Entwicklung der deutschen Mega-Events von 2007 bis 2025

Während die deutsche Geocaching-Szene 2025 einen historischen Rekord feierte, zeichnet sich für 2026 ein ganz anderes Bild ab. Ich habe die Zahlen von fast zwei Jahrzehnten analysiert und dabei überraschende Trends entdeckt: warum es keine Giga-Events mehr gibt und welches Bundesland die Event-Hochburg ist.

Tauche mit mir ein in die faszinierende Welt der deutschen Mega-Event-Statistiken – die Erkenntnisse werden dich überraschen.

 

 

Meine Datenbasis

Um die Trends der deutschen Geocaching-Szene zu verstehen, habe ich tief in die Zahlen geschaut. Als Datenbasis dient mir die Datenbank meines Geocaching Event-Kalenders. Mit dem Datenexport vom 31. Januar 2026 habe ich die bisherigen Besucherzahlen analysiert und für euch aufbereitet. Alle meine bisherigen Beiträge zu diesem Thema finde ihr über die Suche im Blog.

Die Datenbasis: Von 2015 bis heute

Da meine Datenbank lückenlose Aufzeichnungen ab dem Jahr 2015 führt, habe ich für die Jahre davor die Werte aus meiner letzten Analyse übernommen. Bei diesen Klassikern der Event-Geschichte ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der Attended-Logs nicht mehr signifikant verändert hat – die Zahlen sind also stabil und vergleichbar.

So liest du die Tabelle

Die folgende Übersicht ist das Fundament meiner Auswertung. Damit du dich schneller zurechtfindest, habe ich ein paar optische Hilfen eingebaut:

  • Gelbe Markierung (Event-Name): Hierbei handelt es sich um offizielle Project-Events.

  • Farbige Logzahlen (Highlights): In dieser Spalte siehst du, welches Event im jeweiligen Jahr die Nase vorn hatte:

    • Gelb: Ein Project-Event war der Spitzenreiter bei den Logzahlen.

    • Orange: Ein anderes Mega- oder Giga-Event konnte die meisten Logs für sich verbuchen.

Ein interessanter Aspekt der Analyse: Meistens dominieren die Project-Events das Ranking. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. In den Jahren 2011, 2015 und 2024 schafften es andere Event-Formate auf den Thron – oder es fand schlichtweg kein Project-Event in diesem Zeitraum statt.

 

Die Auswertung nach Jahren

Zu Beginn meiner Analyse werfen wir einen Blick auf ein Diagramm, welches die quantitative Entwicklung der Geocaching-Großveranstaltungen in Deutschland veranschaulicht.

Die Statistik verdeutlicht sehr eindrucksvoll den massiven Einschnitt, den die Corona-Pandemie ab dem Jahr 2020 für die Szene bedeutete. Seit dem Jahr 2012 konnten wir in Deutschland konstant mindestens sieben Mega-Events pro Jahr feiern. Im Jahr 2020 sank diese Zahl jedoch auf lediglich zwei und im Folgejahr 2021 auf drei Veranstaltungen ab. Tatsächlich waren im Zeitraum von März 2020 bis August 2021 keinerlei Großveranstaltungen durchführbar.

Seit 2022 ist glücklicherweise ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar, wobei die Anzahl der Events das Niveau von vor der Pandemie inzwischen sogar übertrifft. Das vergangene Jahr stellt dabei jedoch alles bisher Dagewesene in den Schatten: Begünstigt durch die zahlreichen Blockpartys verzeichnete Deutschland mit genau 35 Geocaching-Großveranstaltungen einen historischen Höchstwert.

Interessanterweise ergibt sich bei der Betrachtung der Gesamtzahl aller abgegebenen Logs pro Jahr ein differenzierteres Bild. Trotz der spürbaren Erholung nach der Pandemie bleiben die Rekordwerte aus den Jahren 2014, 2015, 2016 und 2019 bisher unerreicht. Diese Datenbasis lässt darauf schließen, dass Geocaching-Events in Deutschland zwar weiterhin extrem beliebt sind und das Angebot massiv wächst, die einzelnen Veranstaltungen im Durchschnitt jedoch tendenziell kleiner ausfallen als in der Vergangenheit.

Analyse der Log-Typen im Zeitverlauf

Im nächsten Schritt untersuche ich die Verteilung der verschiedenen Log-Typen über die Jahre hinweg. Beim direkten Vergleich von Will-Attend-Ankündigungen und tatsächlichen Attended-Logs fällt auf, dass diese Werte normalerweise sehr eng beieinanderliegen. Häufig übertrifft die Anzahl der Besuche die vorherigen Ankündigungen sogar leicht.

Das Jahr 2022 markiert hier jedoch eine auffällige Ausnahme in der Statistik. In diesem Zeitraum gab es einen deutlichen Ausreißer: Über 3000 Will-Attend-Logs führten am Ende nicht zu einem entsprechenden Attended-Log. Da dieses Phänomen zeitgleich bei mehreren Mega-Events auftrat, liegt die Vermutung nahe, dass gezielte Werbeaktionen oder Gewinnspiele im Umlauf waren. Diese könnten dazu motiviert haben, ein Will-Attend zu loggen, ohne dass letztlich eine Teilnahme am Event vor Ort stattfand.

Ein weiterer auffälliger Trend in der Statistik lässt vermuten, dass die Zeit der Giga-Events in Deutschland seit dem Jahr 2023 vorerst vorüber ist. Seit diesem Zeitpunkt konnte kein einziges Event mehr die Marke von 2200 Besuchern überschreiten.

Für den begehrten Giga-Status ist bekanntlich eine Schwelle von mindestens 3000 Attended-Logs erforderlich. Da die aktuellen Teilnehmerzahlen deutlich unter diesem Wert liegen, scheint sich die deutsche Community momentan eher auf zahlreiche Mega-Events zu verteilen, anstatt die für einen Giga-Status notwendigen Massen an einem Ort zu versammeln.

 

Die Auswertung nach Bundesländern

Im nächsten Teil meiner Analyse betrachten wir eine detaillierte Tabelle, die zeigt, wie sich die Geocaching-Großveranstaltungen auf die einzelnen Bundesländer verteilen.

Die Statistik bestätigt, dass Nordrhein-Westfalen weiterhin die unangefochtene Spitzenposition in der Allzeit-Wertung einnimmt. Mit mittlerweile 25 Großveranstaltungen liegt NRW weit vorne, wobei vier dieser Events sogar den prestigeträchtigen Project-Status erhalten haben. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Sachsen-Anhalt und, als Neuzugang in der Spitzengruppe, Niedersachsen.

Ein besonders interessantes Detail zeigt sich beim Blick auf Baden-Württemberg. Obwohl dort insgesamt bisher nur acht Mega-Events stattfanden, erreichten mehr als ein Drittel davon den Project-Status. Das lässt darauf schließen, dass die Geocaching-Community in Baden-Württemberg den Fokus sehr deutlich auf Qualität statt Quantität legt.

Analyse für das Jahr 2025

Während die Community im letzten Jahr in den meisten Regionen ausgiebig feiern konnte, blieben zwei Bundesländer leider weiße Flecken auf der Event-Karte: In Bremen und im Saarland fanden im Jahr 2025 keine Geocaching-Großveranstaltungen statt.

Ganz anders sah es hingegen im Norden aus. Der unangefochtene Spitzenreiter bei der Anzahl der Geocaching-Events war Niedersachsen. Mit insgesamt sieben Mega-Veranstaltungen bot das Bundesland im vergangenen Jahr die höchste Dichte an großen Geocaching-Zusammenkünften in ganz Deutschland und sicherte sich damit verdient den ersten Platz im Ranking 2025.

 

Die Top10 der Attended-Logs

Ein spannender Teil meiner Analyse ist die aktuelle Top-10-Liste der meistbesuchten deutschen Mega- und Giga-Events. Hier wird deutlich, welche Veranstaltungen in der Geschichte des deutschen Geocachings die größten Massen bewegt haben.

Beim Vergleich mit meiner letzten Auswertung aus dem Jahr 2024 zeigt sich eine bemerkenswerte Beständigkeit: Es gab keinerlei Veränderungen im Ranking. Keine der neuen Geocaching-Großveranstaltungen konnte genügend Attended-Logs sammeln, um sich einen Platz in dieser exklusiven Tabelle zu sichern.

Die Daten legen zudem nahe, dass der offizielle Project-Status ein wesentlicher Garant für hohe Besucherzahlen ist. In der aktuellen Top-Auswertung finden sich inzwischen nur noch zwei Events, die ohne diesen Status ausgekommen sind. Eine dieser Ausnahmen ist das Event Mainz Gutenberg 2015, das als Meilenstein gilt, da es zum ersten Mal ein GPS Maze nach Deutschland holte. Das zweite Event, Berlin – Hauptstadt der Spione, konnte vor allem durch seine zentrale Lage und die hervorragende Erreichbarkeit in der Bundeshauptstadt punkten und so die Logzahlen nach oben treiben.

 

Mein Ausblick auf 2026

Nach dem Rekordjahr mit seinen 35 Großveranstaltungen deutet momentan Bieles darauf hin, dass es in der deutschen Geocaching-Szene dieses Jahr wieder etwas beschaulicher zugehen wird. Aktuell sind für 2026 zwölf Mega-Events in Deutschland veröffentlicht worden. Es ist bereits jetzt absehbar, dass wir die außergewöhnliche Zahl des Vorjahres sicher nicht erneut erreichen werden.

Ein Blick auf die aktuellen Anmeldezahlen zeigt derzeit ein klares Bild: Das Megaevent Lost in MV – 4 EVER, welches Mitte Juli stattfinden wird, führt das Ranking mit momentan 1467 Will-Attend-Logs an. Alle anderen deutschen Veranstaltungen liegen derzeit noch unter der Marke von 800 Voranmeldungen, wobei sich die meisten sogar eher im Bereich zwischen 200 und 500 Logs bewegen.

Bis zum Erreichen des Giga-Status ist es für das Orga-Team von „Lost in MV – 4 EVER“ also noch ein weiter Weg. In Anbetracht des Eintrittspreises von 20 Euro und der geografischen Lage im äußersten Nordosten Deutschlands bin ich momentan eher skeptisch, ob die notwendige Hürde für ein Giga-Event in diesem Jahr tatsächlich genommen wird.

Spannend bleibt zudem die Frage, ob es 2026 eine Veranstaltung schaffen wird, den begehrten Project-Status zu erhalten. Die Bewerbungsfrist für die Organisatoren endete am 30. November 2025. Wir dürfen also gespannt sein, welche Ankündigungen das Project-Team in der nächsten Zeit noch veröffentlichen wird.

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Jetzt seid ihr gefragt: Lösen Mega-Events bei euch Vorfreude oder eher Skepsis aus? Und worauf achtet ihr bei der Auswahl, wenn ihr euch ins Getümmel stürzt? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen – lasst uns unten in den Kommentaren darüber quatschen!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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