Hinter „Die Abenteuer des Dr. Jones“ steckt mehr als ein einfacher Cache: eine Terminbuchung, mechanische Rätsel und ein Final, das die Mühe wert ist.
Im Beitrag gibt’s alle Details zum Ablauf – plus ein Interview mit den Machern.
Der Kalender-Cache „Die Abenteuer des Dr. Jones“
Bei der Planung unserer Tour ins Emsland habe ich im Vorfeld recherchiert, welche interessanten Geocaches auf dem Weg liegen. Dabei fiel mir der Mystery-Cache „Die Abenteuer des Dr. Jones“ ins Auge, der sich im hannoverschen Stadtteil Ricklingen befindet. Dieser geschichtsträchtige Ort, der 1124 erstmals urkundlich erwähnt wurde, bildet die Kulisse für das Abenteuer.
Der Cache existiert bereits seit knapp drei Jahren und verzeichnet bei einer Quote von 96 Prozent stolze 552 Favoritenpunkte.
Wie bei diesem Cache-Typ üblich, musste vorab ein Einstiegsrätsel gelöst werden. Obwohl mein Ansatz korrekt war, benötigte ich für den finalen Schritt einen kleinen Hinweis vom Owner, der mir schnell und freundlich weiterhalf. Nach dem erfolgreichen Lösen folgte die obligatorische Eintragung in den Terminkalender.
Während ich diesen Bericht verfasse, weist der Kalender noch viele freie Termine auf. Zu beachten ist, dass die Runde an feste Öffnungszeiten gebunden ist sowie mittwochs und sonntags generell nicht absolviert werden kann.
Nach der langen Anreise aus dem Saarland steuerten wir den empfohlenen Parkplatz an und fanden dort problemlos einen freien Stellplatz. Praktischerweise war auch eine freie Ladesäule verfügbar, sodass mein Elektroauto während unserer Tour laden konnte. Die ersten Stationen führten uns durch den Außenbereich und ließen sich fair und ohne größere Hindernisse lösen. Anschließend wechselten wir in den Innenbereich, in dem sich der Hauptteil des Geocaches abspielt. Bevor es richtig losging, setzte ich mir passend zum Thema den charakteristischen Abenteurerhut auf.
Drinnen warteten insgesamt zehn abwechslungsreiche, teilweise mehrstufige Rätselstationen und ein besonderes Final auf unser Team. Bis auf eine Ausnahme konnten wir sämtliche Aufgaben problemlos bewältigen. Bei einer Station gelang es uns, das Schloss zu öffnen – oder es war bereits offen. Da wir den Code danach unachtsam verdrehten, benötigten wir zum anschließenden Verschließen die Unterstützung der Owner, die uns extrem schnell und unkompliziert gewährt wurde. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichten wir das Final und trugen uns in das Logbuch ein.
Es hat uns großen Spaß bereitet, den Spuren von Dr. Jones in Ricklingen zu folgen, wie ihr leicht an unserem Logeintrag sehen könnt!
Falls ihr diesen Geocache bisher noch nicht gespielt habt, so möchte ich ihn euch an Herz legen. Löst das Rätsel, bucht einen Termin und freut euch auf einen nicht alltäglichen Spielspaß nahe Hannover!
Das Interview mit den Ownern
Der Blick hinter die Kulissen – Ein Interview mit den Ownern von „Die Abenteuer des Dr. Jones“
Stellt euch kurz vor: Wer seid ihr abseits des Geocachings – und seit wann seid ihr als thedaywalkers aktiv?
Wir sind, Anja (60) und Michael (64) aus Hannover und seit 2009 als thedaywalkers mit nicht enden wollender Begeisterung diesem Hobby verfallen.
Ursprung & Vision
Die Initialzündung – Wie kam euch die Idee zu „Die Abenteuer des Dr. Jones“? War Indiana Jones schon immer ein persönliches Vorbild, oder gab es einen konkreten Auslöser – einen Filmabend, eine Reise, einen Fundort – der den Stein ins Rollen brachte?
Nachdem wir einen wirklich schönen Termincache gespielt hatten, saßen wir im Biergarten und die Idee, auch einmal etwas „Größeres“ zu bauen entstand. Wir selber lieben Caches mit einer fortlaufenden Story. Die Geschichten rund um Indiana Jones, haben den mr. d. schon immer fasziniert.
Die Vision hinter dem Abenteuer – Der Cache ist als mehrstündiges, immersives Rätselerlebnis mit Terminbuchung konzipiert – das klingt eher nach Escape Room als nach klassischem Geocache. Hattet ihr von Anfang an diese Größenordnung im Kopf, oder hat sich das Projekt während der Planung immer weiter ausgedehnt?
Hier trifft definitiv Letzters zu.
Teamwork – Wie habt ihr als Paar die Aufgaben untereinander aufgeteilt? Wer war für welche Bereiche zuständig – Technik, Basteln, Story, die Indiana-Jones-Atmosphäre?
Hier gab es keine klare Rollenverteilung. Jede neue Idee wurde durchgesprochen, verworfen, umgestaltet oder umgesetzt. Den Großteil der Bastelarbeiten sind allerdings vom mr. daywalker umgesetzt worden. Wir hätten liebend gern nochmal so viele Stationen gebaut … Ideen waren/sind vorhanden … wurden aber von anderer Stelle ausgebremst.
Bauphase & Technik
Vom Reißbrett ins Abenteuer – Wie viel Zeit verging vom ersten Gedankenblitz bis zum Publish im Juli 2023 – und wie viele Arbeitsstunden stecken schätzungsweise in dem Projekt?
Biergartenbesuch und 1. Idee: 30.06.2023 –> Publish: 22.09.2023
Das Arsenal des Dr. Jones – Die Beschreibung nennt QR-Codes, Codetabellen, Taschenlampe – und natürlich Schlangen. Welche technischen Spielereien und rätseltechnischen Kniffe stecken hinter den einzelnen Stationen, ohne dabei zu viel zu verraten?
Wir haben bewusst auf elektronische Spielereien verzichtet und dafür unser Augenmerk auf Mechanik gelegt. Bei den Rätseln haben wir auf altbewährtes und für Jedermann machbares gesetzt.
Atmosphäre & Requisiten – „Hut und Peitsche“ sind Pflicht – für Dr. Jones wie für die Stimmung. Woher stammen die thematischen Requisiten und die Indiana-Jones-Kulisse? Flohmarkt, Filmfundus, Eigenbau oder eine Mischung aus allem?
Viele Dinge stammen aus unserem Haushalt und wurden passend umgebaut, für ein paar Requisiten mussten wir auf einen bekannten Onlinehandel zurückgreifen.
Game-Design & Testing
Das 2-bis-3-Stunden-Phänomen – Der Cache ist auf eine Erlebnisdauer von 2 bis 3 Stunden ausgelegt und auf maximal 3 Personen begrenzt. Wie schwer war es, die Rätsel so zu balancieren, dass sie in diesem Zeitfenster lösbar sind – aber trotzdem den Kopf rauchen lassen?
Wir hatten 2 Beta-Tester-Teams, danach haben wir einen realistischen Durchschnitt der Spieldauer ermittelt.
Der Härtetest – Was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus euren Betatests? Gab es eine Station, die ihr nach dem Feedback der Testcacher komplett umwerfen oder neu denken musstet?
Eine Verschlüsselung wurde geändert, da sie thematisch nicht passt, ansonsten mussten wir nichts verändern. Im Laufe der Zeit, wurden Stationen mit neuen Ideen optimiert.
Rückschläge & Wartung
Hürdenlauf – Einen mehrstufigen Mystery Cache mit Buchungspflicht und komplexer Technik dauerhaft am Laufen zu halten, ist keine Kleinigkeit. Was war das größte technische, logistische oder bürokratische Problem während Planung und Betrieb?
Unser größter Endgegner: die Erstellung eines Terminkalenders. Da ein Teil des Caches an Öffnungszeiten gebunden ist, die sich auch mal spontan ändern können, werden wir manchmal vor Herausforderungen gestellt.
Keine Spoiler bitte! – In der Cache-Beschreibung bittet ihr ausdrücklich darum, keine Stationsfotos oder Hinweise in Logs zu veröffentlichen. Wie gut hält sich die Community daran – und musstet ihr schon einmal Logs löschen oder Cacher direkt ansprechen?
DAS ist in der Tat oft ein Problem. Wir mussten schon einige Male um Änderung des Logeintrags bzw. Löschung von Bildern bitten.
Der menschliche Faktor
Ein Abenteuer auf zwei Schauplätzen – Der Cache führt die Cacher zunächst draußen durch das Abenteuer, bevor es in einem öffentlichen Gebäude weitergeht – ein ungewöhnliches Setting, das sicher nicht ohne Absprachen funktioniert. Wie kam es zu der Unterstützung durch die Mitarbeiter vor Ort? Waren sie von Anfang an begeistert, oder musstet ihr zunächst etwas Überzeugungsarbeit leisten?
Die Antwort auf diese Frage würde zu sehr spoilern, daher würden wir sie gern unbeantwortet lassen.
Ausklang
Die skurrilste Geschichte – Was war die denkwürdigste Begegnung, das lustigste Logfoto oder der absurdeste Moment, den ihr seit dem Publish im Juli 2023 mit einem Cacher erlebt habt?
Wir werden oft wegen des Einstiegsrätsel angeschrieben, wo uns Cacher ihre Vermutungen und Ideen zum Rätsel mitteilen. Dieses lieferte uns gefühlt 100 Ideen für neue Mysterie-Caches. Positive Entwicklung: Der Indiana Jones hat uns bundesweit sehr viele positive Kontakte und sogar neue Freundschaften beschert.
Ausblick – Mit 578 Funden und einer Favoritenquote von sagenhaften 96 % habt ihr in knapp zwei Jahren etwas wirklich Besonderes geschaffen. Habt ihr schon Ideen, „Die Abenteuer des Dr. Jones“ weiterzuentwickeln – oder plant ihr ein völlig neues Projekt?
Das Thema Indiana Jones ist abgeschlossen. Ideen für einen neuen Cache sind vorhanden, allerdings fehlt noch die passende Location … wir arbeiten daran.
Schlusswort – „Folgt mir, ich kenne den Weg“ – so endet eure Cache-Beschreibung. Mögt ihr uns noch einen letzten Satz für unsere Leser und die Geocaching-Community mitgeben?
„Archäologie ist nicht das, was Sie glauben! Noch nie, hat ein X irgendwo, irgendwann einen bedeutenden Punkt markiert.“ In diesem Sinne, wünschen wir all denen, die dieses Abenteuer noch erleben wollen, ganz viel Spaß!
Vielen Dank für eure Zeit und die tiefen Einblicke in dieses außergewöhnliche Indiana-Jones-Abenteuer – auf dass noch viele Cacher erfolgreich den Schatz des Dr. Jones finden mögen!
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Wie hat euch meine Cacheempfehlung gefallen? Habt Ihr diesen Mystery-Cache selbst schon gespielt und wie hat er euch gefallen? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare unter diesem Beitrag!









