häkchens unten links wähle ich diesen Wegpunkt als neues Ziel aus.

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Nun kann ich im folgenden Dialog auswählen, wie das Gerät navigieren soll – da ich zu Fuß unterwegs bin, wähle ich die Luftlinie aus. Später habe ich festgestellt, dass dieser Dialog in den Einstellungen abgeschaltet und mit einem Standardwert besetzt werden kann.

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Anschließend beginnt das GPS den Weg zum Zielpunkt zu “ermitteln” – was bei Luftlinie schnell geht.

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Die gefundene Route muss ich nun wieder bestätigen …

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… dann endlich ist es soweit und ich kann in Richtung der Dose loslaufen.

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In diesem Modus habe ich so lange keinen Zugriff auf die Informationen des Caches bis am unteren Rand eine Schaltfläche mit einem Zahnrad auftaucht. In meinen Tests konnte ich leider nicht nachvollziehen, ab wann genau diese Schaltfläche eingeblendet wird.

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Hier würde ich mir wünschen, dass diese jederzeit verfügbar ist.

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Kommt man in die Nähe der Finalkoordinaten, so bekommt man dies angezeigt. Über die Schaltfläche mit dem Zahnrad kann ich den Geocache als “gefunden” markieren.

Leider war bei meinen ersten Tests die Genauigkeit im Zielgebiet schlechter als 30-40 Meter. Nach Rücksprache mit meinem Ansprechparter für den Test musste ich die Einstellung „Position auf der Straße“ ausschalten – danach konnte ich die Geocaches vernünftig suchen und finden.

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Die Stärke des Falk Tiger ist die Verwaltung der Wegpunkte eines Caches. Was bei Smartphone-Apps schon lange nichts Besonderes mehr ist, habe ich bei den Outdoor-GPS-Geräten bisher nur bei Falk gefunden. Ich kann zu einem Cache beliebige Wegpunkte anlegen.

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Dazu kann ich auch die Wegpunktprojektion nutzen, was in Cache-Beschreibungen oft als “Peilen” bezeichnet wird.

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Das Falk Tiger hat also alles an Bord, was der Geocacher benötigt, um die Dose zu suchen!

Oft sind dazu meiner Meinung nach viel zu viele Dialoge und Tastendrücke notwendig – hier würde ich mir wünschen, dass es Abkürzungen in der Benutzeroberfläche gibt.

Bei den Wegpunkten (die nicht zu einem Geocache gehören) möchte ich noch erwähnen, dass man, erreicht man die Nähe des Ziels, eine kurze Information bekommt und das aktuelle Ziel gelöscht wird, was etwas blöde ist, wenn man genau an diesen Koordinaten etwas suchen will. Hier hilft nur diesen Wegpunkt erneut als Ziel auszuwählen oder die Zielkoordinaten als Wegpunkt eines Geocaches anzulegen.

Einmal hatte ich das Problem, dass die Wegpunkte aus meiner gpx-Datei auf der Karte angezeigt wurden, jedoch nicht als Ziele im GPS auswählbar waren.

Auch empfehle ich stets eine Büroklammer dabei zu haben, falls das Gerät mal einfriert. Über dem SD-Karten-Einschub ist ein kleines Loch mit dem Reset-Taster, in das nur eine Büroklammer passt. Der Kugelschreiber, den der Geocacher immer am Mann haben sollte, ist hier zu dick.

Nett finde ich die Bewegungserkennung – beim Start einer Tour fragt mich das Falk Tiger, ob ich den Track aufzeichen möchte, so gehört das Vergessen des expliziten Startens der Aufzeichnung der Vergangenheit an.

 

Die Stärken

  • Vorinstallierte OSM-Karten von 18 Ländern
  • Sehr gute Unterstützung von Caches mit mehreren Wegpunkten
  • Verschiedene Routing-Optionen für Fahrrad und Fußgänger
  • Flüssige Bedienung
  • Elektronischer Kompass und Barometer
  • Viele Konfigurationsmöglichkeiten
  • Gute Akkulaufzeit
  • Fairer Preis für das Falk Tiger Geo
  • Verwendung eines Standards für die Halterung

 

Die Schwächen

  • Diverse Softwarefehler
  • Stark spiegelndes Display
  • Beschränkung auf 800 Geocaches
  • Software ausschließlich für Windows verfügbar
  • Weder Bluetooth noch Wlan zum Koppeln der Geräte
  • Keine PKW-Navigation

 

Die Preise

Hier noch die Preise von Amazon für die beiden Falk Tiger Modelle und den erwähnten Gürtelclip.

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Transparenzhinweis

Falk hat mir für diesen Test freundlicherweise ein Falk Tiger Pro kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach dem Test werde ich das Testgerät wieder an Falk zurückgeben.

Wer mich kennt, weiß, dass dies meine Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst. Die Besprechung beschreibt meine ehrliche Meinung über dieses GPS-Gerät.

 

Mein Fazit

Hmmm – noch nie ist mir ein Test so schwer gefallen wie dieser! Immer wieder hat mich ein kleiner Bug in der Software davon abgehalten, das Falk Tiger auf einer größeren Tour zu testen. Mal war die GPX-Datei nicht verwendbar, mal waren die Geocaches nicht als Ziel auswählbar.

Da das Gerät gerade erst frisch auf dem Markt ist, hat es noch ein paar Schwächen in der Bedienung und der Stabilität. Hier hoffe ich, dass Falk in naher Zukunft nachbessert!

Dennoch habe ich mich nicht von einem ausführlichen Test abhalten lassen. Grundsätzlich haben mir die übersichtlichen Dialoge und Anzeigen gut gefallen. An manchen Stellen wünsche ich mir eine Abkürzung mit voreingestellten Werten.

Die Unterstützung von Geocaches mit mehreren Wegpunkten finde ich sehr gut und kenne sie bei Outdoor-GPS-Geräten so auch nur bei Falk.

Meines Erachtens eignet sich der Falk Tiger gut für Einsteiger. Für meine persönliche Art des Geocachings passen mir zu wenige Caches auf das Gerät – ich habe lieber immer alles dabei, um dann spontan entscheiden zu können, was ich denn suchen möchte.

Gut gefallen haben mit der elektronische Kompass und der Barometer, der selten in einem GPS-Gerät dieser Preisklasse vorhanden ist.

Ich persönlich hätte mir von Falk jedoch mehr gewünscht: Auf mich wirkt der Tiger eher wie eine Modellpflege des Lux als wie eine innovative Neuentwicklung. Von einem “neuentwickelten” GPS erwarte ich einen aktuellen GPS-Chip mit Unterstützung der neuen Satellitensysteme und des neuen .ggz-Formates, welches eine fast unbegrenzte Anzahl von Geocaches erlaubt.

Falk ist auf dem richtigen Weg – diesen jedoch immer noch nicht konsequent zu Ende gegangen.

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  3 Antworten zu “Falk Tiger: Mein Geocaching Test”

  1.  

    Servus

    Wie bekomme ich die Geocaching daten auf das gerät ? ich dreh langsam durch weil man nicht findet wo das mal erklärt wird

  2.  

    Sehe ich genauso wie Johannes. Klar Garmin hat schon einen anderen Preise, aber das Falk ist so eigentlich unbrauchbar.
    Garnin macht mit dem neuen Oregon alles Richtig und man merkt das sich da wirklich Gedanken gemacht wurde. Das Live Geocaching ist für mich absolutes Kaufargument was mich auch zum Wechsel vom momentan 600 bewegt.
    Falk hat einzig den Preis als Argument, der bringt mir aber nichts wenn das Gerät nicht benutzbar ist.

  3.  

    Es ist mir vollkommen unverständlich warum Falk nicht bei der Entwicklung einen erfahrenen Cacher zu Rate zieht. 800er Limitierung? Unbrauchbar!

    Vor allem wenn man sich mal anguckt, was Garmin aktuell neu auf den Markt werfen will.

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