Geocaching im Kaukasus: Tiflis (Georgien)

Im Spätsommer hatte ich die Gelegenheit an einer viertägigen Geocaching-Reise in den Kaukasus teilzunehmen. Heute schildere ich Euch, wie Ihr am besten nach Georgien kommt, wo Ihr Euch am Besten ein Hotel sucht und was Ihr Euch in Tiflis anschauen solltet.

Kommt mit auf die virtuelle Reise nach und durch Tiflis. Natürlich kommt auch Geocaching nicht zu kurz!

 

 

Anreise

Tiflis hat einen eigenen internationalen Flughafen mit der Kennung TBS. Leider wird er nicht direkt von Frankfurt (FRA) angeflogen. Ein Flug mit Turkish Airlines von Frankfurt über Istanbul-Sabiha nach Tiflis ist in der Economy Class schon ab ca. 250€ zu haben. Die Flugzeit nach Istanbul beträgt etwa gute drei Stunden und der Weiterflug nach Tiflis dauert dann noch einmal zwei weitere. Mit der Umsteigezeit in Istanbul wird man dann also mindestens siebeneinhalb Stunden unterwegs sein.

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Ich habe die beiden Turkish Airlines Flüge genossen: an Bord gibt es auch in der Economy noch immer eine warme Mahlzeit. Wein und Bier gibt es dazu ebenfalls kostenlos.

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In der Nacht erreichen wird endlich den Flughafen in Tiflis. Er ist recht klein und überschaubar.

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Dort geht es zunächst mit dem Reisepass zur Kontrolle. Für deutsche Staatsbürger ist kein Visum erforderlich. Bei der Einreise wird der Pass gestempelt. Da ich für die vier Tage nur Handgepäck dabei habe, kann ich nach der Passkontrolle schon den Ausgang nehmen.

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In der Halle hängt eine große Flagge von Georgien. Spätesten jetzt ist klar – ich bin angekommen!

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Auf unserem Weg zu den Kleinbussen, die uns ins Hotel bringen sollen, komme ich an diesem Willkommen-Schild vorbei. Also noch schnell ein Selfie machen und dann ab ins Hotel zum Schlafen …

 

Hotelempfehlung

Eine Hotelempfehlung habe ich dieses Mal leider nicht für Euch. Das von Cacher-Reisen ausgesuchte Hotel hat mich sehr enttäuscht. Im Bad hingen eine Lampe ohne Birne aus der Decke, im Abfluss klebte ein Kaugummi und auch sonst war es nicht besonders mit der Sauberkeit bestellt. Heißes Wasser zum Duschen war auch nicht immer vorhanden. Der Frühstücksraum befand sich noch im Bau – hier war der Glanz der vergangenen Zeiten nur noch zu erahnen. Das Frühstücksbuffet samt Pulverkaffee empfand ich als sehr spartanisch. Von der Reiseleitung wurde meine Beschwerde als „Lokalkolorit“ abgetan. Bei jedem anderen Reiseveranstalter hätte ich eine Regressforderung gestellt – aber Cacher-Reisen genießt derzeit bei mir noch Welpenschutz, da sich sich mit viel Engagement im Aufbau befinden.

Falls Ihr selbst eine Reise nach Tiflis plant, so empfehle ich Euch ein Hotel auszuwählen, welches sich näher in der Altstadt befindet. Von unserem waren es doch drei Kilometer Luftlinie bis zum Bäderviertel, wo Ihr Abends schön Essen gehen könnt.

 

Mit der Seilbahn nach oben

Am zweiten Tag Nachmittags ist Zeit für eine ausgedehnte Stadtbesichtigung mit Geochaching. Durch Tiflis fließt die Kura. Bei der Einfahrt in die Altstadt kommen wir an dem Denkmal von König Vakhtang Gorgasali vorbei, welches auf einem Felsen neben der Methekhi Kirche thront.

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Der Fahrer unseres Reisebuses läßt uns an der Talstation der Seilbahn heraus. Wir wollen auf den Aussichtsberg und zur Festung oberhalb der Altstadt hinauffahren.

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Vor der Talstation steht dieser besondere Baum aus Metall – ein Kunstwerk. Ich zücke mein Smartphone und schaue, ob hier ein Geocache platziert wurde: Fehlanzeige.

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Wir stellen uns in die Schlange vor dem Kassenhäußchen. Es ist tollen Wetter und dementsprechend viel los. Die Seilbahn gehört zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Tiflis und ist sehr günstig. Wir müssen für unsere Gruppe jedoch eine Karte zum Aufladen kaufen, mit der wir dann alle die Seilbahn und auch die anderen öffentlichen Verkehrsmittel in Tiflis nutzen dürfen.

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Oben angekommen schaue ich mich um. Von hier oben hat es eine tolle Aussicht über die Stadt. Wir laufen zu dem Tradi „Kartlis Deda – Mother of a Georgian„. Er befindet sich in der Nähe des monumentalen Denkmals der „Mutter Georgien“.

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Der Cache ist an einem Aussichtspunkt unterhalb des Denkmals versteckt. Da mir die Aussicht auf Tiflis so gut gefällt, mache ich schnell noch ein Selfie von mir!

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Dann schauen wir, wo der nächste Geocache ist: er befindet sich in der Festung in der Nähe des Kreuzes.

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Dazu müssen wir aber zum Eingang der Festung laufen und der befindet sich auf der anderen Seite. Schade von hier wäre es nur wenige Meter bis zur Dose gewesen.

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Vom Eingang geht es durch die komplette Festung wieder zurück und gehörig nach oben. Der Weg – oder sagen wir besser – der Pfad wäre wohl so in einer Sehenswürdigkeit in Deutschland nicht möglich. Es ist schmal und felsig. An einigen Stellen muss ich die Hände zur Hilfe nehmen um weiterzukommen. Aber der Weg lohnt sich. Am Turm angekommen werde ich von einer tollen Aussicht über die Festung und die Stadt belohnt. In der Festung befindet sich eine Kirche.

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Die Mauern der Festung sind noch gut in Schuss und dürfen über Treppen bestiegen werden. Ihr solltet jedoch etwas schwindelfrei sein.

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Auf der Mauer befinden sich Glocken mit einem Kreuz. Ich frage mich, ob die zur Kirche gehören?

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Am Turm müssen wir recht lange nach dem Tradi „Cross marks the spot“ suchen. Wir müssen feststellen, dass er wohl gemuggelt wurde. Wir legen einen Ersatzpetling! Dann geht’s wieder zum Ausgang. Am Kiosk gönnen wir uns ein kaltes Bier – es ist doch selbst am Abend noch recht heiß …

 

Durch die Altstadt

Nach der Pause wollen wir in die Altstadt um uns ein Restaurant für unser Abendessen zu suchen. Von der Festung gibt es einen schönen Fußweg ins Bäderviertel. Dabei kommen wir am Tradi „Garden Gateway“ vorbei, den wir in der Gruppe nach einigem Suchen doch noch finden können. Wir erreichen eine kleine Schlucht, durch die ein schwefelhaltiger Bach fließt. Es ist deutlich zu riechen!

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Über eine kleine Wendeltreppe gelangen wir zu einer Brücke über den Bach.

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Die kleine Brücke hängt komplett voll mit Bügelschlössern von Verliebten. Mal schauen, wie lange das das Geländer noch mitmacht?

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Rechts und links von diesem Schwefelbach gibt es einige historische Badehäuser. Sie sind gut an den kleinen Kuppel auf den Flachdächern zu erkennen.

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Gegenüber fällt mir diese schmuckvoll verzierte Moschee ins Auge. Insgesamt macht das ganze Bäderviertel einen guten Eindruck. Es gibt viele schöne Gebäude, die alle restauriert sind.

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Bei den Bädern gibt es einen Geocache: den Tradi „W.A.R.P. 1 – Sulphur Baths„. Im Team ist er schnell gefunden. Langsam wird es dunkel und wir bekommen Hunger. Am Abend ist hier viel los. Es gibt viele Restaurants und noch mehr Touristen. Im ersten Restaurant, welches wir ansteuern, gibt es nicht genug Platz für unsere Zehnergruppe. Im nächsten haben wir mehr Glück!

Nach einem ausgedehnten und gemütlichen Abendessen in einem traditionellen Georgischen Restaurant machen wir uns auf den langen Rückweg zu unserem Hotel. Von hier aus sind es leider mehr als drei Kilometer. Wir entscheiden uns zu laufen und uns noch etwas in der toll beleuchteten Altstadt umzuschauen.

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An einigen Stellen haben wir einen schönen Blick hoch zur Festung, die ebenfalls beleuchtet ist.

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Auch viele der historischen Gebäude sind illuminiert.

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Es ist schon recht spät – trotzdem ist die Altstadt komplett voll mit Einheimischen und Touristen. An einem Platz finde ich diese schöne Uhr.

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Bei dem vielen Sightseeing vergessen wir fast das Geocaching. Aber nur fast! Unterwegs kommen wir an dem Tradi „W.A.R.P. 2 – Jvaris Mama Church“ vorbei, der sich in einem kleinen Park bei einer Kirche befindet. Leider ist der Park schon geschlossen und die Türen versperrt.

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Wie laufen weiter – immer in Richtung von unserem Hotel. Wir erreichen die alte Stadtmauer. Die Fundamente wurden erhalten – die breite Straße einfach darüber gebaut. Unten zwischen den Fundamenten wurde der Tradi „The old wall„, den wir nach einigem Suchen finden können. Von dort laufen wir ein kleines Stück an der Hauptverkehrsstrasse entlang, bis wir den Platz der Freiheit erreichen. In der Mitte eines riesigen Kreisverkehrs steht eine Säule mit einer goldenen Georgs-Statue.

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Auf unserem Rückweg kommen wir noch an diesem monumentalen Bau mit seinen vielen Wasserfontainen vorbei. Laut Google sollte es das Georgische Parlament sein.

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Unmittelbar gegenüber gibt es noch einen weiteren Prachtbau mit einem Adler über dem Eingang. Das müsste dann das Museum der schönen Künste sein.

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Damit geht unser Abend in Tiflis langsam zu Ende. Von hier sind es dann immer noch fast zwei Kilometer bis zum Hotel. Unterwegs halte ich noch kurze in einem Supermarkt, die alle recht lange geöffnet haben und falle dann müde ins Bett!

 

Interaktive Tour-Karte

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unseres Spazierganges durch die Altstadt von Tiflis sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch dieser Tourabschnitt interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Mein Fazit

Mal abgesehen vom Hotel hat mir Tiflis sehr gut gefallen. Besonders die Altstadt und dort das Bäderviertel haben es mir besonders angetan. Die Geocaches, die wir auf unserem Stadtrundgang gesucht haben, waren alle – wie in einer Stadt üblich – etwas kniffeliger versteckt.

Vier Tage sind doch etwas knapp für eine solche Reise. Für Tiflis hatte ich so nur einen Nachmittag und Abend. Mit Cacher-Reisen (Provisionslink) dorthin zu fliegen war natürlich bequem – ich musste mich um nichts kümmern und hatte Gleichgesinnte dabei.

Würde ich die gleiche Tour selbst planen würde ich mindestens einen ganzen Tag für Tiflis reservieren und mir ein Hotel zwischen dem Platz der Freiheit und dem Bäderviertel suchen.

In den nächsten beiden Teilen dieser Artikelserie erzähle ich Euch dann von unserem Besuch in Aserbaidschan und in Armenien …

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Übrigens hatte ich dieses Mal meine große Spiegelreflex-Kamera nicht mit dabei. Alle Fotos habe ich mit meinen iPhone „geschossen“.

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Wie hat Euch diese virtuelle Reise durch Tiflis gefallen? Wäre das auch etwas für Euch? Oder seid Ihr schon dort gewesen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. So wenig Zeit in Tiflis ist wirklich schade, es ist eine tolle Stadt, die uns sehr gefallen hat. Insbesondere die lokale Küche ist fantastisch.
    Als Hotel möchte ich dann dieses empfehlen:
    https://www.formula1georgia.com/de-de
    Das ist ein familiengeführtes Hotel, die Eigentümer sprechen sogar deutsch. Wir haben selten so angenehm gewohnt! Hübsche Zimmer, günstig und jeden Morgen kocht die Herrin des Hauses morgens etwas Tolles zum Frühstück. Wir konnten sogar ein Auto dort mieten und die Gegend selbst erkunden.

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