Jun 302014
 

Mit dem ersten GPS-Maze in Deutschland wird das Mega Gutenberg 2015 wohl sicher eine der interessantesten, aber auch größten Geocaching-Veranstaltungen im Jahr 2015 werden. Für Euch habe ich mit Thomas Kolliski vom Orga-Team ein Interview geführt. Geduldig hat er sich meinen Fragen gestellt und diese ausführlich beantwortet.

Das Orga-Team vom megaevent Gutenberg 2015 in Mainz

Hintere Reihe: Willyum Weber (Wilbri), Brigitte Weber (Wilbri), Thomas Kolliski (Mogontiacum), Franz Laufenberg (Franzl07), Daniel Ahrend (Dajumaro) – Vordere Reihe: Uwe Schütz (x_uwe_x), Jonas Fischer (Lorok)

Wie seid Ihr auf die Idee zu einem Mega-Event in Mainz gekommen?

Die Idee spukt schon in unseren Köpfen seit wir aus Koblenz vom Project Eck zurückgefahren sind. Wir saßen mit einer Flasche Bier nachts im Zug, haben den Tag und das Event diskutiert und uns dann gesagt: Klasse, das wollen wir auch. Es dauerte dann aber noch ein paar Wochen bis wir wirklich den Mut fassten und ein kleines Team zusammengestellt haben. Gerade mich musste man anfangs noch intensiv überzeugen… tja und nun stecken wir eben mittendrin.

Wie sieht Eure finanzielle Absicherung zur Risikoabsicherung aus? Andere Veranstalter haben für einen solchen Fall einen Verein gegründet.

Mit der mainz+ Citymarketing GmbH haben wir hier in Mainz einen starken Partner gewinnen können, der uns in allen rechtlichen Belangen und als lokaler Veranstalter den Rücken deckt. Daher ist für uns die Gründung eines Vereines nie ein Thema gewesen. Aber auch finanziell ist mainz+ gerade im Bereich der Mainzelmännchen-Coins und der benötigten Lizenz ein hohes Risiko eingegangen. Der minimale Gewinn dient uns als Basisfinanzierung für das MEGA Event 2015. Der Rest soll über den Verkauf von Eintrittskarten und natürlich mit den üblichen Merchandising – Artikeln abgedeckt werden.

Wie groß ist Euer Orga-Team inzwischen? Reicht diese Kapazität um das Mega zu stemmen? Wie schaut Eure Aufgabenverteilung im Team aus?

Unser Orga-Team besteht im Kern aktuell aus 7 Personen. Bisher reicht diese Kapazität aus, wir werden allerdings einzelne Gewerke noch in Unterteams verteilen, um eine Entlastung im Orga -Team zu erzielen. Die Aufgabenverteilung ist wie wahrscheinlich überall nach den persönlichen Präferenzen der Einzelnen verteilt worden, wir haben Spezialisten für Cachetouren ebenso wie Spezialisten im Finanzbereich. Jeder tut das, was er kann und was wir nicht abdecken können, holen wir uns extern dazu.

Wie ist die Organisation Eures Mega-Events bisher gelaufen? Was war dabei das größte Problem, das Ihr schon lösen konntet?

Bisher hatten wir erstaunlich wenige Probleme. Egal in welchem Bereich, die Menschen sind hier sehr aufgeschlossen, wenn man sie um Unterstützung bittet. Die größte Hürde war, am Anfang die mainz+ Citymarketing GmbH davon zu überzeugen, irgendwelchen unbekannten Menschen auf eigenes Risiko die Durchführung einer Großveranstaltung in einem Bereich zu ermöglichen, der noch völlig unbekannt schien. Da mussten wir erst mal ein wenig Überzeugungsarbeit leisten und uns eine Vertrauensbasis schaffen. Mittlerweile, denke ich, sind wir da recht gut aufgestellt.

Gibt es noch offene Punkte, die bis zum Event noch geklärt werden müssen?

Ohja, es ist ein großer Trugschluss zu glauben, dass für so ein großes Event 11 Monate vor der Veranstaltung schon alles fertig ist. Wenn man es richtig angeht, sind 18 Monate wie bei uns schon sehr knapp. Das liegt aber auch daran, dass wir direkt groß denken mussten, um im Fall der Fälle nicht hektisch umplanen zu müssen. Dazu haben wir uns mit dem ersten deutschen MAZE noch ein bisschen mehr Arbeit an Bord geholt als es sonst üblich ist.

Um den Mega-Status zu erhalten muss eine Kommunikation mit Groundspeak stattgefunden haben. Wie ist diese bisher verlaufen?

Die Kommunikation mit Groundspeak war recht reibungslos, wir hatten tolle Ansprechpartner dort, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Aber auch durch die Hilfe lokaler Reviewer wurde uns Einiges erleichtert. Ein großer Dank an dieser Stelle speziell an Eulili.

Euch ist es gelungen, das erste GPS Maze auf deutschen Boden zu holen. Wie habt Ihr das geschafft?

Wir wollten etwas wirklich Besonderes machen. Irgendeiner hatte die Idee dazu. Es könnte auch eine Flasche Bier im Spiel gewesen sein. Gute Geschichten starten einfach nicht mit „Halt mal meine Cola“… Ich weiß es wirklich nicht mehr, wie es war. Irgendwann stand es in unserer Planung und seitdem haben wir daran gearbeitet. Heute sind wir auch ein bisschen stolz darauf und werden das Ganze sicher mit einer weiteren Flasche Bier abrunden.

Welche Highlights für Geocacher habt Ihr für das Mega noch in Planung?

Es ist eine Menge an Programm geplant. Die üblichen Workshops im Kletterbereich, Führungen, Undergroundtouren usw. Aber auch einige Specials, die ich jetzt noch nicht verraten möchte.

Nutzt Ihr Partner und Sponsoren, die Euch bei dem Mega unterstützen? Wie ist der Kontakt zu den Sponsoren zustande gekommen?

Ein solches Event ohne Sponsoren stemmen zu wollen, ist nur zu Lasten der Qualität möglich. Natürlich sind auch wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Gerade das MAZE bedeutet einen riesigen finanziellen Aufwand, der nur durch Eintrittsgelder nicht gedeckt werden kann. Immerhin haben wir die größte Halle der Region als Veranstaltungsort für MEGA und MAZE gewählt. Der Kontakt wurde primär von uns allen im Orga-Team in Eigenregie hergestellt, aber auch Hilfe haben wir ab und an gerne in Anspruch genommen. Die Sponsorensuche ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Aktuell sind im MAZE Bereich noch Sponsorenplätze zu vergeben, wer Interesse hat, darf sich gerne melden. Wir haben da Pakete im Angebot, die auch auf kleine und mittelständische Unternehmen zielen und für Jeden erschwinglich sind.

Ihr habt Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, als Schirmherrin gewinnen können. Wie ist Euch das gelungen?

Wir waren uns von Anfang an der Bedeutung des Events für die Region bewusst. Um dies zu unterstreichen, hat ein ehemaliges Mitglied des Orga-Teams den Kontakt zu Frau Dreyer hergestellt. Die Bereitschaft als Schirmherrin zu fungieren war sofort da.

Auf vielen Megas in der Vergangenheit sind sehr viele Shops und Hersteller von Geocaching-Produkten präsent gewesen. Wie ist Euer Konzept hierzu? Was muss ein Aussteller tun, wenn er auf Euer Mega will und was kostet ihn das?

Natürlich bieten auch wir eine Händlermeile an, wir haben da sogar ein paar Highlights, die es vorher so noch nie gegeben hat. Interessenten können sich aber auch jetzt noch jederzeit gerne an uns wenden, einige haben wir auch bereits direkt angesprochen und eingeladen. Die Kosten sind für die Händler sehr gering, wir versuchen dadurch für jeden Besucher etwas in seinem Interessengebiet anbieten zu können, egal ob es Tokenfans, Coinsammler oder Kletterenthusiasten sind.

Für die Megas in Frankfurt und München gab und gibt es Diskussionen um Einschränkungen durch die Location. So sind in den Fußball-Arenen keine Hunde erlaubt. Wird es in der Rheingold-Halle auch Einschränkungen geben? Gibt es eine maximal zulässige Anzahl von Besuchern in der Halle?

Wir haben die Diskussionen um Frankfurt und München natürlich auch mitbekommen und haben sofort darauf reagiert. Auf unserer Webseite und auch in unserem Listing ist der Hinweis zu finden, dass Hunde hier in Mainz generell erlaubt sind. Ebenso ist es natürlich möglich sich selbst zu verpflegen, wenn man dies trotz der äußerst familienfreundlichen Preise unbedingt tun möchte. Aber natürlich wird es wie bei jeder Großveranstaltung ein paar Regeln geben. Diese werden wir rechtzeitig vor dem Verkauf der Eintrittskarten kommunizieren, der Hauptkritikpunkt bei den beiden angesprochenen Events lag ja wohl eher im Zeitpunkt der Ankündigung als in den Regeln selbst. Eine maximale Zahl an Besuchern haben wir auch, wenn wir die allerdings erreichen, muss Groundspeak ein neues ICON für unsere Veranstaltung erfinden.

Falls sich mehr Teilnehmer als erwartet anmelden – was werdet Ihr mit dem Gewinn machen?

Es gibt eine Reihe von tollen Projekten, die wir unterstützen wollen. So haben wir schon im Vorfeld die Deutsche Stiftung Organtransplantation, die DKMS und die DMSG eingeladen, sich auf unserem Event zu präsentieren. Die Stände dafür stellen wir natürlich kostenfrei zur Verfügung. Einige der Überschüsse, so sie denn zustande kommen, werden also den richtigen Adressaten finden.

Wie werbt Ihr für dieses Event? Welche dieser Maßnahmen hat einen Sprung in den Anmeldungszahlen erreicht? Was hat gar nicht funktioniert?

Mit dem Geocaching Magazin haben wir im Bereich der Medien einen super Partner gefunden. Ansonsten nutzen wir primär unsere Webseite und die bekannten sozialen Netzwerke zur Kommunikation. Nicht zu unterschätzen ist aber die Word-to-Mouth Kampagne, die wir schon im Vorfeld bei der Präsentation der Eventidee gestartet haben. Dazu gab es eine Reihe von Events quer durch Deutschland, auf der unser Video gezeigt und die ersten Visitenkarten verteilt wurden. Die Resonanz darauf war riesig.

Die Anzahl der Mega-Events pro Jahr in Europa nimmt stetig zu. Warum sollte ein Geocacher gerade Euer Event besuchen?

Nun ja, jeder muss für sich entscheiden, was er erwartet. Bei uns findet man neben dem ersten deutschen GPS MAZE natürlich auch eine wunderbare Location. Zudem haben wir zahlreiche Rahmenevents im Angebot, wir starten bereits Donnerstags (Vatertag) in das MEGA Wochenende, welches am Sonntagmorgen mit einem Frühschoppen für uns endet. Die Stadt lädt zudem mit zahlreichen tollen Caches zu einer ausgeprägten Tour ein. Aber auch mitgereiste Nichtcacher finden in Mainz alles was sie wollen, z.B. gibt es zahlreiche interessante Orte der Römerzeit hier zu entdecken. Nicht vergessen sollte man natürlich den guten Wein der Gegend und die Gastfreundschaft der Mainzer, eine herbe Herzlichkeit im Zentrum Rheinhessens, die auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Nun noch zu Euch – ganz kurz, wie seid Ihr zum Geocaching gekommen und was macht Ihr so, wenn Ihr nicht gerade eine Dose sucht?

Wir haben da eigentlich keine besonderen Geschichten, man wurde mal durch Freunde mitgeschleppt und ist daran hängen geblieben. Das Übliche eben. Was wir sonst so machen ist mittlerweile schwer zu sagen, es bleibt neben der MEGA Organisation fast keine Zeit mehr für andere Hobbys.

Habt Ihr noch einen Schlusssatz für mich? Etwas, was ihr den Lesern mit auf den Weg geben wollt?

Euer Besuch ist unser Lohn. Kommt nach Mainz, feiert mit uns und denkt dran: Mainz bleibt Mainz wie es sucht und cached.

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