Geocaching und Sightseeing in Montenegro

Im fünften Teil unserer Balkan-Rundreise berichte ich Euch von unserem fast zweitägigen Besuch in Montenegro mit der abenteuerlichen Fahrt über eine alte Bergstraße, den tollen Altstädten von Kotor und Budva, einer Fahrt durch den Lovcen-Nationalpark und dem Besuch in der Lipa-Höhle sowie dem gescheiterten Versuch Sveti Stefan zu besichtigen.

Willkommens-Schild an der Grenze zu Montenegro

Kommt mit auf die virtuelle Reise durch Montenegro …

 

 

Die Einreise nach Montenegro

Wir fahren von Trebinje über die M-6 in der Berge zur Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Die Grenzstationen liegt in knapp 1000 Metern Höhe uns sind größer, als ich sie hier in der „Einöde“ erwartet hätte. Die Grenzformalitäten an beiden Stationen dauern in Summe etwa 20 Minuten. Zusätzlich zu unseren Ausweisen werden auch wieder die Autopapiere kontrolliert.

Nach den Formalitäten an der ersten Station machen wir einen kleinen Fotostopp am Schild von Montenegro.

Saarfuchs vor dem Willkommens-Schild an der Grenze zu Montenegro

Von dort habe ich diesen tollen Ausblick auf die raue Berglandschaft.

Berglandschaft an der Grenze zu Montenegro

Auch heute ist es wieder sehr sonnig mit Temperaturen über 30° Celsius.

 

Eine abenteuerliche Anfahrt

Als ersten Geocache des Landes habe ich mir den Tradi „Bokokotor Bay view“ ausgesucht. Er liegt in der Nähe einer Parkbucht an einem Aussichtspunkt. Da auf der Straße viel Verkehr ist, müssen wir uns erst eine Platz zum Wenden suchen, bevor wir in den Parkplatz einfahren können. Danach werden wir von dieser atemberaubenden Aussicht überrascht. Wir blicken vom Aussichtspunkt fast 400 Höhenmeter hinunter auf die Bucht von Kotor, die eine direkte Verbindung zur Adria hat.

Blick hinunter auf die Bucht von Kotor

Nach wir viele Fotos geschossen haben, kümmern wir uns um den Geocache. Er klebt an einer Leitplanke und ist gut zu finden. Anschließend schaue ich nach dem kürzesten Weg hinunter zur Bucht: auf meiner Karte gibt es eine kleine Bergstraße, die in vielen Serpentinen nach Risan führt. Wir nehmen sie …

Ziegen an der Gebirgsstraße, die hinunter zur Bucht von Kotor führt

Am Anfang ist die Straße noch recht gut – geht dann aber schnell in eine alte recht enge Buckelpiste über. Ich glaube diese Straße wird kaum noch genutzt. Unterwegs schaut uns eine Ziegenherde recht verwirrt an. Es gibt keine Leitplanken – nur ab und an einen Betonpfosten. Hier ist höchste Konzentration beim Fahren gefragt …

Blick von der Gebirgsstraße in die Bucht von Kotor

Zum Glück kommt uns niemand entgegen und so kommen wir unten gut und erleichtert an.

 

Hotel-Nicht-Empfehlung für Kotor

Am Nachmittag erreichen wir Kotor, wo wir uns ein „Hotel“ für zwei Nächte gebucht haben. Während der Planung waren nur noch wenige Hotels in der Nähe der Altstadt verfügbar und so haben wir uns von den Bildern auf booking.com leiten lassen und uns für die Pension „Panoija“ (Provisionslink) entschieden, die nur 500 Meter Luftlinie von der Altstadt entfernt liegt und mit 8,8 bei Booking.com bewertet ist.

Leider ist sie sehr schlecht ausgeschildert – wir müssen eine gute halbe Stunde suchen.

Die Lage ist traumhaft mit Blick auf die Bucht und ein paar Parkplätzen. Das Frühstück geht in Ordnung. Unser Zimmer war groß und geräumig – leider schon etwas in die Jahre gekommen. Diese Pension hat ihre guten Jahre wohl schon hinter sich. Das WiFi ist leider äußerst instabil und die Klimaanlage war für das Apartment zu klein dimensioniert. Kartenzahlung war bei uns nicht möglich und die Kommunikation an der Rezeption äußerst schwierig.

Wir würden diese Pension nur noch buchen, wenn nichts anderes mehr verfügbar wäre …

 

Die Altstadt von Kotor

Am späten Nachmittag machen wir uns auf die Altstadt von Kontor zu erkunden. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Hafen vorbei, wo wir den Tradi „Port of Kotor“ an der viel befahrenen Hauptstraße suchen und loggen. Dann erreichen wir die mächtige Stadtmauer von Kotor. Dort merke ich, dass ich meine Spiegelreflex-Kamera in der Pension vergessen habe und so nur Bilder mit meinem iPhone machen kann …

Stadtmauer von Kotor

Wir laufen etwas an der Mauer entlang bis wir zu dem kleinen „Meer-Tor“ kommen. Durch dieses Stadttor gelangen wir in die autofreie Altstadt.

Stadtmauer mit Stadttor - der Eingang in die Altstadt von Kotor

Die befestigte Altstadt ist komplett von einer Mauer umgeben. Auf der Rückseite verläuft sie durch den Steilhang.

Blick auf die Stadtmauer von Kotor hoch oben im Gebirge

Wir suchen uns ein Restaurant an einer Kirche und genießen unser Abendessen. Praktisch ist, dass die lokale Währung in Montenegro der Euro ist. Die Preise sind wieder etwas höher wie in Bosnien-Herzegowina.

Kleine Kirche in der Altstadt von Kotor

Nach dem Essen wollen wir uns noch etwas bewegen und so setzen wir unseren Stadtbummel durch die nun beleuchtete Altstadt fort. Dabei loggen wir noch die Tradi „Kotor„. Da wir in Ston die Gelegenheit verpasst haben, uns die Mauer anzuschauen, wollen wir wenigstens hier mal ein paar Meter nach oben. Wir haben Glück, auch hier gibt es eine schon geschlossenes Tickethäuschen, der weg nach oben ist jedoch frei. Scheinbar muss man hier nur zu gewissen Zeiten bezahlen. Wir laufen die steilen Treppen bis zum ersten Aussichtspunkt hinauf …

Blick von oben auf die beleuchtete Altstadt von Kotor

… und haben diesen schönen Ausblick über das beleuchtete Kotor. Auf die Tradis weiter oben im Berg verzichten wir, da das für uns – nur mit den Handylampen – im Dunkeln zu gefährlich wäre.

 

Im Lovćen-Nationalpark

Am nächsten Morgen starten wir zu einer größeren Rundfahrt. Zunächst fahren wir die R-1 in Richtung vom Lovćen -Nationalpark hinauf. Der Lovćen ist ein Hauptgebirge Montenegros. Diese Straße hat im mittleren Teil sehr viele enge Serpentinen. Hinter der letzten befindet sich ein Aussichtspunkt mit ein paar Parkmöglichkeiten. Wir halten für einen Fotostop und loggen dort den Tradi „After 25 curves“ mit der grandiosen Aussicht.

Blick von der Gebirgsstraße auf die Bucht von Kotor

Danach setzen wir unsere Fahrt immer weiter nach oben in die Berge fort. Nach einer Abzweigung kommen wir auf eine neu ausgebaute breitere Straße. Am ersten Aussichtspunkt halten wir erneut, da es dort den Tradi „HIGH ON LOVCEN“ zu suchen gibt. Leider können wir ihn nicht finden. Dafür entschädigt uns die Aussicht. Am linken Rand seht Ihr die Adria und am rechten Rand die Bucht von Kotor.

Blick von der Gebirgsstraße auf die Bucht und die Adria

Wir setzen unsere Fahrt fort. Bei der Einfahrt zum Njegoš-Mausoleum kommen wir an eine Schranke. Das ist die Einfahrt in den Nationalpark. Wie üblich, müssen wir dort eine Gebühr entrichten, die mit 2€ aber vergleichsweise günstig ist. Die Parkplätze am Fuß der Treppe sind knapp. Wir haben Glück und finden einen, der gerade frei wird.

Dann geht es viele Treppenstufen nach oben zu einem Tunneleingang.

Treppe und Tunnel auf dem Weg zum Njegoš-Mausoleum

Im Tunnel setzen sich die Treppen fort.

Im Tunnel auf dem Weg zum Njegoš-Mausoleum

Die Treppen enden auf dem Gipfelplateau, wo sich das Njegoš-Mausoleum befindet. Beim Betreten ist eine weitere Eintrittsgebühr von 3€ zu entrichten. Im Innenhof stehen zwei riesige Figuren, die das Dach tragen.

Im Innenhof vom Njegoš-Mausoleum

In der dahinter liegenden Halle die Figur des Njegos mit einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln. Zu seinem Grab führt im hinteren Teil eine Treppe hinunter in die Krypta.

National-Denkmal im Njegoš-Mausoleum

Das Mausoleum hat einen Hinterausgang. Wir nehmen ihn und gelangen zu einem weiteren Aussichtspunkt mit einer Rundumsicht auf die Berge. An dieser Stelle stehen wir 1600 Meter über dem Meeresspiegel.

Blick vom Aussichtspunkt zum Njegoš-Mausoleum

Auf dem Gipfelplateau gibt es zwei Geocaches zu suchen: die Tradis „Petar II. Petrovic-Njegoš“ und „Mausoleum of Njegoš„. Beim ersten loggen wir mit Foto, da die Stelle aus dem Spoilerfoto leer ist und bei dem zweiten bleibt nur ein DNF, da es uns noch nicht einmal gelingt die richtige Stelle zweifelsfrei zu bestimmen.

 

Die Lipa-Höhle

Wir setzen unsere Fahrt fort nach Cetinje. Dort ist mir bei der Planung die „Lipa-Cave“ aufgefallen, die besichtigt werden kann. Am Besucherzentrum kaufen wir die Eintrittskarten. Da wir noch eine Stunde Zeit haben, fragen wir nach einer Möglichkeit zum Mittagessen. Wir bekommen die Empfehlung die Straße weiter in Richtung der Höhle zu fahren, da es dort einen kleinen Imbiss an einem Campingplatz gibt.

Pause an einem kleinen Imbiß bei der Lipa-Höhle

Dort werden wir mit leckeren Paninis und toller Aussicht verwöhnt. Nach dem Essen warten wir kurz auf den kleinen Zug, die uns zum Eingang der Höhle bringt.

Zugfahrt zur Lipa-Höhle

Die Höhle ist kühl. Von der Decke hängen viele Tropfsteine. Unsere Führerin ist sehr engagiert und erklärt uns die Höhle in Englisch.

In der Lipa-Höhle

In der Höhle befindet sich der Earthcache „Lipska pecina – Lipa Cave„, bei dem einige Fragen zu den Hinweistafeln zu beantworten sind, was uns einfach gelingt. Gegen Ende der Führung kommen wir an diesem tollen Troftstein-Ensemble vorbei.

Stalagmiten in der Lipa-Höhle

Nachdem wir das hintere Ende der für uns zugänglichen Höhle erreicht haben, dürfen wir selbstständige zum Ausgang zurück laufen. Dabei ist genügend Zeit für Fotos zu machen.

Der höchste Punkt in der Lipa-Höhle bei der öffentlichen Führung

Der Zug bringt uns anschließend wieder zum Parkplatz am Besucherzentrum zurück. Leider vergisst er am Imbiss, wo unser Auto steht, zu halten und so spazieren wir gemütlich zurück in Richtung der Höhle.

 

Das kleine „Fischerdorf“ Sveti Stefan

In der Planung ist mir dieses idyllische Fischerdorf aufgefallen, dass ich unbedingt fotografieren will. Dort angekommen suchen wir zunächst den Tradi „Sveti Stefan„. Anschließend wollen wir zum Dorf hinüber laufen.

Blick auf Sveti Stefan

Am Damm, welcher der einzige Zugang zum Dorf ist, befindet sich eine Rezeption mit Security. Mein weißt uns darauf hin, dass das Dorf heute nicht besichtigt werden kann. Nach einer kurzen Recherche im Internet finde ich heraus, das die komplette Insel heute ein Nobelhotel ist. Im Dezember, welcher zur Nebensaison zählt, kostet das günstigste Zimmer ca. 600€ für eine Nacht. Naja, das ist nicht wirklich unsere Preisklasse …

 

Die Altstadt von Budva

Wir fahren weiter nach Budva. In der Nähe der Altstadt stellen wir unseren Mietwagen auf einem kostenpflichtigen Parkplatz ab und spazieren zwischen den „Hotelburgen“ hindurch, bis wir die Stadtmauer erreichen.

Stadtmauer von Budva

Das Stadttor ist recht klein im Vergleich zu der hohen Mauer.

Innenansicht des Stadttors in Budva

Über dem Eingang wacht eine Marienfigur.

Marienfigur über dem Eingang nach Budva

Budva hat eine sehr schöne Altstadt, die mir sogar besser gefällt, als die von Kotor. Es gibt mehrere Kirchen, einige Plätze und eine Festung.

Zentraler Platz in Budva

In deren Nähe suchen wir den Tradi „Budva: Old town“ , bei dem die Koordinaten etwas hin und her springen. Nach Sichtung des Spoilerbildes ist klar wo er liegt – wir tragen uns ins Logbuch ein. Von der Mauer nebenan habe ich einen schönen Blick über das angrenzende Meer.

Stadtmauer von Budva am Meer

Auf der Suche nach einem Restaurant für unser Abendessen kommen wir an einem weiteren Stadttor vorbei.

Ein weiteres Stadttor in Budva

Zwei Straßen weiter finden wir die Konoba Portun, die uns recht gut gefällt. Tolles Essen, guter Wein und freies Wifi begeistern uns. Falls Ihr mal dort in der Nähe seid, möchte ich Euch dieses Restaurant ans Herz legen.

Nach dem Abendessen verlassen wir die Altstadt in Richtung Strand. Wir wollen beim Earthcache „Vapnenac“ vorbeischauen. Die Fragen sind schnell beantwortet. An den Koordinaten bewundern wir diese „Tänzerin“ am Meer.

Denkmal am Meer neben dem Strand von Budva

Von dort haben wir auch einen tollen Blick auf die beleuchtete Altstadt von Budva.

Blick auf die beleuchtete Altstadt von Budva

Damit geht unser zweiter Abend in Montenegro zu Ende. Wir fahren zurück zu unserer Pension und verbringen eine weitere Nacht in einem total überhitzen Zimmer …

 

Die Altstadt von Herceg-Novi

Nach dem Frühstück fahren wir los in Richtung Kroatien. Vor der Grenze halten wir ein letztes Mal in Montenegro, in Herceg-Novi an. Dort spazieren wir durch die kleine Altstadt. Wir parken nicht weit weg von der oberen Festung. Rechts daneben führen die Treppen zur Altstadt hinunter.

Blick auf die obere Festung in Herceg-Novi

Als erstes laufen wir zum Tradi „Sahat Kula“ , der bei einem Uhrenturm versteckt ist. Ich kann ihn schnell finden. Auch heute ist es wieder weit über 30°C und sehr sonnig. Die Altstadt liegt an einem Hang, wir laufen nach unten Richtung Meer. Unterwegs komme wir an zwei Kirchen vorbei.

Marktplatz mit Kirche in Herceg-Novi

In der Nähe der unteren, suchen wir den Tradi „“Saint Leopold“ – hier geht es nicht mehr so schnell und wir müssen das komplette Efeu durchsuchen, bevor wir fündig werden.

Kleine Kirche beim Hafen von Herceg-Novi

Dafür hat es von hier oben einen schönen Blick über den Hafen und die Festung.

Blick auf die untere Festung am Hafen von Herceg-Novi

Wir spazieren weiter. Die untere Festung kann besichtigt werden. Wir verzichten jedoch heute darauf, da wir am frühen Nachmittag in Dubrovnik sein wollen.

Untere Festung am Hafen von Herceg-Novi

Endlich erreichen wir das Meer. Am Strand ist schon einiges los.

Strand am Hafen von Herceg-Novi

Daneben ist der Hafen mit den Ausflugsbooten. Er hat eine sehr lange Pier. An deren Ende suchen wir den letzten Geocache in Montenegro, den Tradi „Marina skver„. Zwischen den großen Steinen werde ich fündig!

Geocaching am Hafen von Herceg-Novi

Nun steht der lange Rückweg durch die Mittagshitze nach oben zu unserem Auto an. Damit gehen zwei sehr schöne Tage in Montenegro zu Ende …

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Mietwagen-Rundreise durch drei Länder auf dem Balkan: Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geoaching & Sightseeing auf dem Balkan: Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro“ .

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Wie hat Euch unser Besuch in Montenegron mit Kotor, Budva und Herceg Novi gefallen? Seid Ihr schon dort gewesen? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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