Feb 212013
 

Unser verlängertes Wochenende in Amsterdam beginnen saarzwerg und ich mit einem Besuch am Meer. Westlich der Hauptstadt der Niederlande liegt IJmuiden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die IJ-Mündung beim Bau des Atlantikwalls von den Deutschen stark befestigt.


Bei einem herrlichen Spaziergang am Meer schauen wir uns diese Relikte aus alten Tagen an…

Wir halten am Rand der Straße auf den eingezeichneten Parkplätzen. Im Winter geht das gut – im Sommer ist hier wohl bei gutem Wetter wegen der Nähe zum Badestrand alles überfüllt. Schon vom Auto aus können wir einen Beobachtungsbunker erkennen. Er gehört zur Marine-Luftabwehrbatterie Olmen W.N. 82.


Wir schauen uns den Beobachtungsposten aus der Nähe an. Früher war wohl mal die Spalte zum Rauschschauen zugemauert – mittlerweile ist sie offen, für mich jedoch zum Durchkriechen zu schmal.

Weiter unten im Gelände finden wir noch einen größeren Bunker. Es ist ein Regelbau Fl246: ein Munitionsauffüllraum für die schwere Flak.


Beide Türen sind verschlossen und mit schweren Schlössern gesichert. Schade – darin hätte ich mich gerne mal umgeschaut.

Wir gehen wieder zurück auf den Wanderweg, der oben in den Dünen mit einem herrlichen Ausblick auf das Meer verläuft. Nach ein paar Metern erreichen wir eine unmittelbar am Weg liegende offene Geschützbettung. Sie gehört zum Regelbau Fl243: Schwere Flakstellung. Hier standen im zweiten Weltkrieg die 10,5cm Luftabwehrgeschütze.
Auf dem Bild ist der Eingang zum unterirdischen Bunkerbereich zu erkennen. Ich packe meine Lampe aus und betrete die Treppe nach unten…


Dort angekommen ist meine Enttäuschung groß. Es gibt nur wenige Räume. Ich vermute zum Lagern der Munition. Leider hat der Wind hier Dünensand angehäuft. So hätte ich kriechen müssen, um die Räume zu erkunden. Ich gehe wieder zurück.


Wir folgen dem Wanderweg in Richtung Norden und erreichen die ehemalige Feuerleitstelle vom Typ Fl244. Diese Bunker ist schon etwas größer.


Zum Eingangsbereich dieses Bunkers gelangen wir durch einen überbauten Laufgraben. Die Decke ist betoniert und bietet Schutz.


Wir stehen vor dem Eingang. Leider waren die Grafitti-Sprayer wieder schneller. Warum muss man diese historischen Überreste immer so beschmieren?


Wir gehen hinein. Auch Innen ist alles mit Farbe versaut. An der Decke erkennt man noch gut den Splitterschutz. Der Bunker besteht aus mehreren Räumen.


Auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite steigen wir eine Treppe hinauf. Wir sehen wieder Tageslicht und stehen in der Bettung eines Geschützes.


Damit haben wir diesen Bunker komplett erforscht. Es liegt keine Dose darin? Sind die niederländischen Geocacher an solchen Orten nicht interessiert? Das Gelände und die Bunker sind doch frei zugänglich?

Wir gehen wieder zurück auf den Wanderweg und spazieren weiter. Nun erreichen wir die Befestigungen der ehemaligen Marine-Küstenbatterie Heerenduin W.N. 81. Hier waren die17 cm Schiffsgeschütze in Geschützbunkern des Typs M272 untergebracht. Die Geschütze konnten die 62 kg schweren Granaten bis zu 27 km weit schießen.


Eine schöne Übersicht übder die Regelbauten im Atlantikwall habe ich hier gefunden. Früher waren die Öffnungen der Bunker wohl zugemauert worden. Mittlerweile sind sie zwar wieder offen, man kann jedoch noch die Reste der Vermauerung erkennen.


Im Inneren sind neben dem Raum für das Geschütz noch zwei weitere kleinere Räume. Ich nehme an, dass dort die Munition für das Geschütz gelagert wurde. Am hinteren Ende gibt es noch einen Eingang zum Bunker, der durch die Dünen fast versperrt ist. Aus dem Geschützraum hat man einen herrlichen Ausblick in die Dünen. Dahinter ist das Meer nur zu erahnen.


Nachdem wir an zwei Geschützbunker vorbeigekommen sind, nähern wir uns der Feuerleitstelle vom Typ M178. Es ist das größte Gebäude dieser Stellung mit 2300 m? verbautem Beton. Dahinter erkennen wir im weiteren Verlauf des Wanderweges noch die beiden anderen von insgesamt vier Geschützbunkern.


Wir schauen uns die Feuerleitstelle von hinten an. Leider sind die Öffnungen hier wieder arg von den Dünen zugeschüttet worden. Für uns sind diese Räume nicht mehr zu betreten.


Auf der Seite gibt es eine Möglichkeit auf den Bunker zu klettern. Dadurch kann ich den hinteren Eingang zum oberen Raum erreichen.


Von dort hat man einen tollen Ausblick auf das Meer.


Wir gehen weiter, kommen noch an den beiden anderen Geschützbunkern vorbei und erreichen schließlich das Ende des Weges. Dort ist eine große Hinweistafel aufgestellt. Leider ist der komplette Text ausschließlich auf niederländisch. Ich kann nur erahnen, was da geschrieben steht. Sowas wie: “Die Stellung wurde mit Stacheldraht, Minenfeldern, Granatwerfern und MG-Nestern geschützt…”


Wir wundern uns, dass in beiden Stellungen keine einzige Dose zu finden ist. Ich schaue ungläubig auf mein GPS-Gerät. Die nächste Dose IJmuider slag ist  in der Nähe unseres Parkplatzes. Wir spazieren wieder zum Auto zurück und nehmen die kleine Dose noch mit…

Zu Hause angekommen recherchiere ich ein wenig über den Atlantikwall, seine Regelbauten und dieses Bunkerfeld und finde die folgenden Links:

Falls ihr noch ein paar mehr Bilder von unserer Tour sehen möchtet, werft doch einen Blick in mein Webalbum.

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  2 Antworten zu “LP: Atlantikwall – Heerenduin und Olmen”

  1.  

    Tolle Bilder. Ich ärgere mich gerade, dass ich dafür nicht schon früher ein Auge hatte. In den 90'ern war ich mehrfach in der Gegend.

    Das dort keine Dose liegt, könnte ggf. daran liegen dass es in den Niederlanden üblich ist, bei dass die Reviewer bei nahezu jedem Cache die Erlaubnis des Grundeigentümers fordern, was bei einer solchen Location schwierig sein dürfte.

  2.  

    Tja die Niederländer sind noch ein bißchen träge. Ich hab letztes Jahr dort auch kaum was gefunden (weil da nix zu finden war :-) Vermute wenn ich in ein paar Wochen wiederkomm um meine Saarlandcoin heimzuholen wirds noch genauso sein.
    Aber danke für die interessanten Bilder.

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