Lab- und Geocaching in der Altstadt von Neumarkt in der Oberpfalz

Neumarkt in der Oberpfalz steckt voller Geschichte – von mittelalterlichen Stadttoren bis zu einem jüdischen Tauchbad im Keller eines Bürgerhauses.

Wer wissen möchte, wie man das alles entspannt mit Geocaching verbindet, findet im Beitrag eine gut nachvollziehbare Route mit konkreten Tipps zu Unterkunft und Einkehr.

 

 

Zu Fuß in die Altstadt

Zum Auftakt meines verlängerten Wochenendes am ersten Mai erreiche ich gegen 17:00 Uhr das Kloster St. Josef in Neumarkt in der Oberpfalz. Nach dem Check-in im Kloster-Gästehaus mache ich mich zu Fuß auf den Weg in die etwa 1,5 Kilometer entfernte Altstadt. Nach einem etwa zwanzigminütigen Spaziergang erreiche ich das Neumarkter Brauereimuseum der Brauerei Glossner, wo ich direkt zwei Labcache-Runden starte.

Außenansicht des Neumarkter Brauereimuseums

Von dort aus schlendere ich durch die Fußgängerzone zum Traditional-Cache Nano in der Stadt, den ich nach kurzer Suche in seinem Versteck entdecke.

Blick in die Fußgängerzone

Durch eine Seitengasse gelange ich in die Marktstraße, die als breite Flaniermeile das Zentrum der Altstadt bildet.

 

Rund um das historische Rathaus

Hier steht das historische Rathaus, ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert, der nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaut wurde.

Die Fassade des historischen Rathauses von Neumarkt mit seinen markanten Giebeln

Nur wenige Schritte weiter befindet sich das Münster St. Johannes. Die Hallenkirche wurde zwischen 1404 und 1434 unter Pfalzgraf Johann errichtet und prägt mit ihrem 72 Meter hohen Turm die Silhouette der Stadt.

Das gotische Münster St. Johannes mit dem markanten Kirchturm gegen den Abendhimmel

Zwischen dem Rathaus und dem Münster liegt der Georgsbrunnen, der eine Statue des Stadtpatrons Georg beim Drachenkampf zeigt.

Detailaufnahme des Georgsbrunnens mit der Figur des heiligen Georg auf dem Marktplatz

Vom Brunnen aus bietet sich eine freie Sichtachse in die Marktstraße.

Blick entlang der belebten Marktstraße in Neumarkt mit den bunten Giebelhäusern

Ich steuere die nächsten Stationen meiner ausgfewählten Labcaches an und erreiche das Schreiberhaus, das als ältestes Bürgerhaus der Stadt gilt. Im Keller des Hauses befindet sich eine Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad, das bei Sanierungsarbeiten entdeckt wurde.

Historisches Fachwerk des Schreiberhauses in der Bräugasse

Das Gebäude selbst stammt im Kern aus dem Jahr 1430 und überstand als eines der wenigen Häuser die Stadtzerstörung von 1945.

Rückansicht des historischen Schreiberhauses mit Blick auf das Mauerwerk

Aufgrund einer Straßensperrung durch eine Baustelle muss ich meine Route anpassen und laufe in einem großen Bogen zurück zur Marktstraße, um das Untere Tor zu besichtigen.

Das Untere Tor in Neumarkt als massiver Abschluss der nördlichen Altstadt

Das Untere Tor war ursprünglich Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und markierte als nördlicher Abschluss den Zugang zur Altstadt. Nachdem es im April 1945 durch Artilleriebeschuss fast vollständig zerstört wurde, erfolgte zwischen 1989 und 1991 der originalgetreue Wiederaufbau des markanten Stadtturms.

Ich verlasse die Altstadt durch dieses Tor.

 

Vor dem ehemaligen Stadttor

Vom Stadttor aus steuere ich die Altstadtpassage an, die unter der viel befahrenen Straße hindurch direkt zum Einkaufszentrum Neuer Markt führt.

Eingangsbereich der modernen Altstadtpassage in Neumarkt in der Oberpfalz

Ich steige die Treppen hinunter und beantworte vor dem Betreten der Unterführung die Fragen für eine dort platzierte Labcache-Station.

Blick in die moderne Altstadtpassage in Neumarkt in der Oberpfalz

Die Passage selbst besichtige ich nicht weiter, da sich langsam der Hunger bemerkbar macht. Ich nehme denselben Weg zurück und entdecke dabei einen gut erhaltenen Abschnitt der ehemaligen Stadtmauer mit dem Schuldturm. Dieser Turm ist Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage, die die Stadt einst umschloss und heute in Teilen wieder sichtbar in das Stadtbild integriert ist.

Historischer Schuldturm aus Bruchsteinmauerwerk als Teil der alten Neumarkter Stadtbefestigung

Schließlich wechsle ich die Straßenseite und kehre im großen Biergarten des Unteren Ganskellers ein, um zu Abend zu essen. Mehr Details zu den Speisen und dem Service findet ihr weiter unten in meiner Restaurantempfehlung.

 

Durch das Untere Tor zurück in die Altstadt

Nach meinem Abendessen laufe ich die wenigen Meter zurück zum Unteren Tor, um mir die Details der Architektur genauer anzusehen.

Nahaufnahme vom Unteren Tor in der Abenddämmerung

Auf dieser Seite entdecke ich das Stadtwappen von Neumarkt, das einen schwarzen Adler auf rotem Grund zeigt. Dieses Wappen geht auf die Zeit als freie Reichsstadt und die spätere Verleihung durch die Wittelsbacher zurück, wobei der Adler die Reichsunmittelbarkeit symbolisiert.

Das steinerne Stadtwappen mit dem schwarzen Adler

Der Blick durch den Torbogen auf das in der Abendsonne liegende historische Rathaus am Ende der Sichtachse wirkt sehr imposant.

Perspektivischer Blick durch das Untere Tor auf das beleuchtete Neumarkter Rathaus

Ich setze meinen Weg fort und folge weiter der Marktstraße durch das Zentrum.

 

Durch die Marktstraße zum Rathaus

In der warmen Abendsonne schlendere ich die Marktstraße hinunter, vorbei an den rekonstruierten Giebeln der historischen Häuser in Richtung des Rathauses.

Blick entlang der Marktstraße in Neumarkt mit den charakteristischen bunten Häusergiebeln im Abendlicht

Der breite Bürgersteig ist in diesem Bereich von einer Allee aus kleinen Bäumen gesäumt, die den Straßenraum gliedern.

Allee aus kleinen Bäumen entlang des breiten Gehwegs in der Neumarkter Marktstraße

Kurz vor dem Rathaus bietet sich mir ein weiter Blick auf den Stadtkern rund um den Pfalzgrafenbrunnen. Diese Brunnenanlage erinnert an die Residenzzeit der Pfalzgrafen bei Rhein, die Neumarkt im 15. Jahrhundert zu ihrer Hauptstadt machten.

Der Pfalzgrafenbrunnen auf dem Marktplatz vor der Kulisse des historischen Rathauses

Anschließend biege ich in eine Gasse ein und laufe zum Residenzschloss, einem Renaissancebau, der einst als Sitz der pfälzischen Kurfürsten diente.

 

Rund um das Pfalzgrafenschloss

Ich schlendere vorbei an den historischen Gebäuden, die heute von der Hochschule Neumarkt genutzt werden, bis ich den weitläufigen Residenzplatz erreiche. Von hier aus habe ich einen freien Blick auf die Hofkirche Zu Unserer Lieben Frau.

Blick über den gepflasterten Residenzplatz auf die Fassade der Hofkirche in Neumarkt

Auf der linken Seite des Platzes befindet sich das Pfalzgrafenschloss, das im 16. Jahrhundert unter Pfalzgraf Friedrich II. als Residenzschloss im Stil der Renaissance erbaut wurde.

Die Renaissance-Fassade des Pfalzgrafenschlosses am Residenzplatz

Dann laufe ich zur Hofkirche hinüber, die ursprünglich als Schlosskirche diente und die Grabstätte von Pfalzgraf Otto II. beherbergt.

Außenansicht der spätgotischen Hofkirche mit ihren markanten Baudetails

Gleich gegenüber befindet sich der historische Reitstadel, ein ehemaliges Zeughaus und Pferdestall aus dem 16. Jahrhundert, der heute nach seinem Wiederaufbau als Konzertsaal genutzt wird.

Das sandsteinerne Gebäude des historischen Reitstadels gegenüber der Kirche

Ich laufe zwischen der Kirche und dem Reitstadel hindurch und biege nach links ab. Nach kurzer Zeit erreiche ich das Klostertor, einen Torbogen, der einst als Teil der Stadtbefestigung den Zugang zum Kapuzinerkloster markierte.

Der historische Torbogen des Klostertors zwischen alten Mauern

Nachdem ich die Frage vor Ort beantwortet habe, kann ich das Lab Adventure „Historisches in Neumarkt“ erfolgreich abschließen.

Smartphone-Display mit der Erfolgsmeldung des abgeschlossenen Lab Adventures

Ich laufe durch den Torbogen und betrachte das Bauwerk von der anderen Seite. Auch hier ist der schwarze Adler des Stadtwappens deutlich zu erkennen.

Detailaufnahme des Stadtwappens mit dem schwarzen Adler am Klostertor

Danach gehe ich zur Straße und folge ihrem Verlauf nach rechts.

 

Zurück zum Kloster

Nach wenigen Metern komme ich an der evangelisch-lutherischen Christuskirche vorbei, die im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil errichtet wurde.

Die neugotische Fassade der Christuskirche in Neumarkt in der Oberpfalz bei Abendlicht

Danach folge ich weiter dem Bürgersteig auf der rechten Seite und quere dabei eine Fußgängerbrücke. Diese führt über die Straße am Brauereimuseum, über die ich die Altstadt am späten Nachmittag betreten habe. In einer weitläufigen Parkanlage, die sich entlang des alten Stadtgrabens erstreckt, logge ich schließlich meinen letzten Labcache des Tages und laufe zurück in „mein“ Kloster.

 

Kleiner Spaziergang am nächsten Morgen

Am nächsten Morgen fahre ich zu einer Schnellladesäule, um mein Elektroauto für die anstehende Tour vollzuladen. Die dafür nötige Zeit nutze ich für einen kleinen Spaziergang, der mich zu weiteren Lab- und Geocaches führt. Ich beginne meinen Rundgang am Schlossweiher, einem Gewässer, das direkt an die ehemalige Pfalzgrafenresidenz grenzt, und beantworte dort die erste Labcache-Frage.


Blick über den ruhigen Schlossweiher in Neumarkt

Von dort aus schlendere ich zum Museum Lothar Fischer, das in einem markanten Neubau Werke des gleichnamigen Bildhauers präsentiert und zwei weitere Labcache-Stationen bereithält. Danach folge ich dem Ölsleitgraben, einem Teil des historischen Wasserzuführungssystems der Stadt, von wo aus ich die Rückseite des Schlosses sehen kann.

Ansicht der Rückfassade des Neumarkter Schlosses vom Uferweg des Ölsleitgrabens aus

Anschließend führt mich der Weg wieder zurück mit direktem Blick auf das Schloss und die angrenzenden Verwaltungsgebäude der Stadt.

Perspektive auf das Neumarkter Residenzschloss und die umliegende historische Bebauung am Schlossplatz

Schließlich durchquerte ich den Stadtpark zum dortigen Traditional-Cache Mühle, den ich nach kurzer Suche erfolgreich loggen kann. Danach kehre ich zum Auto zurück und setze meine Fahrt nach Deusmauer zu einem Kalendercache fort. Aber diese Geschichte erzähle ich Euch in einem den kommenden Beiträge.

 

Meine Restaurantempfehlung für Neumarkt in der Oberpfalz

Für mein Abendessen kehre ich im Unteren Ganskeller ein, der über einen weitläufigen Biergarten verfügt. Da bereits viele Tische reserviert sind, habe ich Glück und kann einen der letzten freien Plätze ergattern. Die Speisekarte bietet eine Vielzahl regionaler Gerichte zu fairen Preisen sowie eine breite Auswahl an lokalen Biersorten der Brauerei Glossner.

Ein gedeckter Holztisch im schattigen Biergarten des "Unteren Ganskellers" mit Blick auf Bierkrüge

Ich bestelle mir ein Schaschlik mit Pommes frites und einem Beilagensalat für knapp 15 Euro. In der Oberpfalz hat das Schaschlik eine fast schon kultähnliche Verehrung erfahren, die weit über den Status eines einfachen Imbisses hinausgeht, da es hier oft stundenlang mürbe geschmort wird.

Serviertes Oberpfälzer Schaschlik mit Sauce, Pommes frites und einem frischen Beilagensalat

Die Kombination schmeckt mir ausgesprochen gut und unterstreicht die bodenständige Küche der Region. Zum Abschluss probiere ich noch einen regionalen Nuss-Schnaps, der den Aufenthalt geschmacklich abrundet. Wer Neumarkt in der Oberpfalz besucht, findet in diesem Biergarten eine authentische Einkehrmöglichkeit mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Meine Unterkunftsempfehlung für Neumarkt in der Oberpfalz

Für meine Übernachtung in Neumarkt in der Oberpfalz buche ich über booking.com ein Zimmer im Gästehaus des Klosters St. Josef (Provisionslink), das etwa 1,5 Kilometer von der Altstadt entfernt liegt. Rund um das Klosterareal stehen ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Außenansicht des Klosters St. Josef in Neumarkt mit den angrenzenden Parkplätzen

Mein Zimmer ist recht geräumig und mit einem kleinen Fernseher ausgestattet.

Blick in ein funktional eingerichtetes Gästezimmer im Kloster St. Josef

Auch das Badezimmer ist funktionell gestaltet und verfügt über eine Dusche, was ich persönlich gegenüber einer Badewanne bevorzuge.

Das funktionale Badezimmer mit Dusche im Kloster-Gästehaus

Auf dem Weg zum Speisesaal komme ich an einer Galerie vorbei, an der die Gemälde aller bisherigen Äbtissinnen des Klosters hängen.

Wandgalerie mit historischen Porträts der Äbtissinnen im Flur des Klosters

Das Frühstück wird als Buffet serviert und umfasst Cerealien, Marmelade, Wurst, Käse, Rohkost sowie warme Eierspeisen nebst Kaffee und Tee. Abends besteht zudem die Möglichkeit dort ohne Voranmeldung für einen Pauschalbetrag zu essen. Das Klostergebäude ist von einem Park umgeben, der sich gut für einen Spaziergang eignet.

Gepflegte Parkanlage mit Gehwegen rund um das Klostergebäude von St. Josef

Ich würde diese Unterkunft aufgrund der ruhigen Lage und der Ausstattung jederzeit wieder buchen.

 

Interaktive Karte meiner Tour durch Neumarkt in der Oberpfalz

Auf der folgenden Karte könnt ihr die auf meiner Tour durch die historische Altstadt von Neumarkt in der Oberpfalz von mir besuchten Sightseeing-Spots, meine Unterkunft und das Restaurant, in dessen Biergarten ich eingekehrt bin, sehen. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!

Falls euch meine Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich diese Tour auch in meinem Komoot eingestellt.

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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Neumarkt in der Oberpfalz gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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