Geocaching im Kaukasus: Zwei Klöster in Armenien

Bei der zweiten Tagestour während unserer Georgien-Reise wollen wir das Nachbarland Armenien besuchen. Schöne (Geocaching-) Ziele sind die Klöster Achtala und Haghpat. Letzteres ist sogar ein UNESO-Welterbe.

Auf dem Weg dorthin besuchen wir zunächst eine verlassene Tankstelle in Georgien, passieren dann die Grenze zu Armenien und fahren anschließend zu den beiden Klöstern. Kommt mit auf die virtuelle Reise nach Armenien …

 

 

Die verlassene Tankstelle

Auf unserem Weg von Tiflis zur Armenischen Grenze kommen wir an der Letterbox „Fire in the hole!“ vorbei. Natürlich machen wir „kurz“ Halt. Auf dem kurzen Spaziergang vom Parkplatz unseres Reisebuses bis zu den Koordinaten der Dose kommen wir an dieser verlassenen Tankstelle vorbei.

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Leider ist sich nicht mehr gut in Schuss: es ist nur noch eine Zapfsäule übrig und es fehlen die Abdeckungen.

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Interessant finde ich, dass die Beschriftung der Liter-Anzeige in deutsch gehalten ist.

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Nur wenige Meter weiter erreichen wir schon die Finalkoordinaten der Letterbox und die Dose ist auch schnell gefunden. Um Platz in dem kleinen Logbuch zu sparen tagen wir uns als Gruppe ein. Ich nehme an, die Owner, die in Finnland beheimatet sind, hier nicht so sehr oft zur Cache-Wartung vorbeikommen werden.

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Das ist doch schon mal ein schöner Start für diese Tour …

 

Der Grenzübertritt nach Armenien

An der georgischen Grenzstation müssen wir unseren Reisebus verlassen und uns in die Schlange vor den beiden Schaltern stellen. Wer einen deutschen Reisepass besitzt, benötigt zur Zeit kein Visum. Als ich an der Reihe bin, kontrolliert der Zöllner meinen Pass und drückt mir den Ausreise-Stempel hinein. Anschließend fahren wir weiter zur Grenzkontrolle auf der armenischen Seite. Dort spielt sich wieder das gleiche ab: aussteigen, in der Schlange warten, Einreise-Stempel in den Pass und weiterfahren. Insgesamt benötigen wir eine gute Stunde für den Grenzübertritt, der ansonsten aber recht unproblematisch ist.

Falls Ihr Geld in Landeswährung benötigt, so gibt es an beiden Kontrollstellen Wechselstuben. Auf dem Rückweg habe ich Euro in Georgische Lari getauscht – es hat zwar einige Zeit gedauert, bis der Beamte alle Formulare ausgefüllt hat – war aber völlig unproblematisch.

 

Das Kloster Achtala

Von Tiflis bis zum Kloster Achtala sind es etwa 130 Kilometer. Kurz vor Mittag treffen wir dort ein. Wir sind der einzige Reisebus an diesem Morgen. Vor dem neu errichteten Besucherzentrum wehen drei Armenische Flaggen.

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Von dort ist es nur ein kurzer Weg, bis zum Torhaus des Klosters. Ich blicke zurück zum Besucherzentrum. Dahinter liegen einige felsige Hügel – eine tolle Landschaft hat es hier!

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Weiter unten im Tal steht ein altes Bergwerk. Diese Region in Armenien ist bekannt dafür.

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Wir gehen weiter. Das Torhaus ist nur noch eine Ruine. Nur das Gewölbe mit dem Durchgang und der Wachturm darüber sind noch halbwegs intakt.

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Mitten im sehr großen Innenhof steht die restaurierte Klosterkirche. Ihren Baubeginn vermutet man im elften Jahrhundert. Rund um die Kirche liegen auf der Wiese verstreut einige behauene Steine, die wohl von Gebäuden stammen, die es heute nicht mehr gibt.

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An einigen Stellen wurden aus Stein gehauene Skulpturen aufgestellt. Es macht mir Spaß hier herum zu schlendern und das Kloster zu erkunden. Auch hier ärgere ich mich über mich selbst, dass ich meine Spiegelreflexkamera nicht mitgenommen habe. So kann ich auf dieser Tour nur mit meinem iPhone fotografieren … und Motive gibt es viele!

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Das Kloster liegt auf einer kleinen Anhöhe. Nach drei Seiten hat es eine steil abfallende Flanke. Daher ist die Aussicht von hier oben recht gut. Die Landschaft ist bewaldet mit nur wenigen verstreuten Häusern dazwischen.

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Übrigens gibt’s auf dem Klostergelände einen Geocache, den Multi „Akhtala Monastery„, der in der Gruppe recht schnell gelöst ist. Dazu muss das Kloster offen sein, denn Ihr müsst die Kirche betreten.

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Im Eingangsbereich finde ich dieses interessante Gemälde von einem Heiligen. Schaut doch echt alt aus, oder?

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Die Kirche ist innen bemalt. Leider sind die Gemälde teils schon nicht mehr gut erhalten. Hier scheint Geld für die Restaurierung und die Erhaltung zu fehlen?

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Hinter dem Altar ist das gut zu erkennen. An den Seiten bröckelt der Putz mit dem Gemälde weg.

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Langsam tragen wir die nötigen Informationen für den Multi zusammen. Hier noch ein paar Impressionen aus der Kirche:

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Zum Heben des Multis verlassen wir die Kirche wieder. Die Dose ist schnell gefunden und ich trage mich ins Logbuch ein. Da ich noch etwas Zeit habe, schaue ich mir das Klostergelände mal etwas genauer an. Ich laufe zum Torhaus und gehe zum Turm hinauf. Von dort habe ich einen schönen Blick über das Gelände …

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Am linken Rand sind noch einige Ruinen: die Fundamente von ehemaligen Gebäuden. Die Gewölbekeller sind noch einigermaßen erhalten. Man darf sie sogar betreten. In Deutschland wäre das sicher an so einem Oft verboten … ich sag nur „Verkehrssicherungspflicht“!

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Etwas weiter Richtung Kirche finde ich an der linken Seite noch eine zweite Ruine. Auch hier steht nur noch der Keller und ein paar Mauern. An der Vorderseite finde ich diesen toll erhaltenen Türsturz.

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Anschließend laufe ich um die Kirche herum. Auf deren Rückseite befindet sich ein großes Kreuz zwischen den Fenstern.

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Langsam wird es Zeit zum Bus zurückzulaufen. Auf dem Programm steht noch ein weiteres armenisches Kloster. Wir fahren zurück zur Hauptstraße und halten noch kurz am Wegweiser zum Kloster.

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Dort in der Nähe befindet sich der Reverse-Wherigo „Akhtala Reverse Cache„, der sich ebenfalls nicht lange verstecken kann.

 

Kloster Haghpat

Die beiden Klöster Achtala und Haghpat liegen Luftlinie nur 8 Kilometer auseinander. Von der Hauptstraße in Tal geht es in Serpentinen ca. 400 Höhenmeter den Berg hinauf zu dem gleichnamigen Dorf. Wir halten auf einem großen Busparkplatz im Ort. Hier ist schon mehr los. Frauen bieten ihr Kunsthandwerk zum Verkauf an. Um dort etwas zu kaufen benötigt Ihr Bargeld. Gegenüber gibt es eine kleine Bar, wo Ihr (kalte) Getränke kaufen könnt.

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Wir gehen die Treppe zum Kloster hinauf. Am Eingang weißt ein Schild auf den Welterbe-Status hin.

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Dieses Kloster ist wesentlich besser erhalten als das Kloster Achtala. Es gibt mehrere Gebäude.

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Nach dem ich die Hauptkirche fotografiert habe biege ich nach links ab und stehe vor einem großen verzierten Portal. Die Tür ist offen, ich gehe hinein.

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Der Innenraum ist hoch und nicht verputzt – die Wand ist nicht bemalt. Kloster Haghpat wurde im 10. Jahrhundert gegründet.

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In einer Apsis steht auf einer Säule ein schmuckvolles Kreuz aus Stein.

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In einem weiteren Raum finde ich Steinplatten mit Kreuzen als Wandschmuck.

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An der Decke hängt ein großer eiserner Kronleuchter.

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Der Innenraum ist überwiegend leer. Draußen scheint die Sonne und es ist recht warm. Hier drinnen ist es angenehm kühl, bedingt durch den hohen Raum mit den kleinen Fenstern.

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Ich gehe wieder hinaus. Es gibt mehrere Gebäude, zwischen denen kleine Wege hindurch führen.

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Ich schaue auf mein Smartphone um mich zu orientieren. Ach ja, hier gibt es ja noch den Tradi „Monastery of Haghbat„. Zunächst verlasse ich das Kloster durch eine Seitentür, werde aber nicht fündig. Dann lese ich mal etwas genauer und erfahre, dass die Dose im Klosterbereich versteckt wurde. Nun ja, wer Lesen kann ist echt im Vorteil.

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Nachdem ich dann an der richtigen Stelle suche, kann ich den Cache-Container gut finden. Danach setze ich meine Erkundung des Klosters Haghpat fort …

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Ich betrete ein großes Gebäude durch einen langen Flur, der mich zu einer Säulenhalle führt. Dahinter ist eine weitere Halle mit vielen runden Löchern im Boden. Es gibt einen kleine Warnhinweis nicht dort hinein zu fassen – es könnten sich Schlangen dort aufhalten …

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Ich verlasse die Halle wieder und folge weiter dem Flur. An den Seiten stehen behauene Steinplatten. Ich vermute, dass es sich dabei um Grabbedeckungen oder – schmuck handelt.

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Am Ende des Flurs ist nun wieder Tageslicht zu sehen.

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Ich verlasse das Gebäude und laufe zu einer Bank bei der Klostermauer. Dort ist ein kleiner Aussichtspunkt. Bedingt durch die Hitze ist es etwas diesig. Trotzdem kann ich weit schauen …

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Vom Aussichtspunkt sehe ich den etwas abseits stehenden Glockenturm. An der Basis hat er die Form eines Kreuzes und im oberen Teil ist er achteckig.

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Damit geht meine Erkundung dieses Klosters zu Ende. Es wird Zeit an die Rückfahrt zu denken. An der Grenze gibt es in Armenien nun den Ausreise- und in Georgien wieder einen Einreise-Stempel.

 

Interaktive Tour-Karte

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Tour zu den beiden Klöstern in Armenien von Tiflis aus sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch dieser Tourabschnitt interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Mein Fazit

Diese Tagestour hat mir sehr gut gefallen. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die beiden Klöster liegen in einer tollen Landschaft. Es gab viel zu sehen und zu erkunden. Mir wurde es auch nicht langweilig, da sich beide Klöster unterscheiden. Im Kloster Achtala war das besondere die Gemälde in der Kirche und im Kloster Haghpat die Verzierungen aus Stein.

Das einzige was mich etwas verwundet hat, war, dass wir bei unserer organisierten Tour nicht noch das Kloster Sanahin besucht haben, welches Luftlinie nur vier Kilometer weiter liegt und ebenfalls über den Unesco Welterbe-Status verfügt.

An allen drei genannten Klöstern liegt ein gut zu findender Geocache – damit ist der Länderpunkt fast garantiert.

Bei Eurer eigenen Planung solltet Ihr beachten, dass die Straßen in Armenien zwar recht passable sind, Ihr jedoch trotzdem nicht schnell voran kommt. Für die Gesamtstrecke von 260 Kilometern mit den Wartezeiten an der Grenze und den Besichtigungen der beiden Klöster waren wir gute neun Stunden unterwegs …

Falls Ihr mal nach Tiflis kommt, solltet Ihr diese Tagestour auf jeden Fall ins Auge fassen!

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Wie hat Euch diese virtuelle Reise zu den beiden Klöstern in Armenien gefallen? Wäre das auch etwas für Euch? Oder seid Ihr schon dort gewesen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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