Bad Kohlgrub eignet sich gut für alle, die Wandern und Geocaching verbinden möchten. Ich zeige euch ein Adventure Lab, einen Tradi an einer Kapelle und zwei Wanderungen, die ihr problemlos nachlaufen könnt.
Obwohl ich beruflich in Bad Kohlgrub war, habe ich trotzdem viel von der Region gesehen. Wenn ihr einen Wochenendausflug in die Ammergauer Alpen plant, findet ihr hier Touren, Cache-Tipps und eine Restaurant- und Hotelempfehlung, jeweils ehrlich bewertet. Schaut doch mal rein!
Labcaching im Bad Kohlgrub
Schon vor einigen Wochen führt mich ein berufliches Seminar für fünf Tage nach Bad Kohlgrub. Der beschauliche Ort liegt mitten im Naturpark Ammergauer Alpen in Bayern. Mein Seminarhotel befindet sich zwar oben in einem etwas höher gelegenen Ortsteil, doch bei überwiegend sonnigem Wetter nutze ich meine knappe Freizeit in der ausgedehnten Mittagspause und am späten Nachmittag natürlich ausgiebig, um unten im Ortskern nach ein paar Geocaches und Labcaches zu schauen.
Über den Ort verteilen sich die fünf Labcaches des LabAdventures „150 Jahre Moorheilbad Bad Kohlgrub„, die alle fußläufig erreichbar sind.
In knapp zehn Minuten spaziere ich die gut 60 Höhenmeter hinunter in das Zentrum. Mein erster Anlaufpunkt ist die katholische Pfarrkirche St. Martin mit ihrer barocken Innenausstattung. Direkt an der Kirche lässt sich die erste Frage eines Adventure Labs beantworten.
Von der Kirche aus laufe ich nur wenige Schritte weiter zum Dorfbrunnen, der zentral vor dem Rathaus steht.
Direkt neben dem Brunnen fällt mir das Denkmal ins Auge, von dem ich für schnell noch ein Foto mache.
Anschließend schlendere ich gemütlich weiter in Richtung des Kurparks. Auf dem Weg dorthin bleibe ich vor einem besonders schönen Wohnhaus stehen. Die Fassade ist mit den für diese oberbayerische Region typischen Lüftlmalereien verziert, was mir wegen der kunstvollen Details besonders gut gefällt.
Von diesem fotogenen Zwischenstopp aus sind es nur noch wenige Meter bis in den gepflegten Kurpark, wo direkt der nächste Labcache auf mich wartet.
Vom Kurpark über den Timberland-Trail
Zuerst beantworte ich die Frage des Labcaches im hübsch angelegten Lebensgarten mitten im Kurpark. Anschließend schlendere ich weiter zum südöstlichen Ende der Parkanlage, wo die Beschilderung zum Timberlandtrail beginnt. Ich folge dem Wanderweg ein Stück bergauf und komme schon bald an einen wunderbaren Aussichtspunkt. Von hier oben genieße ich den herrlichen Panoramablick über die Dächer von Bad Kohlgrub und das grüne Umland.
Kurz hinter dem Aussichtspunkt führt mich der Weg durch die bewaldete Ludwigschlucht nach oben. Nach etwa einer Viertelstunde entspanntem Bergaufsteigen trete ich aus dem Wald heraus und stehe auf der weitläufigen Almfläche vor dem Ortsteil Guggenberg. Diese freie Fläche eröffnet mir einen grandiosen Weitblick über das Alpenvorland, was für mich persönlich das absolute Highlight dieser kleinen Feierabendrunde ist.
Von dieser Aussichtsplattform der Natur aus sind es schließlich nur noch ein paar Schritte zurück zu meinem Seminarhotel.
Geocaching an der Rochus-Kapelle
An einem weiteren Nachmittag zieht es mich für einen erneuten Spaziergang hinunter in den Ort, um die noch fehlenden Stationen des Adventure Labs zu absolvieren. Auf dem Weg fällt mir auf der Karte der Traditional Cache Rochuskapelle bei der Kapelle ins Auge. Ich steuere die kleine Kapelle an und genieße vor Ort erst einmal die fantastische Aussicht auf die markanten Steinberge im Hintergrund.
Die Dose selbst greife ich mir glücklicherweise nach nur wenigen Augenblicken. Da ich diese spezielle Versteckart schon öfter auf meinen Touren gesehen habe, stellt sie mich vor keine große Herausforderung. Für Geocacher, die diese Mechanik noch nicht kennen, kann die Suche an dieser Stelle allerdings durchaus knifflig werden.
Nach dem Loggen folge ich dem Weg an der Rochus-Kapelle vorbei in Richtung der finalen Labcache-Station.
Auf dem Weg dorthin eröffnet sich mir ein freier Blick hinüber zum Hörnle, dem Hausberg von Bad Kohlgrub, auf den eine nostalgische Schwebebahn hinaufführt.
Schließlich erreiche ich die Informationsstelle zum Thema Moor, wo ich die knifflige Frage der letzten Station löse und somit das komplette Adventure Lab erfolgreich abschließe.
Mit gelöstem Adventure Lab und einem weiteren Tradi im Gepäck mache ich mich über die Straße auf den kurzen Rückweg zu meinem Hotel.
Wanderung #1: Über’s Hörnle ins Tal
Den Tag mit dem absolut besten Wetter dieser Woche nutze ich für eine ausgiebige kleine Feierabend-Wanderung am Hausberg. Zu meiner Überraschung muss ich auf dieser Tour zwar komplett auf Geocaches und Labcaches verzichten, da die Strecke dosenfrei ist, aber die Ausblicke entschädigen dafür vollkommen.
Direkt nach Seminarende verlasse ich pünktlich den Schulungsraum und schaffe es gerade noch so, mit der historischen Hörnlebahn ca. 20 Minuten nach oben zu fahren, bevor die Gondel ihren Betrieb für den Tag einstellt.
An der Bergstation angekommen, genieße ich gegen 17 Uhr als erstes den fantastischen Blick hinab ins Tal rund um Bad Kohlgrub.
Gleich gegenüber von der Sessellift türmt sich das Vordere Hörnle auf, welches mein erstes Etappenziel darstellt.
Doch bevor ich mich an den Aufstieg mache, laufe ich erst die wenigen Meter zum Aussichtspunkt, der schräg oberhalb der Bergstation liegt. Auf einer übersichtlichen Informationstafel lese ich ab, welche Gipfel und Ortschaften sich in der Ferne am Horizont abzeichnen.
Danach wandere ich weiter zur bewirtschafteten Hörnlehütte. Für eine gemütliche Einkehr bleibt mir heute leider keine Zeit, da ich spätestens um 19:00 Uhr zum Abendessen zurück im Seminarhotel sein möchte.
Die knapp 500 Meter Wegstrecke und gut 60 Höhenmeter hinauf zum Gipfel des Vorderen Hörnles schaffe ich in gut zehn Minuten. Da der Gipfel teilweise bewaldet ist, bleibt der Blick hier etwas eingeschränkt, bietet aber freie Sicht hinüber zum Mittleren Hörnle (rechts im Bild) und Hinteren Hörnle (links im Bild).
Beim Abstieg vom Gipfel hinunter auf den Hauptwanderweg eröffnet sich mir ein traumhafter Blick auf den glitzernden Staffelsee mit seinen Inseln.
Den schweißtreibenden Aufstieg zum Mittleren Hörnle schenke ich mir zeitbedingt und wandere stattdessen direkt weiter in Richtung des Hinteren Hörnles. Auf dem Weg dorthin komme ich an einer Koppel vorbei, wo einige Pferde friedlich die frische Bergluft genießen.
Kurz vor dem letzten Gipfel eröffnet sich mir erneut eine imposante Kulisse mit freiem Blick auf die schroffen Felsformationen der umliegenden Steinberge.
Gegen 17:30 Uhr erreiche ich schließlich das Gipfelkreuz des Hinteren Hörnles auf 1.548 Metern Höhe, was ich mit einem schnellen Gipfel-Selfie festhalte.
Von diesem höchsten Punkt der Tour kann ich den kompletten Staffelsee in seiner vollen Pracht überblicken.
Ein gutes Stück weiter rechts türmen sich im Hintergrund die mächtigen Kalkspitzen der bayerischen Alpen auf.
Nachdem ich die grandiose Aussicht ausgiebig genossen habe, mache ich mich an den Abstieg über einen schmalen Pfad. Dieser führt mich noch einmal dicht an den Pferden vorbei, die sich von mir aber überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen.
An der zentralen Wegkreuzung unterhalb des Hinteren Hörnles folge ich der Ausschilderung in Richtung Talstation. Das erste Stück steige ich über einen breiten Schotterweg bergab.
Da ich nicht die komplette Strecke auf hartem Schotter knieschonend ablaufen möchte, nehme ich ein kurzes Stück bergan in Kauf. So gelange ich auf einen wesentlich angenehmeren Wanderpfad, der mich in großen Schleifen durch den Wald nach unten bringt.
Nach dieser rund 8 Kilometer langen Runde stehe ich pünktlich kurz vor 19:00 Uhr wieder vor den Türen meines Hotels.
Wanderung #2: Kleine 2-Schluchtentour
An meinem letzten ganzen Tag in Bad Kohlgrub meint es das Wetter leider etwas durchwachsen mit mir. Die Mittagspause nutze ich jedoch prompt für eine kleine, erfrischende Runde durch zwei benachbarte Schluchten – und glücklicherweise bleibt es während des gesamten Spaziergangs trocken.
Direkt vom Hotel aus wandere ich zunächst an der gemütlichen Guggenberg Alm vorbei. An der nächsten Wegkreuzung biege ich ab und folge der Ausschilderung auf den Ammergauer Wiesmahdweg, der sich wunderschön zwischen den saftigen Almwiesen hindurchschlängelt.
Der Weg ist angenehm eben und lässt sich wunderbar entspannt gehen. Immer wieder komme ich an einer kleinen Holzbank vorbei, die zum Verweilen einlädt.
Hinter einer Holzbrücke verlasse ich den Wiesmahdweg schließlich und folge dem Wegweiser in die tief eingeschnittene Burggrabenschlucht. Hier geht es über zahlreiche hölzerne Treppenstufen steil bergab.
Schon nach kurzer Zeit erreiche ich den Grund der Schlucht und folge dem leise plätschernden Bachlauf ein Stückchen flussabwärts.
Etwas weiter unten verlasse ich die kleine Schlucht auch schon wieder. Der Pfad führt mich nun am dichten Waldrand entlang und an einer weitläufigen Wiese vorbei weiter bergab.
Unten angekommen, stehe ich am ruhigen Ortsrand von Bad Kohlgrub. Bevor ich allerdings wieder zurück in den Ort laufe, biege ich direkt ab und folge den Hinweisschildern zum Timberland Trail.
Dieser abwechslungsreiche Wanderweg führt mich jetzt durch die komplette Ludwigschlucht bergauf. Über Holztreppen und schmale Brücken geht es stetig bergan durch das schattige Waldstück.
Oben am Schluchtausstieg angekommen, trete ich wieder ins Freie – von hier aus sind es nur noch wenige Schritte zurück zu meinem Hotel.
Meine Restaurant-Empfehlung für Bad Kohlgrub
An einem der Abende kehre ich gemeinsam mit der gesamten Seminargruppe in der Guggenberg Alm ein. Das Passt zeitlich perfekt, denn die Alm liegt gerade einmal fünf Gehminuten von unserem Hotel entfernt.
Die Innenräume sind durch und durch typisch bayerisch eingerichtet. Die vielverwendeten Holz- und Dekorelemente verleihen der Gaststube eine sehr urige und urgemütliche Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt.
Zum Abendessen entscheide ich mich für eine echte regionale Spezialität: Auf den Teller kommt ein klassischer bayerischer Schweinsbraten, serviert mit einer kräftigen Dunkelbiersoße, einem fluffigen Semmelknödel und hausgemachtem Krautsalat.
Das Gericht schmeckt fantastisch – das Fleisch ist extrem zart und die dunkle Soße wunderbar würzig. Falls Ihr also mal in Bad Kohlgrub unterwegs seid, kann ich Euch eine Einkehr in der Guggenberg Alm wirklich ans Herz legen.
Meine Hotel-Empfehlung für Bad Kohlgrub
Mein Seminar findet im Hotel Schillingshof (Provisionslink) statt, welches im Ortsteil Guggenberg liegt – direkt gegenüber der Talstation der Hörnlebahn. Für die Anreise mit dem Auto stehen ein eigener Parkplatz sowie ein praktisches Parkhaus zur Verfügung, das sogar mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausgestattet ist.
Mein Zimmer zeigt sich sehr geräumig und ansprechend modern eingerichtet. Das Bad fällt ebenfalls großzügig aus, hat für meinen Geschmack allerdings einen kleinen Dämpfer: Die Dusche befindet sich direkt in der Badewanne. Da ich persönlich kein Fan vom Duschen in Wannen bin, gibt das einen kleinen Abzug in der B-Note, was dem Gesamteindruck aber kaum schadet.
Ein echtes Plus ist der eigene Balkon: Von hier aus genieße ich einen direkten Blick hinüber zum Vorderen Hörnle und auf das Gelände der Hörnlebahn-Talstation.
Das Frühstück lässt am Morgen absolut keine Wünsche offen. Das Buffet bietet eine breite Auswahl an kalten und warmen Speisen, sodass man bestens gestärkt in den Tag startet.
Auch während des laufenden Seminars werden Mittag- und Abendessen jeweils in Buffetform serviert. Kulinarisch überzeugt das Haus auf ganzer Linie: Die Speisen sind durchweg extrem lecker, abwechslungsreich zusammengestellt und mit dem gewissen pfiffigen Etwas zubereitet.
Ein schönes Extra auf den ersten Blick: Weil ich auf die tägliche Zimmerreinigung verzichte, erhalte ich an der Rezeption Gutscheine für jeweils ein kleines Bier oder einen Piccolo an der Hotelbar. Als ich die Gutscheine am Abend einlösen möchte, folgt jedoch die ernüchternde Überraschung: Das Kleingedruckte schränkt die Nutzung extrem ein. Die Gutscheine sind weder untereinander kombinierbar noch für andere Getränke gültig, und pro Tag darf strikt nur ein einziger Gutschein für genau diese beiden Optionen eingelöst werden. Diese starre und kompromisslose Haltung an der Bar empfinde ich ehrlich gesagt als wenig kundenfreundlich – hier könnte das Hotel seinen Gästen ruhig etwas flexibler entgegenkommen.
Trotz dieses kleinen Wermutstropfens zieht das Haus ein insgesamt sehr positives Fazit: Für ein verlängertes Wander- oder Geocaching-Wochenende in den Ammergauer Alpen würde ich dieses Hotel auch privat jederzeit wieder buchen.
Interaktive Karte meiner Touren rund um Bad Kohlgrub
Auf der folgenden Karte könnt ihr die von mir besuchten Wegpunkte auf meinen Touren und Wanderungen rund um Bad Kohlgrub sehen. Leider fehlt der Track der ersten Tour durch den Ort. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!
Falls euch die Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich eine Collection meiner Touren rund um Bad Kohlgrub in meinem Komoot eingestellt.
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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Bad Kohlgrub gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr im Ammergebirge unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.









































